Aktienperformance

Aktienperformance: Eine wichtige Kennzahl für Investoren

Valeria Nickel, 12.07.2017

Rund um das Aktieninvestment fallen viele kryptische Begriffe, vor allem im Zusammenhang mit dem Ertrag einer Investition. Als Anleger muss man sich damit wohl oder übel auseinandersetzen, denn es interessiert ja brennend, ob die Aktie, die man ausgewählt hat, ertragreich sein wird. Die „Aktienperformance“ ist dabei ein Schlüsselbegriff. Doch was genau ist überhaupt eine „Aktienperformance“ und wie berechnet man diese?

Die Performance misst die Wertentwicklung einer Aktie und macht so den Erfolg verschiedener Investments vergleichbar. Sie wird in Prozent angegeben. Das heißt, dass der Berechnung eine sogenannte Benchmark zugrunde liegt, also ein Bezugswert, auf den sich die prozentuale Angabe bezieht.

Gut zu wissen: Man berechnet nicht nur die Performance von Aktien, sondern beispielsweise auch von Investmentfonds, Anleihen oder ganzen Aktienindizes.

Wie berechnet man die Aktienperformance?

Generell gibt es zwei unterschiedliche Berechnungsmethoden für die Wertentwicklung: Bei der ersten berechnet man Dividenden mit ein, bei der zweiten nicht. Damit zeigt man bei der ersten Methode die Ertragsentwicklung für den Fall einer Wiederanlage der Dividenden an, bei der zweiten nicht. Denn es gibt einerseits Anleger, die Dividenden weiter anlegen und so für den Zinseszins-Effekt nutzen, um ihre Rendite am Ende des Anlagezeitraums zu steigern. Andererseits gibt es Anleger, die Dividenden entnehmen und als Nebeneinkommen nutzen.

Die Ertragsentwicklung ohne die Reinvestition der Dividenden zeigt somit einfach nur die reine Kursentwicklung. Die Aktienperformance ist allerdings mehr als nur die Kursentwicklung, deshalb ist die Betrachtung ohne Dividenden nicht sinnvoll.

Auch der „Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften“ bevorzugt für die Performance die Berechnungsmethode, die Dividenden berücksichtigt. Dagegen werden zum Beispiel die internationalen Aktienindizes immer als Kurs-Indizes dargestellt, ohne Dividenden mit einzuberechnen (und sind deshalb nicht so einfach mit dem DAX, der als Performance-Index dargestellt wird, vergleichbar).

Die Aktienperformance können Sie auch selbständig berechnen. Dafür benötigen Sie lediglich die Kursentwicklung und die Höhe der Dividendenzahlungen. Folgende Schritte dienen der Berechnung der Aktienperformance:

Schritt 1: Zunächst zieht man vom aktuellen Börsenkurs den Kaufkurs der Aktien ab. Im Ergebnis erhält man die Kursentwicklung, also einen Kursgewinn oder -verlust. Diesen multipliziert man mit der Anzahl der gekauften Aktien.

Schritt 2: Zu dem Kursgewinn (oder auch -verlust) addiert man die insgesamt ausgezahlten Dividenden.

Schritt 3: Den daraus resultierenden Betrag setzt man mit dem eingesetzten Kapital ins Verhältnis und multipliziert dies mit 100. So ergibt sich ein prozentualer Betrag – die Performance der Aktie.

Aktienperformance anhand einer Beispielrechnung

  • Aktueller Börsenkurs der Aktie: 25 €
  • Kaufkurs der Aktie: 20 €
  • Anzahl der gekauften Aktien: 500
  • Eingesetztes Kapital (Anlagebetrag): 10.000 €
  • Gesamtbetrag der Dividenden: 1.250 € (2,50 € pro Aktie)

Schritt 1: Kursgewinn: (25-20) × 500 € = 2.500 €

Schritt 2: Kursgewinn + Dividende: 2.500 € + 1.250 € = 3.750 €

Schritt 3: Performance der Aktie: (3.750/10.000) × 100 = 37,5 %

Man kann auch einen Aktienindex als „Benchmark“, also Bezugsgröße für die Prozentangabe, nehmen – und nicht nur das eingesetzte Kapital. Die Aktie wird in dem Fall also mit dem Gesamtmarkt ins Verhältnis gesetzt. Aktien, die sich besser entwickeln als der Index, aus dem sie stammen, werden als Outperformer bezeichnet. Dagegen sind Underperformer diejenigen Papiere, die sich schlechter entwickeln als der Index.

Wichtig zu wissen für Aktieninvestoren ist in jedem Fall, dass eine gute Performance von Aktien nicht nur von einem Anstieg des Kurses, sondern auch von der Höhe der Dividenden abhängt. Es gibt verschiedene Typen von Aktien die an ihrer Wertentwicklung gemessen werden. Dazu zählen beispielsweise „Value Aktien“ und „Growth Aktien“, die (zumindest langfristig) eine positive Performance verbuchen. Demgegenüber stehen u.a. die sogenannten „Penny Stocks“, welche meist in der Vergangenheit eine sehr negative Wertentwicklung durchliefen und heute mehr Spekulation als Investition sind.

Bild-Copyright: AshDesign / Shutterstock.com

Besucherbewertung
Gesamt 1, Durchschnitt 4