Sparbuch kündigen

Sparbuch kündigen: Das ist zu beachten

Lana Iliev, 24.10.2017

Das Sparbuch ist eine Form des Sparkontos und ein klassischer Weg Geld zu sparen. Die sich auf dem Sparbuch befindende Spareinlage wird von der Bank kontinuierlich verzinst und wächst wie von Zauberhand. Doch in Zeiten von Niedrig- und Negativzins wird das Sparbuch zum Problem. Warum und wie man ein Sparbuch kündigen sollte erfahren Sie in diesem Beitrag.

1 | Warum lohnen sich Sparbücher nicht mehr?

Leider wächst die bezinste Spareinlage nicht mehr wie von allein, da Sparbuchzinsen derzeit geringer sind als die aktuelle Inflationsrate. Das bedeutet der Realzins ist negativ und der Sparer macht Verluste. Zwar wächst der nominale Betrag auf dem Sparbuch, der reale Wert des Geldes schrumpft jedoch. Da die Preise aufgrund der Inflation steigen, kann man von dem gleichen Geldbetrag weniger kaufen.

Ein Sparbuch ist zu diesem Zeitpunkt also keine empfehlenswerte Geldanlage. Informationen zu sinnvollen alternativen Geldanlagen befinden sich im letzten Abschnitt dieses Beitrags „7. Nach der Kündigung: Alternativen zum Sparbuch“. Schauen wir uns nun aber zunächst die Bedingungen für die Kündigung eines Sparbuchs an.

2 | Welche Fristen gibt es bei der Kündigung eines Sparbuchs?

Bei der Kündigung eines Sparbuchs ist die von der Bank festgelegte Kündigungsfrist zu beachten, die im Regelfall drei Monate beträgt. Der Inhaber des Sparbuchs kann erst nach Ablauf der Kündigungsfrist frei über die Spareinlage auf dem Sparbuch verfügen. Zuvor erhebt die Bank Vorschusszinsen. Schauen Sie dazu am besten in Ihren Vertrag oder Fragen Sie Ihren Bankberater.

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3 | Was sind Vorschusszinsen?

Lässt der Inhaber des Sparbuchs sich vor Ablauf der Kündigungsfrist die auf dem Sparbuch befindliche Spareinlage auszahlen, ist die Bank berechtigt aufgrund des Institutsschutzes Vorschusszinsen auf den abgehobenen Betrag zu entrichten. Dabei handelt es sich um eine Vorfälligkeitsgebühr, deren Zinssatz variieren kann, in der Regel aber 25 % des Sparbuch Zinssatzes beträgt.

4 | Wie lassen sich Vorschusszinsen vermeiden?

Vorschusszinsen werden nicht bei jeder Auszahlung erhoben. Erst, wenn innerhalb eines definierten Zeitraums eine gewisse Summe überschritten wird, werden die Zinsen fällig. So können sie bei der Kündigung eines Sparbuchs eventuell vermieden werden, indem in gewissen Zeitabständen die von der Bank festgesetzte Höchstsumme vom Sparbuch abgehoben wird.

Der festgelegte Vorschusszinssatz kann variieren. Besondere Vorsicht ist bei alten Sparbüchern geboten. Hier gelten manchmal Sonderkonditionen und die Vorschusszinsen können besonders hoch sein. Oft liegt er jedoch bei 2.000 € innerhalb von 30 Tagen. Hebt der Sparbuchinhaber innerhalb der 3-monatigen Kündigungsfrist alle 30 Tage 2.000 € vom Sparbuch ab, umgeht er für 6.000 € Vorschusszinsen.Soll dem Sparbuch ein größerer Betrag vor Ablauf der Kündigungsfrist entnommen werden, bleibt leider kein Weg Vorschusszinsen zu umgehen.

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5 | Wo kann ein Sparbuch gekündigt werden?

