Frauen und Finanzen

Warum sich gerade Frauen mehr um ihre Finanzen küm­mern müssen

Lana Iliev, 22.09.2020

Die Anzahl der Blogs, die sich dem Thema „Finanzen und Frauen“ verschrieben haben, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen und auch das Angebot an Finanzberatung speziell für Frauen wächst kontinuierlich. Hinzu gesellen sich inzwischen außerdem noch Finanzprodukte, die exklusiv für Frauen angeboten werden.

Schnell drängt sich dabei die Frage auf, ob das alles wirklich gerecht­fertigt ist. Denn prinzipiell handelt es sich nicht um neue Beratungsinhalte oder innovative Finanzprodukte – es sind vielmehr die gleichen Vermögensanlagen, die sich sonst auch ohne Rücksicht auf das Geschlecht im Angebot befinden.

Und doch ist etwas dran, am Phänomen „Frauen und Finanzen“: Denn wenn es um Themen wie die persönliche Finanzplanung und den individuellen Vermögensaufbau geht, gibt es in Deutschland immer noch gravierende Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Lücken und Ungleichheit: Frauen und Finanzen

Es beginnt damit, dass Frauen hierzulande weniger verdienen als Männer – das zeigt das geschlechts­spezifische Lohngefälle, auch Gender Pay Gap genannt.

Gender Pay Gap

2018 verdienten Frauen in Deutschland laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union (kurz Eurostat ) ganze 20,9 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Europaweit liegt der Gender Pay Gap zwar niedriger, aber immerhin noch bei 14,8 % (ohne Großbritannien).

Dabei fängt es schon früh an mit der Lohnlücke: So zeigt die „Kinder-Medien-Studie 2019“ , dass Mädchen im Durchschnitt 20,46 € Taschengeld erhalten. Bei Jungen hingegen liegt der Durchschnitt mit 20,52 € höher.

Das alles ist nicht neu, denn seit Jahren klafft der Gender Pay Gap in Deutschland und dieser Umstand findet auch immer wieder Eingang in die öffentliche Debatte. Forderungen, soziale Ungleichheit auszuräumen, werden regelmäßig gestellt und so wird beispielsweise in jedem Jahr der Equal Pay Day begangen.


Equal Pay Day

Der Equal Pay Day ist ein symbolischer Aktionstag: Er markiert das Datum, bis zu dem Frauen ab dem ersten Januar umsonst arbeiten würden, wenn es den Gender Pay Gap nicht gäbe. Der letzte Equal Pay Day in Deutschland war am 17.03.2020. Das entspricht 77 Kalendertagen, die sich wiederum aus dem Gender Pay Gap von rund 21 % ableiten.

Gender Pension Gap

Während der Gender Pay Gap in der öffentlichen Debatte inzwischen präsent ist, bleibt der Gender Pension Gap bisher weitestgehend unbeachtet. Damit ist die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern gemeint, denn Frauen verdienen in Deutschland nicht nur weniger als Männer, auch ihre gesetzlichen Rentenbezüge fallen deutlich geringer aus.

So erhalten Rentnerinnen in Deutschland im Durchschnitt 991 € monatlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Rentner hingegen beziehen einen durchschnitt­lichen Renten­zahlbetrag von 1.362 € im Monat. Somit sind die Rentenbezüge von Frauen um rund 37 % geringer.

Durchschnittliche gesetzliche Rentenzahlungen nach Männern und Frauen 2017 – 2018

Durchschnittliche gesetzliche Rentenzahlungen nach Männern und Frauen 2017 - 2018


Quellen: Rentenatlas 2018 und Rentenatlas 2019  der Deutschen Rentenversicherungen

Dabei variiert der Gender Pension Gap europaweit stark: Laut einer Studie  des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) weisen Luxemburg, Spanien und Portugal die größten Rentenlücken auf. Besonders gut schneiden im Vergleich skandinavische und osteuropäische Länder ab. Aber nur in Estland erhalten Männer und Frauen in etwa gleich hohe Rentenbezüge.

