Private Altersvorsorge

Private Altersvorsorge: Drei Möglichkeiten & alternative Strategien

Valeria Nickel, 16.11.2018

Und, wie sparen Sie für das Alter? Wenn Sie diese Frage mit „überhaupt nicht” beantworten, sind Sie nicht allein. Heutzutage ist es Gang und Gebe, keine Altersvorsorge zu betreiben: Ein Drittel der Bevölkerung läuft vor der Verantwortung davon. Der Grund ist, dass viele mit dem großen Angebot und gleichzeitig mit den vielen Warnhinweisen überfordert sind. Ständig ist von Zinstälern, Aktiencrashs und der „Riester-Falle” die Rede. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Deutschen die Gedanken an eine Vorsorge beiseite schieben. Dabei kann man sich nicht auf die gesetzliche Rente verlassen. Der Teil des Nettoeinkommens, der als Rente ausgezahlt wird, sinkt immer weiter – und reicht in den allermeisten Fällen nicht, um im Alter über die Runden zu kommen. Es droht die Altersarmut.

Das Problem ist der „Generationenvertrag”, der dem deutschen gesetzlichen Rentensystem zugrunde liegt. Dieser sieht vor, dass der Teil der berufstätigen Bevölkerung die Rente des nicht mehr berufstätigen Teils finanziert. Durch den demografischen Wandel gibt es allerdings immer mehr Rentner und immer weniger junge Berufstätige, die sie finanzieren können. Zudem steigt die Lebenserwartung, sodass die Deutschen auch immer länger Rente beziehen und dementsprechend ein größeres Polster benötigen. Was kann man also privat tun, um bei Rentenbeginn kein böses Erwachen zu erleben?

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Riester-/Rürup-Rente

Der Staat hat bereits 2001 gesehen, dass Anreize für eine private Ergänzung zu der gesetzlichen Rente notwendig sind. Für Angestellte und Beamte hat er daraufhin die Riester-Rente geschaffen. Riester-Verträge lohnen sich vor allem, weil der Staat sie bezuschusst. Die Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen. Wenn Sie genug einzahlen, beträgt die jährliche Grundzulage pro Person 154 € plus eine Kinderzulage für jedes Kind. Die Höhe Ihres Steuervorteils hängt von Ihrem Einkommensteuersatz ab: Sie können 4 % Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens von der Steuer absetzen und in einen Riester-Vertrag einzahlen. Dabei gilt eine Höchstgrenze von 2.100 € pro Jahr. Insgesamt spart der Einzelne bei der Riester-Rente also nicht ganz allein, sondern wird dabei vom Staat unterstützt. Allerdings müssen Sie bedenken, dass Sie Ihre Einkünfte aus den Riester-Verträgen im Rentenalter versteuern müssen. Im Fachjargon nennt man das nachgelagerte Besteuerung. Im Endeffekt sparen Sie aber so gut wie immer Steuern, da Sie im Alter meist einen niedrigeren Steuersatz haben als im Berufsleben.

Für Selbständige und auch Arbeitnehmer mit hoher Steuerlast gibt es als „Pendant” zur Riester- die Rürup-Rente. Dabei können Sie Ihre Einzahlungen in die Rürup-Rente zu 80 % als Sonderausgaben in der Steuererklärung verrechnen.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Arbeitnehmer können außer mit der Riester-Förderung auch mit der Betriebsrente die gesetzliche Rente aufstocken. Dabei werden die Beiträge nicht aus dem Nettoeinkommen gezahlt, sondern aus dem Bruttoeinkommen. Folglich verringert sich die Belastung durch steuerliche Abzüge und Sozialversicherungsbeiträge. Auch hier gilt es allerdings zu bedenken, dass nachgelagert besteuert wird. Außerdem verringern sich durch diese Entgeltumwandlung die Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Dies muss durch die Leistungen aus der bAV später erst einmal ausgeglichen werden, bevor sie sich rentiert.