Ein Sparbuch lässt sich auf zwei Wegen kündigen: entweder Sie gehen persönlich in der Bankfiliale vorbei oder Sie kündigen auf dem Postweg bzw. per E Mail. Wichtig dabei ist, dass es in jedem Fall einer schriftlichen Kündigung bedarf. Achten Sie auch darauf die Kündigung im Zweifel nachweisen zu können, damit es zu keiner unnötigen Laufzeitverlängerung kommt.

6 | Was muss das Kündigungsschreiben enthalten?

Banken sind verpflichtet, die Kündigung eines Sparbuchs in schriftlicher Form zu akzeptieren. Dennoch muss das Kündigungsschreiben formgerecht sein, damit es gültig ist. Es sollte folgende Informationen enthalten:

Wichtige Inhalte einer Kündigung
Empfänger

Anschrift der Bankfiliale, zum Beispiel eine Volksbank-Filiale.

Absender

Name und Anschrift des Sparbuchinhabers

Sparbuchnummer

Die Sparbuchnummer steht in der Regel auf oder im Sparbuch. Sollte die Sparbuchnummer nicht ersichtlich sein, kann sie bei der Bank, die das Sparbuch ausgestellt hat, in Erfahrung gebracht werden.

Titel / Betreffzeile „Kündigung des Sparbuchs“

Anschreiben Kurzes Anschreiben, dass den Wunsch der Kündigung zum Ausdruck bringt und die Kündigungsfrist in Form eines Datums enthält.

Bankverbindung (Kontoinhaber, IBAN, BLZ)

Das Kündigungsschreiben sollte auch eine Bankverbindung des Girokontos enthalten, auf den der Geldbetrag, der sich zum Zeitpunkt der Kündigung auf dem Sparbuch befindet, überwiesen werden kann.

Bestätigung

Bitte um eine schriftliche Bestätigung über den Eingang der Kündigung.

Werbung

Gegebenenfalls die Bitte keine Werbung der Bank zu erhalten.

Handschriftliche Unterschrift Unterschrift am Ende des Kündigungsschreibens macht die Kündigung erst gültig.

7 | Nach der Kündigung: Alternativen zum Sparbuch

In Zeiten der Niedrigzinspolitik macht es Sinn sich nach Alternativen zum Sparbuch umzusehen. Doch welche sinnvolle Alternative bietet sich zum sicheren, risikoarmen Sparbuch?

Zunächst ist hier das Tagesgeldkonto zu nennen. Doch auch beim Tagesgeldkonto muss darauf geachtet werden, dass der Zinssatz stets höher als die Inflationsrate ist und der Realzins nicht ins Negative rutscht.

Im Vergleich zu verzinsten Sparangeboten wie Sparbuch und Tagesgeldkonto ermöglichen Aktien, Aktienfonds und Derivate dem Anleger die Chance auf sehr viel höhere Renditen. Gleichzeitig unterliegen sie jedoch Börsenschwankungen und bergen ein vergleichsweise hohes Risiko. Darüber hinaus erfordern sie ein gewisses Maß an Fachwissen.

Eine sehr viel risikoärmere Alternative stellen hingegen Immobilien dar. Auch „Betongold“ genannt, bieten sie dem Anleger Sicherheit und Wertbeständigkeit. Doch nicht jeder kann sich von der Spareinlage auf seinem Sparbuch eine eigene Immobilie leisten. Für Kleinanleger bietet Crowd-Investment eine einfache Möglichkeit sich an Immobilien-Projekten zu beteiligen.

Beim Crowd-Investment schließen sich über spezielle Crowdinvesting-Plattformen Anleger zusammen und investieren gemeinsam in Projekte. Ebenso wie beim Sparbuch werden hier feste Zinsen vereinbart, die halbjährlich ausgezahlt werden. Dabei liegt der vereinbarte Zinssatz meist weit höher, als beim Sparbuch: zwischen 5,0 % und 7,0 % . Die Onlineplattform BERGFÜRST kombiniert Immobilien- und Crowd-Investment und bietet dem Anleger damit eine sinnvolle Alternative zum klassischen Sparbuch.

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