Zinseszins

Zinseszins einfach erklärt

Steffi Block, 17.12.2018

Wer träumt nicht davon, sein Geld im Schlaf zu vermehren oder gar zu vervielfachen. Für ausgeschlafene Anleger ist dieser Traum schon lange Realität. Grund dafür ist ein weithin unterschätztes Finanzphänomen: Der Zinseszins.

Der Zinseszins war die größte Erfindung menschlichen Denkens.

Albert Einstein (angeblich)

Was ist der Zinseszins?

Der Zinseszins ist ein einfaches Mittel, Vermögen aufzubauen. Aufgrund seiner Simplizität wird er dennoch oft unterschätzt. Generell sollten Sie den Zinseszinseffekt jedoch unbedingt nutzen, um Ihr Geld zu vermehren.

Das Prinzip ist simpel: Auf angelegtes Kapital erhalten Sie i.d.R. Zinsen, die der Anlage gutgeschrieben werden. Werden die Zinsen nicht ausgegeben und bleiben in der Anlage, werden sie in der darauffolgenden Zinsperiode zusammen mit dem ursprünglichen Kapital verzinst. Damit wächst das zu verzinsende Kapital und Sie erhalten dementsprechend mehr Zinserträge als in der vorangegangenen Zinsperiode. Dies führt dazu, dass das Vermögen immer schneller anwächst.

Beispielrechnung

Werden 3.000 € mit 7,0 % Zinsen p.a. angelegt, hat sich das Anfangskapital bereits nach rund 11 Jahren mehr als verdoppelt. Nach 15 Jahren hat es sich sogar schon fast verdreifacht.

Jahr Startkapital Zinsen Endkapital
1 3.000 € 210 € 3.210 €
2 3.210 € 225 € 3.435 €
3 3.435 € 240 € 3.675 €
4 3.675 € 257 € 3.932 €
5 3.932 € 275 € 4.208 €
10 5.515 € 386 € 5.901 €
11 5.901 € 431 € 6.314 €
15 7.736 € 541 € 8.277 €
20 10.849 € 759 € 11.609 €

Zum Vergleich

Werden 3.000 € zu den gleichen Konditionen ohne Zinseszinseffekt angelegt, ist das Kapital erst nach 15 Jahren auf knapp über 6.000 € angewachsen.

Jahr Startkapital Zinsen Endkapital
1 3.000 € 210 € 3.210 €
2 3.000 € 210 € 3.420 €
3 3.000 € 210 € 3.630 €
4 3.000 € 210 € 3.840 €
5 3.000 € 210 € 4.050 €
10 3.000 € 210 € 5.100 €
15 3.000 € 210 € 6.150 €
20 3.000 € 210 € 7.200 €
Kurze Zinsperioden steigern den Zinseszinseffekt

Im vorangegangen Beispiel wurde von einer jährlichen Verzinsung ausgegangen. Bei einer unterjährigen Verzinsung werden die Zinsen hingegen nicht wie üblich einmal pro Jahr ausgezahlt, sondern halbjährlich, quartalsweise oder auch monatlich. Dadurch, dass die Zinsen bzw. Zinseszinsen in der laufenden Verzinsung öfter berücksichtigt werden, wächst der Gewinn noch schneller an.

Anlegen: Wann? Wie viel? Wie lange?

  • Umso früher, desto besser.
  • Umso mehr, desto besser.
  • Umso länger, desto besser.

Idealerweise wird entweder früh ein größerer Betrag angelegt oder es werden regelmäßig kleinere Beträge (beispielsweise im Rahmen eines Sparplan) investiert. Zudem sollen Sie Ihr Geld solange wie möglich für sich arbeiten lassen. Denn der Zinseszinseffekt braucht viel Zeit, um seine volle Kraft zu entwickeln.

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Was ist die Zinseszinsformel?

Mit der Zinseszinsformel lässt sich berechnen, wie viel Endkapital durch die Aufzinsung des Kapitals nach einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung steht.

Kn = K0 x (1 + (
p
/
100
))n
Kn – Endkapital
Ko – Anfangskapital
p – Zinssatz
n – Laufzeit

Nehmen wir wieder 3.000 € und legen diese bei einem Zinssatz von 7,0 % für 5 Jahre fest an, ergibt sich demnach folgende Zinsrechnung:

K5 = 3.000 € x (1 + (
7,0
/
100
))5 = 4.208 €

Nach 5 Jahren ist das Vermögen also auf 4.208 € angewachsen. Das bedeutet einen Vermögenszuwachs von 1.208 €. Ohne die erneute Verzinsung der Erträge wären es lediglich 1.050 € (210 € pro Jahr). Der Zinseszinseffekt allein bringt in diesem Beispiel also zusätzliche 158 € ein.

Welche Anlageformen eignen sich?

Gerade in Verbindung mit hohen Zinsen ist der Zinseszinseffekt beachtlich. Von Niedrigzinsen sollten Sie deshalb im besten Fall die Finger lassen.

Dabei sind es gerade risikoarme Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch, die Anlegern nur geringe Zinsen einbringen. Renditestarke Anlagemöglichkeiten gehen meist mit einem erhöhten Risiko einher. Deshalb empfiehlt es sich grundsätzlich das Kapital über verschiedene Anlageklassen und Laufzeiten zu streuen.

Aktien sind der Klassiker unter den renditeträchtigen Anlagen. Aufgrund ihrer Wertschwankungen sind sie allerdings nur mit Vorsicht zu genießen. Aktienfonds hingegen bieten die Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios. Aber auch alternative Anlagemöglichkeiten wie das Crowdinvesting bzw. Crowdfunding locken mit teilweise sehr hohe Zinsen und können mitunter bereits mit Sparplänen punkten.

Beim Immobilien-Crowdinvesting Anbieter BERGFÜRST erhalten Sie beispielsweise Zinsen zwischen 5,0 % und 7,0 % p.a. Zudem gibt es zwei Zinsausschüttungen pro Jahr und mit dem RelaxSparplan lässt sich der Zinseszinseffekt voll ausschöpfen

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Quelle: Statista

Anlagetipps

  • Wählen Sie (wenn möglich) eine Anlageoption mit unterjähriger Verzinsung, so können die Zinsen öfter reinvestiert und damit früher wieder verzinst werden
  • Lassen Sie im besten Fall die Finger von Niedrigzinsen.
  • Je höher das Risiko desto höher der Zins – streuen Sie das Risiko durch diversifizierte Portfolios.
  • Wählen Sie (wenn möglich) eine Geldanlage ohne anfallende Gebühren und halten Sie somit die Kosten gering.
  • Lassen Sie die Zinsen in jedem Fall in der Anlage, Ihr Geld arbeitet so von ganz alleine.

Bild-Copyright: Ewa Studio / Shutterstock.com

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