Crowdinvesting

Crowdinvesting in Startups und Immobilien

Lana Iliev, 07.09.2018

Crowdinvesting ist ein neuer, innovativer Weg Geld anzulegen. Doch inzwischen ist auch der recht junge Crowdinvesting-Markt diversifiziert und damit um einiges unübersichtlicher als noch vor ein paar Jahren. Welches Crowdinvestment passt zu Ihnen? Wie investiert die Crowd in Deutschland? Wo winken die höchsten Gewinne und wo ist das Risiko am größten? In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Informationen zum Crowdinvesting als Geldanlage zusammengefasst.

Crowdinvesting auf dem Vormarsch

Das Crowdinvesting ist auf dem Vormarsch: Im Jahr 2017 betrug das Volumen der „erfolgreich finanzierten und abgeschlossenen Crowdinvesting-Projekte deutscher Emittenten“ laut dem Portal crowdfunding.de circa 170 Millionen Euro. Das sind über 100 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr.
Es gibt viele gute Gründe dafür, dass sich diese neue Investmentform zunehmend etabliert.

Crowdinvesting bietet Anlegern einen vereinfachten Zugang zu Anlageklassen, die zuvor Großinvestoren vorbehalten waren, und verspricht zudem attraktive Renditen. Für Projektinitiatoren entsteht indessen die Möglichkeit Finanzierungswege zu finden, die sich durch einen geringen Organisationsaufwand auszeichnen. Denn dieser wird durch Crowdinvesting-Plattformen wie BERGFÜRST auf innovative Weise digital gebündelt und abgemildert.

Crowdinvesting ist eine Unterform des Crowdfunding. Beim Crowdinvesting steht allerdings das Investment im Mittelpunkt: die Crowd rechnet damit ihr Kapital zu vermehren. Bei vielen Crowdfunding-Projekten hingegen wird auch aus altruistischen oder wohltätigen Gründen gehandelt. Mehr über die Formen des Crowdfundings erfahren Sie im Crowdfunding-Vergleich

Immobilien-Crowdinvesting Plattform

Die zunehmende Segmentierung des Crowdinvesting-Marktes

Möchten Sie herausfinden, ob Crowdinvesting die richtige Investmentform für Sie ist, macht es zunächst Sinn zwischen den verschiedenen Marktsegmenten zu unterscheiden, da es hier beachtliche Unterschiede gibt. Zwar handelt es sich beim Crowdinvestment noch um einen recht jungen Markt, dennoch lassen sich bereits Segmente ausmachen, die unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Die verschiedenen Projekte lassen sich dabei oft ausgehend von den zugrunde liegenden Investitionsobjekten kategorisieren.

Da wäre zunächst das Crowdinvesting für junge Unternehmen respektive Startups. Diese Form des Crowdinvestings ist die vergleichsweise älteste, denn die ersten Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland widmen sich bereits seit dem Jahr 2011 der Schwarmfinanzierung von jungen Unternehmen.
Geht es nach dem Volumen des investierten Kapitals, macht das Immobilien Crowdinvesting indes jedoch das größte Segment des Crowdinvesting-Marktes aus. Umgekehrt wird in der Immobilienbranche bisher jedoch lediglich ein Bruchteil der Finanzierungen durch Crowdinvestments bereitgestellt.

Zudem werden durch Crowdinvestings inzwischen ökologische Projekte wie der Bau von Solaranlagen oder Windparks finanziell gefördert. Der Bereich ‚erneuerbare Energien‘ ist bisher jedoch noch recht überschaubar, sprich durch ein recht geringes Investitionsvolumen im Crowdinvestmentbereich geprägt.

Segment Volumen erfolgreich finanzierter & abgeschlossener Crowdinvesting-Projekte deutscher Emittenten 2017
Immobilien

131,7 Mio. €*

Startups

31,0 Mio. €

Energie

9,8 Mio. €

*Quelle: www.crowdfunding.de

Startups oder Immobilien – Was lohnt sich mehr?

Hausbau und junge Unternehmen – das sind die größten Segmente, in die die Crowd investiert. Doch welches der beiden Investments lohnt sich mehr? Dazu sollte man folgende Fragen betrachten.

1 Warum Crowdinvesting?

Startups profitieren vom Crowdinvesting vor allem da sie zu klein sind, um Kapital über die Börse zu akkumulieren. Crowdinvesting ist für sie ein vergleichsweise schneller und einfacher Weg der Kapitalbeschaffung. Zudem kann es auch zu Werbe- und Marketingzwecken genutzt werden. Denn eine Investorencrowd, die überzeugt ist, investiert nicht nur in ein Produkt, sondern kauft dieses auch selbst und erzählt auch gerne davon.

Im Immobilienbereich ist das Ziel von Crowdinvesting-Projekten die Beschaffung von Mezzanine Kapital, welches von Banken als Eigenkapitalersatz anerkannt wird. Es ermöglicht den Emittenten, den ,,eigenen” Eigenkapitalanteil für Immobilienprojekte zu verringern, finanzielle Freiräume zu erschließen und die Eigenkapitalrendite zu steigern. So lassen sich insgesamt mehr Projekte parallel finanzieren.

