Container Investments: Wie sicher sind sie?

Artikel von Lana Iliev; aktualisiert am 07.04.2022

Container Investments versprechen hohe Renditen bei mittlerer Laufzeit und bieten die Möglichkeit in einen stabilen
Markt zu investieren. Doch sind sie wirklich die perfekte Geldanlage oder ein riskantes Investitionsabenteuer? Die
Ereignisse der vergangenen Jahre sprechen eher für Letzteres.

Wie funktionieren Container Investments?

Container Investments funktionieren ähnlich wie Schiffsbeteiligungen, nur dass der
Anleger anstelle von Schiffsanteilen Überseecontainer erwirbt. Nach dem Erwerb erhält der Anleger Einnahmen
aus der Vermietung des Containers an Reedereien und später aus dem Weiterverkauf des Containers. Reedereien
profitieren wiederum von den Investoren, da sie weniger Kapital binden müssen.

Laufzeit von Container Investments

Container Investments haben eine mittlere Laufzeit von zwei bis fünf Jahren, die aus der Lebensdauer des
Containers resultiert. Ein neuer Container kann für logistische Zwecke, vornehmlich den Transport auf See,
ungefähr zwölf Jahre lang genutzt werden.

Ein gebrauchter Container ist jedoch alles andere als wertlos. Hat der Container als logistisches Instrument
ausgedient, wird er als Behausung zu Land interessant, zum Beispiel provisorisch auf Baustellen oder
langfristig als sogenanntes Tiny House.

Der Container Investment Markt

Der Bedarf an Containern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Es werden immer mehr Güter auf dem Seeweg
transportiert, was nicht zuletzt an den Vorteilen der standardisierten Containerschifffahrt liegt.

Rendite von Container Investments

Die Rendite des Container Investments ergibt sich aus zwei Faktoren: zum einen aus den vertraglich zugesicherten
Mieteinnahmen, die mit der Nutzung des Containers durch Reedereien generiert werden. Zum anderen aus seinem
Weiterverkauf nach Ablauf der Laufzeit.

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Welche Arten von Container Investments gibt es?

Der Anleger hat zwei Möglichkeiten, um in Container zu investieren: entweder in Form eines Direktinvestments oder als
Anteilseigner an einem Containerfonds. Beide Investmentarten bieten individuelle Vor- und Nachteile.

Container Direktinvestment

Beim Container Direktinvestment kauft der Anleger einen oder mehrere Container, deren rechtlicher Eigentümer er wird.
Der wirtschaftliche Eigentümer bleibt der Anbieter, von dem der Container erworben wurde. Das bedeutet, der Anleger ist
zwar der Besitzer des Containers, um dessen Vermietung, Wartung und Wiederverkauf kümmert sich jedoch das
Investmentunternehmen.

Oft kaufen die Anbieter den Container nach Ablauf der Laufzeit selbst zurück. Dabei gibt es zwei Arten von Container
Direktinvestments: Entweder der Anbieter garantiert beim Kauf des Containers einen festen Rückkaufpreis oder er
unterbreitet lediglich ein nicht bindendes Rücknahmeangebot.

Containerfonds

Neben Container Direktinvestments haben Anleger die Möglichkeit in geschlossene Containerfonds zu investieren. So
erwerben sie gemeinsam mit anderen Anlegern Anteile an einer Vielzahl von Containern. Wie bei Fonds im allgemeinen kann so eine gewisse Risikostreuung erreicht werden und das
Fondsmanagement kann auf etwaige Marktschwankungen reagieren. Im Gegenzug ergeben sich für den Anleger aber auch
laufende Kosten durch den Fondsbetrieb.

Welchen Regulationen unterliegen Container Investments?

Container Investments gehörten lange zum grauen Kapitalmarkt, da sie nicht unter das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) von
2013 fielen. Dieser Umstand wurde in den Jahren 2016 und 2017 schrittweise verändert.

Inzwischen unterliegt der Verkauf von Container Investments in Deutschland stärkeren Regulationen. So
müssen Anbieter ausführlich auf die Risiken der Geldanlage hinweisen und eine
Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen.