Deutschland hingegen gehört nicht gerade zu den Vorreitern in Sachen Renten-Gleichberechtigung: Vor allem in den alten Bundesländern findet sich ein hoher Gender Pension Gap von 48,8 %. In den neuen Bundesländern sieht es hingegen besser aus, aber auch hier fanden die Forscher des DIW einen Gender Pay Gap von immerhin 20,1 % zugunsten der männlichen Rentner vor.

Die Gründe für die stark ab­weichenden Renten­lücken in Ost- und Westdeutschland liegen in den sozio-historisch und institutionell ab­weichenden Ent­wicklungen der beiden ehemaligen deutschen Staaten.

Die Studie des DIW zeigt aber vor allem eine sehr reale und tragische Folge aus der bestehenden Rentenlücke auf: Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen als dies bei Männern der Fall ist. Laut der Süddeutschen Zeitung  gehen Hochrechnungen sogar davon aus, dass die gesetzliche Rente von ganzen 75 % der heute 35- bis 40-jährigen Frauen in Deutschland später unter Hartz-IV-Niveau liegen wird.

Was sind die Gründe für Lohn- und Rentenlücken?

Nun zu sagen, dass die Lohnlücke eben die Rentenlücke bedingt, greift zu kurz. (Und ist ja gleichzeitig auch keine Erklärung für die Lohnlücke.) Tatsächlich ist es so, dass sowohl die Lohn- als auch die Rentenlücke durch eine Reihe von Gründen bedingt sind, die sich zum Teil überlagern.

Unterbrochene Erwerbsbiografien

Der Gender Pay Gap weist zwar auch darauf hin, dass Frauen bei gleicher Arbeit niedrigere Löhne erhalten. Zum größten Teil erklärt sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke von knapp 21 % jedoch aus der Tatsache, dass Frauen häufiger in Teilzeit tätig oder geringfügig beschäftigt sind.

So arbeiten rund 48 % der erwerbs­tätigen Frauen in Deutschland in Teilzeit. Dies trifft jedoch nur auf 11 % der erwerbs­tätigen Männer zu. Gleichzeitig sind zwei Drittel der insgesamt 7,6 Mio. Menschen in ausschließlich geringfügiger Beschäftigung weiblich (umgangs­sprachlich auch als Minijob bezeichnet).


Vollzeit

Teilzeit

Frauen
7,9 Mio. 7,2 Mio.

Männer
15,6 Mio. 1,9 Mio.


Quelle: „Die Arbeitsmarktsituation von Frauen und Männern 2018“, Bericht der Bundesagentur für Arbeit 

Als Grund für ihre Teilzeit­erwerbstätigkeit geben Frauen mit 46 % am häufigsten persönliche und familiäre Verpflichtungen an. Erwerbs­tätige Frauen machen somit öfter berufliche Abstriche für Kinder und Familie als erwerbstätige Männer, von denen nur 10 % die Familie als Grund für ihren Teilzeiterwerb angeben.

Gründe für Teilzeit­erwerbs­tätigkeit bei Frauen und Männern

Gründe für Teilzeiterwerbstätigkeit Frauen und Männer


Quelle: Demografie Portal des Bundes und der Länder 

Doch nicht nur die Lohnlücke lässt sich damit erklären, dass Frauen häufiger berufliche Abstriche für die Familie machen als Männer – dieser Umstand wirkt sich auch auf den Gender Pension Gap aus. So konnte das Deutsche Institut für Wirtschafts­forschung (DIW) einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Rentenlücke und der Erwerbstätigenquote in EU-Ländern nachweisen .

Dass Frauen finanziell schlechter gestellt sind, lässt sich also zu großen Teilen aus ihren Erwerbsbiografien erklären: Sie machen häufiger Familienpausen, arbeiten öfter in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt, um sich vermehrt um die Kindererziehung zu kümmern.

Erschwerend kommt hinzu, dass erwerbstätige Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen arbeiten und seltener Führungs­positionen besetzen, als dies ihre männliche Kollegen tun.

Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Frauen kümmern sich auch nicht so aktiv um ihre Finanzen und die individuelle Altersvorsorge, wie Männer es tun.

