Sparplan

Sparplan oder Einmalanlage – was lohnt sich mehr?

Lana Iliev, 02.08.2018

Ein Sparplan ermöglicht Anlegern durch die Einzahlung kleiner Geldbeträge in regelmäßigen Intervallen langfristig ein Vermögen aufzubauen – auch ohne über ein großes Startkapital zu verfügen.

Oft werden die Beträge automatisch vom Girokonto abgebucht. So lässt sich auch das eigene Sparverhalten auf simple Weise disziplinieren. Das monatliche Sparen mittels Sparplan folgt dabei der Strategie “Pay Yourself First (bezahl dich selbst zuerst)” und hilft u.a. beim Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge

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1 Was spricht für einen Sparplan?

Sparpläne können genutzt werden, um ein konkretes Sparziel umzusetzen. So können sie angelegt werden, um sich auf die Ausbildungskosten der eigenen Kinder vorzubereiten, durch geplante Baufinanzierung den Traum vom Eigenheim zu realisieren oder die Altersvorsorge zu planen.

Gerade für die Altersvorsorge gelten Sparpläne als besonders geeignet, da sie flexibler sind als andere Altersvorsorgeprodukte. Denn der Sparer bestimmt selbst die Höhe des regelmäßig eingezahlten Betrags. Dabei muss dieser nicht einmal hoch sein. Ab einer Sparrate von 25 € können Sie bereits einen Sparplan einrichten.

2 Zu jedem Ziel der passende Sparplan

Wer einen Sparplan einrichten möchte hat die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Sparplänen. Zum einen bietet sich die Möglichkeit des risikoarmen Banksparplans. Demgegenüber stehen renditestarke Aktien-, Fonds- und ETF-Sparpläne. Auch mittels Robo Advisor kann ein Sparplan umgesetzt werden.

Der Banksparplan

Bei einem Banksparplan wird ein Sparvertrag mit einer Bank geschlossen. In diesem wird vorab festgelegt, welcher Betrag in welchen Zeitabständen über einen fixen Zeitraum eingezahlt wird.
Die Spareinlagen werden von der Bank variabel, fest oder gestaffelt verzinst. Zudem erhalten Sparer bei manchen Banken eine Bonuszahlung am Ende der Laufzeit. Dabei profitieren Sparer meist von einer höheren Verzinsung als bei einem Tagesgeldkonto sowie vor allem bei langen Sparplan-Laufzeiten vom Zinseszins-Effekt.

Ein weiterer Vorteil von Banksparplänen ist, dass das eingezahlte Kapital durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € abgesichert ist. Das macht Banksparpläne besonders risikoarm.
Aufgrund des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes werden Banksparpläne, ebenso wie andere Bankeinlagen, jedoch recht niedrig verzinst. Aus diesem Grund ergibt sich für Sparer oft keine attraktive Rendite. Aus den niedrigen Zinsen ergibt sich zudem eine weiteres Problem: Sollte das allgemeine Zinsniveau während der fest vereinbarten Laufzeit wieder ansteigt, könnte die fest vereinbarte Verzinsung unter der am Markt erzielbaren Verzinsung liegen.

Klassische Banksparpläne eignen sich somit vor allem für konservative Sparer, denn sie versprechen ein hohes Maß an Sicherheit. Gleichzeitig sind sie jedoch auch renditeschwach.

Sonderformen des Sparplans sind staatlich geförderte Riester-Sparpläne und Riester-Fondssparpläne, die insbesondere für die Altersvorsorge genutzt werden. Eine weitere Sonderform ist der Bausparvertrag, der mit Bausparkassen geschlossen wird und für die Immobilienfinanzierung nach der Ansparphase gedacht ist.

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Aktien-, Fonds- und ETF-Sparpläne

Sowohl der Aktiensparplan, der Fondssparplan als auch der ETF-Sparplan unterscheiden sich grundlegend von klassischen Banksparplänen, denn hier investieren Anleger auf dem Kapitalmarkt und können von Kurssteigerungen und Gewinnbeteiligungen profitieren. So lassen sich meist höhere Renditen erzielen. Gleichzeitig sind bei der Besparung von Aktien, Fonds und ETF jedoch auch die Risiken größer.

Der Aktiensparplan

Mit einem Aktiensparplan werden Einzelaktien bespart. Der Sparer entscheidet dabei selbst, welche Aktien er mit welchem monatlichen Betrag besparen möchte. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Aktien sparplanfähig sind und somit nur eine begrenzte Auswahl zum Geld anlegen besteht. Hier gibt es bei den Depotbanken eine sehr unterschiedlich umfangreiche Auswahl an sparplanfähigen Aktien.