Lebensversicherung

Ein Klassiker bei der Altersvorsorge sind Kapitallebensversicherungen. Der Versicherte erhält am Ende der Vertragslaufzeit eine im Versicherungsschein vereinbarte Summe inklusive einer Gesamtverzinsung. Diese setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Dem gesetzlich festgelegten Garantiezins sowie der Überschussbeteiligung, die von der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt, der Entwicklung des versicherten Risikos und den internen Kosten des Versicherers beeinflusst wird. Lange Zeit gab es für das eingezahlte Geld der Sparer hohe Zinsen und hohe Überschussbeteiligungen. Nun bekommen die Versicherer selbst auf sichere Anlageformen wie beispielsweise
Staatsanleihen
praktisch gar keine oder sogar negative Zinsen. Dies führt zu einer Talfahrt des Garantiezinses – auf zuletzt magere 1,25 %. So lohnt sich der Abschluss einer
Lebensversicherung
heutzutage nicht mehr.

Ideale Vorsorgestragie

Die große Auswahl an privaten Versicherungsmöglichkeiten bringt die Sparer oft in Bedrängnis: Welche ist die persönlich beste Strategie, Geld anzulegen? Die ideale private Altersvorsorge ist von mehreren Faktoren abhängig: Alter, Berufstätigkeit, Risikobereitschaft. Vor allem junge Menschen sollten nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Rentenkürzungen wirken sich auf sie in besonderem Maße aus, deshalb sollten sie unbedingt privat vorsorgen und sich über das breite Spektrum an Möglichkeiten sowie verschiedene Vorsorgeprodukte informieren. Zwar haben gerade Berufseinsteiger im Normalfall nur ein knappes Budget zur Verfügung. Deshalb sollten Sie aber nicht auf Vorsorge verzichten. Sie können oft schon mit geringen Beiträgen die ersten Maßnahmen zur finanziellen Altersabsicherung treffen. Denn abgesehen davon, dass man so länger und damit mehr anspart, erhöht sich auch die Rendite.

Wenn der Rentenbeginn näher rückt und man Verluste bei der Anlage nicht mehr „aussitzen” kann, sollte man bei der privaten Altersvorsorge mehr
auf Sicherheit setzen.
Diese bieten beispielsweise Investitionen in Banksparpläne.
Zu Beginn, wenn der Rentenbeginn noch weit entfernt ist, kann man risikoaffin agieren, um sein Vermögen auf- und auszubauen. Eventuelle Verluste können sich durch eine dauerhafte Anlage ausgleichen. Renditereich sind beispielsweise Fondssparpläne, die in Aktienfonds oder Immobilienfonds investieren. Sie können aber auch alternative Investmentstrategien wählen, um eine
höhere Rendite
zu erzielen. Dabei müssen Sie nicht zu den Superreichen gehören, um das nötige Kapital für eine alternative Geldanlage aufzubringen. Beim
Immobilien-Crowdinvesting
schließen Sie sich über eine Internetplattform mit vielen anderen Investoren zusammen und können so schon mit kleinen Beträgen in große
Immobilienprojekte
investieren. Gleichzeitig profitieren Sie von den
hohen Zinsen,
die im Bereich des Mezzanine-Kapitals üblich sind und bisher nur Großinvestoren vorbehalten waren. Dies bietet eine gute Möglichkeit, sein
Vermögen auszubauen
und einen ersten Schritt zur Vorsorge zu machen.

To-Do-Liste für die Altersvorsorge

  • Höhe der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ermitteln. Diese geht hervor aus den jährlichen Bescheiden der gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Sie können auch bei der für Sie zuständigen Stelle nachfragen.
  • Voraussichtliche Ausgaben im Rentenalter ermitteln. Ihre private Zusatzrente sollte die Lücke zwischen gesetzlicher Rentenversicherung und dem späteren Geldbedarf schließen.
  • Informieren, ob Anspruch auf Riester-Förderung und ob eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Rürup-Rente sinnvoll wäre.
  • Art der Altersvorsorge regelmäßig prüfen: Vergewissern Sie sich jährlich, ob die zu erwartende Rente Ihrem Lebensstandard genügt und passen Sie den Vertrag gegebenenfalls an.

Crowdinvesting als Baustein der Altersvorsorge

Bildcopyright: Matthew Nigel / Shutterstock.com

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