Crowdinvesting

Crowdinvesting in Startups und Immobilien

Lana Iliev, 16.07.2019

Crowdinvesting ist ein neuer, innovativer Weg Geld zu investieren. Doch inzwischen ist auch der recht junge Crowdinvesting-Markt diversifiziert und damit um einiges unübersichtlicher als noch vor Kurzem. Welche Anlageform passt zu Ihnen? Wie investiert die Crowd in Deutschland? Wo winken die höchsten Crowdinvesting-Gewinne und wo ist das Risiko am größten? In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Informationen zum Crowdinvesting als Geldanlage zusammengefasst.

Für Sie ist Crowdinvesting kein Neuland und Sie können all diese Frage bereits beantworten? Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Crowdinvesting-Quiz und finden Sie heraus, ob Sie ein wahrer Experte sind!

Was ist Crowdinvesting?

Beim Crowdinvesting kommen viele Anleger („Crowd“) über eine Online-Plattform zusammen und investieren („invest“) gemeinsam kleine Geldbeträge. So kommen große Anlagesummen zusammen, mit denen Projekte finanziert werden, die wiederum eine Rendite für die Mikroinvestoren erwirtschaften.

Crowdinvesting auf dem Vormarsch

Crowdinvesting ist auf dem Vormarsch: 2018 betrug das Volumen aller finanzierten Crowdinvesting-Projekte in Deutschland fast 300 Millionen Euro. Damit wurden fast 100 Millionen Euro mehr eingesammelt als noch im Vorjahr – ein Plus von knapp fünfzig Prozent. Es gibt viele gute Gründe dafür, dass sich Crowdinvesting als neue Investmentform zunehmend etabliert und immer höhere Beträge investiert werden.

Grafik Volumen Crowdinvesting Markt Deutschland 2011 - 2018

Jährliches Crowdinvesting-Volumen in Deutschland von 2011 bis 2018, Quelle: crowdfunding.de

Crowdinvesting bietet Kleinanlegern einen vereinfachten Zugang zu Anlageklassen, die zuvor Großinvestoren vorbehalten waren, und verspricht zudem attraktive Renditen. Für Projektinitiatoren entsteht indessen die Möglichkeit eine Finanzierungsform zu nutzen, die sich durch einen geringen Organisationsaufwand auszeichnen. Denn dieser wird durch Crowdinvesting-Plattformen wie BERGFÜRST auf innovative Weise digital gebündelt und abgemildert.

Crowdinvesting ist eine Unterform des Crowdfunding. Beim Crowdinvesting steht allerdings das Investment im Mittelpunkt: Die Crowd rechnet damit investierte Beträge zu vermehren. Bei vielen Crowdfunding-Projekten hingegen wird auch aus altruistischen oder wohltätigen Gründen gehandelt. Mehr über die Formen des Crowdfundings erfahren Sie im Crowdfunding-Vergleich.

Die zunehmende Segmentierung des Crowdinvesting-Marktes

Möchten Sie herausfinden, ob Crowdinvesting die richtige Investmentform für Sie ist, macht es zunächst Sinn zwischen den verschiedenen Marktsegmenten zu unterscheiden. Es gibt hier beachtliche Unterschiede. Zwar handelt es sich beim Crowdinvesting noch um einen recht jungen Markt, dennoch lassen sich bereits Segmente ausmachen, die unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Die verschiedenen Crowdinvesting-Projekte lassen sich dabei oft ausgehend von den zugrunde liegenden Investitionsobjekten kategorisieren.

Mit der Crowd in Immobilien investieren und hohe Renditen erzielen

Auf der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST können Anleger bereits ab 10 € ein individuelles Immobilien-Portfolio aufbauen.

  • 5,0 - 7,5 % Zinsen pro Jahr
  • Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren
  • Kostenlose Registrierung

Da wäre zunächst die Schwarmfinanzierung für junge Unternehmen respektive Startups. Diese Form des Crowdinvestings ist die vergleichsweise älteste, denn die ersten Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland widmen sich bereits seit 2011 der Schwarmfinanzierung von jungen Unternehmen.

