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5 Gründe für alternative Investments

Valeria Nickel, 13.07.2017

Alternative Investments haben in den letzten Jahren rapide an Bedeutung gewonnen. Ihr Marktvolumen ist seit 2005 doppelt so schnell gewachsen wie das herkömmlicher Anlagen. Darüber hinaus wird es nach einer

Studie von PriceWaterhouseCoopers


(PWC) auch in Zukunft ein jährliches Wachstum von 10 % in diesem Bereich geben. Bisher wurden alternative Investments vor allem von institutionellen Anlegern zur Diversifikation ihres Portfolios genutzt. Nun beschäftigen sich auch immer mehr Kleinanleger mit dieser Art, Geld zu investieren. Doch was umfasst dieser Begriff überhaupt?

Alternative Investments sind Investitionen in nicht traditionelle Anlageprodukte, welche Aktien, Anleihen, festverzinsliche Wertpapiere, Investmentfonds und andere börsennotierte Wertpapiere umfassen. Sie sind also keine Asset-Klasse an sich, sondern innovative Produkte, die sich von traditionellen Anlageprodukten abheben. Von anderen Anlageklassen unterscheiden sie sich durch ihr Ertrags- und Risikoprofil. Sie bieten ein überdurchschnittliches
Renditepotenzial;
dafür ist die Performance- und Risikomessung komplex. Oft sind die Produkte auch nicht handelbar. Damit kann ein Anleger nicht ohne weiteres auf veränderte Bedingungen reagieren. Alternative Investments erstrecken sich im Wesentlichen auf folgende Bereiche:

  • Hedgefonds: Investmentfonds, die in traditionelle Assetklassen investieren, dabei aber vielschichtige, nicht traditionelle Anlagestrategien verfolgen
  • Private Equity: zu Deutsch: privates Beteiligungskapital, was den nicht-öffentlichen, direkten Erwerb von Unternehmensbeteiligungen bezeichnet
  • Infrastrukturinvestments: beispielsweise in Erneuerbare Energien, Transport- und Verkehrsinfrastruktur, öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Gefängnisse, Bildungs- und kulturelle Einrichtungen
  • Rohstoffe bzw. Commodities wie Edelmetalle (z.B. Gold), Industriemetalle, Rohöl, Erdgas oder Agrarrohstoffe
  • Managed Futures/CTAs: Commodity Trading Advisors, eine in den USA staatlich reglementierte Bezeichnung für Vermögensverwalter, die ausschließlich in Terminmarktprodukte (Derivate) investieren
  • Real Estate:
    Erwerb von Immobilien
    mit dem Ziel, eine Rendite zu erwirtschaften – per Direktinvestment oder über spezialisierte Immobilienfonds, die wiederum in Immobilien oder in Aktien von Immobilienunternehmen (REITs, Real Estate Investment Trusts) investieren
  • Sowie viele weitere Vermögenswerte mit Nischencharakter wie Wald, Wein, Antiquitäten, Kunst und Patente.

Für den Siegeszug der alternativen Investments gibt es zurzeit gute Gründe. Wieso auch Sie innovative Anlagestrategien nicht außer Acht lassen sollten:

1 | Keine Lust auf niedrige Zinsen: Finanzielle Repression

Die
Nullzinspolitik
befördert die Renditen von
Staatsanleihen
mit solider Bonität nach wie vor ins negative Terrain. Mit negativen Renditen erfüllen Anleihen jedoch nicht länger ihre traditionelle Rolle als Ertragsanlage. Deshalb schauen sich immer mehr Anleger nach außergewöhnlichen Renditeobjekten und -quellen um. Dabei gelangen alternative Investments in ihren Fokus.

2 | Müde vom ständigen Auf und Ab: Hohe Volatilität am Aktienmarkt

Politische Unsicherheiten oder Vorfälle wie die Zusammenbrüche des chinesischen Aktienmarktes schlagen auch hierzulande auf die Aktienkurse durch. Schwankende Kurse verunsichern viele Investoren, die auf der falschen Seite der Kurve stehen. Sie blicken daher auf alternative Formen der Geldanlage, um nicht ausschließlich von der risikoreichen Aktienanlage abhängig zu sein.

3 | Schutz vor hohen Verlusten: Erhöhter Bedarf zu diversifizieren

In den „guten alten Zeiten” konnten Sie noch durch die Anlage in verschiedene Assetklassen und geographische Regionen diversifizieren. Die globalen Märkte sind mittlerweile jedoch so eng verwoben, dass das nicht mehr so einfach funktioniert. Alternative Investments helfen dabei, das Kapital von Investoren gegen Schwankungen der konventionellen Märkte abzuschirmen.

4 | Nicht mehr außen vor sein: Alternative Investments sind nun für jedermann zugänglich

Der Anlegerkreis bei alternativen Anlageklassen bestand zuvor nur aus großen institutionellen Anlegern; nun weitet er sich auf private Investoren aus. Bisher musste man Millionär und am besten mit einem Investment-Manager befreundet sein, um direkt in alternative Anlagestrategien investieren zu können. Jetzt sind diese einerseits immer häufiger in regulierten liquiden und transparenten Vehikeln zugänglich, den OGAW-Fonds („Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren”) in Europa. Andererseits revolutioniert die FinTech-Branche die Art, wie Kleininvestoren partizipieren können.

5 | Mit gutem Beispiel voran: Crowdinvesting in Real Estate

Ein perfektes Beispiel für das Wachstum von alternativen Investments gibt es auf dem Immobilienmarkt. Obwohl Real Estate Investment Trusts (REITs) schon lange existieren, waren Kleinanleger bisher nicht in der Lage, mit geringen Beträgen direkt in Immobilienprojekte zu investieren. Neuerdings gibt es Plattformen für
Immobilien Crowdinvesting, die auch Mikro-Investoren die Möglichkeit bieten, ihr Portfolio durch alternative Investments zu diversifizieren. Die moderne Methode nennt sich Crowdinvesting und funktioniert in der Weise, dass sich viele Investoren über eine Plattform zusammenschließen und gemeinsam das nötige Kapital für ein Investment aufbringen, das keiner alleine bereitstellen könnte bzw. wollte. Den Investoren eröffnen sich viel mehr und bessere
Investitionsmöglichkeiten, während sie sich mit der Crowdinvesting-Methode vertraut machen und auf der anderen Seite auch immer mehr Immobilienunternehmen die neue, effiziente Finanzierungsquelle für sich entdecken.

Bild-Copyright: artjazz / Shutterstock.com