Zinseszins einfach erklärt

Artikel von Steffi Block; aktualisiert am 19.04.2022

Wer träumt nicht davon, sein Geld im Schlaf zu vermehren oder gar zu vervielfachen. Für ausgeschlafene Anleger
ist dieser Traum schon lange Realität. Grund dafür ist ein weithin unterschätztes Finanzphänomen: Der
Zinseszins.

Der Zinseszins war
die größte Erfindung menschlichen Denkens.

Albert Einstein (angeblich)

Was ist der Zinseszins?

Der Zinseszins (engl. compound interest) beschreibt die Zinsen, die Anleger auf Zinsen erhalten. Werden Zinsbeträge
umgehend reinvestiert oder thesauriert kommt es zum Zinseszinseffekt: Das angelegte Kapital wächst schneller, da
ausgezahlte Zinsen umgehend wieder verzinst werden.

Der Zinseszins ist ein einfaches Mittel, Vermögen
aufzubauen
. Aufgrund seiner Simplizität wird er dennoch oft unterschätzt. Generell sollten Sie den
Zinseszinseffekt jedoch unbedingt nutzen, um Ihr Geld zu
vermehren
.

Das Prinzip ist simpel: Auf angelegtes Kapital erhalten Sie i.d.R. Zinsen, die der Anlage gutgeschrieben werden. Werden
die Zinsen nicht ausgegeben und bleiben in der Anlage, werden sie in der darauffolgenden Zinsperiode zusammen mit dem
ursprünglichen Kapital verzinst. Damit wächst das zu verzinsende Kapital und Sie erhalten dementsprechend mehr
Zinserträge als in der vorangegangenen Zinsperiode. Dies führt dazu, dass das Vermögen immer schneller anwächst.

Beispielrechnung

Werden 3.000 € mit 7,0 % Zinsen p.a. angelegt, hat sich das Anfangskapital bereits nach rund
11 Jahren mehr als verdoppelt. Nach 15 Jahren hat es sich sogar schon fast verdreifacht.

Jahr Startkapital Zinsen Endkapital
1 3.000 € 210 € 3.210 €
2 3.210 € 225 € 3.435 €
3 3.435 € 240 € 3.675 €
4 3.675 € 257 € 3.932 €
5 3.932 € 275 € 4.208 €
10 5.515 € 386 € 5.901 €
11 5.901 € 431 € 6.314 €
15 7.736 € 541 € 8.277 €
20 10.849 € 759 € 11.609 €

Zum Vergleich

Werden 3.000 € zu den gleichen Konditionen ohne Zinseszinseffekt angelegt, ist das Kapital erst nach
15 Jahren auf knapp über 6.000 € angewachsen.

Jahr Startkapital Zinsen Endkapital
1 3.000 € 210 € 3.210 €
2 3.000 € 210 € 3.420 €
3 3.000 € 210 € 3.630 €
4 3.000 € 210 € 3.840 €
5 3.000 € 210 € 4.050 €
10 3.000 € 210 € 5.100 €
15 3.000 € 210 € 6.150 €
20 3.000 € 210 € 7.200 €
Kurze Zinsperioden steigern den Zinseszinseffekt

Im vorangegangen Beispiel wurde von einer jährlichen Verzinsung ausgegangen. Bei einer
unterjährigen Verzinsung werden die Zinsen hingegen nicht wie üblich einmal pro Jahr
ausgezahlt, sondern halbjährlich, quartalsweise oder auch monatlich. Dadurch, dass die Zinsen bzw.
Zinseszinsen in der laufenden Verzinsung öfter berücksichtigt werden, wächst der Gewinn noch schneller an.

Anlegen: Wann? Wie viel? Wie lange?

  • Umso früher, desto besser.
  • Umso mehr, desto besser.
  • Umso länger, desto besser.

Idealerweise wird entweder früh ein größerer Betrag angelegt oder es werden regelmäßig kleinere Beträge
(beispielsweise im Rahmen eines Sparplan) investiert.
Zudem sollen Sie Ihr Geld solange wie möglich für sich arbeiten lassen. Denn der Zinseszinseffekt braucht viel Zeit,
um seine volle Kraft zu entwickeln.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Jetzt Anlegertest machen

Was ist die Zinseszinsformel?

Mit der Zinseszinsformel lässt sich berechnen, wie viel Endkapital durch die Aufzinsung des Kapitals nach einem
bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung steht.

Kn = K0 x (1 + (
p
/
100
))n
Kn – Endkapital
Ko – Anfangskapital
p – Zinssatz
n – Laufzeit

Nehmen wir wieder 3.000 € und legen diese bei einem Zinssatz von 7,0 % für 5 Jahre fest an, ergibt sich
demnach folgende Zinsrechnung:

K5 = 3.000 € x (1 + (
7,0
/
100
))5 = 4.208 €

Nach 5 Jahren ist das Vermögen also auf 4.208 € angewachsen. Das bedeutet einen
Vermögenszuwachs von 1.208 €. Ohne die erneute Verzinsung der Erträge wären es lediglich 1.050 €
(210 € pro Jahr). Der Zinseszinseffekt allein bringt in diesem Beispiel also
zusätzliche 158 € ein.

Welche Anlageformen eignen sich?

Gerade in Verbindung mit hohen Zinsen ist der
Zinseszinseffekt beachtlich. Von Niedrigzinsen sollten Sie deshalb im besten Fall die Finger lassen.

Dabei sind es gerade risikoarme Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch, die Anlegern nur geringe
Zinsen einbringen. Renditestarke Anlagemöglichkeiten gehen meist mit einem erhöhten Risiko einher. Deshalb empfiehlt es
sich grundsätzlich das Kapital über verschiedene Anlageklassen und Laufzeiten zu streuen.

Aktien sind der Klassiker unter den
renditeträchtigen Anlagen. Aufgrund ihrer Wertschwankungen sind sie allerdings nur mit Vorsicht zu genießen. Aktienfonds hingegen bieten die Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios. Aber auch alternative
Anlagemöglichkeiten wie das Crowdinvesting bzw. Crowdfunding locken mit teilweise sehr hohe
Zinsen und können mitunter bereits mit Sparplänen punkten.

Auf Anlagemöglichkiet, welche die Immobilien-Crowdinvesting Plattform
BERGFÜRST vermittelt, erhalten Sie beispielsweise Zinsen zwischen 5,0 % und 7,0 % p.a. Zudem gibt es ein
bis zwei Zinsausschüttungen pro Jahr und mit dem Sparplan auf
BERGFÜRST
lässt sich der Zinseszinseffekt voll ausschöpfen

Genutzte Geldanlagen in Deutschland nach Häufigkeit

Genutzte Geldanlagen in Deutschland nach Häufigkeit
Quelle: Statista , Stand: 12.01.2021

Anlagetipps

  • Wählen Sie (wenn möglich) eine Anlageoption mit
    jährlicher oder unterjähriger anstatt endfälliger Verzinsung, so können die Zinsen öfter reinvestiert und damit
    früher wieder verzinst werden.
  • Lassen Sie im besten Fall die Finger von
    Niedrigzinsen.
  • Je höher das Risiko desto höher der Zins – streuen Sie
    das Risiko durch diversifizierte Portfolios.
  • Wählen Sie (wenn möglich) eine Geldanlage ohne
    anfallende Gebühren und halten Sie somit die Kosten gering.
  • Lassen Sie die Zinsen in jedem Fall in der Anlage, Ihr
    Geld arbeitet so von ganz alleine.

Bild-Copyright: Ewa Studio / Shutterstock.com