Aktien

Aktien für Anfänger – Tipps und Fallstricke

Annette de los Santos, 15.11.2018

Aktien als Geldanlage sind in Deutschland eher unbeliebt. Nur 6 % der Deutschen haben 2016 ihr Geld in Aktien angelegt. Demgegenüber sind es in Großbritannien 23 %, in den USA 25 % und in den Niederlanden sogar 30 % (Quelle boerse.de).

Wie Sie in Aktien investieren und dabei Geld verdienen können, welche Voraussetzungen nötig sind und wie Sie Fallstricke vermeiden, werden wir im nachfolgenden Artikel untersuchen.

Was sind Aktien?

Aktien sind Anteile an Aktiengesellschaften (AG) oder an Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA). AGs und KGaAs sind Kapitalgesellschaften, d.h. sie sind im Gegensatz zu natürlichen Personen sog. juristische Personen. Das bedeutet, dass bei Ihnen nur das Grundkapital haftet, nicht die Gesellschafter selbst. Sie unterliegen den Vorschriften des Aktiengesetzes. Das Grundkapital von AGs und KGaAs ist in Aktien, die auf einen sog. Nennwert lauten und einen bestimmten Anteil am Grundkapital verbriefen, unterteilt.

Man unterscheidet Inhaberaktien und Namensaktien. Beides sind Wertpapiere mit dem Unterschied, dass Namensaktien auf den Namen des Inhabers lauten. Aktien gewähren das Recht auf eine sog. Dividende, d.h. einmal jährlich entscheidet die Hauptversammlung aller stimmberechtigten Aktionäre über die Verteilung des im Vorjahr erzielten Ergebnisses, sofern dieses positiv ist. Die stimmberechtigten Aktionäre sind die Inhaber von Stammaktien. Manche Unternehmen (z.B. die Volkswagen AG) begeben zudem sog. Vorzugsaktien. Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht, dafür erhalten Sie eine etwas höhere Dividende. Die Dividende ist aus Anlegersicht die Verzinsung seines eingesetzten Kapitals.

Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien können, müssen aber nicht an der Börse notiert sein. Nur Aktien von an der Börse notierten AGs und KGaAs sind frei handelbar. Kommanditgesellschaften auf Aktien sind relativ selten, bekanntes Beispiel in Deutschland ist das Unternehmen Henkel. Die meisten an der Börse gehandelten Aktien sind Anteile an Aktiengesellschaften.

Aktien sind Wertpapiere, die mit einem „Mantel”, das ist die Aktie selbst und einem „Kupon”, das ist der Dividendenanspruch, ausgestattet sind. Namensaktien werden in einem Register, dem sog. Aktienbuch geführt.

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Warum kaufen viele Anleger Aktien?

Aktien werden nicht nur wegen des Dividendenanspruchs gekauft, der bei den sogenannten Blue-Chip-Aktien in Deutschland derzeit bei 3 % bis 3,5 % pro Jahr liegt. Sie werden auch wegen ihres „inneren Werts” und der Chance auf Wertsteigerungen gekauft. Aktien werden an der Börse nicht zum Nennwert, sondern zum Kurswert gehandelt. Dieser „Preis” der Aktie ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und unterliegt zum Teil erheblichen Schwankungen. Bei Aktien, die an der Börse gehandelt werden, werden ständig aktuelle Kurse ermittelt.

Wie und durch welche Faktoren Angebot und Nachfrage und damit der Kurs einer Aktie bestimmt werden, ist eines der großen Fragezeichen, bei denen selbst Börsenprofis nicht vor Überraschungen gefeit sind. Für Anfänger ist dies die größte Hürde, denn viele haben Angst zum „falschen” Kurs einzusteigen.

Den „falschen” Kurs kann es jedoch nicht geben, wenn man Aktien als Vermögensanlage und damit als langfristiges Investment betrachtet.

An der Börse ist 2 mal 2 niemals 4, sondern immer 5 minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.