Geht es nach dem Volumen des investierten Kapitals, macht das Immobilien-Crowdinvesting indes jedoch das größte Segment des Crowdinvesting-Marktes aus. Umgekehrt wird in der Immobilienbranche bisher jedoch lediglich ein Bruchteil der Finanzierungen durch Crowdinvesting bereitgestellt.

Zudem werden durch Crowdinvestings inzwischen ökologische Projekte wie der Bau von Solaranlagen oder Windparks finanziell gefördert. Der Crowdinvesting-Bereich „erneuerbare Energien“ ist bisher jedoch noch recht überschaubar, sprich durch ein recht geringes Investitionsvolumen geprägt.

Segment Investiertes Volumen in Deutschland 2018*
Immobilien

210,7 Mio. €

Startups

80,4 Mio. €

Energie

6 Mio. €

Sonstiges

0,3 Mio. €

*Quelle: www.crowdfunding.de

Startups oder Immobilien – Was lohnt sich mehr?

Hausbau und junge Unternehmen – das sind die größten Segmente beim Crowdinvesting. Doch welches der beiden Investments lohnt sich mehr? Dazu sollten folgende Fragen beantwortet werden.

1 | Warum Crowdinvesting?

Startups profitieren vom Crowdinvesting vor allem da sie zu klein sind, um Kapital über die Börse zu akkumulieren. Crowdinvesting ist für sie ein vergleichsweise schneller und einfacher Weg der Kapitalbeschaffung. Zudem kann es auch zu Werbe- und Marketingzwecken genutzt werden. Denn eine Investorencrowd, die überzeugt ist, investiert nicht nur in ein Produkt, sondern kauft dieses auch selbst und erzählt gerne davon.

Im Immobilienbereich ist das Ziel von Crowdinvesting-Projekten die Beschaffung von Mezzanine-Kapital, welches von Banken als Eigenkapital-Ersatz anerkannt wird. Es ermöglicht den Emittenten, den „eigenen“ Eigenkapitalanteil für Immobilienprojekte zu verringern, finanzielle Freiräume zu erschließen und die Eigenkapitalrendite zu steigern. So lassen sich insgesamt mehr Projekte parallel finanzieren.

Beide Finanzierungsmodelle sind nicht erst mit dem Crowdinvesting entstanden. Mezzanine-Kapital ist eine gängige Form der Finanzierung im Bereich der Immobilieninvestitionen und die Förderung junger Unternehmen durch Business Angels und Venture Capital ist auch keine Neuheit. Diese Investments waren jedoch stets einem kleinen, ausgewählten Kreis von Großinvestoren vorbehalten. Durch das Crowdinvesting und den dadurch ermöglichten Zusammenschluss vieler kleiner Investoren, stehen sie nun jedem offen.

Hinzu kommt, dass bereits mit einem sehr geringen Mindestanlagevolumen in Projekte investiert werden kann. So können Sie z.B. bei der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST bereits ab 10 € Geld anlegen.

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2 | Wie sehen die Renditen aus?

Um die Renditen der unterschiedlichen Crowdinvesting-Segmente gegenüberzustellen, reicht es leider nicht aus blanke Zahlen zu vergleichen, denn der Teufel steckt im Detail. Im Startup- und im Immobilienbereich werden divergierende Beteiligungsmodelle verfolgt.

Immobilien

Beim Immobilien-Crowdinvesting ist es üblich vor der Investition einen festen Zinssatz zu vereinbaren. Das Investitionsvolumen wird also wie ein Kredit behandelt. Dabei erhalten die Crowdanleger jedoch einen höheren Zinssatz als eine Bank, denn sie stellen Mezzanine-Kapital zur Verfügung. Bei der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST liegen die fest vereinbarten Zinsen zwischen 5,0 % und 7,5 % p.a., bei halbjähriger Zinsauszahlung.

Startups

Beim Crowdinvesting in Startups funktioniert die Rendite ein wenig anders. In der Regel wird kein oder lediglich ein geringer Zinssatz vereinbart. Gewinne machen die Investoren erst, wenn es zum Verkauf oder Börsengang des Startups kommt und ein Rückkaufangebot an die Crowd erfolgt. Diese können ihre Beteiligungen dann gewinnsteigernd verkaufen.

