Einlagensicherung

Diese Vorteile bietet die Einlagensicherung

Valeria Nickel, 13.07.2017

Wenn es um Sparkonten und andere Anlageprodukte bei Banken geht, fällt fast automatisch der Begriff „Einlagensicherung“. Er bezeichnet die gesetzlichen und freiwilligen Instrumente zum Schutz des Kapitals von Bankkunden im Falle der Insolvenz der Bank. Dazu gehören die Eigenkapitalvorschriften für Banken, das Einlagensicherungsgesetz sowie freiwillige Sicherungsfonds der Banken. Diese Mechanismen sind einer der Gründe, wieso Bankprodukte als besonders sichere Geldanlagen gelten.

Wie funktioniert die gesetzliche Einlagensicherung?

Die gesetzliche Einlagensicherung nach dem Einlagensicherungsgesetz funktioniert dabei in einem Dreiecks-System: Der Kunde legt Guthaben bei einem Kreditinstitut an. Das Kreditinstitut wiederum ist Mitglied im Sicherungssystem. Und das Sicherungssystem erstattet bei einer Insolvenz des Kreditinstituts dem Kunden sein Guthaben.

Warum gibt es die Einlagensicherung?

Im Zuge der Finanzkrise 2008 hatte die Bundesregierung den deutschen Sparern eine unbegrenzte Sicherung ihrer Guthaben garantiert.

Eine gesetzliche Umsetzung dieser unbegrenzten Garantie war zunächst nicht geplant. In Deutschland wurde dann am 31. Dezember 2010 eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Anleger eingeführt. Dies gilt jedoch nicht für ausländische Banken, die in Deutschland nur eine Niederlassung betreiben. Kunden, die sich für einen ausländischen Anbieter entscheiden, müssen sich trotzdem keine Sorgen machen. In allen EU-Ländern gelten nämlich ähnliche Regelungen, da die EU Mindeststandards vorgegeben hat.

Ihre Sparguthaben sind sicher!

Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Steinbrück (2008)

Angesichts der Finanzkrisen hat sie die Bedingungen zur Einlagensicherung je Bank und je Kunde in den vergangenen Jahren immer weiter hochgesetzt: von 20.000 € auf 50.000 € und mit der EU-Richtlinie 2009/14/EG aus dem Jahr 2009 auf 100.000 €. Seit dem 3. Juli 2015 können Sparer zudem einen Entschädigungsanspruch, der sogar bis 500.000 € geht, geltend machen. Dieser gilt für:

  • Einlagen aus Immobiliengeschäften
  • Auszahlungen einer Lebensversicherung
  • Entschädigungen
  • Zuwendungen wegen Heirat
  • Abfindungen oder
  • Erbschaften usw.

und zwar innerhalb von sechs Monaten ab Einzahlung.

Wer zahlt die Einlagensicherung?

Für diese gesetzliche Einlagensicherung im Inland sind die „Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH“ und die „Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes öffentlicher Banken GmbH“ zuständig. Aber auch Kunden von ausländischen Instituten innerhalb der EU haben es relativ einfach: Sie müssen sich nicht mehr auf komplizierten Umwegen an das ausländische Einlagensicherungssystem wenden, sondern bekommen die Entschädigung von einem deutschen Einlagensicherungssystem ausgezahlt, welches die ausländische Stelle sozusagen vertritt.

Was ist der Einlagensicherungsfonds?

Die meisten privaten deutschen Banken sind außerdem freiwillige Mitglieder des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), der mit dem sogenannten Einlagensicherungsfonds, seit 1976 eine zusätzliche Absicherung bietet. Sicht-, Termin- und Spareinlagen (Guthaben auf Girokonten, Sparkonten, Tagesgeldkonten, Festgeldkonten) sowie Namensschuldverschreibungen und auf den Namen lautende Sparbriefe sind bis zu einer individuellen Sicherungsgrenze der Bank geschützt.

Nicht geschützt sind u.a. Inhaberpapiere (Zertifikate, Inhaberschuldverschreibungen) sowie Einlagen von Banken selbst.

