Langfristige Geldanlage

Die langfristige Geldanlage: Möglichkeiten für Privatanleger

Valeria Nickel, 22.09.2020

Viele Privatanleger suchen nach einer Möglichkeit, für den späteren Lebensabend vorzusorgen. Die einen setzen auf die eigene Immobilie, die anderen auf reine Kapitalanlage. Dabei hat man die Qual der Wahl, denn es gibt unzählige Anlageformen. Wichtig ist, dass man gleichmäßig in kurz-, mittel- und langfristige Produkte investiert.

Die höchste Rendite bekommt man in der Regel aber bei langfristigen Geldanlagen. Vor allem für festverzinsliche Anlagen gilt der Grundsatz: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Wenn Sie also für einen größeren Zeitraum auf Ihr Geld verzichten können, sollten Sie auf jeden Fall langfristige Anlagen nutzen.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Was sind langfristige Geldanlagen?

Als langfristig werden Anlagemöglichkeiten mit einer Laufzeit von über fünf Jahren bezeichnet. Das bedeutet, dass das Geld für diese Zeit festgeschrieben ist, es dem Anleger also nicht zur Verfügung steht.

Sie verfügen nicht über Kapital, dass Sie langfristig anlegen können? Nutzen Sie Sparpläne zum langfrisitigen Vermögensaufbau.

Was ist die beste langfristige Geldanlage?

Für die langfristige Geldanlage eignen sich unter anderem Sparbriefe, festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen, Aktienfonds, geschlossene Fonds und Lebensversicherungen.

Sparbriefe

Bei Sparbriefen wird das Geld für einen fest vereinbarten Zeitraum, der in der Regel zwischen fünf und zehn Jahren liegt, bei einer Bank oder Sparkasse angelegt. Diese Form ist risikoarm, bringt derzeit aber fast keine Zinsen und so auch keine Rendite.

Anleihen

Eine Alternative mit höherer Ertragsaussicht sind festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Anleihen. Sie können ganz unterschiedliche Laufzeiten aufweisen und sind daher bei entsprechender Ausgestaltung ebenfalls als langfristige Anlage geeignet.

Aktienfonds

Aktienfonds bergen ein etwas höheres Risiko, das aber kalkulierbar ist. Hierbei investiert der Anleger in einen „Korb“ von Aktien. Dabei kann man das Risiko-Rendite-Verhältnis des Fonds ganz individuell nach seinen eigenen Vorlieben bestimmen und eine gute Mischung aus risikoreichen und sichereren Aktien auswählen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie hier auch mit einer monatlichen Einzahlung arbeiten können, also Ihr investiertes Kapital über einen langen Zeitraum hinweg stetig erhöhen können.

Die genannten Anlagen haben allerdings oft eine Laufzeit von unter zehn Jahren. Dies sieht zwar nach einer langen Zeit aus – wenn man das investierte Geld jedoch erst in 20 oder gar 30 Jahren braucht, kann es lästig werden, es zwischendurch umzuschichten.

Kapitallebensversicherung

Eine Möglichkeit, dies zu umgehen, ist die klassische Lebensversicherung.. Sie wird zwar nur noch mit lausigen Garantiezinsen angeboten, doch für den Anleger besteht die entscheidende Option, der Versicherung einmalig sein Kapital in die Hände zu drücken und es erst in 20 Jahren nebst Zinsen wiederzubekommen.

Geschlossene Fonds

Auch geschlossene Fonds haben oft eine überdurchschnittlich lange Anlagedauer von über zehn Jahren – meist 25 Jahre. Sie bergen allerdings ein sehr hohes Risiko, im schlimmsten Fall kann es zu einem Totalverlust kommen. Daher sind sie für die Zwecke der meisten Verbrauchern nicht empfehlenswert.

Langfristigkeit garantiert keine Sicherheit

Achtung: Allein die lange Anlagedauer ist keine Garantie für einen positiven Ertrag am Ende der Laufzeit. Selbstverständlich sind einige Anlageformen besser abgesichert als andere. Vor allem bei Aktien(fonds) sollte man sich jedoch vor Augen führen, dass nicht immer eine tolle Rendite winkt.

Beispiel

Wer 1980 je eine Aktie aller im Dax vertretenen Unternehmen kaufte und 1995 wieder veräußerte, erzielte eine durchschnittliche Rendite von 12 % pro Jahr. Noch mehr Glück hatten Anleger, die 1995 in die Börse einstiegen: Sie erhielten innerhalb von fünf Jahren 23,3 % Rendite. Dagegen machte ein im Jahr 2000 angelegtes Dax-Depot zehn Jahre später einen Verlust von durchschnittlich -0,7 % pro Jahr. Bei einem Einstieg im Jahr 1999 kletterte die Verlusthöhe innerhalb von zehn Jahren sogar auf -1,5 %.

Langer Anlagehorizont zahlt sich bei Aktien aus

Der Gedanke „Wer einen langen Atem hat, kann mit Aktien sein Vermögen vermehren“ stimmt also nicht immer hundertprozentig. Der Ein- und Ausstiegszeitpunkt bringen massive Unterschiede mit sich. Ist man flexibel und kann bei gerade gefallenen Kursen die Laufzeit einfach um ein paar Jahre verlängern, dann kann eine Aktienstrategie jedoch durchaus attraktiv sein.

Tipp: Verteilen Sie Ihre Kapitalanlage auf verschiedene Anlageklassen! Durch Diversifikation (Streuung) kann das Gesamtrisiko deutlich verringert werden.

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