Börsenguru André Kostolany

Betrachtet man die Entwicklung des Deutschen Aktienindex (DAX) seit seiner erstmaligen Berechnung im Juli 1988, so stellt man fest, dass der DAX von knapp 2.000 Punkten 1988 um mehr als das Fünffache auf über 11.000 Punkte im Dezember 2016 gestiegen ist. Dies entspricht einer jährlichen Rendite von 19,3 %. Betrachtet man demgegenüber die Schwankungen, denen der Dax unterlag, hat es zwischenzeitlich auch negative Renditen gegeben.

Im Hinblick auf die langfristige Vermögensanlage, wie beispielsweise die spätere Altersversorgung, beträgt der Vermögenszuwachs jedoch deutlich mehr als er jemals mit einer Rentenversicherung oder einer Anlage in sichere Staatsanleihen erzielbar gewesen wäre. Es ist allerdings anzumerken, dass man nicht von der Entwicklung in der Vergangenheit auf die Zukunft schließen kann.

Welche Voraussetzungen sind für die Geldanlage in Aktien erforderlich?

Wenn Sie in Aktien investieren möchten, benötigen Sie ein Depot und ein Verrechnungskonto bei einer Bank. Es gibt diverse Online-Banken, die Ihnen kostenlose Depots anbieten. Allerdings sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Depotbank darauf achten, welche Ordergebühren anfallen. Auch ist wichtig, ob und in welcher Höhe Ihre bei der Bank hinterlegten Einlagen gesichert sind. Vorteilhaft ist, wenn die Bank ein Demokonto und Musterdepot anbietet, so dass Sie sich mit der Handelsplattform erst einmal vertraut machen können, bevor Sie echtes Geld einsetzen. Dadurch können Sie auch mit verschiedenen Börsenstrategien experimentieren und ein Gefühl für die Kursschwankungen entwickeln. Nicht zuletzt kann der telefonische Kundendienst eine große Bedeutung haben. Sie können im Internet unter Broker Vergleich zu allen in Deutschland tätigen Online-Depotbanken entsprechende Informationen und Testergebnisse erhalten. Nehmen Sie sich hier Zeit und wählen Sie nicht nur nach dem günstigsten Preis. Das Gesamtpaket sollte zu Ihnen passen.

Außer dem Depot brauchen Sie Geld, das Sie momentan beziehungsweise auch längerfristig nicht benötigen, d.h. Barmittel, die Sie ansonsten sparen oder in Form von Versicherungsbeiträgen ausgeben würden. Ein Tipp gegen ein böses Erwachen: Ein Totalverlust ist nie komplett ausgeschlossen. Daher investieren Sie nur Beträge, die Sie bei einem Verlust verkraften können.

Das Geld für die Versicherung könnten Sie stattdessen beispielsweise in einen Aktien-Sparplan oder Aktien-Fonds-Sparplan investieren. Sie können natürlich auch einzelne Aktien direkt kaufen. Der Sparplan hat demgegenüber den Vorteil, dass Sie einmalig einen Dauerauftrag erteilen, der in dem von Ihnen festgelegten Intervall (z.B. einmal pro Monat) zu einem bestimmten Tag ausgeführt wird. Über längere Sicht gleichen sich damit Kursdifferenzen beim Kauf aus – Sie steigen also nicht zum „falschen” Kurs, sondern zum Durchschnittskurs ein.

Ein Depot können Sie relativ kostengünstig bei einer Onlinebank oder einem Onlinebroker eröffnen. Einen guten Überblick finden Sie im Internet unter dem Stichwort Brokervergleich.

Rechenbeispiel

Wenn Sie beispielsweise weiblich und 18 Jahre alt sind und eine private Rentenversicherung abschließen möchten, müssen Sie bei Versicherungen z.B. Hannoversche monatlich ca. 250,00 € einzahlen. Sie würden dann bei einem Rentenbeginn mit 60 Jahren und einer unbegrenzten Laufzeit der Rente eine garantierte monatliche Rente von 395,00 € erhalten. Das ist nicht viel und man muss auch hier noch den Wertverlust des Geldes beachten (Inflation).

Wo werden Aktien gehandelt?