Diese Grenze beträgt pro Kunde 20 % des haftenden Eigenkapitals des Kreditinstituts. Am 1. Januar 2020 sinkt sie allerdings auf 15 %. Da eine Bank in Deutschland aber sowieso mindestens 5 Mio. € Eigenkapital aufweisen muss, macht dies mindestens 750.000 € pro Anleger. Darüber hinaus haben zumindest die Großbanken sehr viel mehr Eigenkapital, so dass die Haftungsgrenzen für Privatkunden kaum ein Problem darstellen; Firmenkunden mit sehr großen Einlagen sind dagegen eher betroffen.

Entsprechend einer derzeit in Arbeit befindlichen Reform sollen institutionelle Anleger (Kommunen, Unternehmen) künftig von dem Schutz ausgenommen werden, so dass sich das Schutzvolumen faktisch erhöht.

Die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken haben eine eigene Einlagensicherung in unbegrenzter Höhe. Die Berliner Volksbank beispielsweise hat sich aber durch rechtliche Umstrukturierungen dieser unbegrenzten Haftung ab 2015 entzogen.

Bei Bausparkassen entfällt die zusätzliche Einlagensicherung ab März 2017, da ihr Einlagensicherungsfonds zum 28. Februar 2017 aufgelöst wird.

Wie sicher ist die Einlagensicherung?

Die gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten zur individuellen Einlagensicherung wird von Banken häufig zu Werbezwecken genutzt, denn es werden sehr hohe Summen ausgewiesen. Bei einer ernsthaften Bankenkrise dürften diese Summen aber womöglich nicht für alle Privatkunden ausreichen. Vor allem in der Finanzkrise nach der Pleite von Lehman Brothers wurde das Szenario eines flächendeckenden Bankenzusammenbruchs stark diskutiert und es gab Zweifel, ob die nur schwach gedeckten Einlagensicherungsfonds ihren Zweck erfüllen können. Daher ist zu empfehlen, die Einlagen bei einer Bank auf max. 100.000 € zu begrenzen und höhere Volumina entsprechend zu diversifizieren.

Kurz & knapp: Zusammenfassung Einlagensicherung
Wer ist geschützt?

Gläubiger eines Kreditinstituts

Dazu zählen alle Privatpersonen sowie Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Gesetzlich nicht geschützt sind die Einlagen von Kreditinstituten, Finanzdienstleistern, Versicherungsunternehmen, Pensions- und Rentenfonds und Einlagen der öffentlichen Hand. Aber Versicherungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften und öffentliche Stellen sind dafür durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds abgesichert.

Wie ist man geschützt?

Gesetzliche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds

Die Kunden einer Bank in Deutschland genießen grundsätzlich einen doppelten Einlagenschutz – sowohl durch gesetzliche als auch freiwillige Einlagensicherungsmechanismen.

Was ist geschützt?

Einlagen

Als Einlagen gelten auch Wertpapiergeschäfte eines CRR-Kreditinstituts ( = Unternehmen, das rückzahlbare Gelder entgegennimmt und Kredite für eigene Rechnung gewährt). Jedoch ist die Entschädigung für Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften ausgeschlossen, wenn es sich bei dem Einleger um ein mittleres oder großes Unternehmen handelt. Von den Banken freiwillig geschützt werden die Sicht-, Termin- und Spareinlagen, einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe und Namensschuldverschreibungen. Inhaberpapiere (Zertifikate, Inhaberschuldverschreibungen) sind dagegen nicht vom Einlagensicherungsfonds umfasst, da der Schutz personenbezogen ist.

Wie hoch ist der Schutz?

100.000 € / 500.000 € / 1.000.000 €

Die Kundeneinlagen sind gesetzlich bis zu 100.000 € und in besonderen Fällen bis zu 500.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt und darüber hinaus bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze der Bank (in der Regel mindestens 1 Mio. €) durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds der Banken.

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