Gold als Geldanlage: Lohnt sich ein Investment?

Von Mauritius Kloft – aktualisiert am 25.01.2023

Es glänzt, ist wertvoll und zieht die Menschen seit Tausenden Jahren in seinen Bann: Die Rede ist natürlich von Gold.
Das Edelmetall, über das ganze Sagen verfasst worden sind – und für das Königreiche in den Krieg zogen.

Selbst heute fasziniert Gold noch die Menschen. Denn als natürlich vorkommender Rohstoff ist es limitiert und hat
dadurch einen „inneren Wert“. Daher gilt Gold als Inflationsschutz und „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten. Wir erklären,
wie Sie in Gold investieren können, welche Risiken es dabei gibt – und worauf Sie bei der Goldanlage achten sollten.

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Wie kann ich in Gold investieren?

Für die Goldanlage stehen Ihnen maßgeblich drei Wege offen:

  1. Gold kaufen: Das ist der klassische Weg. So können Sie Gold in Form von Barren oder
    Anlagemünzen erwerben
    . Man
    spricht auch von „physischem Gold“, in Abgrenzung zu den beiden anderen Wegen, in Gold zu investieren.
  2. Gold-Wertpapiere: Gold-ETF (englisch für „Exchange Traded Fund“) sind börsengehandelte
    Goldfonds, die mit
    physischem Gold besichert sind. Sie sind allerdings in Deutschland nicht zugelassen, da sie gegen das
    Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verstoßen. Daher haben sich sogenannte Gold-ETC (englisch für „Exchange Traded
    Commodities“) etabliert, die einen Anspruch auf physisches Gold verbriefen. Im Regelfall ist es möglich, sich
    das Gold des ETC ausliefern zu lassen. In Deutschland am bekanntesten sind Xetra-Gold und Euwax-Gold.
    Goldzertifikate ohne unterlegtes Gold sind hingegen nur etwas für fortgeschrittene Anleger.
  3. Goldaktien: Anders als Gold-ETC investieren Sie mit Goldaktien nicht direkt in Gold – sondern
    lediglich in
    Aktien von Unternehmen, die ihr Geld wiederum mit der Förderung, der Verarbeitung oder dem Trading von Gold
    verdienen. Oftmals handelt es sich hierbei um Goldminenaktien, also Anteile an Unternehmen, die Minen halten.
    Hier hängt der Investmenterfolg jedoch von den Goldvorkommnissen ab – und weniger von der Wertentwicklung des
    Goldpreises.

Lohnt sich die Goldanlage?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Allerdings raten Experten dazu, Gold als Beimischung ins Depot zu geben, so
auch Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer der Unternehmensberatung „Fragold“ und langjähriger Vorstandschef von
Degussa-Goldhandel. „Gold ist seit vielen Jahrtausenden als Tauschmittel und zur Werterhaltung anerkannt – und das
weltweit“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion von BERGFÜRST. Dass Gold plötzlich an Ansehen und Wert verliert,
dürfte unwahrscheinlich sein.

Zudem sei Gold relativ selten und könne nicht beliebig hergestellt oder reproduziert werden, so der Edelmetallexperte.
Durch diesen „inneren Wert“ könne Gold als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten betrachtet werden.

„Gold ist als Krisenmetall besonders in Deutschland sehr beliebt“, erklärt Wrzesniok-Roßbach. „Das liegt vor allem an
emotionalen Faktoren – etwa der deutschen Urangst einer Hyperinflation, den beiden Weltkriegen oder der Teilung
Deutschlands. Viele Menschen kaufen daher Gold, um für Krisen gewappnet zu sein.“


Über den Experten
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Quelle: privat

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der in
Deutschland ersten nur auf Edelmetallthemen spezialisierten Unternehmensberatung „Fragold “. Mit mehr als 30
Jahren
Berufserfahrung in der Branche gilt er als einer der profiliertesten Edelmetallexperten hierzulande.
Vor seiner
Zeit bei Fragold war der gelernte Investmentbanker acht Jahre lang Sprecher der Geschäftsführung von
Degussa-Goldhandel, den er zu einem der größten Goldhändler Deutschlands ausbaute. Stationen seiner
Karriere waren zudem die Dresdner Bank und der Goldhersteller Heraeus.

So viel Gold sollten Sie im Portfolio halten

Tatsächlich entwickelte sich der Goldpreis in der Vergangenheit oft dem Aktienmarkt entgegengesetzt: Bei sinkenden
Aktienkursen steigt der Goldpreis
– und umgekehrt.

Bei sinkenden Anleiherenditen fällt der Goldkurs ebenfalls. Denn Anleihen werden ebenfalls als inflationssichere Anlage
geschätzt. Lassen sich mit ihnen jedoch geringere Renditen erwirtschaften, wird die Geldanlage in Gold im Vergleich
attraktiver. Daher kann es zur Begrenzung von Kursschwankungen sinnvoll sein, in Gold zu investieren.

Viele Menschen kaufen Gold, um für Krisen gewappnet zu sein.

Edelmetallexperte Wrzesniok-Roßbach

„Anleger können zwischen 5 und 10 % ihres Portfolios in Gold halten, je nach aktueller Grundstimmung“, so der
Edelmetallexperte. „Nur in absoluten Ausnahmefällen – in Szenarien mit ungewissem Ausgang – kann das auch bis zu
15 %
ausmachen. Dazu gehörten in der Vergangenheit etwa die Finanzkrise oder der Ausbruch des Ukraine-Krieges.“

Bislang wurden rund 205.000 Tonnen Gold gefördert. Diese Menge passt laut Modellrechnungen gerade einmal auf
einen Würfel mit einer Kantenlänge von 22 Metern. Der Großteil des geförderten Goldes entfällt auf die
Schmuckindustrie, im Besitz von Notenbanken sind dagegen etwa 17 % des weltweiten Goldes.