Aktien von börsennotierten AGs oder KGaAs werden an deutschen und internationalen Börsen gehandelt. Zusätzlich gibt es für diese Wertpapiere auch einen außerbörslichen Handel. In Deutschland können Anleger wochentags an verschiedenen Börsen, wie Berlin, Stuttgart, Frankfurt, Tradegate oder Xetra, handeln. Hier fallen unterschiedliche Gebühren an, die von den Online Banken in der Regel im Preis-Leistungs-Verzeichnis aufgeführt werden.

Sie können Aktien über Ihre Bank kaufen, bei der Sie das Depot haben. Dies kann online, per Telefon/Fax oder persönlich bei Ihrer Hausbank geschehen. Der Handel über Online-Banken ist schneller und meist auch deutlich kostengünstiger als bei einer Filialbank. Der Handel ist dort in der Regel wochentags zwischen 8:00 und 22:00 Uhr möglich.

Welche Aktien eignen sich für Einsteiger?

Wenn Sie zum ersten Mal Aktien kaufen, sollten Sie sich an den DAX 30 Werten orientieren und sich zunächst auf Regionen konzentrieren, deren Märkte und Volkswirtschaften Sie näher kennen. Im Dax 30 sind die 30 größten deutschen, an der Frankfurter Börse notierten Unternehmen gelistet. Sie weisen die größte Marktkapitalisierung und den höchsten Börsenumsatz auf. Diese sogenannten „Blue Chip”-Aktien sind ein guter Ausgangspunkt für Anfänger, um in den Handel mit Aktien einzusteigen.

Wer sich stark für internationale Märkte interessiert, kann auch ausländische Aktien erwerben. Auch hier sollten Sie sich zunächst an „Blue Chip”-Aktien orientieren, die im entsprechenden Landesindex gelistet sind. In den USA wär ein großer Index der S&P 500, der 500 große US-Unternehmen abbildet.

Wie viele Aktien soll man kaufen?

„Nicht alle Eier in einen Korb legen” lautet eine alte Börsenweisheit, d.h. auch, dass man nicht alles auf eine Aktie setzen sollte, sondern sein Aktienportfolio zwischen verschiedenen Branchen und ggf. auch Regionen diversifizieren (streuen) sollte. Allerdings sollten Anfänger sich auch nicht „verzetteln” und zu viele verschiedene Aktien kaufen, damit sie auch noch in der Lage sind, die Entwicklung ihrer Papiere im Auge zu behalten. Mehr als 5 bis 7 verschiedene Titel sollten es am Anfang nicht sein.

Was sind die ersten wichtigen Schritte vor dem Aktienkauf?

Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich vor dem Aktienkauf über das generelle Börsengeschehen zu informieren. Dies kann durch Bücher über Aktien bzw. die Börse geschehen oder mit Hilfe des Internets und einschlägiger Zeitschriften. So lernen Sie einige Grundregeln und wichtige Begriffe kennen. Börsenwissen ist wichtig, um auf Dauer an der Börse erfolgreich zu sein.

Eine der einfachsten Möglichkeiten zum Erkennen von interessanten Aktien ist der Blick auf das eigene Kaufverhalten. Von welchen Unternehmen haben Sie Produkte gekauft und würden dies auch immer wieder tun? Sind diese Produkte einfach und werden von vielen Menschen nachgefragt? Sind die Produkte weitestgehend konkurrenzlos oder haben einen exzellenten Ruf? Beispiele für solche Konsumgüterproduzenten, die zudem breit aufgestellt sind, sind Nestle oder Siemens oder Automobilproduzenten. Auch erfolgreiche Innovationen, die Sie auch selbst kaufen würden, wie z.B. Apple nach der Einführung des iPhone, können ein Ansatzpunkt sein.

Da Aktienkurse jedoch bei Weitem nicht nur durch die Unternehmensperformance, sondern in sehr starkem Maße auch durch das Weltgeschehen beeinflusst werden, sollten Sie regelmäßig Nachrichten hören, schauen oder lesen. Ereignisse wie Wahlen oder Naturkatastrophen können sich, zumindest kurzfristig, stark auf den Aktienkurs auswirken.