Bei Aktiensparplänen kauft man nicht nach Stückzahl, sondern auf der Grundlage der monatlichen Sparrate. Möchten Sie also beispielsweise eine Aktie mit 25 € monatlich besparen und der Kurs der Aktie beträgt am Kauftag 50 €, dann erhalten Sie eine halbe Aktie und somit ein Bruchstück von 0,5. Beachten Sie auch die Gebühren, die bei einem Aktienkauf über einen Sparplan anfallen.

Gerade für Anfänger ist es wichtig zu wissen, dass bei der Geldanlage in Einzelaktien eine solide Risikostreuung erst ab einer gewissen monatlichen Sparrate zielführend betrieben werden kann. Meist empfiehlt es sich daher einen Blick auf bereits diversifizierte Produkte, konkret Fonds und ETF, zu werfen.

Der Fondssparplan

Mit einem Fondssparplan werden von den regelmäßig eingezahlten Beträgen Anteile an Investmentfonds erworben, die wiederum in Aktien oder Anleihen investieren. Anleger profitieren dabei von der Risikostreuung innerhalb des Fonds sowie von den Fachkenntnissen des Fondsmanagers. Es sind jedoch längst nicht alle Fonds sparplanfähig. Zudem haben Fonds laufende Verwaltungsgebühren, welche die Rendite schmälern. Daher lohnt sich ein Blick auf passiv gemanagte Indexfonds, sogenannte ETF.

Der ETF-Sparplan

Bei einem ETF-Sparplan werden von den regelmäßigen Sparbeträgen Anteile an Exchange Traded Funds (ETF) erworben. Dabei handelt es sich streng genommen ebenfalls um Investmentfonds. ETFs werden jedoch passiv gemanagt und bilden einen fest definierten Index (z.B. den DAX) ab. Dabei kann zwischen unterschiedlichen Indizes mit variierenden Ausrichtungen gewählt werden und so ebenfalls in Aktien oder Anleihen investiert werden.

Das Maß der Risikostreuung ist dabei von dem gewählten Index abhängig. Der MSCI World investiert beispielsweise weltweit in Aktien und ermöglicht so eine recht hohe Risikostreuung.

Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten Effekt)

Sowohl Aktiensparpläne, Fondssparpläne, als auch ETF-Sparpläne bieten einen besonderen Vorteil gegenüber der Einmalanlage. Denn wer in wiederkehrenden Intervallen immer wieder die gleiche Summe in Aktien, Fonds oder ETFs investiert, muss sich keine Gedanken über das optimale Timing machen. Kommt es zu einem Börsentief, werden automatisch mehr Anteile gekauft (da diese ja vorübergehend günstiger sind), bei einem Börsenhoch sind es zwangsläufig weniger.

Sparpläne führen in diesem Fall dazu, dass Anleger weniger versucht sind übermäßig emotional auf Börsenschwankungen zu reagieren. Der Effekt zahlt sich jedoch lediglich aus, wenn Sparpläne über einen längeren Zeitraum geführt werden und nicht angesichts eines Börsentiefs aufgekündigt werden. Insgesamt kauft man durch die Nutzung des Cost-Average-Effekts den Durchschnittskurs ein und zahlt somit in der Gesamtheit weder zu viel noch zu wenig.

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Zudem steht es den Anlegern frei zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds oder ETFs zu wählen. Bei einem ausschüttenden Fonds oder ETF erhalten Sie die gezahlten Dividenden unmittelbar, thesaurierend bedeutet hingegen, dass die Gewinne automatisch reinvestiert werden. Fonds- und ETF-Sparpläne mit Thesaurierung eignen sich somit besonders gut bei einem langfristigen Anlagehorizont.

Einer der wesentlichsten Vorteile von ETFs ist, dass die laufenden Kosten in der Regel deutlich geringer als bei Fonds sind. Zudem folgen ETFs der Marktentwicklung und versuchen nicht den Markt zu schlagen. ETF Anleger verfolgen den Grundsatz, lieber mit dem Markt gehen und Durchschnittsrenditen zu erzielen, statt bei dem Versuch den Markt zu schlagen schlechter als der Markt zu sein.

Robo Advisor

Eine weitere Sparplanoption bieten Robo Advisor. Dabei handelt es sich um Systeme, die ausgehend von Algorithmen Portfolios erstellen und den persönlichen Finanzberater ersetzen. Auch hier lässt sich das mathematisch errechnete Portfolio nach und nach mit einem Sparplan aufbauen. Robo Advisor bescheren Anlegern nicht selten attraktive Renditen. Dennoch ist Vorsicht geboten: im Gegensatz zu menschlichen Anlageberatern haften die Algorithmen nicht für ihre Portfoliotipps.

