AIF Fonds

AIF Fonds – Chancen und Risiken alternativer Investmentfonds

Lana Iliev, 25.10.2017

Alternative Investmentfonds, abgekürzt AIFs, beziffern eine Gruppe alternativer Investments, die neben hohen Renditemöglichkeiten für große Risiken stehen.

Es handelt sich um komplexe Finanzprodukte, die mit Vorsicht zu genießen sind und fundierte Kenntnisse erfordern. Erfahren Sie in diesem Beitrag was Alternative Investmentfonds von anderen Fonds unterscheidet und welche Chancen, Risiken und Alternativen es gibt.

1 | Was sind AIF Fonds?

Die Abkürzung “AIF” steht für alternative Investmentfonds. AIFs sind Formen von Investmentfonds, die nicht unter die OGAW-Richtlinie der Europäischen Union fallen. Da dies eine relativ weite Definition ist, beschreibt der Begriff ‘AIF’ die unterschiedlichsten Fonds: von Immobilienfonds über Hedgefonds und Private Equity Fonds bis hin zu Rohstofffonds, Infrastrukturfonds, Containerfonds oder Flugzeugfonds – die Beispiele sind zahlreich und vielfältig.

a. Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW)

Die seit 1985 EU-weit existierende Gesetzesvorgabe reguliert Investmentfonds und Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG). Die von der EU definierte Norm bietet einen einheitlich geregelten Anlegerschutz. Sie schreibt Zulassungspflicht und Finanzaufsicht von Investmentfonds und KVGs sowie Pflichtinformationen für Anleger vor. Indem europaweite Standards geschaffen werden, wird zudem die Arbeitsweise von KVGs vereinfacht.

Neue, alternative Fondsmodelle treffen nicht auf die von der EU definierten Investitionsgegenstände für Investmentfonds zu und hatten somit lange keinen staatlich regulierten Anlegerschutz. Geschäfte mit AIFs bewegten sich lange in einer Grauzone – bis die EU eine weitere Richtlinie einführte.

In Deutschland wurde die Richtlinie zunächst durch das Investmentgesetz (InvG) durchgesetzt, welches durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ersetzt wurde.

b. Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFM)

Mit der 2013 in Kraft getretenen AIFM-Richtlinie reglementiert die EU nun auch KVGs von Investmentsfonds, die nicht unter die OGAW-Richtlinie fallen. Nach der Finanzkrise 2008 sollte mehr Kontrolle über bisher unregulierte Fondsmodelle erlangt und einheitliche Standards im Anlegerschutz geschaffen werden. Der regulatorische AIFM-Rahmen wurde also auf alternative Fondsarten ausgeweitet, die vorher nicht gesetzlich erfasst wurden.

Um den von der EU vorgegebenen erhöhten Anlegerschutz umzusetzen, schreibt das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) in Deutschland heute vor, dass auch AIFs der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterliegen. Folgende Kontrollen für AIFs wurden eingeführt:

Eigenschaften von alternativen Investmentfonds
Fondsmanager

Zulassung als KVG durch die BaFin

Finanzprodukte

1. klar definierte Investitionsgegenstände

2. max. 60% Fremdkapital

3. Verbot von Nachschüssen

4. Streuung des Risikos bei Kleinanlegern

Anlegerinformationen

Herausgabe von wesentlichen Anlegerinformationen (wAI) und Prospekten

unabhängige Verwahrstelle

Das Investmentvermögen muss von einer unabhängigen Bank verwaltet werden

Prüfung

regelmäßige Prüfung durch die BaFin

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2 | Was unterscheidet Publikums-AIFs und Spezial-AIFs?

Während Publikums-AIFs für jeden zugänglich sind, schreibt das KAGB vor, dass Spezial-AIFs ausschließlich durch semi-professionelle oder professionelle Anleger erworben werden dürfen.

