Anlageziele

Anlageziele – So plant man seine Geldanlage richtig

Valeria Nickel, 13.07.2018

Was sind Anlageziele?

Einer der ersten Schritte bei der Planung der Geldanlage ist die Festlegung der persönlichen Anlageziele. Ein Anlageziel beantwortet die Frage, was für ein Ergebnis durch die jeweilige Investition angestrebt wird. Nur wer weiß, was er durch seine Geldanlage erreichen will, kann eine Anlagestrategie entwickeln und die Anlageprodukte finden, die am besten zu ihm und den Zielen passen. Das Ziel der Geldanlage beeinflusst nämlich die Auswahl der Anlageklassen und Finanzprodukte. Je konkreter Investoren ihre Anlageziele definieren, desto besser können die Eigenschaften und Risiken der Finanzprodukte an den Sparzweck angeglichen werden. Soll das Geld kurzfristig „geparkt“ werden, weil es für einen bald anstehenden Kauf gedacht ist, oder dient es zur Vorsorge für das Alter? Will man einfach sein Vermögen mehren oder mittel- bis langfristig für einen Immobilienkauf sparen? Das betrifft Anlageform, Laufzeit, Verfügungsmöglichkeiten, Sicherheit der Anlage und die Höhe und Sicherheit ihrer Erträge. Jedes Anlageziel sollte konkret ausformuliert und dadurch messbar sein.

Welche Anlageziele gibt es?

1 | Vermögensaufbau / Vermögensoptimierung

Der Vermögensaufbau bzw. die Vermögensoptimierung ist das häufigste Ziel von Anlegern. Denn im Grunde genommen möchte jeder, der Geld anlegt, seine finanzielle Situation verbessern, also sein Vermögen mehren. Entweder fängt man dabei „klein“, also mit einem geringen Vermögen an oder man verfügt bereits über einen relativ hohen Betrag – beispielsweise durch eine Erbschaft. In jedem Fall steht bei der Vermögensoptimierung eine gute Rendite im Vordergrund. Trotzdem wird der Vermögensaufbau je nach Anlagehorizont und Risikobereitschaft des Anlegers gänzlich unterschiedlich betrieben. Deshalb kann ein und dasselbe Anlageziel ganz unterschiedliche, individuelle Folgen für den Anleger vorgeben.

2 | Anschaffung

Neben dem Vermögensaufbau kann ein Anleger auch einen geplanten, wahrscheinlich etwas teureren Kauf im Blick haben. Dann muss das vorrangige Ziel die Sicherung von dem bestehenden Vermögen und ein moderater, aber kontinuierlicher Kapitalzuwachs sein. Zudem muss der meist kurze Anlagehorizont beachtet werden, da man keine Anschaffungen 10 Jahre im Voraus plant, sondern zum Beispiel nur 1 Jahr vor dem anstehenden Kauf. Deshalb sollte hier auch auf eine gewisse Liquidierbarkeit der Investments Wert gelegt werden. Eine kurzfristige Geldanlage mit verhältnismäßig geringem Risiko erzielt jedoch in der Regel niedrige bis keine Rendite, da das Kapital nur wenig Zeit zum Vermehren hat.

3 | Altersvorsorge

Ein weiteres verbreitetes Anlageziel ist die finanzielle Altersabsicherung für den Ruhestand. Bei diesem Anlageziel muss weniger die kurzfristige Liquidität als vielmehr die Sicherheit im Vordergrund stehen. Zudem kommen dabei Langfristanlagen in Frage, die oft auch gerade aufgrund der geringen Liquidität höhere Sicherheit bieten können. Auf jeden Fall sollte man als Anleger besser auf Rendite verzichten, statt hier Risiken in Kauf zu nehmen und später im Alter mittellos dazustehen. Wer für das Alter vorsorgen möchte, sollte so früh wie möglich mit dem Investieren beginnen.

4 | Langfristige Existenzsicherung

Das Anlageziel der Existenzsicherung kommt bei Personen vor, die bereits von den Zinsen und Erträgen ihres Vermögens leben oder regelmäßig einen bestimmten Betrag aus Kapitalerträgen abführen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei Letzterem ist eine schnelle Verfügbarkeit einzelner Investments wichtig. Am besten eignet sich dann die Anlage des Vermögens in liquide und gleichzeitig sichere Geldanlagen. Dafür kann man dort allerdings keine hohe Rentabilität erwarten. Soll das Kapital hingegen nicht berührt, sondern nur die aus der Geldanlage entstehenden Erträge verwendet werden, ist eine Verteilung auf verschiedene Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko und Ertragserwartungen sinnvoll.

