Geld anlegen und hohe Zinsen erzielen – so funktioniert’s

Valeria Nickel, 26.02.2018

Die deutschen Anleger sind Gewohnheitstiere: Sie lassen sich trotz der aktuellen Zinsen, die dauerhaft niedrig sind, nicht beirren und ändern kaum etwas an ihrem Sparverhalten. Mehr als 80 % setzen nach wie vor auf das Sparbuch/Sparkonto und sparen auf dem Girokonto. Wer sich allerdings hohe Zinsen zum Ziel der Geldanlage gesetzt hat, wird mit einem Sparkonto nicht glücklich – der durchschnittliche Zinssatz in den Jahren 2012 bis Ende 2016 zeigt die drastische Abwärtsspirale:

Abwärtsspirale grafisch

Quelle: Welt.de

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Der Unterschied zwischen Zinsen und Rendite

Zinsen = Rendite? Dies stimmt nur zum Teil. Bevor Sie Geld anlegen und sich auf hohe Zinsen konzentrieren, sollten Sie sich über den Begriff klar werden: Zinsen sind nämlich nur eine Unterkategorie von Renditen. Sie bezeichnen das Entgelt, das Sparer für die Überlassung von Guthaben erhalten – kurz gesagt die „Miete” für Kapital. Ohne diese Mietzahlung ist eine moderne Geldwirtschaft nicht vorstellbar, denn so hätte niemand einen Anreiz, sein Kapital jemand anderem zur Verfügung zu stellen. Die Höhe der Zinszahlungen wird durch den Zinssatz bestimmt. Dies ist ein Prozentwert, der die „Miete” für ein Jahr bezogen auf das eingesetzte Kapital angibt. Wenn Zinssatz, eingesetzter Betrag und Laufzeit bekannt sind, ist es einfach, den eigenen Zinsgewinn auszurechnen.

Allerdings gibt es auch andere Arten von Renditen, die deutlich höhere Gewinne versprechen: Kurs- oder Währungsgewinne und Dividenden. Ein wesentlicher Unterschied von Zins- zu Dividendenzahlungen ist, dass erstere unabhängig vom Ertrag des Schuldners anfallen und nicht nur, wenn entsprechende Gewinne vorhanden sind. Dadurch sind Zinszahlungen für Sparer erheblich risikoärmer und ein wichtiger Grund dafür, warum nach wie vor verzinsliche Bankeinlagen so beliebt sind.

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Festgeld und Tagesgeld: Everybody’s Darling

Neben dem Sparkonto sind nach wie vor das Tagesgeld- und das Festgeldkonto besonders attraktive und sichere Geldanlagen, um Erträge durch Verzinsung von Bankguthaben zu ergattern, auch wenn sie im Moment wenig rentabel sind.

Beim Tagesgeld überlässt man einer Bank eine bestimmte Geldsumme für einen unbestimmten Zeitraum (meistens 1-12 Monate) zu einem Zinssatz, der sich täglich ändern kann. Andererseits kann man selbst jederzeit wieder auf sein Erspartes zugreifen, ohne eine Kündigungsfrist einhalten zu müssen. So kann man bei Bedarf ganz einfach zu einem besseren Angebot bei einer anderen Bank wechseln.

Im Gegensatz dazu bezeichnet die „Festgeldanlage” eine Form der Geldanlage, bei der es keine wechselnden Konditionen gibt. Laufzeiten, Anlagebetrag und der dafür gewährte Zinssatz – der Festzins – sind bereits von vornherein festgelegt. Die Höhe der Festgeldzinsen wird von unterschiedlichen Faktoren bestimmt. Die eingeschränkte Verfügbarkeit, die Dauer der Laufzeit, der Kapitalbetrag und länderspezifische Rahmenbedingungen sind wichtige Einflussgrößen. Für den Zinssatz im Euro-Raum ist auch die Geld- und Zinspolitik der zuständigen Europäischen Zentralbank (EZB) entscheidend. Sie verfolgt bereits seit Längerem vor dem Hintergrund der Euro- und Schuldenkrise mancher Mitgliedsländer eine ausgesprochen lockere Geldpolitik mit Niedrigzinsen. Das hat dafür gesorgt, dass die Festgeld-Zinsen in Europa in den letzten Jahren gesunken sind. Besonders niedrig sind sie in Deutschland. Und diese Situation wird voraussichtlich noch länger anhalten, denn die EZB hat angekündigt, das Zinsniveau auch für die nächsten Jahre niedrig zu halten.

Gewissermaßen könnte man Tages- und Festgeldkonten als „Wolf im Schafspelz” bezeichnen. Denn wenn Sie zu einem so kleinen Zinssatz wie 0,07 % Geld anlegen, verlieren Sie genau genommen Geld und zwar aufgrund der Inflation, die die Kaufkraft des angelegten Geldes sinken lässt.

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Wie kann man hochverzinst Geld anlegen?

Die Sparer, die sich dieser Verlust-Gefahr durch einen kleinen Sparkonten-, Tagesgeld- oder Festzins bewusst sind, bleiben 3 Handlungsmöglichkeiten offen, wie sie ihr Geld anlegen und hohe Zinsen erzielen können.