Beide Finanzierungsmodelle sind nicht erst mit dem Crowdinvesting entstanden. Mezzanine-Kapital ist eine gängige Form der Finanzierung im Bereich der Immobilieninvestitionen und die Förderung junger Unternehmen durch Business Angels und Venture Capital ist auch keine Neuheit. Diese Investments waren jedoch stets einem kleinen, ausgewählten Kreis von Großinvestoren vorbehalten. Durch das Crowdinvesting und den dadurch ermöglichten Zusammenschluss vieler kleiner Investoren, stehen sie nun jedem offen.

Hinzu kommt, dass bereits mit einem sehr geringen Mindestanlagevolumen in Projekte investiert werden kann. So können Sie z.B. bei der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST bereits ab 10 € Geld anlegen.

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2 Wie sehen die Renditen aus?

Um die Renditen der unterschiedlichen Crowdinvesting-Segmente gegenüberzustellen, reicht es leider nicht aus blanke Zahlen zu vergleichen, denn der Teufel steckt im Detail. Im Startup- und im Immobilienbereich werden divergierende Beteiligungsmodelle verfolgt:

Immobilien

Beim Immobilien-Crowdinvesting ist es üblich vor der Investition einen festen Zinssatz zu vereinbaren. Das investierte Kapital wird also wie ein Bankkredit behandelt. Dabei erhalten die Crowdanleger jedoch einen höheren Zinssatz als eine Bank, denn sie stellen Mezzanine Kapital zur Verfügung. Bei der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST liegen die fest vereinbarten Zinsen zwischen 5,0 % und 7,0 % pro Jahr, bei halbjähriger Zinsauszahlung.

Startups

Bei Crowdinvestments in Startups funktioniert die Rendite ein wenig anders. In der Regel wird kein oder lediglich ein geringer Zinssatz mit der Crowd vereinbart. Gewinne machen die Investoren erst, wenn es zum Verkauf oder Börsengang des Startups kommt und ein Rückkaufangebot an die Investoren erfolgt. Diese können ihre Anteile dann gewinnsteigernd verkaufen.

Die Investoren erhalten eine Gewinn- bzw. Unternehmensbeteiligung in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens. Der Gewinn ist somit erfolgsabhängig: verzeichnet das Startup wirtschaftliche Erfolge, werden die Investoren beteiligt. Dabei können überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt werden, falls das Startup besonders erfolgreich ist. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, schmälert dies auch die Gewinnspanne der Investoren.

Hinzu kommt, dass die Rendite bei der Schwarmfinanzierung von Startups durch Verwässerung geschmälert werden kann. Je häufiger Finanzierungsrunden stattfinden, desto mehr Investoren erhalten Beteiligungen an dem Unternehmen und werden bei der Gewinnbeteiligung berücksichtigt. Das schmälert jedoch zugleich den relativen Anteil und Gewinn der Investoren aus den ersten Finanzierungsrunden. Bei Aktionären wird der Verwässerung durch das sogenannte Bezugsrecht entgegengewirkt. Einen vergleichbaren Mechanismus gibt es jedoch im Bereich des Crowdinvestings für Startups bisher nicht. Möchten Sie eine planbare Rendite so sollten Sie sich eher das Immobilien-Crowdinvesting anschauen.

Investitionsmöglichkeiten auf einen Blick

3 Laufzeiten – Wie lange geht ein Crowdinvestment?

Beim Crowdinvesting werden in der Regel endfällige Darlehen vergeben. Endfällig bedeutet, dass die Darlehen nicht während der Laufzeit getilgt werden, sondern erst wenn diese endet. Um so wichtiger ist die Frage, wie lang die Laufzeit der getätigten Investition denn ist. Auch hier gibt es markante Unterschiede zwischen Startup- und Immobilienprojekten:

Laufzeiten beim Immobilien-Crowdinvesting

Crowdinvesting-Projekte im Immobilienbereich haben von Anfang an eine feste Laufzeit. Bei BERGFÜRST beträgt die Laufzeit der einzelnen Projekte in der Regel zwischen ein und fünf Jahren. Dabei werden über die Laufzeit hinweg zweimal im Jahr die vereinbarten Zinsen an die Crowd ausgezahlt. Bei BERGFÜRST besteht zudem die Möglichkeit erworbene Anteile auf einem Online-Marktplatz zu handeln und die Laufzeit so individuell zu verkürzen.

Laufzeiten beim Startup-Crowdinvesting

Beim Startup-Crowdinvesting gibt es keine festen Laufzeiten. Wann die Rückzahlung erfolgt, ist ungewiss. Investoren werden ausgezahlt, wenn das Startup Erfolg hat und verkauft wird, an die Börse geht oder die Beteiligungen der Investoren selbst zurück kauft. Durchschnittlich benötigt ein neu gegründetes Unternehmen fünf bis sieben Jahre, um an diesen Punkt zu kommen. Vorausgesetzt natürlich, es existiert überhaupt so lange.