3 Welche Kosten gibt es bei den einzelnen Sparplänen?

Sparpläne an sich werden meist kostenlos angeboten. Das heißt aber nicht, dass es überhaupt keine Kosten gäbe. Sie sollten immer ein Auge auf versteckte Ausgaben haben, denn diese schmälern Ihre Rendite zusätzlich. Bei einem Banksparplan veranschlagt die Bank eine Aufwandsentschädigung, die in der Regel direkt von den Zinszahlungen abgezogen wird.

Um Aktien-, Fonds- oder ETFs zu besparen, müssen Sie eventuell mit Kosten für die Führung eines Wertpapierdepots rechnen. Es gibt hier jedoch sehr kostengünstige oder gar kostenlose Angebote. Ein besonderes Augenmerk sollte auch auf den Ordergebühren liegen. In der Regel fällt bei jedem Kauf an der Börse eine Gebühr an. Diese ist bei Direktbanken jedoch meist nicht sehr hoch. Sie sollten diese Kosten aber bei der Bestimmung Ihrer Sparrate mit berücksichtigen. Neben den Depot- und Ordergebühren werden auch innerhalb der Fonds und ETFs Verwaltungs- oder Managementkosten fällig.

Auch beim Robo Advisor sollten Anleger die Kosten genau im Blick behalten: gerade bei geringen Anlagekosten werden hier oft Gebühren erhoben.

4 Welcher Sparplan ist der richtige für Sie?

Welcher Sparplan der Richtige ist, hängt vor allem von der individuellen Risikoneigung sowie dem persönlichen Anlagehorizont ab. Diese können je nach Lebensphase variieren. Wer beispielsweise seine Altersvorsorge plant und wenig Risiko eingehen möchte, der ist vermutlich mit einem Banksparplan zufrieden. Wer hingegen länger auf das eingezahlte Geld verzichten kann und auf eine attraktive Rendite aus ist, für den bietet sich ein Fondssparplan oder ein ETF-Sparplan an. Auch eine Kombination aus verschiedenen Sparplänen ist denkbar. Der von Ihnen gewählte Sparplan sollte in ihr Portfolio und zu Ihrer persönlichen Anlagestrategie passen.

Die Sparpläne auf einen Blick:

Banksparplan Aktiensparplan Fondssparplan ETF-Sparplan Robo Advisor
Monatliche Sparrate ab 25 € ab 25 € ab 50 € ab 25 € ab 50 €
Sparintervall meist monatlich meist monatlich meist monatlich meist monatlich meist monatlich
Raten flexibel änderbar manche Anbieter ja ja ja ja
Maximale Laufzeiten 25 Jahre unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Flexibel kündbar manche Anbieter ja ja ja ja
Renditen gering mittel bis hoch mittel bis hoch mittel bis hoch mittel bis hoch
Feste Verzinsung ja nein nein nein nein
Einlagensicherung ja nein nein nein nein
Gebühren Aufwands- entschädigung Ordergebühren & ggf. Kosten für Depot Hohe Fondskosten, Ordergebühren & ggf. Kosten für Depot Geringe Fondskosten, Ordergebühren & ggf. Kosten für Depot ggf. Gebühren

5 Sparplan oder Einmalanlage – was lohnt sich mehr?

Ob die Vorteile eines Sparplans überwiegen oder ob eine Einmalanlage sinnvoller ist, lässt sich nicht ohne weiteres sagen. Zunächst besteht für viele Anleger gar nicht erst die Möglichkeit eine Einmalanlage zu tätigen, da das nötige Kapital nicht vorhanden ist.

Einen langfristigen Banksparplan abschließen, scheint aufgrund der niedrigen Zinsen derzeit wenig sinnvoll. Hier empfiehlt sich momentan eher eine Einmaleinlage auf ein Tagesgeldkonto. Auf diese Weise ist das Geld jederzeit verfügbar und kann eventuell später in einen Banksparplan oder anderweitig investiert werden, wenn das Zinsniveau attraktiver scheint. Allerdings gibt es auch beim Tagesgeld momentan nur wenig Zinsen.

Für Anleger, die keine Börsenprofis sind und sich nicht umfassend um ihre Geldanlage kümmern können oder wollen, lohnen sich langfristige Fonds- und ETF-Sparpläne eher als eine Einmalanlage. Denn während man bei dem Sparplan den Durchschnittskosteneffekt nutzt, kann man bei einer Einmalanlage zu einem ungünstigen Zeitpunkt teuer einkaufen.

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Bild-Copyright: Yulia-Grigoryeva / Shutterstock.com

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