Wenn Sie sich für bestimmte Unternehmen interessieren, sollten Sie sich deren Aktienkursentwicklung zumindest der letzten 12 Monate, besser noch 3 Jahre anschauen. Des Weiteren sollten sie sich die Geschäftsberichte und Nachrichten über das Unternehmen anschauen und hier besonderen Wert auf die Zukunft legen. Wo sind die Hauptabsatzmärkte? Welche äußeren (auch hoheitlichen) Einflussfaktoren können den Absatz und den Umsatz künftig beeinflussen? Eine erfolgreiche Vergangenheit ist noch kein Garant für eine erfolgreiche Zukunft. Wenn Sie z.B. an die Tabakindustrie denken, liegt auf der Hand, dass Tabakproduzenten künftig neue Strategien und Geschäftsfelder eröffnen müssen, um auch in Zukunft am Markt erfolgreich zu sein.

Analysen von Experten geben erste Hinweise darauf, wie hoch die Aktie bewertet ist. Die sog. Marktkapitalisierung ist ein Indikator dafür, ob die Aktie bereits relativ teuer ist oder nicht. Die Marktkapitalisierung ist das Produkt aus dem aktuellen Börsenkurs der Aktie und der Anzahl der frei im Umlauf befindlichen Aktien eines Unternehmens.

Marktkapitalisierung  =  Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien × Börsenkurs je Aktie

Die Marktkapitalisierung wird daher unmittelbar von Angebot und Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens bestimmt und unterliegt entsprechenden Schwankungen. Sie ist ein Indikator für die Erwartungen des Marktes in die künftige Ertragskraft des Unternehmens. Anteile von Großaktionären bleiben außer Betracht, demzufolge wird auch der Einfluss von deren Kontrollmöglichkeiten nicht abgebildet.

Wer sich intensiver mit dem Unternehmen, dessen Aktien er/sie erwerben möchte, beschäftigen möchte, sollte sich auch einige betriebswirtschaftliche Kennzahlen, wie den Cash Flow, den Verschuldungsgrad, die Eigenkapitalrendite etc. anschauen. Allerdings sind gute betriebswirtschaftliche Kennzahlen noch kein Garant für eine steigende Kursentwicklung. Es gibt Aktien, die von Experten und Analysten permanent als deutlich unterbewertet eingestuft werden, deren Kurse aber dennoch nicht steigen.

Das Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) einer Aktie gibt den (geschätzten) Jahresgewinn je Aktie (Nenner) im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs (Zähler) an. Es wird gern zur Beurteilung herangezogen, um festzustellen, ob eine Aktie „billig” ist oder nicht. Das KGV ist aber nur sehr bedingt aussagefähig und daher mit Vorsicht zu genießen. Ein niedriges KGV impliziert scheinbar eine günstige Aktie. Dies ist allerdings häufig ein Trugschluss. Bei zyklischen Aktien wie etwa Automobil- oder Chemieaktien, kann das KGV in Boom-Zeiten vergleichsweise niedrig sein, weil die Gewinne der Vergangenheit fortgeschrieben werden. Anleger, die sich auf diese Kennziffer verlassen, um „billig” einzusteigen, können böse Überraschungen erleben, wenn der saisonale Boom abflaut und die Aktienkurse sinken.

Wieviel Geld sollten Sie in Aktien investieren?

Hierfür gibt es keine klare Regel. Grundsätzlich sollten Sie nur so viel Geld in Aktien investieren, wie Sie mittelfristig nicht benötigen werden. Bezogen auf ein generelles Vermögensportfolio sollten etwa 25 % bis 30 % liquide Mittel, 5 % bis 10 % physisches Gold und bis zu 40 % Immobilien sein, so dass 20 % bis 30 % für Aktieninvestments verbleiben. Dies ist aber eine individuelle Entscheidung und kann nicht pauschal richtig beantwortet werden.

Geld mit Aktien verdienen – welche Anlagestrategien gibt es?

Grundsätzlich sollten Aktien der Vermögensanlage bzw. dem Vermögensaufbau dienen. Der Planungshorizont sollte mindestens 5 bis 10 Jahre umfassen und die investierten Mittel sollten in dieser Zeit nicht anderweitig benötigt werden. Wer Aktienanlagen für die Altersabsicherung in Erwägung zieht, kann sogar über einen Zeitraum von 40 Jahren anlegen. Gerade für Anfänger bietet sich hier eine kontinuierliche Geldanlage in Aktien z.B. über einen monatlichen Sparplan an. Selbstverständlich kann man während des Anlagezeitraums durchaus auch Gewinne realisieren und Vermögensumschichtungen vornehmen, zum Beispiel wenn die bisherigen Anlagen erfolgreich waren und gesetzte Ziele erreicht wurden.