Bei Seedmatch, der größten deutschen Plattform für Startup-Crowdinvesting, besteht zudem die Möglichkeit den mit den Startups geschlossenen Vertrag nach Ablauf der Mindestbeteiligungsdauer (circa fünf Jahre) zu lösen und zu diesem Zeitpunkt in Abhängigkeit vom gegenwärtigen Umsatz am Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden.

4 Wie steht es mit dem Risiko?

Beim Crowdinvesting verleihen Investoren Geld, um verschiedene Projekte zu unterstützen. Kommt es zu einer Insolvenz werden die Schuldner und damit auch die Crowdinvestoren möglicherweise nicht bedient. Scheitert ein Projekt, besteht also das Risiko eines Totalverlustes. Wie hoch die Erfolgschancen sind, hängt in erster Linie natürlich von dem Projekt selbst ab und muss immer im Einzelfall bewertet werden. Dennoch lassen sich hier auch markante Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Investitionsobjekten ausmachen:

Risiko bei Investitionen in Startups

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland über 650.000 neue Unternehmen gegründet, ein Jahr davor waren es sogar noch über 700.000 neue Unternehmen. Dass es viele dieser Unternehmen nicht schaffen, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten und die erhofften Gewinne zu erwirtschaften, liegt auf der Hand. Dass sich junge Unternehmen oft nicht gegen den harten Wettbewerb durchsetzen können, zeigt sich auch in den teils recht hohen Ausfallraten im Crowdinvesting-Bereich für Startups. Dabei gelten Investments in junge Unternehmen seit jeher als hochriskant – denn niemand weiß mit völliger Sicherheit, wie sich ein Startup auf dem Markt behaupten wird.

Die Qualität der einzelnen Projekte und Produkte muss also genauestens abgewogen werden und Investoren sollten sich intensiv mit dem Markt auseinandersetzen, in den sie investieren.

Ein innovatives Produkt allein ist eben noch lange kein Erfolgsgarant, wie z.B. die Geschichte von ‚Freygeist‘ zeigt. Der E-Bike-Hersteller aus Berlin sammelte ganze 1,5 Mio. € über die Crowdfunding-Plattform Companisto ein. Rund zwei Jahre später meldete das Startup zum Leidwesen der Anleger Insolvenz an. Als Grund wurden „Führungsquerelen“ genannt. In diesem Fall hatte das Produkt die Crowd überzeugt, zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung braucht es jedoch oft mehr. Alle Faktoren und Umstände eines Startups zu beurteilen, kann für außenstehende Anleger schwierig sein. (Quelle: Gründerszene, https://bit.ly/2EFvq74)

Risiko bei Investitionen in Immobilien

Auch das Crowdinvesting in Immobilienprojekte birgt grundsätzlich das Risiko eines Totalverlustes. BERGFÜRST bietet den Anlegern jedoch Projekte mit besicherten Bankdarlehen an. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Immobilienprojekte im Gegensatz zu jungen Startups häufig leichter zu verstehen und einzuschätzen sind, was schlicht an der begrenzten Vielfalt der Projektformen und der verhältnismäßig geringen Komplexität der Vorhaben liegt. Außerdem lassen sich Immobilienprojekte leichter auf Plausibilität prüfen. So kann sich prinzipiell jeder Anleger u.a. die Fragen stellen: Ist die Lage der Immobilie gut oder schlecht? Sieht die Finanzierungsstruktur realistisch aus? Ist der Immobilienentwickler erfahren oder nicht? Gibt es einen Markt für diese Immobilie?

Aus diesen Gründen ist anzunehmen, dass es Privatanlegern leichter fällt sachgemäß über ein Immobilienprojekt zu urteilen, als die Chancen eines jungen Unternehmens in einer beliebigen Branche abschätzen zu können. Dennoch muss natürlich auch im Immobilienbereich die Qualität der einzelnen Crowdinvesting-Projekte sorgfältig abgewogen werden und es sollte nicht leichtfertig investiert werden. Zudem ist eine Anlagestreuung immer anzuraten.

5 Startups vs. Immobilien: Ein Überblick

Startups Immobilien
Geringes Mindestanlagevolumen
Kostenfreie Investments
Feste Zinsen
Gewinnbeteiligung
Verwässerung der Rendite
Feste Laufzeiten
Handelbarkeit der Anteile
Hohe Ausfallraten

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Immobilien stechen Startups aus

Auf deutschen Crowdinvesting-Plattformen wurde im Jahr 2017 viermal so viel Kapital in Immobilien investiert wie in Startups und dafür gibt es gute Gründe. Immobilien-Crowdinvesting ist seinem älteren Pendant Startup-Crowdinvesting in vielen Punkten überlegen. Zudem gibt es Grund zu der Annahme, dass es sich vor allem für Privatinvestoren besser eignet. Die Chancen und Risiken sind bei Immobilien greifbarer und leichter einzuschätzen. Sollten Sie sich für Immobilien-Crowdinvesting interessieren, finden Sie im Folgenden erste Informationen.

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