Finanzielle Abhängigkeit

Bei einer Forsa-Umfrage  im Auftrag der Deutschen Versicherungs­wirtschaft e.V. (GDV) gaben 30 % der befragten Frauen an, sich aufgrund von Familienzeit oder Kindererziehung keine ausreichende Altersvorsorge aufbauen zu können. Gleichzeitig sahen dies gerade einmal 6 % der befragten Männer so.

Und auch der Folgen aus diesem Umstand waren sich viele der befragten Frauen bereits bewusst: In der gleichen Umfrage gaben 35 % der Frauen an, dass sie im Alter zum Teil auf die finanzielle Unterstützung anderer angewiesen sein werden. Wieder lag die Zahl bei den männlichen Befragten mit 19 % deutlich niedriger.

Dass es gerade Frauen seltener in die finanzielle Unabhängigkeit schaffen, hat unter anderem auch his­torische Gründe. So ist es noch nicht allzu lange her, dass Frauen in Deutschland nur mit Erlaubnis ihres Ehemanns Geld verdienen durften (bis 1974) oder kein eigenes Bankkonto eröffnen durften (bis 1962).

Frauen kümmern sich weniger um ihre Finanzen

Dabei sind Themen wie Finanzen, Vermögensaufbau und Alters­vorsorge gerade für Frauen besonders wichtig – werden sie doch im Schnitt sechs Jahre älter als Männer (Quelle: Statista ). Demzufolge müssen Frauen länger mit ihrer Rente bzw. ihrem Ersparten auskommen und bräuchten schon allein deshalb eigentlich sogar mehr Geld als Männer im Ruhestand. Doch auch hier tut sich ein weiteres Problem auf: Frauen bauen weniger Vermögen auf und investieren seltener.

Laut einer Umfrage  des Bundesverband der deutschen Banken sparen Frauen weniger Geld als Männer. Während 33 % der befragten Männer angaben, monatlich mehr als 200 € zu sparen, traf dies nur auf 21 % der Frauen zu.

Zudem investieren Frauen seltener in renditestarke Anlagemöglichkeiten. So besaß laut einem Bericht  des Deutschen Aktieninstituts (DAI) 2019 ungefähr jede achte Frau in Deutsch­land Aktien oder Aktienfonds (12 %). Hingegen ist jeder fünfte Mann in Deutschland ein Aktionär (19 %).

Kümmern Sie sich um Ihre Finanzen!

Doch es gibt einen Lichtblick am Horizont: Frauen scheinen in puncto Finanzen mutiger und aktiver zu werden. Auch innerhalb der BERGFÜRST Anlegerschaft ist in den letzten Jahren etwas in Bewegung gekommen und der Anteil der Anlegerinnen wächst kontinuierlich!

Immer mehr Anlegerinnen nutzen BERGFÜRST

Anzahl der Anlegerinnen auf BERGFÜRST 2014 - 2019


Quelle: BERGFÜRST

BERGFÜRST ist eine Plattform für Immobilien-Crowdinvesting auf der Anlegerinnen und Anleger in Projekt- oder Bestandsimmobilien investieren können und dafür bis zu 7,5 % Zinsen p.a. erhalten.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Finanzen regeln in 7 Schritten: Für alle Geschlechter

Vielen (ob Frauen oder Männern) fällt es schwer, mit dem Vermögens­aufbau zu beginnen und die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen. Dabei gilt hier häufig: Je früher Sie anfangen, desto besser. Denn ein langfristiger Anlagehorizont kann auch geringe wirtschaftliche Mittel ausgleichen.

0 | Schulden abbezahlen

Bevor Sie Ihre Finanzen in die Hand nehmen, tilgen Sie etwaige Schulden. Denn meist sind die Kreditzinsen höher als die Renditen, die Sie mit einer Geldanlage erwirtschaften.

Ein Immobilienkredit, mit dem beispielsweise das Eigenheim abbezahlt wird, ist hiervon ausgenommen. Denn eine Immobilie ist ein Sachwert und dient häufig dem Vermögens­aufbau.

1 | Risikoabsicherung und Notgroschen

Schließen Sie alle wichtigen Versicherungen ab: Haftpflicht, Hausrat etc. Bauen Sie zusätzlich ein wirtschaftliches Polster für finanzielle Engpässe auf. Als Notgroschen werden zwei bis drei Nettomonats­gehälter empfohlen. Diese Liquiditätsreserve kann gut auf einem Tagesgeldkonto hinterlegt werden.

