1000 Euro anlegen

1.000 Euro anlegen: 6 Möglichkeiten für Privatanleger

Valeria Nickel, 14.08.2017

Ein Gehaltsbonus, eine Steuerrückzahlung oder auch eine andere Gelegenheit, bei der man große Geldgeschenke kassiert – dass man plötzlich mit 1.000 € in der Hand dasteht, ist gar nicht so unwahrscheinlich. In diesem Moment stellt sich die Frage: Wie lege ich 1.000 € möglichst gewinnbringend und/oder sicher an?

1 | Schuldentilgung & Notgroschen

Der erste Gedanke muss eventuell vorhandenen Schulden gelten. Bevor man Geld anlegen kann, muss man schuldenfrei sein, denn (Dispo-)Kreditzinsen sind teuer und normalerweise nicht durch die Rendite von Geldanlage zu schlagen. Deshalb sollte man mit 1.000 € zunächst alle Rückstände tilgen.

Eine weitere Vorfrage, die sich mit 1.000 € in der Hand stellt, ist, ob man bereits den sogenannten „Notgroschen“ von 2-3 Nettomonatsgehältern beiseite gelegt hat. Am besten parkt man diese Rücklage auf einem Tagesgeldkonto, damit man jederzeit problemlos darauf zugreifen kann, falls unerwartet hohe Ausgaben – wie der Kauf einer neuen Waschmaschine – anstehen.

2 | Sparfuchs-Variante

Wer kein Risiko eingehen und das Geld einfach nur sparen möchte, der kann sein Geld auf einem Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegen. Die Zinsen hier sind zwar mickrig – die vergleichsweise höchsten Zinsen bietet dabei das Festgeldkonto –, dafür sind die 1.000 € sicher aufgehoben. Eine Rendite erzielt man bei dieser Variante allerdings nicht.

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3 | Aktieninvestment

Will man dagegen Gewinne verzeichnen und „sein Geld für sich arbeiten lassen“, so kommt man nicht umhin, das Risiko von Verlusten einzugehen. Besonders gewinn- aber auch risikoträchtig sind Aktieninvestments. Aber Vorsicht: 1.000 € mögen zwar viel Geld sein – in der Investment-Welt ist dies jedoch ein Krümel-Betrag.

Eine Anlage in Aktien lohnt sich überhaupt erst ab 1.000 €, da sonst die Kosten pro Order zu hoch sind. Die Order ist sozusagen der Kauf einer Aktie. Dabei fallen feststehende Transaktionskosten und Gebühren an. Die genauen Kosten kann man dem Preis-/Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank entnehmen. Prozentual gesehen sind diese Kosten geringer, je höher der investierte Betrag ist.

Wenn man eine Aktie im Wert von 1.000 € oder mehr kauft, muss sie weniger Rendite erwirtschaften, um die anfallenden Kosten wieder auszugleichen.

Tipp für Aktienanleger

Anleger, die trotzdem in Aktien investieren möchten, können einen Sparplan mit kleinen Beträgen einrichten. Ein Aktiensparplan ermöglicht die allmähliche Aufstockung des Anlagebetrags, ohne dass hohe Transaktionskosten anfallen. Aktienfonds helfen dabei, das Geld in ein Paket aus verschiedenen Einzelwerten anzulegen, um so das Risiko zu streuen.

Außerdem kann man mit 1.000 € nur in eine Aktie investieren. Das Problem daran ist, dass dann keine Risikostreuung stattfindet. Wenn die eine Aktie Kursverluste verzeichnet, fällt das gesamte Investment. Dies ist nicht zu empfehlen. Deshalb sollte man 1.000 € nicht in Einzelaktien investieren.

Beispiel A
Aktienkauf im Wert von: Gebühren in Höhe von: Gebührenanteil:
500 € 15 € 3 %
Die Aktie muss um 3 % steigen, allein um die Gebühren auszugleichen.
Beispiel B
Aktienkauf im Wert von: Gebühren in Höhe von: Gebührenanteil:
1.000 € 15 € 1,5 %
Die Aktie muss um 1,5 % steigen, allein um die Gebühren auszugleichen.
Beispiel C
Aktienkauf im Wert von: Gebühren in Höhe von: Gebührenanteil:
3.000 € 15 € 0,5 %
Die Aktie muss nur um 0,5 % steigen, allein um die Gebühren auszugleichen.

4 | ETFs als Alternative

Noch geringere Kosten als Aktienfonds haben Exchange Traded Funds, sogenannte ETFs. Sie werden nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet, sondern bilden einen Aktien-Index, wie zum Beispiel den DAX, nach. Weil die Verwaltungsgebühren für den Fondsmanager wegfallen, erhöht sich automatisch die Rendite. Hier versucht man nicht aktiv, den Markt zu schlagen, sondern folgt mit seiner Anlage den Gewinnen des Marktes selbst. Dies ist oft vielversprechender, als sich auf den Erfolg eines Fondsmanagers zu verlassen.

5 | Crowdinvesting

Wer seine Geldanlage lieber selbst in die Hand nehmen möchte und auf hohe Renditen Wert legt, hat seit Kurzem eine neue Option: das Crowdinvesting. Dabei schließen sich viele Privatanleger über eine Internetplattform zusammen und investieren gemeinsam in große Projekte. Dies funktioniert bereits mit kleinen Beträgen und ohne, dass Gebühren anfallen. Die Investitionssumme von 1.000 € eignet sich also hervorragend dafür. Derzeit erfreut sich vor allem das Immobilien-Crowdinvesting wachsender Beliebtheit. Hier investieren viele Anleger gemeinsam in große Immobilienprojekte und erhalten dafür hohe Zinsen von beispielsweise 7,0 % pro Jahr.

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6 | Was man sonst noch so mit 1.000 € tun kann

Bei allen Überlegungen, wie man 1.000 € sparen oder vermehren kann, darf man nicht vergessen, sich auch mal etwas zu gönnen: einen Urlaub, Shoppingtrip, eine Massage oder ein teures Konzert – von den 1.000 € kann man auch etwas in das eigene Wohlbefinden investieren. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Teil des Geldes zu spenden. Ein wenig Balsam für die Seele oder etwas Gutes für die Öffentlichkeit sind ebenfalls gute Investitionen. Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen.

Bild-Copyright: igorstevanovic / Shutterstock.com

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