Wie lege ich meine Anlageziele fest?

Anlageziele sollten möglichst konkret und messbar formuliert werden. Dabei spielt sowohl der Anlagehorizont, also der Zeitraum der Geldanlage, sowie das gewünschte Ergebnis eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen Faktoren wie die persönliche Risikobereitschaft und der für die Geldanlage vorgesehene Aufwand.

Das Anlageziel in unserem – natürlich vereinfacht dargestellten – Beispiel ist ein passives Einkommen von 1.200 € pro Jahr, das innerhalb von 10 Jahren erreicht werden soll. Durch die zeitliche Eingrenzung und das konkret monetäre Ziel lässt sich nach 10 Jahren der Zielerreichungsgrad genau überprüfen. Das Anlageziel könnte bei einer angenommenen Verzinsung von 3,0 % pro Jahr auf das investierte Kapital – nach Steuern und inflationsbereinigt – mit einer Ansparsumme von 40.000 € erreicht werden.

Beispiel

  • Anlagehorizont: 10 Jahre
  • Anlageziel: passives Einkommen von 1.200 € pro Jahr
  • Risikotoleranz: mittel
  • Methode: monatlicher Sparplan (Ratensparen)

Die angenommene Verzinsung geht mit der mittleren Risikotoleranz einher. Der Anleger müsste in diesem Fall in den nächsten 10 Jahren rund 333 € pro Monat sparen. Investiert er das Gesparte allerdings regelmäßig und so bereits während des Zeitraums in Anlageklassen mit entsprechender Verzinsung, sinkt der monatlich notwendige Sparbetrag durch den sogenannten Zinseszinseffekt stetig, da sich das Geld bereits vermehrt und die Gewinne – sofern reinvestiert – ebenfalls neuen Ertrag generieren. Das Anlageziel gilt grundsätzlich als erreicht, wenn nach 10 Jahren ein passiver Cashflow von 1.200 € pro Jahr erzielt wird.

Halten Sie Ihre Anlageziele schriftlich fest und setzen Sie diese höher als Ihr eigentliches Wunschziel an. Warum? Einige Studien zeigen, dass schriftliche Ziele zu der erfolgreichen Zielerreichung beitragen. Außerdem werden Ziele in der Regel nicht zu 100 % erreicht. Daher ist das Setzen höherer Ziele wichtig, um zumindest Ihr Grundziel zu erreichen.

Was mache ich bei einer Änderung der Anlageziele?

Anlageziele können sich verändern, genauso wie sich Geschmäcker, Wohnsituationen und Arbeitsplätze verändern. Dabei ist eine Umschichtung der Vermögensanlage teils kostspielig, wie auch beispielsweise ein Umzug jedes Mal Zeit und Geld kostet. Trotzdem sollten Sie nicht stur an Ihrer ursprünglichen Anlagestrategie festhalten, wenn sich Ihre Anlageziele klar geändert haben. Es lohnt sich, ein Mal im Jahr einen festen „Überprüfungstermin“ für seine Vermögensanlage zu bestimmen, an dem man sich von Neuem mit seinen Anlagezielen auseinandersetzt und gegebenenfalls die Strategie anpasst.

Wie soll ich investieren, um meine Anlageziele zu erreichen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Anlagestrategie an Ihrer individuellen Situation und Zielsetzung ausgerichtet werden muss. Die Wahl der richtigen Anlageklasse hängt von den Anlagezielen und weiteren damit verbundenen Faktoren zusammen. Möchten Sie Ihr Geld möglichst sicher und ohne Verluste anlegen, kommen Anlageprodukte wie Festgeld und Tagesgeld in Betracht. Hier ist aber momentan wenig bis keine Rendite zu erwarten. Haben Sie hingegen einen längeren Anlagehorizont und sind bereit für eine Rendite ein gewisses Risiko einzugehen, dann können Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs oder auch die Geldanlage in Immobilien zum Beispiel durch Immobilien Crowdinvesting interessant sein. Wichtig ist, hierbei „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“, da sonst die Erreichung der Anlageziele gefährdet wird.

Bild-Copyright: Vintage Tone / Shutterstock.com

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