Regulationen und Pleiten: Wie sicher sind Container Investments?

Lana Iliev, 10.10.2017

Container Investments versprechen hohe Renditen bei mittlerer Laufzeit und bieten die Möglichkeit in einen stabilen Markt zu investieren. Doch sind sie wirklich die perfekte Geldanlage oder ein riskantes Investitionsabenteuer? Die Ereignisse der Jahre 2016 und 2017 sprechen eher für letzteres.

1 | Wie funktionieren Container Investments?

Container Investments funktionieren ähnlich wie Schiffsbeteiligungen, nur dass der Anleger anstelle von Schiffsanteilen Überseecontainer erwirbt. Nach dem Erwerb erhält der Anleger Einnahmen aus der Vermietung des Containers an Reedereien und später aus dem Weiterverkauf des Containers. Reedereien profitieren wiederum von den Investoren, da sie weniger Kapital binden müssen.

Laufzeit von Container Investments

Container Investments haben eine mittlere Laufzeit von zwei bis fünf Jahren, die aus der Lebensdauer des Containers resultiert. Ein neuer Container kann für logistische Zwecke, vornehmlich den Transport auf See, ungefähr zwölf Jahre lang genutzt werden.

Ein gebrauchter Container ist jedoch alles andere als wertlos. Hat der Container als logistisches Instrument ausgedient, wird er als Behausung zu Land interessant, zum Beispiel provisorisch auf Baustellen oder langfristig als Tiny House.

Der Container Investment Markt

Der Bedarf an Containern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Es werden immer mehr Güter auf diesem Weg transportiert, was nicht zuletzt an den Vorteilen der standardisierten Containerschifffahrt liegt.

Rendite von Container Investments

Die Rendite des Container Investments ergibt sich aus zwei Faktoren: zum einen aus den vertraglich zugesicherten Mieteinnahmen, die mit der Nutzung des Containers durch Reedereien generiert werden. Zum anderen aus seinem Weiterverkauf nach Ablauf der Laufzeit.

2 | Welche Arten von Container Investments gibt es?

Der Anleger hat zwei Möglichkeiten, um in Container zu investieren: entweder in Form eines Direktinvestments oder als Anteilseigner in einem Containerfonds. Beide Investmentarten bieten individuelle Vor- und Nachteile.

Container Direktinvestment

Beim Container Direktinvestment kauft der Anleger einen oder mehrere Container, deren rechtlicher Eigentümer er wird. Der wirtschaftliche Eigentümer bleibt der Anbieter, von dem der Container erworben wurde. Das bedeutet, der Anleger ist zwar der Besitzer des Containers, um dessen Vermietung, Wartung und Wiederverkauf kümmert sich das Investment Unternehmen.

Oft kaufen die Anbieter den Container nach Ablauf der Laufzeit selbst zurück. Dabei gibt es zwei Arten von Container Direktinvestment. Entweder der Anbieter garantiert beim Kauf des Containers einen festen Rückkaufpreis oder er unterbreitet lediglich ein nicht bindendes Rücknahmeangebot.

Containerfonds

Neben Container Direktinvestments haben Anleger die Möglichkeit in geschlossene Containerfonds zu investieren. So erwerben sie gemeinsam mit anderen Anlegern Anteile an einer Vielzahl von Containern. Wie bei Fonds im allgemeinen kann so eine gewisse Risikostreuung erreicht werden und das Fondsmanagement kann auf etwaige Marktschwankungen reagieren. Im Gegenzug ergeben sich für den Anleger aber auch laufende Kosten durch den Fondsbetrieb.

Die Alternative zum Container Investment

3 | Welche Regulationen wurden 2016/2017 eingeführt?

Container Investments gehörten lange zum grauen Kapitalmarkt, da sie nicht unter das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) von 2013 fielen. Dieser Umstand wurde in den Jahren 2016 und 2017 schrittweise verändert.