Spezial-AIFs sind ungeeignet für Privatanleger, da sie ein hohes Maß an Komplexität aufweisen. In der Regel handelt es sich hier um geschlossene Investmentfonds, die sich durch eine feste Laufzeit, eine limitierte Anlegerzahl und eine fixe Gesamtanlagesumme auszeichnen. Während ihrer Laufzeit werden die ausgegebenen Anteile nicht durch den Emittenten zurückgekauft, was besonders risikoreich ist.

Weiterhin wird oft nur in einige wenige Anlageobjekte investiert, weshalb die Risikostreuung minimiert wird. Zudem wird diese Form des AIFs weniger durch das KAGB reglementiert. So gibt es beispielsweise keine Pflicht zur Veröffentlichung von Prospekten.

Es gibt zwar auch geschlossene Publikums-AIFs, für diese gelten jedoch besonders strenge gesetzliche Auflagen, um Privatanleger zu schützen. So darf hier nur in spezielle Vermögensgegenstände investiert werden, wie beispielsweise Immobilien, und das Risiko der Geldanlage muss gestreut werden.

3 | Welche Chancen bieten AIFs?

AIFs locken auch in Zeiten der Niedrigzinspolitik oft mit hohen Zinsen und überdurchschnittlichen Renditechancen. Zudem bieten die 2013 eingeführten gesetzlichen Regulationen und die Kontrollen durch die BaFin einen höheren Anlegerschutz und einen Zugewinn an Transparenz. Damit werden das vormals extrem hohe Risiko durch AIFM und KAGB bis zu einem gewissen Grad minimiert. Die meisten AIFs sind somit nicht mehr so riskant wie noch vor ein paar Jahren.

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4 | Welche Risiken bergen AIFs?

Auch wenn AIFs durch die neu erlassenen Gesetze weniger Risiken bergen – vollkommen verschwunden sind diese nicht. Zwar führt die staatlich verordnete Risikostreuung zu einer Minimierung der Gefahr Verluste zu machen, Maßnahmen wie die wAI dienen jedoch lediglich dazu den Anleger auf vorhandene Risiken hinzuweisen. Wirklich minimiert werden diese dadurch allerdings nicht. Zudem sollte man stets bedenken, dass nur bestimmte AIFs reguliert werden. Spezial-AIFs beispielsweise bilden immer noch Sonderformen, die in Teilen von dem erhöhten Anlegerschutz ausgenommen sind.

Das Feld der AIFs umfasst eine Vielzahl unterschiedlichster Arten von Investmentfonds, von denen jede ihre eigenen Chancen und Risiken birgt. Geschlossene Immobilienfonds unterscheiden sich beispielsweise grundlegend von Hedgefonds. Viele dieser Investmentformen sind sehr komplex und erfordern fundierte Kenntnisse und Erfahrung.

Sollte man in AIFs investieren, empfiehlt es sich immer die spezielle Investmentstrategie des ausgewählten Finanzprodukts intensiv zu überprüfen. Zudem sollten die Gebühren des Fonds genau betrachtet werden. Gebühren von AIFs sind oft höher als die klassischer Investmentfonds.

5 | Welche Alternativen gibt es zu AIFs?

Die plausibelste Alternative zu AIFs sind traditionelle Investmentfonds, die unter die OGAW-Richtlinie der EU fallen. Diese werden schon seit Jahrzehnten gesetzlich kontrolliert und abgesichert. Zudem gibt es nicht so viele Ausnahmen, was dem Anleger eine gewisse Übersichtlichkeit verschafft.

Darüber hinaus ist es schwierig sinnvolle Alternativen zu nennen, da AIFs eine große und heterogene Gruppe von Investmentfonds beschreiben. Als Alternative zu Private Equity Fonds kann zum Beispiel der Kauf von Aktien, also die Beteiligung an bereits börsennotierten Unternehmen, sein. Eine Alternative zu geschlossenen oder offenen Immobilienfonds hingegen bietet Immobilien Crowdinvesting, so wie es von BERGFÜRST angeboten wird.

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