Es ist nicht zu leugnen, dass die Geldanlage in Aktien auch häufig zu Spekulationszwecken genutzt wird. Die hierbei unter Umständen kurzfristig zu erzielenden Gewinne klingen gerade für Einsteiger verführerisch. Allerdings werden die oft deutlich höheren Verluste, die an der Börse erzielt wurden, von Investoren häufig verschwiegen. Aufgrund der vielen Unwägbarkeiten und Einflussfaktoren, die die Aktienkurse beeinflussen, ist Einsteigern dringend davon abzuraten, mit Aktien zu spekulieren.

Wie die Entwicklung des DAX über die letzten knapp 30 Jahre gezeigt hat, können langfristig mit Aktien durchaus Erträge erzielt werden, die kaum eine andere Vermögensanlage erreicht. Betrachtet man allerdings die starken Schwankungen, die es in diesem Zeitraum gegeben hat, ist es unabdingbar, zwischendurch Gewinne zu realisieren und die frei gewordenen Gelder zu reinvestieren. Warren Buffett ist durch Aktien zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden. In einem Interview sagte er einmal: „Wer einen Verlust von 50 % und mehr nicht aushalten kann, sollte besser nicht an der Börse investieren”.

Wie oft sollten Sie die Aktienkurse checken?

Letztlich bleibt es Ihnen überlassen, wie oft Sie die Kurse anschauen. Wenn man die Kurse täglich beobachtet, kann es dazu kommen, dass man auch Panik bei einem kurzfristigen Kursverlust zu schnell verkauft. Zu selten sollte der Kurscheck aber auch nicht erfolgen. Als Faustregel gilt einmal wöchentlich. Es kann auch einmal im Monat sein. Warren Buffett hat auch hier eine ganz klare Meinung. Er kauft Aktien und stellt sich dabei vor, dass die Börse für die nächsten 5 bis 10 Jahre geschlossen ist. Wozu also täglich die Kurse checken? Ähnlich André Kostolany, der empfahl, sich nach dem Aktienkauf 20 Jahre schlafen zu legen.

Typische Fehler, die Sie beim Kauf von Aktien vermeiden sollten

Übersicht: Typische Fehler beim Aktienkauf
Selbstüberschätzung (Gier)

Viele Aktieneinsteiger machen den Fehler, sich auf „heiße Tipps” zu verlassen, mit welchen Aktien man hohe Renditen erzielen kann und erwarten gleich den „großen Wurf”. Besonders, wenn sich erste Erfolge einstellen, ist es allzu menschlich, „mehr” zu wollen und zu glauben, die Börse durchschaut zu haben. Häufig ist es hingegen pures Glück und der Anfänger (aber sogar auch Fortgeschrittene) übersieht, dass andere Titel vielleicht sogar besser abgeschnitten haben. Dies führt zu Sorglosigkeit und zu vorschnellen Entscheidungen. Pures Glück wird mit eigenem Können verwechselt. So kommt es zu unliebsamen Überraschungen.

Fehler beim Geld anlegen mit entsprechenden Verlusten führen allerdings (hoffentlich) dazu, dass man daraus lernt. Lehrgeld zahlen gehört dazu und ist der beste Motor, es künftig besser zu machen.

Auch, wenn Sie nicht jede Aktie im Detail analysieren können, versuchen Sie, Risiken und Erträge realistisch gegeneinander abzuschätzen. Sie sollten sich ein realistisches Anlageziel definieren. Führen Sie zudem ein Aktientagebuch, in dem Sie dokumentieren, welche Aktie Sie wann und warum gekauft haben.

Mangelnde Diversifikation

„Nicht alle Eier in einen Korb” ist eine alte Börsenweisheit. Ein Depot sollte hinreichend diversifiziert sein, um ggf. Verluste zu begrenzen. Wenn Sie mehrere verschiedene Aktien unterschiedlicher Branchen und ggf. auch Länder besitzen und wenn Sie zyklische aber auch Aktien, die weniger marktsensitiv reagieren, im Depot haben, können Sie Ihre Risiken begrenzen.