1 | Auf dem Tagesgeldmarkt: Banken suchen, die auch langfristig relativ hohe Zinsen zahlen

Während der Laufzeit der Geldanlage auf einem Tagesgeldkonto kann der Zinssatz täglich schwanken. So ist nicht immer die Bank mit dem besten Tagesgeldzins auch mittel- und langfristig die beste Option. Eine Lösung wäre, von vornherein nach Banken zu suchen, die kontinuierlich gut zahlen. Doch wie kann man diese Banken am besten erkennen? Banken arbeiten beim Einsammeln von Kundengeldern mit internen Zielvorgaben, die jedes Jahr erfüllt werden müssen. Sobald diese Vorgaben erreicht sind, senkt eine Bank in der Regel schnell ihre Zinssätze, um nicht unnötig viel Kapital einzusammeln. Danach steigen sie wiederum auch nur sehr langsam, denn Privatanleger sind sehr träge und die wenigsten wechseln sofort wieder zu einer anderen Bank mit besseren Konditionen. Nun muss man eine Bank mit höheren Vorgaben finden, die nicht so schnell ihren Kapitalbedarf deckt. Wie hoch diese Vorgaben sind, ist aber nur selten bekannt. Ein Anhaltspunkt ist allerdings die Größe der Bank. Kleine Banken mit geringem Bilanzvolumen oder nicht so großer internationaler Verbreitung haben in der Regel auch einen geringeren Refinanzierungsbedarf als große internationale Institute, sodass hier die Zinsen im Tagesgeld-Vergleich eher längerfristig am oberen Ende zu finden sind.

2 | Blick ins Ausland

Darüber hinaus gibt es auch in den einzelnen Ländern spezifische Gegebenheiten, die das Zinsniveau beeinflussen können. Die wirtschaftliche Lage, die Struktur und der Wettbewerb in der Finanzindustrie, der Kreditbedarf und das Anlage- und Sparverhalten. Wenn Sie daher gewinnbringender Geld anlegen möchten, sollten Sie vielleicht mal einen Blick ins Ausland riskieren. Der Vorteil ist, dass bei Kreditinstituten in der Europäischen Union eine Einlagensicherung gilt, die Ihr Erspartes bis zu 100.000 € im Falle der Insolvenz – zumindest theoretisch – schützt.

3 | Risikofreudigere Geldanlagen: Anlageklassen mit hohen Zinsen

Wer auf der Suche nach einer wirklich rentablen Geldanlage ist, kommt an Aktien nicht vorbei. Jedoch darf man nicht vergessen: Rendite und Risiko hängen unmittelbar zusammen. Je höher das eine, desto höher das andere. Es lohnt sich in diesem Fall, sein Anlagekapital über Länder und Branchen breit zu streuen, um Wertschwankungen zu minimieren.

Eine besonders einfache und günstige Möglichkeit, bei der Geldanlage auf Aktien zu setzen, sind börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds), kurz ETFs. ETFs bilden Aktienindizes wie den Dax, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World nach. Statt beispielsweise die 30 Aktien des Dax einzeln zu kaufen, können Anleger auch einfach einen ETF-Anteil ins Depot nehmen. Im Gegensatz dazu entscheiden bei klassischen Aktienfonds die Fondsmanager über die Wahl der Aktien. Das Ziel solch aktiv gemanagter Fonds ist es, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. Das wird aber häufig nicht erreicht.

Wer nicht nur auf den Aktienmarkt setzen, aber bei Geldanlagen trotzdem hohe Zinsen erzielen möchte, könnte sich mit dem Crowdinvesting als alternative Anlagemöglichkeit auseinandersetzen. Dabei schließen sich viele private Anleger über eine Internetplattform zusammen, um gemeinsam große Beträge anlegen zu können. So erreichen sie die Schwellen zu den hoch verzinsten Anlageklassen, die bisher nur professionellen Anlegern vorbehalten waren. Zusammen mit Crowdinvesting-Plattformen entstehen auch immer mehr Kredit-Plattformen (Crowdlending-Plattformen), auf denen private Kreditnehmer und Kreditgeber zu­einander finden können. Als Kapitalgeber kann man die meist hoch verzinsten Kredite ebenfalls als renditereiche Kapitalanlage nutzen – jedoch ist dabei mit besonders großen Risiken zu rechnen, da Sie die Bonität Ihrer Kreditnehmer schlecht einschätzen können. Wer sich auf alternative Anlageklassen einlassen möchte, gleichzeitig aber auf die Wertbeständigkeit von Immobilien vertraut, für den könnte das Immobilien Crowdinvesting interessant sein. Viele Immobiliengesellschaften sammeln über das Crowdinvesting Mezzanine-Kapital ein und bieten dafür satte Zinsen. Bei BERGFÜRST sind Zinsen von 5,0 % bis 7,0 % pro Jahr erzielbar und es gibt keinen Mindestanlagebetrag.

Immobilien Crowdinvesting: Hohe Zinsen, feste Laufzeiten!

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