Risikostreuung

Risikostreuung: Wie man Investments richtig diversifiziert

Lana Iliev, 08.06.2020

Möchte man eine Geldanlage möglichst optimal absichern, gilt es die Gefahren einzelner Wertpapiere zu erkennen und eine maximale Risikostreuung zu erreichen. So lassen sich Verluste ausgleichen und abfedern.

Doch was bedeutet Risikostreuung genau und was sollte man tun, um sie im ausreichenden Maß zu erreichen?

Was ist Risikostreuung?

Bei der Risikostreuung oder Diversifikation geht es meist darum, das Gesamtrisiko eines Portfolios (Portfoliorisiko) zu minimieren, indem man beispielsweise Wertpapiere von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern kombiniert. Dadurch wird das Gesamtrisiko in unterschiedliche Einzelrisiken unterteilt und durch die Streuung werden riskantere Titel durch weniger riskante ausgeglichen.

Die Streuung des Risikos spielt bei der Zusammenstellung eines ausgewogenen Portfolios daher eine wichtige Rolle.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Wie viel Wert ein Anleger auf Diversifizierung legt, hängt grundsätzlich von seiner persönlichen Anlagestrategie ab. Bevorzugt er vor allem Sicherheit, so ist die Diversifikation bzw. Risikostreuung besonders wichtig. Wird hingegen eine risikobewusste, renditeorientiertey Anlagestrategie verfolgt, kann die Diversifizierung der Wertpapiere zweitrangig bzw. nicht so ausgeprägt notwendig sein.

Die Börsenweisheit bei der Risikostrategie: “Lege nicht alle Eier in einen Korb!”

Risikostreuung an der Börse

Bei der Zusammenstellung eines Aktien- und/oder Anleihenportfolios stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem Grad der Diversifikation. So gibt es renditeorientierte Anlagestrategien wie beispielsweise die Dividendenstrategie, die einen hohen Diversifikationsgrad erschweren. Möchten Sie jedoch sicherheitsorientiert und risikoarm anlegen, ist es wichtig, ein Aktienportfolio so zu gestalten, dass es einen hohen Diversifikationsgrad aufweist.

Wie stelle ich ein diversifiziertes Aktienportfolio zusammen?

Ein diversifiziertes Aktienportfolio sollte sich an den Schwergewichten der Börse (Blue Chips bzw. Large Caps genannt) orientieren. Damit sind Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung gemeint, die als weniger risikoreich gelten.

Small Caps hingegen weisen eine geringe Marktkapitalisierung auf und sind damit deutlich riskanter. Selbst bei einer risikobewussten Anlagestrategie sollten nicht mehr als 15 % bis 20 % des Aktienportfolios aus Small-Cap-Titeln bestehen.

Was gibt es weiterhin zu bedenken?

Es reicht jedoch nicht, sich bei der Zusammenstellung eines Aktienportfolios an der Marktkapitalisierung zu orientieren. Denn neben titelspezifischen Risiken sollten weitere Gefahren wie das Marktrisiko bedacht werden. Damit sind Risiken gemeint, die durch die Entwicklung des Wertpapiermarktes auftreten und denen alle oder viele Aktien in der entsprechenden Branche unterliegen.

Darüber hinaus besteht bei Anlagen in fremde Währungen ein Währungsrisiko, das durch Devisenschwankungen entsteht.

Branchenrisiko am Beispiel des Abgasskandals

In der Automobilbranche kam es aufgrund der Abgasmanipulationen zu massiven Turbulenzen am Aktienmarkt. So erlebten VW-Aktionäre zeitweise einen Wertverlust ihrer Anteile von über 50 %. Auch die Aktienkurse anderer Automobilkonzerne gerieten in dieser Phase unter Druck.

Aktionäre, die ihr Investment ausschließlich auf die Automobilbranche konzentriert hatten, waren dem Branchenrisiko komplett ausgeliefert.

Wie funktioniert erfolgreiche Risikostreuung?

Um das Risiko erfolgreich zu streuen, sollte man die Investitionssumme so auf einzelne Aktientitel verteilen, dass die verschiedenen Gefahren der jeweiligen Wertpapiere ausgeglichen werden. Wer diesen Balanceakt meistert, erhält ein ausgewogenes Aktienportfolio, das in der Theorie als „effizient“ bezeichnet wird.

Markowitz stellte durch seine Portfoliotheorie fest, dass ein Portfolio dann effizient ist, wenn bei gleichem Risiko keine höhere Rendite bzw. bei gleicher Rendite kein niedrigeres Risiko erzielt werden kann.

Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Zusammenstellung von diversifizierten Portfolios?

Die Zusammenstellung eines Aktienportfolios ist ein kompliziertes und vielschichtiges Verfahren. Zunächst ist die Auswahl einzelner Aktientitel mit einem hohen Selektionsaufwand verbunden. Um ein ausgewogenes Aktienportfolio zu erstellen, müssen nicht nur die einzelnen Titel gründlich recherchiert werden, auch ihr Zusammenspiel muss verstanden und angepasst werden.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang (vorhandene) Korrelationsmatrizen sein, welche die Wechselbeziehungen (Korrelationen) zwischen den Aktienwerten statistisch darstellen. Dabei sollten Anleger – laut Markowitz – Aktien mit negativer Korrelation kombinieren, um so eine möglichst effektive Risikostreuung zu erreichen. Eine Korrelationsmatrix für den DAX finden Sie zum Beispiel bei finanzen.net .

Eine weitere Schwierigkeit ist, dass viele Anleger die Gebühren, die beim Kauf und Verkauf von Aktientiteln anfallen, unberücksichtigt lassen. Doch je öfter ein Kauf- bzw. Verkaufsvorgang vorgenommen wird, desto öfter müssen Broker oder Bank dafür bezahlt werden und umso mehr muss von der Nettorendite noch abgezogen werden.

Aktienfonds & ETFs: Welche Alternativen gibt es zum individuellen Aktienportfolio?

Keine Sorge! Es ist nicht zwingend notwendig in Eigenregie ein Aktienportfolio zusammenzustellen, um eine gewisse Diversifikation bzw. Risikostreuung zu erreichen. Neben dem Direktinvestment in viele einzelne Titel, gibt es durch Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds) auch die Möglichkeit breit gestreut in Aktien zu investieren.

Fonds und ETF sind Finanzprodukte, die verschiedene Anteile an Aktiengesellschaften in Paketen bündeln bzw. einen bestimmten Aktienindex nachbilden. Während Fonds aktiv gemanaged werden, bilden ETF automatisch den jeweiligen Aktienindex ab.

Der Anleger kauft bei Fonds und ETFs ein Produkt, dem die Risikostreuung bereits inhärent ist. Dabei ist die Diversifizierung von Fonds in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben. Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) enthält den Grundsatz zur Risikostreuung. Darüber hinaus unterliegen Fonds und ETFs der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Doch auch wer in Fonds oder ETFs investiert, muss sich weiterhin Gedanken über Risikostreuung machen. Denn auch hier ist es ratsam das Investitionsvermögen so gut wie möglich zu verteilen, um eine bessere Diversifikation und einen gewissen Schutz vor einem Totalverlust zu erreichen. Dabei sollte nicht nur in unterschiedliche Fonds- und ETF-Produkte investiert werden, sondern darüber hinaus auch in weitere Asset-Klassen.

Risikostreuung über verschiedene Asset-Klassen

Um eine bestmögliche Risikostreuung zu erreichen, ist es ratsam, neben Aktien auch auf andersartige Asset-Klassen zu setzen. Denn kommt es zu einem Börsencrash, kann auch ein besonders diversifiziertes Aktienportfolio massiv an Wert verlieren.

Neben alternativen Investments lässt es sich außerhalb der Börse vor allem in Sachwerte wie Immobilien investieren. Da zum Kauf einer Immobilie stets viel Kapital benötigt wird, ist es schwierig hier eine ordentliche Risikostreuung zu erreichen. Um auch mit verhältnismäßig wenig Kapital eine gut diversifizierte Immobilienanlage zu erreichen, sind Immobilienbeteiligungen eine sinnvolle Lösung.

Das Immobilien-Crowdinvesting bietet Anlegern beispielsweise die Möglichkeit, diversifiziert in renditestarke Immobilien zu investieren. Auf Crowdinvesting-Plattformen wie BERGFÜRST schließen sich Anleger zusammen und investieren gemeinsam in verschiedene Immobilienprojekte. Dabei werden feste Zinsen vereinbart, die zwischen 5,0 % und 7,5 % p.a. liegen. Da das Mindestanlagevolumen bei gerade einmal 10 € liegt, haben Anleger die Möglichkeit ihr Kapital zu streuen und so diversifiziert in Immobilien zu investieren.

Jetzt Immobilien Crowdinvesting entdecken!

Bild-Copyright: Jirsak / Shutterstock.com

Besucherbewertung
Gesamt 24, Durchschnitt 4.3