Die Investoren erhalten eine Gewinn- bzw. Unternehmensbeteiligung in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens. Der Gewinn ist somit erfolgsabhängig: verzeichnet das Startup wirtschaftliche Erfolge, werden die Investoren beteiligt. Dabei können überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt werden, falls das Startup besonders erfolgreich ist. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, schmälert dies auch die Gewinnspanne der Investoren. Tritt der Insolvenzfall ein, droht der Totalverlust, denn mit einem Nachrangdarlehen werden die Crowdinvesting-Gläubiger nachrangig (nach anderen Gläubigern) bedient.

Hinzu kommt, dass die Rendite beim Crowdinvesting für Startups durch Verwässerung geschmälert werden kann. Je häufiger Finanzierungsrunden stattfinden, desto mehr Investoren erhalten Beteiligungen an dem Unternehmen und werden bei der Gewinnbeteiligung berücksichtigt. Das schmälert jedoch zugleich den relativen Anteil und damit die Rendite der Investoren aus den ersten Finanzierungsrunden. Bei Aktionären wird der Verwässerung durch das sogenannte Bezugsrecht entgegengewirkt. Einen vergleichbaren Mechanismus gibt es im Bereich des Crowdinvestings für Startups bisher jedoch nicht. Möchten Sie eine planbare Rendite, so sollten Sie sich eher das Immobilien-Crowdinvesting anschauen.

Wie auf andere Kapitalerträge sind Steuern auf Crowdinvesting-Gewinne zu entrichten, denn sie unterliegen der Abgeltungssteuer.

3 | Wie lange geht ein Crowdinvestment?

Beim Crowdinvesting werden in der Regel endfällige Darlehen vergeben. Endfällig bedeutet, dass die Darlehen nicht während der Laufzeit getilgt werden, sondern erst wenn diese endet. Umso wichtiger ist die Frage, wie lang das Crowdinvesting-Projekt denn dauern soll. Auch hier gibt es markante Unterschiede zwischen Startup- und Immobilienprojekten:

Immobilien-Crowdinvesting

Crowdinvesting-Projekte im Immobilienbereich haben von Anfang an eine feste Investitionslaufzeit. Bei der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST beträgt die Dauer der einzelnen Projekte in der Regel zwischen ein und fünf Jahren. Dabei werden über die diese Zeit hinweg zweimal jährlich die vereinbarten Zinsen an die Crowd ausgezahlt. Bei BERGFÜRST besteht zudem die Möglichkeit erworbene Immobilienbeteiligungen auf einem Online-Marktplatz zu handeln und die Investitionslaufzeit so individuell zu verkürzen.

Startup-Crowdinvesting

Beim Startup-Crowdinvesting gibt es keine festen Investitionslaufzeiten. Wann die Rückzahlung erfolgt, ist ungewiss. Investoren werden ausgezahlt, wenn die Geschäftsidee des Startups Erfolg hat und verkauft wird, an die Börse geht oder die Beteiligungen der Investoren selbst zurückkauft. Durchschnittlich benötigt ein neu gegründetes Unternehmen fünf bis sieben Jahre, um an diesen Punkt zu kommen. Vorausgesetzt natürlich, es existiert überhaupt so lange.

Bei Seedmatch, dem größten deutschen Portal für Startup-Crowdinvesting, besteht zudem die Möglichkeit, den mit den Startups geschlossenen Vertrag nach Ablauf der Mindestbeteiligungsdauer (circa fünf Jahre) zu lösen und zu diesem Zeitpunkt in Abhängigkeit vom gegenwärtigen Umsatz am Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden.

4 | Wie steht es mit den Risiken?

Beim Crowdinvesting verleihen Investoren Geld, um verschiedene Projekte zu unterstützen. Kommt es zu einer Insolvenz, werden die Schuldner und damit auch die Crowdinvestoren möglicherweise nicht bedient. Scheitert ein Projekt, besteht also das Risiko eines Totalverlustes. Wie hoch die Erfolgschancen sind, hängt in erster Linie natürlich von dem Crowdinvesting-Projekt selbst ab und muss immer im Einzelfall bewertet werden. Dennoch lassen sich hier auch markante Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Investitionsobjekten ausmachen:

Risiken bei Investitionen in Startups

Eine große Anzahl neugegründeter Unternehmen schafft es nicht, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten und die erhofften Ziele zu erreichen. Dass sich junge Unternehmen mit ihren Geschäftsideen oft nicht gegen den harten Wettbewerb durchsetzen können, zeigt sich auch in den teils recht hohen Ausfallraten im Crowdinvesting-Bereich für Startups. Dabei gelten Investments in junge Unternehmen seit jeher als hochriskant – denn niemand weiß mit völliger Sicherheit, wie sich ein Startup und seine Idee auf dem Markt behaupten werden.