2 | Anlagehorizont definieren

Wie lange können Sie auf das angelegte Geld verzichten? Wann werden Sie die Summe voraus­sichtlich brauchen? Ein langfristiger Anlagehorizont minimiert Verlustrisiken und stabilisiert die Erträge. Viele Anlegerinnen und Anleger unterschätzen dabei ihren Anlagehorizont und lassen sich so Chancen entgehen.

Besonders gut zur lang­fristigen Anlage eignen sich Sparpläne. Bereits ab 10 € lassen sich so monatlich Festgeld, Wertpapiere oder Immobilien besparen. Eine Faustregel besagt, dass 10 % der Nettoeinkünfte pro Monat gespart werden sollten. Dabei lohnt es sich, eine feste Sparrate festzulegen und nicht nur das Geld zu sparen, das zufällig am Monatsende übrig ist.

3 | Anlageform wählen

Haben Sie Ihren individuellen Anlage­horizont gewählt, geht es auf die Suche nach der richtigen Anlageform. Dabei drückt die derzeitige Nullzinspolitk der Europäischen Zentralbank (EZB) die Zinsen auf klassische Sparprodukte wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch. So ist ein Mix aus renditestarken und risikoarmen Geldanlagen meist ein Muss, um überhaupt vernünftige Zinsen verdienen zu können.

Beispiele für Finanzprodukte


Risikoarme Finanzprodukte

Renditestarke Finanzprodukte
Sparbuch
Aktien
Tagesgeld
Fonds
Festgeld
ETF

Bundesanleihen

Crowdinvesting

4 | Gebühren vermeiden

Unnötig hohe Gebühren schmälern die Rendite. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass das ausgewählte Finanzprodukt günstig ist.

Kosten beim Geld anlegen entstehen beispielsweise durch den Erwerb oder Verkauf von Finanzprodukten oder durch Transaktionskosten beim Handel. Häufig gibt es günstigere Alternativen zu bestimmten Finanz­produkten. So sind passiv gemanagte Exchange Traded Funds, kurz ETF, sehr viel günstiger als ihr aktiv gemanagtes Pendant, der klassische Aktienfonds.

Auch Bankgebühren können ins Geld gehen – prüfen Sie also unbedingt die Konditionen der Konten und Depots, bevor sie diese eröffnen. Übertreiben sollte man es mit Sparfuchs-Verhalten dann aber auch nicht. Seien Sie vorsichtig, wenn Angebote einfach zu gut sind, um wahr zu sein und prüfen Sie diese genau.

Vorsicht bei Finanzprodukten, die Steuervorteile ver­sprechen. Da Steuergesetze regelmäßig geändert werden, sind die aktuellen Regularien am Ende der Laufzeit einer Geldanlage eventuell veraltet und erhoffte Steuervorteile lösen sich in Luft auf.

5 | Hohe Zinsen nutzen

Renditeorientierte Anlageformen, die hohe Zinsen, Dividenden oder starke Kurssteigerungen versprechen, tragen dazu bei, Geld schneller zu vermehren. Was für einen Unter­schied eine hohe Rendite machen kann, zeigt die 72er-Regel.

Generell gilt jedoch: Je mehr Rendite ein Finanzprodukt abwirft, desto höher ist auch das Risiko. Sie sollten deshalb immer Anlageformen wählen, die zu Ihnen und Ihren Anlagezielen passen. Dabei können Sie strategisch sicherheitsorientiert, ausgewogen oder renditeorientiert vorgehen.

6 | Risiken streuen

Möchten Sie nicht auf hohe Renditen verzichten, sollten Sie in jedem Fall eine gut durchdachte Risikostreuung betreiben. Indem das angelegte Geld auf unterschiedliche Finanzprodukte und im besten Fall auch auf unter­schiedliche Anlageklassen verteilt wird, lassen sich Verluste ausgleichen und abfedern.

7 | Depot anpassen

Ist das Depot erfolgreich aufgebaut, heißt es erstmal abwarten. Dennoch sollten Sie Ihre Geldanlage im Blick behalten und regelmäßig überprüfen. Empfohlen wird, dies einmal pro Jahr zu machen.

