Sparbuch kündigen: Das ist zu beachten

Artikel von Lana Iliev; aktualisiert am 22.04.2022

Das Sparbuch ist eine Form des Sparkontos und ein klassischer Weg Geld zu sparen. Die sich auf dem Sparbuch
befindende Spareinlage wird von der Bank kontinuierlich verzinst und wächst wie von Zauberhand. Doch in
Zeiten von Niedrig- und Negativzins wird das
Sparbuch zum Problem. Warum und wie man ein Sparbuch kündigen sollte erfahren Sie in diesem Beitrag.

Warum lohnen sich Sparbücher nicht mehr?

Leider wächst die bezinste Spareinlage nicht mehr wie von allein, da Sparbuchzinsen derzeit geringer
sind als die aktuelle Inflationsrate. Das bedeutet der Realzins ist negativ und der Sparer macht
Verluste. Zwar wächst der nominale Betrag auf dem Sparbuch, der reale Wert des Geldes schrumpft
jedoch. Da die Preise aufgrund der Inflation steigen, kann man von dem gleichen Geldbetrag weniger
kaufen.

Ein Sparbuch ist zu diesem Zeitpunkt also keine empfehlenswerte Geldanlage. Informationen zu
sinnvollen alternativen Wegen, auf denen sich Geld
anlegen
lässt, befinden
sich im letzten Abschnitt dieses Beitrags „7. Nach der Kündigung: Alternativen zum Sparbuch“. Schauen
wir uns nun aber zunächst die Bedingungen für die Kündigung eines Sparbuchs an.

Welche Fristen gibt es bei der Kündigung eines Sparbuchs?

Bei der Kündigung eines Sparbuchs ist die von der Bank festgelegte Kündigungsfrist zu beachten, die im
Regelfall drei Monate beträgt. Der Inhaber des Sparbuchs kann erst nach Ablauf der Kündigungsfrist frei über
die Spareinlage auf dem Sparbuch verfügen. Zuvor erhebt die Bank Vorschusszinsen. Schauen Sie dazu am besten
in Ihren Vertrag oder Fragen Sie Ihren Bankberater.

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Was sind Vorschusszinsen?

Lässt der Inhaber des Sparbuchs sich vor Ablauf der Kündigungsfrist die auf dem Sparbuch befindliche
Spareinlage auszahlen, ist die Bank berechtigt aufgrund des Institutsschutzes Vorschusszinsen auf den
abgehobenen Betrag zu entrichten. Dabei handelt es sich um eine Vorfälligkeitsgebühr, deren Zinssatz
variieren kann, in der Regel aber 25 % des Sparbuch Zinssatzes beträgt.

Wie lassen sich Vorschusszinsen vermeiden?

Vorschusszinsen werden nicht bei jeder Auszahlung erhoben. Erst, wenn innerhalb eines definierten Zeitraums
eine gewisse Summe überschritten wird, werden die Zinsen fällig. So können sie bei der Kündigung eines
Sparbuchs eventuell vermieden werden, indem in gewissen Zeitabständen die von der Bank festgesetzte
Höchstsumme vom Sparbuch abgehoben wird.

Der festgelegte Vorschusszinssatz kann variieren. Besondere Vorsicht ist bei alten Sparbüchern geboten. Hier
gelten manchmal Sonderkonditionen und die Vorschusszinsen können besonders hoch sein. Oft liegt er jedoch bei
2.000 € innerhalb von 30 Tagen. Hebt der Sparbuchinhaber innerhalb der 3-monatigen Kündigungsfrist alle 30
Tage 2.000 € vom Sparbuch ab, umgeht er für 6.000 € Vorschusszinsen.Soll dem Sparbuch ein größerer Betrag vor
Ablauf der Kündigungsfrist entnommen werden, bleibt leider kein Weg Vorschusszinsen zu umgehen.

Wo kann ein Sparbuch gekündigt werden?

