Die kurzfristige Geldanlage

Die kurzfristige Geldanlage: Möglichkeiten für Privatanleger

Valeria Nickel, 16.11.2018

Flexibilität – für viele Menschen ist sie bei der Geldanlage besonders wichtig. Denn jederzeit können unvorhergesehene Anschaffungen notwendig sein: eine Autoreparatur, Waschmaschine oder teure Zahnarztrechnung. In solchen Fällen sollte man sein Geld schnell zur Verfügung haben. Ein zweiter Grund kann „heiß gelaufener“ Finanzmarkt sein: Diese Phase mit teuren Preisen will man überbrücken, bis bessere Einstiegschancen vorhanden sind. In dieser Pause muss man sein Geld irgendwo „parken“, wo es schnell verfügbar ist, damit man es zu einem günstigeren Zeitpunkt investieren kann. Für diese Ziele eignet sich die kurzfristige Geldanlage. Außerdem ist sie ein genereller Bestandteil einer Portfoliostrategie: Ein durchdachtes Portfolio enthält nicht nur verschiedene Anlageklassen, sondern diversifiziert auch hinsichtlich der Dauer der Anlagen. Kurzfristiges Kapital-Management betrifft also jeden Anleger.

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Was sind kurzfristige Geldanlagen?

Die erste Frage, die man sich stellt, ist: Was ist eine kurzfristige Geldanlage? Wie grenzt man sie gegen andere Anlagearten ab? Die Antwort ist einfach: Geldanlagen gelten als kurzfristig, wenn die Laufzeit der Investition unter einem Jahr liegt. Es geht also um kurze Geldanlagephasen, die zum Beispiel aus den oben genannten Gründen vorliegen.

Welche kurzfristigen Geldanlagen gibt es?

Als klassisch, kurzfristige Geldanlage gilt das Tagesgeld und das Festgeld mit geringer Laufzeit. Bei entsprechender Risikobereitschaft kommen aber auch Anlagen an der Börse wie der Kauf von Aktien in Betracht. Das Daytrading ist ein Paradebeispiel für kurzfristige Geldanlagen an der Börse. Hier sind die Anlagezeiträume sehr kurz.

Das Tagesgeldkonto ist die von Privatanlegern am häufigsten genutzte Anlage mit kurzfristigem Anlagehorizont. Das angelegte Geld bleibt täglich abrufbar, per Telefon oder online. Es gibt also keine Kündigungsfristen – im Gegensatz zu beispielsweise Sparbüchern. Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel einen Bankarbeitstag. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Girokonto direkt mit einem Tagesgeldkonto verbunden werden kann. Frei verfügbare Geldmittel können auch für kurze Zeit auf Festgeldkonten angelegt werden. Im Gegensatz zu Tagesgeldkonten ist das Geld in dieser Zeit aber nicht abrufbar.

Auch Aktien können in bestimmten Börsenphasen genutzt werden. Da dort aber größere Kursschwankungen an der Tagesordnung sind, sind sie Einsteigern nur bedingt zu empfehlen. Ein Nachteil ist, dass es, gerade wenn die neue Anschaffung ansteht, an der Börse schlecht aussehen könnte. Mit einem kurzfristigen Investment in Aktien geht man also ein relativ großes Risiko ein. Ein noch größeres Risiko bergen CFDs und Daytrading. Hier sollte man beachten, dass Daytrading mehr Spekulation als Geldanlage bzw. Investition ist. Für Privatanleger ohne Profi-Trading-Ausbildung also der Rat: Finger weg vom Daytrading!

Was gibt es bei kurzfristigen Geldanlagen zu beachten?

Zunächst einmal sollte man auf Kündigungsfristen achten bzw. die Zeiträume, für die das Geld in der Anlage gebunden ist. Ist man sich nicht sicher, ob man die Geldmittel in 2 Wochen wieder benötigt, nützt es nichts, es für 6 Monate in Festgeld anzulegen. Kurzfristige Geldanlage ist nicht gleich kurzfristige Geldanlage.

Als nächstes sollte man den Gesamtbetrag, den man kurzfristig anlegen möchte, in den Blick nehmen und in Erfahrung bringen, ob es bei der gewünschten Anlageform Mindestanlagesummen oder Maximalanlagesummen gibt. Beim Tagesgeld gibt es in der Regel keine Mindestanlagesummen – dies hängt jedocht vom Anbieter ab. Eine einmalige Investition in Aktien lohnt sich jedenfalls erst mit Beträgen ab 1.000 €. Maximalanlagesummen gibt es zwar so nicht, jedoch können die Zinsen bis zu einem bestimmten Betrag gedeckelt werden. Deshalb sollten Anleger gut vergleichen, wo wie viel zu holen ist. Bei sehr hohen Anlagebeträgen kann sich eine breite Streuung auf verschiedene Anbieter lohnen, um so überall den Höchstsatz mitzunehmen. Hier wird eventuell auch das Thema Einlagensicherung wichtig.

Die kurzfristige Geldanlage ist also in der Regel keine Form des Vermögensaufbaus, sondern zielt häufig nur auf den Erhalt des Kapitals ab. Für den Vermögensaufbau eignen sich mittel- bis langfristige Geldanlagen.

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