Crowdfunding: Rendite & Risiko

Crowdfunding für Immobilien

Valeria Nickel, 13.07.2017

Warum gibt es Crowdfunding für Immobilien?

Immer wieder kommt die Frage auf, warum Immobiliengesellschaften überhaupt Crowdfunding betreiben. Normalerweise finanziert doch eine Bank das Immobilienprojekt – wenn es erfolgversprechend scheint. Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass jeder, der eine Immobilie mit einem Bankkredit finanzieren möchte, einen gewissen Betrag an Eigenkapital benötigt. Nicht jeder Projektentwickler hat genug Eigenkapital für den Bankkredit zur Verfügung, zum Beispiel weil er mehrere Projekte gleichzeitig unterhält. In diesen Fällen greift er auf Mezzanine-Kapitalgeber zurück. Dies können entweder institutionelle Investoren, Family-Offices oder aber Crowd-Investoren sein. Die Crowd stellt dann das nötige Eigenkapital, meist in Form eines Nachrangdarlehens, zur Verfügung. Für viele Immobilienprojekte ist Crowdfunding die einzige Möglichkeit, eine Finanzierung über die Bank zu stemmen. Selten gibt es Immobilien, die komplett über das Crowdfunding finanziert werden.

Warum finanzieren die Banken die Projekte nicht komplett?

Banken verlangen für die Bereitstellung eines Immobilienkredits gewisse Eigenkapitalquoten vom Bauträger. In der Regel betragen diese 20 % der gesamten Investitionssumme. Sie finanzieren also nie ein Projekt zu 100 %. Der Grund dafür ist, dass die Eigenkapitalquote eine Sicherheit für die Bank darstellt. Denn falls das Projekt am Ende doch schief gehen sollte, hat die Bank zumindest nicht den gesamten Verlust zu tragen. Dies ist zudem bedingt durch rechtliche Anforderungen und Ratingvorgaben.

Warum bietet Crowdfunding für Immobilien so attraktive Zinsen?

Die meisten Immobiliengesellschaften sind auf die sogenannten Mezzanine-Darlehen angewiesen, um eine ausreichende Eigenkapitalquote für ein Bankdarlehen zu haben. Bisher profitierten davon vor allem institutionelle Anleger, die für die Bereitstellung von Mezzanine-Kapital hohe Zinsen verlangen. Für Immobiliengesellschaften ist es letztendlich besser, hohe Zinsen an Investoren zu zahlen, als das Eigenkapital komplett selbst bereitzustellen.

Hinweis

Der Einfachheit halber wird immer der Oberbegriff Crowdfunding verwendet. Alternative Bezeichnungen wären Crowdinvesting, Crowdlending, Crowdfinancing oder Schwarmfinanzierung.

Auf diese Weise können sie liquide bleiben und parallel weitere Projekte realisieren. Privatanleger blieben bei diesen Mezzanine-Darlehen bislang außen vor, da sie nicht über die Einstiegsbeträge in Hunderttausend- oder Millionen-Höhe verfügten. Durch das Crowdinvesting über BERGFÜRST wird dieses große Anlagevolumen von vielen Investoren gemeinsam erbracht. Alle profitieren von Konditionen, die sonst nur professionellen Anlegern vorbehalten waren.

Bild-Copyright: rawpixel.com / Shutterstock.com