Wie sicher sind Container Investments? – Der Fall Magellan

Es gibt eine Reihe von Gründen, die Container Investments wie eine sichere Geldanlage wirken lassen: die regelmäßigen
Mieteinnahmen sowie der Besitz eines Sachwerts und dessen
potentieller Wiederverkauf. Außerdem können neue Container in kurzer Zeit produziert werden, dadurch richtet sich die
Produktion von Containern nach ihrem Bedarf. So kann es nicht wie bei Schiffen zu sogenannten Schweinezyklen
kommen.

Dennoch gibt es auch beim Container Investment bestimmte Tücken und noch lange keine Garantie für die versprochenen
Renditen. Welche Risiken Container Investments bergen, zeigte im Jahr 2016 der Fall Magellan, einem Unternehmen, das
Container Direktinvestments verkaufte und pleite ging.

Das Fallbeispiel Magellan

Als Magellan 2016 Insolvenz anmeldete, betraf das circa 9.000 Anleger, die Container Direktinvestments getätigt hatten.
Es war zu Zahlungsausfällen durch Reedereien gekommen, sodass die regelmäßigen Mieteinnahmen, mit denen Magellan und die
Investoren fest gerechnet hatten, ausblieben. Zudem hatte Magellan Rückkaufpreise für Container versprochen, die über
dem Marktwert lagen.

Gut für die Anleger war, dass sie die rechtlichen Eigentümer der Container waren und diese so nicht in die
Insolvenzmasse von Magellan übergingen. Schlecht war hingegen, dass die Container über die ganze Welt verteilt waren und
es Einzelpersonen nicht ohne weiteres möglich ist, Container an Reedereien zu vermieten geschweige denn zu überführen
und weiterzuverkaufen.

2017, ein Jahr nach der Pleite, kaufte BUSS die Container der Anleger auf, um sie in seine Fonds zu überführen. So blieb
ein Totalausfall der Investitionen aus – die erwarteten Renditen erhielten die Anleger jedoch bei Weitem nicht. Hinzu
kommt, dass BUSS ausschließlich Anleger auszahlte, deren Container ermittelt und aufgekauft werden konnten. Einzelne
Container waren verschwunden und Anleger, die die Rechte an einem solchen besaßen, hatten das Pech, völlig leer
auszugehen.

Im Jahr 2018 kam es zu einer weiteren Pleite: Der bisher größte Anbieter für Container-Investments, P&R,
meldete Insolvenz an. Insgesamt sind 54.000 Anleger von der Insolvenz betroffen. Zudem hat die
Staatsanwaltschaft München ein Ermittlungsverfahren gegen den P&R-Firmengründer mit dem Vorwurf des
gewerbsmäßigen Betrugs und der Steuerhinterziehung eingeleitet, denn rund eine Million der durch P&R
verkauften Container existieren womöglich nicht.

Die Alternative zum Container Investment

Wie investiert man in Schiffscontainer?

Entscheidet sich der Anleger dennoch dafür in Container zu investieren, hat er eine sehr geringe
Auswahl. Nach den Pleiten der beiden größten Direktinvestment-Anbieter Magellan (2016) und P&R (2018),
bleiben lediglich kleinere Anbieter wie Solvium und CH2. Außerdem gibt es noch BUSS, den einzigen Anbieter von
Containerfonds. Insgesamt wird der Containermarkt also durch einige wenige Player dominiert und so bieten sich bei
der Geldanlage in Container nicht so viele Möglichkeiten, wie es beispielsweise bei Immobilien-Investments der Fall ist.

Welche Alternative zu Container Investments gibt es?

Eine sinnvolle Alternative zu Container Investments bietet das Immobilien-Crowdinvesting. Auch hier investiert der Anleger in einen reellen
Sachwert in Form von Immobilien. Zudem kann durch das Crowd-Investment das Risiko der Geldanlage sehr viel besser
gestreut werden als bei Direktinvestments.

BERGFÜRST ist eine Online-Plattform, die sich
auf Crowdinvesting im Immobilienbereich spezialisiert
hat. Im Gegensatz zum Container-Investment, bei dem der Anleger nicht weiß, wo und in welchem Zustand sich sein
Container gerade befindet, bietet die von überall zugängliche Internetplattform maximale Transparenz.

Bild-Copyright: Ralf Gosch / Shutterstock.com