Beispielsweise haben Anfang der 2000er Jahre viele Anleger, auch Aktienanfänger, in Aktien des „neuen Marktes” investiert. Nachdem die Blase platzte, haben viele Aktionäre herbe Verluste, die bis hin zum Totalverlust führten, erlitten.

Allerdings kann eine zu große Diversifikation in 20 und mehr Aktien dazu führen, dass Sie den Überblick verlieren und Fehlentwicklungen bei einzelnen Aktien zu spät erkennen.

Falsches Timing

Seien Sie vorsichtig, bei einer Aktie einzusteigen, wenn diese schon längere Zeit sehr stark gestiegen ist. Es besteht dann die Gefahr, dass Gewinnmitnahmen einsetzen und Sie gleich einen Verlust einfahren.

Börsenguru Kostolany hat einmal den treffenden Satz formuliert: „Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Die nächste kommt bestimmt.”

Noch schwieriger ist es, das richtige Timing für Gewinnmitnahmen zu finden. Häufig wird gesagt, „Gewinne laufen lassen”. Ob das bei den heutigen kurzlebigen Märkten noch so uneingeschränkt gelten kann, ist fraglich. Sie sollten Aktien verkaufen, wenn Sie Ihr vorher definiertes Anlageziel erreicht haben. Wichtiger ist es allerdings, Verluste zu begrenzen und nicht zu hoffen, dass der Trend sich bei einer Aktie kurzfristig wandelt. Hier sollten Sie sich einen bestimmten Verlustprozentsatz definieren, bei dem Sie die Aktie verkaufen.

Es gibt verschiedene Orderformen, wie z.B. Stop-buy, dabei steigen Sie nur bis zu einem bestimmten Kursanstieg ein oder Stop-loss, mit dem automatisch bei Erreichen eines vorher definierten Verlustes verkauft wird.

Zuviel Hin und Her „Hin und Her macht Taschen leer” ist eine alte Börsenweisheit. Gerade Aktieneinsteiger übersehen oft die erheblichen Transaktionskosten und schichten Ihr Portfolio zu häufig und bei nur geringen Gewinnen (oder Verlusten) um. Dies kann dazu führen, dass letztendlich unter dem Strich Verluste statt Gewinne entstehen. Auch hier hilft planvolles Vorgehen im Sinne der eigenen Börsenstrategie.

Aktienfonds und ETFs als eine Alternative zu Einzelaktien?

Für Aktieneinsteiger können Aktienfonds eine sinnvolle Alternative darstellen.
Sie werden von Vermögensanlagegesellschaften verwaltet und nehmen Ihnen die Entscheidung ab, in welche Einzelaktien Sie investieren sollten. Statt Aktien kaufen Sie Fondsanteile und Sie können gemäß der eigenen Anlagestrategie unter den unzähligen Fonds auswählen nach verschiedenen Anlagekriterien z.B. Risiko, Länder, Branchen, renditeorientiert oder konservativ. Damit können Sie die oben erwähnte Diversifikation erreichen, ohne mehr Kapital einzusetzen. Allerdings sollten Sie beachten, dass zusätzlich zu den üblichen Börsengebühren bei An- und Verkauf meist Ausgabeaufschläge und jährliche Verwaltungskosten anfallen. Zudem beanspruchen Fondsgesellschaften jährlich bis zu 20 % Gewinnanteil. Die Aktien sind Sondervermögen des Fonds und fallen nicht in eine mögliche Insolvenzmasse, was einen gewissen Anlegerschutz bietet.

Exchange Traded Funds (ETFs) sind eine kostengünstigere Alternative zu Aktienfonds. Sie werden i.d.R. passiv gemanagt und bilden meist einen Index ab, wie z.B. den DAX ETF, den S&P 500 ETF, den EURO Stoxx 50 oder den Weltaktienindex. Auch hier haben Sie ebenfalls den Vorteil der Diversifikation und müssen keine Einzelanlageentscheidung treffen.

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