Finanzblogs für Frauen

Die drei besten Finanzblogs für Frauen

Lana Iliev, 22.09.2021

Sie heißen Madame Moneypenny, Fortunalista oder Geldfrau – seit Mitte der 2010er Jahre erblicken immer mehr Finanzblogs speziell für Frauen das Licht der digitalen Öffentlichkeit. Sie wollen Frauen in Sachen Geld informieren und gehen selbstbewusst gegen ein strukturelles Problem an: Frauen in Deutschland vernachlässigen ihre Finanzen zu oft.

Doch Vorsicht: Nicht jeder der neuen, weiblichen Finanzblogs ist vertrauenswürdig. Häufig werden die Blogs als Plattform genutzt, um kostspielige Seminare, Coachings oder provisionsbasierte Finanzberatungen speziell für Frauen zu vermarkten.

Finanzblogs, die fundierte Kenntnisse vermitteln und sich an journalistische Standards halten, eignen sich hingegen sehr gut als Informationsgrundlage: Denn häufig schaffen es die modernen und jungen Finanzblogs für Frauen durch eine ansprechende Gestaltung und anregende Ansprache dröge Finanzthemen spannend zu machen. So erleichtern sie den Einstieg in den Vermögensaufbau und die Geldanlage.

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Fünf Gründe, warum Finanzblogs für Frauen wichtig sind

Studien belegen, dass es Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, wenn es um das Thema Finanzen geht. Eine kurze Zusammenfassung.

  1. Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen als Männer. Laut Statistischem Bundesamt  (Destatis) sind Seniorinnen ab 75 Jahren zu 17,5 % armutsgefährdet. Bei Senioren der gleichen Altersgruppe liegt die Armuts­gefährdungs­quote bei lediglich 11,7 %.

  2. Frauen verdienen weniger Geld als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap drückt das geschlechtsspezifische Lohngefälle aus und besagt, dass Frauen hierzulande durchschnittlich 19 % weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. (Quelle: Destatis )

  3. Frauen verfügen häufiger über unterbrochene Erwerbsbiografien. Der Gender Pay Gap ergibt sich zum größten Teil daraus, dass Frauen häufiger in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung (umgspr. Minijob) tätig sind. Während 48 % der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit arbeiten, sind es gerade einmal 11 % der erwerbstätigen Männer. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit ) Dies führt dazu, dass Frauen weniger in die Rentenkassen oder private Altersvorsorgen einzahlen.

  4. Frauen sind häufiger finanziell abhängig. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ ) gehen über die Hälfte der heute 30- bis 50-jährigen Frauen trotz Erwerbstätigkeit davon aus, im Alter von der Rente ihres Partners existenziell abhängig zu sein.

  5. Frauen investieren seltener und betreiben weniger aktiv Vermögensaufbau. Das belegen auch die Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI ): So waren im Jahr 2020 gerade einmal 36 % aller Anleger und Anlegerinnen, die in Deutschland Aktien oder Anteile an Aktienfonds halten, weiblich.

Ausführlichere Informationen sowie weitere Zahlen und Studien finden Sie im Beitrag „Warum sich gerade Frauen mehr um ihre Finanzen küm­mern müssen“

Finanzblogs für Frauen berücksichtigen diese Ausgangslage und klären Frauen passend dazu über Geld- und Altersvorsorge-Themen auf. Die Hauptaufgabe von Finanzblogs für Frauen ist, Frauen Finanzbildung und Geldanlage-Wissen zugänglich zu machen.

Wie erkenne ich einen vertrauenswürdigen Finanzblog?

Wie eingangs erwähnt, sind nicht alle Finanzblogs für Frauen von gleicher Qualität. Achten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale.


Wer ist die Urheberin oder der Urheber der Inhalte?
Welche Person, Institution oder Unternehmen steht hinter den veröffentlichten Inhalten? Welche Kompetenzen haben die Urheberinnen oder Urheber im Bereich Finanzen?

Handelt es sich um fundiertes Wissen?
Gibt es vertrauenswürdige Quellenangaben und stammen diese von glaubhaften Ressourcen? Stammen zitierte Studienergebnisse beispielsweise aus der Wissenschaft oder lassen sich genannte Sachverhalte durch öffentliche Statistiken belegen?

Sind die Inhalte hochwertig gestaltet?
Sind Texte sprachlich korrekt und wurde bei der Erstellung der Inhalte sorgfältig gearbeitet?

Weist der Blog eine hohe Themen­vielfalt auf?
Geht es immer nur um dasselbe Finanzprodukt oder werden verschiedene Produkte vorgestellt und verglichen?

Welche Motivation treibt die Urheberin oder den Urheber an?
Steht hier fundiertes Wissen im Zentrum oder wird der Blog einfach nur genutzt, um hochpreisige Beratungs- oder Finanzprodukte an Leser*innen zu vermitteln?

Einen Blog zu betreiben ist aufwendig und die Betreiberinnen und Betreiber müssen Wege finden, ihre Plattform zu monetarisieren. Fast alle Finanzblogs für Frauen bieten deshalb Seminare, Coachings oder Beratungen zu Finanzthemen speziell für Frauen an.

Häufig sind diese Beratungsangebote recht kostspielig. Doch es bleibt am Ende der Leserin überlassen, ob sie das Geld in ein solches Coaching investiert, eine professionelle Honorarberatung in Anspruch nimmt oder einfach direkt anlegt, um es zu vermehren.