Was sollte ich beim Goldkauf beachten?

Kompliziert ist der Erwerb des Edelmetalls nicht. Trotzdem sollten Sie als Anlegerin oder Anleger auf ein paar Dinge
achten. Grundsätzlich sollten Sie wissen, dass im privaten Goldhandel oft nicht die regulären Gewichtseinheiten Gramm
bzw. Kilogramm gängig sind. Vielmehr wird das Gewicht einer Münze oder eines Goldbarrens in einer Feinunze angegeben,
was 31,1035 Gramm entspricht.

Außerdem kommt es auf den Feingehalt von Gold an. Er wird normalerweise in Tausendsteln angegeben, eine alte Einheit ist
das Karat. Feingold entspricht dabei einem Goldgehalt von 999,99 – komplett reines Gold ist indes faktisch unmöglich.

Beim Kauf sollten Sie zudem darauf achten, nur Münzen oder Goldbarren zu kaufen, für die es einen großen Zweitmarkt
gibt. Als Beispiele für Münzen sind etwa Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Nugget (Känguru) zu nennen. Barren sollten von einem Hersteller mit sogenannter LBMA-Zertifizierung stammen.

Außerdem denken viele Anleger beim Goldkauf nicht daran, dass sie physisches Gold aufbewahren müssen, entweder in einem
Tresor zu Hause, in einem Bankschließfach oder direkt beim Goldhändler. Allerdings kommen mit der Verwahrung bisweilen
erhebliche Kosten auf Sie zu. Was Sie noch beim Goldkauf beachten sollten und wie Sie unseriöse Händler entlarven, lesen
Sie in diesem Beitrag.

Wie wird Gold besteuert?

Aus steuerlicher Sicht kann das Investment durchaus sinnvoll sein. Denn beim Kauf fällt in der Regel keine Mehrwertsteuer an, anders als etwa beim Kauf von Silber – dem „kleinen Bruder“ von Gold.
Und
wenn Sie Ihr Anlagegold nach einer Mindesthaltefrist von einem Jahr verkaufen, ist das steuerfrei möglich. Anders als
beispielsweise beim Verkauf von Aktien müssen Sie keine Abgeltungsteuer an den Fiskus abtreten.

Im Gegenzug können Sie jedoch Verluste nicht steuerlich geltend machen, die Sie womöglich beim Verkauf Ihres Goldes
eingefahren haben. Die Steuerfreiheit beim Gold hat also zwei Seiten.

Die Steuerfreiheit beim Gold greift auf das reguläre Anlagegold. So werden etwa Goldbarren mit einem
Feingehalt von mindestens 995 als auch Goldmünzen mit einem Feingehalt von mindestens 900 nach einem Jahr
steuerfrei. Bei Münzen muss zudem gelten, dass sie nach 1800 geprägt wurden und in ihrem Ursprungsland
gesetzliches Zahlungsmittel waren oder sind.

Verkaufen Sie Ihre Münzen oder Barren indes vor der Spekulationsfrist, gilt dies als privates Veräußerungsgeschäft.
Entsprechend wird der persönliche Einkommensteuersatz auf einen erwirtschafteten Gewinn des Edelmetalls fällig.

Was bei der Besteuerung von Gold-Wertpapieren gilt

Beim Verkauf von Gold-ETC kommt es darauf an, ob das Wertpapier physisch mit Gold unterlegt ist – Sie sich das
besicherte Gold also theoretisch ausliefern lassen könnten. In dem Fall müssen Sie Ihren Verkaufsgewinn nicht
versteuern
. Gibt es indes keinen Auslieferungsanspruch, müssen Sie die Abgeltungsteuer an den Fiskus abtreten. Von
solchen ETC raten
Experten ohnehin ab.

Auf Gewinne durch Goldaktien fällt immer Abgeltungsteuer an. Der Grund: Goldaktien sind nie physisch mit Gold unterlegt, sie gelten im Steuerrecht als Aktien.

Welche Nachteile hat eine Goldanlage?

Gegenüber anderen Anlageformen der Geldanlage hat
physisches Gold den Nachteil, dass es weder Zinsen noch Dividenden
erwirtschaftet. Anders als bei anderen Anlageklassen wirft das Edelmetall also
höchstens beim Verkauf eine Rendite durch
den Gewinn ab.

Und selbst das ist nicht garantiert. Der Goldpreis zeigte sich in der Vergangenheit volatil, die Kursschwankungen waren
entsprechend hoch. Auch zu Zeiten hoher Inflation, weshalb Gold bisweilen als Spekulationsobjekt gilt. Sind Sie indes
gezwungen in einem Markttief zu verkaufen, machen Sie womöglich herbe Verluste. Experten weisen darauf hin, den
Goldanteil im
Portfolio gering zu halten, um die Risiken entsprechend zu
streuen
.

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Durchschnittliche Kursentwicklung des Goldpreises in US-Dollar je Feinunze zwischen 2000 und 2021

Durchschnittliche Kursentwicklung Goldpreis
Quellen: World Gold Council, LBMA

Der Aktienmarkt gilt zwar ebenfalls als volatil und kann kurzfristig deutlich einbrechen. Doch auf lange Sicht ging es
hier bislang bergauf. Allerdings sind Kursentwicklungen in der Vergangenheit keine Garantie für künftige steigende
Kurse
. Daher sollten Sie auch ein Aktieninvestment breit streuen. Sie als Anlegerin oder Anleger können bei Aktien zudem
von Dividendenzahlungen profitieren.

Ein weiterer Nachteil von physischem Gold sind die Kosten für die Lagerung bzw. Versicherung. Das kann Ihre Rendite
zusätzlich deutlich mindern.

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