Die Qualität der einzelnen Projekte und Produkte muss also genauestens abgewogen werden und Investoren sollten sich intensiv mit dem Markt auseinandersetzen, in den sie investieren.

Eine innovative Idee allein ist eben noch lange kein Erfolgsgarant, wie z.B. der Fall von ‚Freygeist‘ zeigt. Der E-Bike-Hersteller aus Berlin sammelte ganze 1,5 Mio. € über das Crowdinvesting-Portal Companisto ein. Rund zwei Jahre später meldete das Startup zum Leidwesen der Geldgeber Insolvenz an. Als Grund wurden „Führungsquerelen“ genannt. In diesem Fall hatte das Produkt die Crowd überzeugt, zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung braucht es jedoch oft mehr. Alle Faktoren und Umstände eines Startups zu beurteilen, kann für außenstehende Anleger schwierig sein. (Quelle: Gründerszene )

Risiken bei Immobilieninvestitionen

Auch das Crowdinvesting in Immobilienprojekte birgt grundsätzlich das Risiko eines Totalverlustes. BERGFÜRST bietet Anlegern jedoch Projekte mit besicherten Bankdarlehen anstelle von nachrangigen Darlehen an. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Immobilienprojekte im Gegensatz zu jungen Startups häufig leichter zu verstehen und einzuschätzen sind, was schlicht an der begrenzten Vielfalt der Projektformen und der verhältnismäßig geringen Komplexität der Vorhaben liegt. Außerdem lassen sich Immobilienprojekte leichter auf Plausibilität prüfen. So kann sich prinzipiell jeder Anleger unter anderem die Fragen stellen: Ist die Lage der Immobilie gut oder schlecht? Sieht die Finanzierungsstruktur realistisch aus? Ist der Immobilienentwickler erfahren oder nicht? Gibt es einen Markt für diese Immobilie?

Aus diesen Gründen ist anzunehmen, dass es Privatanlegern leichter fällt, sachgemäß über ein Immobilienprojekt zu urteilen, als die Chancen eines jungen Unternehmens in einer beliebigen Branche abschätzen zu können. Dennoch muss natürlich auch im Immobilienbereich die Qualität der einzelnen Crowdinvesting-Projekte sorgfältig abgewogen werden und es sollte nicht leichtfertig investiert werden. Zudem ist die ausreichende Risikostreuung der Investitionssumme zu beachten. Um sicherzustellen, dass Crowdinvesting-Anleger ihre Geldanlage streuen, schreibt das Kleinanlegerschutzgesetz seit diesem Jahr eine maximale Zeichnungshöhe von 25.000 € pro Anleger vor. Für vor dem 15. Juli 2019 gestartete Crowdinvesting-Projekte gilt die frühere Zeichnungsgrenze von 10.000 €.

5 | Startups vs. Immobilien: Ein Überblick

Startups Immobilien
Geringes Mindestanlagevolumen
Kostenfreie Investments
Feste Zinsen
Gewinnbeteiligung
Verwässerung der Rendite
Feste Laufzeiten
Handelbarkeit der Beteiligungen
Hohe Ausfallraten


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Immobilien stechen Startups aus

Auf deutschen Crowdinvesting-Plattformen wurde 2017 viermal so viel Kapital in Immobilien investiert wie in Startups und dafür gibt es gute Gründe. Immobilien-Crowdinvesting ist seinem älteren Pendant Startup-Crowdinvesting in vielen Punkten überlegen. Zudem gibt es Grund zu der Annahme, dass es sich vor allem für Privatinvestoren besser eignet. Die Chancen und Risiken sind bei Immobilien greifbarer und leichter einzuschätzen.

Crowdinvesting-Quiz: Wie gut kennen Sie sich aus?

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