Die drei besten Finanzblogs für Frauen

Die Auswahl ist groß: Welche Finanzblogs für Frauen sind die besten? Wir haben uns verschiedene Angebote angeguckt und unsere persönlichen Favoriten gekürt!


Warum wurden genau diese Finanzblogs für Frauen in das Ranking aufgenommen?

Als Grundlage für die nachfolgenden Empfehlungen dienten die kostenlos zur Verfügung gestellten Inhalte der Finanzblogs. An dieser Stelle wird keine Auskunft über die Qualität der kostenpflichtig angebotenen Seminar-, Coaching- oder Beratungsangebote getroffen. Ein weiteres Kriterium waren die Fachkenntnisse sowie die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Bloggerin.

1 | Madame Moneypenny

„Madame Moneypenny“  ist der älteste Finanzblog im deutschsprachigen Raum, der sich auf Frauen spezialisiert hat und wurde 2015 von Natascha Wegelin gegründet. Nach eigenen Angaben ist „Madame Moneypenny“ der größte Finanzblog für Frauen und einer der größten Finanzblogs in Deutschland.

Anlass und Motivation zum Finanzblog für Frauen war für Wegelin eine schlechte Erfahrung: In jungen Jahren schloss sie eine Rentenversicherung mit horrenden Kosten ab – vermittelt von einer professionellen Finanzberaterin. Seitdem möchte Wegelin Frauen dabei helfen, finanziell unabhängig zu werden und dabei vor allem über die eigene schlechte Erfahrung aufklären, um andere Frauen davor zu bewahren.

Kompetenzen

Wegelin hat BWL studiert und vor ihrer Tätigkeit als „Madame Moneypenny“ bereits ein erfolgreiches Startup gegründet und aufgebaut – sie ist also nicht völlig fachfremd, wenn es um das Thema Finanzen geht. Außerdem schaffte es „Madame Moneypenny“ 2017 auf den ersten Platz des Finanzblog Award, der jährlich von comdirect verliehen wird.

Angebot

Neben selbst verfassten Beiträgen auf ihrem Blog bietet Wegelin ein großes Repertoire an multimedialen Inhalten: Podcasts, ein Hörbuch, Live-Talks auf Facebook und Instagram. All diese Angebote sind kostenlos verfügbar. Auch die von Wegelin gegründete Facebook-Gruppe „Madame Moneypenny – Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen“ erfreut sich großer Beliebtheit: hier tauschen sich über 100.000 Frauen über Finanz- und Geldanlagethemen aus.

Weiterhin verkauft Wegelin ihre eigenen Bücher zum Thema Frauen und Finanzen und bietet ein kostenpflichtiges Mentoring-Programm an.

2 | HerMoney

„HerMoney“  wurde 2017 von Anne E. Connelly gegründet und bietet vielfältige und verständliche Informationen zu den Themen Finanzen, Vorsorge und Karriere. Der Blog ist dabei wie ein Lifestyle-Magazin aufgebaut und erscheint alles andere als dröge.

Gründerin Connelly möchte mit ihrem Finanzblog Frauen dazu bewegen, sich aktiver um ihre Finanzen zu kümmern. Dabei sieht sie finanzielle Unabhängigkeit als „eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben“.

Kompetenzen

Connelly war als Top-Managerin in der Investmentbranche tätig und verfügt so über ein fundiertes Finanzwissen. Zudem legt sie großen Wert auf die Kompetenzen der „HerMoney“-Autor*innen. So schreiben für ihren Blog größtenteils erfahrene Finanzjournalistinnen und Finanzberaterinnen. 2018 erhielt „HerMoney“ den Sonderpreis für Wirtschaftsjournalisten vom Deutsche Derivate Verband.

Angebot

Die von Connelly und weiteren Autor*innen verfassten Blogartikel sind kostenfrei zugänglich und nach Altersgruppen bzw. typischen Lebensphasen geordnet. Zudem gibt es einen „HerMoney“-Podcast und ein umfangreiches Social-Media-Angebot.

Darüber hinaus veranstaltet Connelly kostenpflichtige Events und Webinare.

3 | Geldfrau

Der Blog „Geldfrau“  wurde 2017 von Dani Parthum gegründet und wird jährlich von über 650.000 Leser*innen besucht. Außerdem folgen über 11.000 Fans, Follower*innen und Newsletter-Abonnent*innen der „Geldfrau“.

Mit ihrem Finanzblog für Frauen möchte Parthum Leserinnen dabei helfen, „finanziell eigenständig und souverän“ zu sein. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, über Geld- und Finanzthemen aufzuklären, damit Frauen bis ins hohe Alter selbstbestimmt leben können.

Kompetenzen

Die Finanzbloggerin Parthum ist diplomierte Ökonomin und war über 15 Jahre lang als Wirtschaftsjournalistin für ARD, ZDF und das Handelsblatt tätig, bevor sie sich vermehrt ihrem Blog „Geldfrau“ widmete. Zudem gibt es zahlreiche Interviews mit öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und namhaften Tageszeitungen, in denen sie als Finanzexpertin auftritt.

Angebot

Das kostenlose Angebot der „Geldfrau“ umfasst zahlreiche Blogbeiträge zu den Themen Grundwissen, Geldmanagement, Absicherung und Vermögensaufbau. Außerdem gibt Parthum Buchtipps und führt Interviews.

Kostenpflichtig sind hingegen Parthums Einzelcoachings, ihre Seminare in Hamburg und München sowie Firmen-Workshops und Online-Tutorials.

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