Ein Sparbuch lässt sich auf zwei Wegen kündigen: entweder Sie gehen persönlich in der Bankfiliale vorbei oder
Sie kündigen auf dem Postweg bzw. per E Mail. Wichtig dabei ist, dass es in jedem Fall einer schriftlichen
Kündigung bedarf. Achten Sie auch darauf die Kündigung im Zweifel nachweisen zu können, damit es zu keiner
unnötigen Laufzeitverlängerung kommt.

Was muss das Kündigungsschreiben enthalten?

Banken sind verpflichtet, die Kündigung eines Sparbuchs in schriftlicher Form zu akzeptieren. Dennoch muss
das Kündigungsschreiben formgerecht sein, damit es gültig ist. Es sollte folgende Informationen enthalten:

Wichtige Inhalte einer
Kündigung
Empfänger Anschrift der Bankfiliale, zum Beispiel eine Volksbank-Filiale.
Absender Name und Anschrift des Sparbuchinhabers
Sparbuchnummer Die Sparbuchnummer steht in der Regel auf oder im Sparbuch. Sollte die Sparbuchnummer
nicht ersichtlich sein, kann sie bei der Bank, die das Sparbuch ausgestellt hat, in
Erfahrung gebracht werden.
Titel / Betreffzeile „Kündigung des Sparbuchs“
Anschreiben Kurzes Anschreiben, dass den Wunsch der Kündigung zum Ausdruck bringt und die
Kündigungsfrist in Form eines Datums enthält.
Bankverbindung (Kontoinhaber, IBAN, BLZ) Das Kündigungsschreiben sollte auch eine Bankverbindung des Girokontos enthalten, auf den
der Geldbetrag, der sich zum Zeitpunkt der Kündigung auf dem Sparbuch befindet,
überwiesen werden kann.
Bestätigung Bitte um eine schriftliche Bestätigung über den Eingang der Kündigung.
Werbung Gegebenenfalls die Bitte keine Werbung der Bank zu erhalten.
Handschriftliche Unterschrift Unterschrift am Ende des Kündigungsschreibens macht die Kündigung erst gültig.

Nach der Kündigung: Alternativen zum Sparbuch

In Zeiten der Niedrigzinspolitik macht es Sinn sich nach Alternativen zum Sparbuch umzusehen. Doch welche
sinnvolle Alternative bietet sich zum sicheren, risikoarmen Sparbuch?

Zunächst ist hier das Tagesgeldkonto zu nennen. Doch auch beim Tagesgeldkonto muss darauf geachtet werden,
dass der Zinssatz stets höher als die Inflationsrate ist und der Realzins nicht ins Negative rutscht.

Im Vergleich zu verzinsten Sparangeboten wie Sparbuch und Tagesgeldkonto ermöglichen Aktien, Aktienfonds und Derivate dem Anleger die Chance auf sehr
viel höhere Renditen. Zudem kann auch ein Sparplan
angelegt werden, um regelmäßig Wertpapiere zu besparen. Gleichzeitig unterliegen sie jedoch
Börsenschwankungen und bergen ein vergleichsweise hohes Risiko. Darüber hinaus erfordern sie ein gewisses Maß
an Fachwissen.

Eine sehr viel risikoärmere Alternative stellen hingegen Immobilien dar. Auch „Betongold“
genannt, bieten sie dem Anleger Sicherheit und Wertbeständigkeit. Doch nicht jeder kann sich von der
Spareinlage auf seinem Sparbuch eine eigene Immobilie leisten. Für Kleinanleger bietet Crowd-Investment eine
einfache Möglichkeit sich an Immobilien-Projekten zu beteiligen.

Beim Crowdinvesting schließen Anleger sich
über spezielle Online-Plattformen zusammen und investieren gemeinsam in Projekte. Ebenso wie beim Sparbuch
werden hier feste Zinsen vereinbart. Der vereinbarte Zins liegt jedoch weit höher als beim Sparbuch: zwischen
5,0 % und 7,0 % p.a. Die Onlineplattform BERGFÜRST kombiniert Immobilien-
und Crowd-Investment und bietet dem Anleger damit eine sinnvolle Alternative zum klassischen Sparbuch.

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