Kontrolle ist zwar gut, be­denken Sie aber auch, dass bei Depotumschichtungen häufig Kosten durch Transaktions­gebühren entstehen. Diese Kosten schmälern Ihre Rendite (siehe Punkt vier).


Ausführliche Informationen zum Vermögensaufbau
Informationen Vermögensaufbau

Lassen Sie sich helfen, wenn Sie nicht weiterwissen

Fühlen Sie sich beim Thema Finanzen überfordert und kommen bei der Vermögensplanung nicht voran, lassen Sie sich von einem unabhängigen Honorarberater oder den Finanzberatern der Verbraucher­zentralen  helfen. Diese Dienstleistungen sind in der Regel kostenpflichtig. Doch hier lohnt es sich allemal ein wenig Geld in die Hand zu nehmen.

Kostenfreie Beratungs­angebote finanzieren sich meist über Provisionen, die die Berater aufgrund erfolgreich ver­mittelter Finanz­produkte erhalten. Hier droht ein Interessen­konflikt und es ist nicht gesagt, dass das Wohl der Anlegerinnen und Anleger noch im Fokus steht. Bezahlen Sie hingegen eine Honorar­beratung, sind Sie ganz klar die Auftraggeberin oder der Auftraggeber.

Finanztipps speziell für Frauen

Abgesehen von diesem allgemeinen Vorgehen, gibt es auch ein paar Finanztipps, die sich vor allem Frauen beim Umgang mit ihren Finanzen zu Herzen nehmen sollten.

Streben Sie nach finanzieller Unabhängigkeit

Frauen verlassen sich in puncto Finanzen zu häufig auf ihren Partner. Das erscheint zwar etwas aus der Zeit gefallen, dennoch herrscht diese Einstellung immer noch in den Köpfen vieler Frauen vor. Zumal heutzutage ungefähr jede dritte Ehe in Deutschland geschieden wird (Quelle: Statista ).

Ein Weg um finanzielle Abhängigkeit zu vermeiden ist das sogenannte Drei-Konten-Modell. Dabei verfügen beide Ehe- oder Lebenspartner über ihr eigenes Konto. Zusätzlich führen sie ein gemeinsames drittes Haushalts­konto, auf dass sie einen festen Betrag einzahlen und mit dem sie gemeinsame Kosten begleichen.

Der feste Betrag, der auf das gemeinsame Haushalts­konto eingeht, muss dabei nicht für beide gleich hoch sein. So kann es sich hier beispielsweise auch um einen prozentualen Betrag handeln, der sich anteilig an den Gehältern der Partner orientiert. So können Ausgaben gerecht aufgeteilt werden.

Fehlende Vorsorgeaufwände, die durch Schwangerschaft oder Elternzeit entstehen, kann zudem der berufstätigen Partner übernehmen. So kann er die Kosten für laufende Vorsorgeverträge decken und einen finanziellen Ausgleich zugunsten der Altersvorsorge ermöglichen. Auf diese Art lässt sich der individuelle Gender Pay Gap minimieren.

Auch ein Ehevertrag kann helfen, finanzielle Unabhängig­keit in einer Beziehung zu wahren. Ähnliche Verträge können im übrigen auch unverheiratete Paare schließen.

Seien Sie selbstbewusst

Studien zeigen, dass Frauen im Umgang mit ihren Finanzen weniger selbstbewusst agieren, als dies bei Männern der Fall ist. So gaben in einer Umfrage  von J.P. Morgan Asset Management gerade einmal 34 % der befragten Frauen an, sich im Umgang mit Geld sicher zu fühlen. Und nur 20 % waren der Meinung, sich gut mit Finanzen auszukennen. Für beide Fragen lag die Zustimmung bei den männlichen Befragten mit 46 % und 55 % deutlich höher.

Seien Sie also selbstbewusst und zögern Sie nicht, anzufangen und sobald wie möglich aktiv Ihre eigenen Finanzen zu gestalten. Denn aussitzen lässt sich dieses Problem leider nicht.

Bild-Copyright: eldar nurkovic / Shutterstock.com

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