Inzwischen unterliegt der Verkauf von Container Investments in Deutschland stärkeren Regulationen. So müssen Anbieter ausführlich auf die Risiken der Geldanlage hinweisen und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen.

4 | Wie sicher sind Container Investments? – Der Fall Magellan

Es gibt eine Reihe von Gründen, die Container Investments wie eine sichere Geldanlage wirken lassen: die regelmäßigen Mieteinnahmen sowie der Besitz eines Sachwert und dessen potentieller Wiederverkauf. Außerdem können neue Container in kurzer Zeit produziert werden, dadurch richtet sich die Produktion von Containern nach ihrem Bedarf. So kann es nicht wie bei Schiffen zu sogenannten ‚Schweinezyklen‘ kommen.

Dennoch gibt es auch beim Container Investment bestimmte Tücken und noch lange keine Garantie für die versprochenen Renditen. Welche Risiken Container Investments bergen, zeigte im Jahr 2016 der Fall Magellan, einem Unternehmen, das Container Direktinvestments verkaufte und pleite ging.

Das Fallbeispiel Magellan

Als Magellan 2016 Insolvenz anmeldete, betraf das circa 9.000 Anleger, die Container Direktinvestments getätigt hatten. Es war zu Zahlungsausfällen durch Reedereien gekommen, sodass die regelmäßigen Mieteinnahmen, mit denen Magellan und die Investoren fest gerechnet hatten, ausblieben. Zudem hatte Magellan Rückkaufpreise für Container versprochen, die über dem Marktwert lagen.

Gut für die Anleger war, dass sie die rechtlichen Eigentümer der Container waren und diese so nicht in die Insolvenzmasse von Magellan übergingen. Schlecht war hingegen, dass die Container über die ganze Welt verteilt waren und es Einzelpersonen nicht ohne weiteres möglich ist Container an Reedereien zu vermieten geschweige denn zu überführen und weiterzuverkaufen.

2017, ein Jahr nach der Pleite, kaufte BUSS die Container der Anleger auf, um sie in seine Fonds zu überführen. So blieb ein Totalausfall der Investitionen aus – die erwarteten Renditen erhielten die Anleger jedoch bei weitem nicht. Hinzu kommt, dass BUSS ausschließlich Anleger auszahlte, deren Container ermittelt und aufgekauft werden konnten. Einzelne Container waren verschwunden und Anleger, die die Rechte an einem solchen besaßen, hatten das Pech völlig leer auszugehen.

Der Fall Magellan verdeutlicht die Risiken, die Container Investments bergen, auch wenn sie auf den ersten Blick den Eindruck einer sicheren Geldanlage erwecken.

Die Alternative zum Container Investment

5 | Wie investiert man in Schiffscontainer?

Entscheidet sich der Anleger dennoch dafür in Container zu investieren, hat er eine sehr geringe Auswahl. Nach der Magellan Pleite blieb P&R als größter Anbieter auf dem Markt für Direktinvestments. Daneben gibt es noch die kleineren Anbieter Solvium und CH2. Außerdem gibt es noch BUSS, der einzige Anbieter von Containerfonds. Insgesamt wird der Container Markt also durch einige wenige Player dominiert und so bieten sich bei der Geldanlage in Container nicht so viele Möglichkeiten, wie es beispielsweise bei Immobilien Investments.

6 | Welche Alternative zu Container Investments gibt es?

Eine sinnvolle Alternative zu Container Investments bietet das Immobilien Crowdinvesting. Auch hier investiert der Anleger in einen reellen Sachwert in Form von Immobilien. Zudem kann durch das Crowd-Investment das Risiko der Geldanlage sehr viel besser gestreut werden als bei Direktinvestments.

BERGFÜRST ist eine Online Plattform, die sich auf Crowdinvesting-Projekte im Immobilienbereich spezialisiert hat. Im Gegensatz zum Container Investment, bei dem der Anleger nicht weiß, wo und in welchem Zustand sich sein Container gerade befindet, bietet die von überall zugängliche Internetplattform maximale Transparenz.

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