Hedgefonds

Hedgefonds – ein sinnvolles Investment?

Lana Iliev, 01.08.2019

Hedgefonds (engl. Hedge Funds) machten im Zuge der Finanzkrise von 2007/2008 zahlreiche Schlagzeilen. Gleichzeitig hört man oft von überdurchschnittlich hohen Renditen, die durch diese Finanzprodukte erwirtschaftet werden. Doch wie kommen sie zustande und sind Hedgefonds auch eine sinnvolle Investition für Privatanleger?

1 Was sind Hedgefonds?

Hedgefonds sind aktiv gemanagte Fonds, deren Ziel darin besteht, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen – unabhängig davon, wie der Markt sich im Allgemeinen entwickelt. Um dieses Ziel zu erreichen, wagen Hedgefonds oft sehr riskante Investitionen.

Der Name ‚Hedgefonds‘ leitet sich zunächst von dem englischen Begriff ‚hedging‘ ab, der übersetzt ‚absichern‘ bedeutet. Hedging steht für Strategien, die vor allem auf den Rohstoffmärkten üblich sind und bei der durch Futures (Terminkontrakte) und Optionen Transaktionen abgesichert werden. Diese beiden Finanzinstrumente werden unter anderem auch von Hedgefonds verwendet. Mit der ursprünglichen Bedeutung ‚Absicherung‘ hat das dann jedoch nicht mehr viel zu tun.

Hedgefonds legen sich nicht auf bestimmte Anlagestrategien oder Finanzinstrumente fest. Ihre Strategien reichen vom Handel mit traditionellen Anlageprodukten wie Aktien, Anleihen und Devisen bis hin zu Spekulationen mit Leerverkäufen, Optionsscheinen oder Termingeschäften.

Zudem zeichnen sich Hedgefonds durch einen geringen Anteil an Eigenkapital aus. Oft kommt es zum hohen Einsatz von Fremdkapital in Form von Krediten, um Hebeleffekte (Leverage-Effekte) optimal nutzen zu können. Die geringe Eigenkapitalbasis wurde ihnen dabei in der Vergangenheit oft zum Verhängnis.

Darüber hinaus werden Hedgefonds oft als Offshore Funds betrieben und sind auf den Cayman Islands oder den Bermudas angesiedelt. Orte, an denen der Finanzsektor gesetzlich weniger stark reguliert wird als anderswo.

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2 Was unterscheidet einen Hedgefonds von einem klassischen Investmentfonds?

Zunächst sind Hedgefonds im Gegensatz zu traditionellen Fonds gesetzlich weniger reguliert, da sie nicht unter die AIFM-Richtlinie fallen und als Alternative Investmentfonds gelten. Dadurch ist der Anlegerschutz hier weniger ausgeprägt als bei klassischen Fonds.

Weiterhin unterscheiden sie sich von klassischen Fonds durch ihre geringen Anlagebeschränkungen, durch die Nutzung von Finanzinstrumenten wie Leerverkäufen und Derivaten sowie durch ihre oft geringe Liquiditätsbasis und die Nutzung von Fremdkapital.

Zudem ist die Performance eines Hedgefonds sehr viel stärker von den Entscheidungen des Fondsmanagers abhängig und weniger von der Gesamtperformance des Marktes als es bei klassischen Fonds der Fall ist.

3 Warum erzielen Hedgefonds überdurchschnittlich hohe Renditen?

Hinter den hohen Renditen verstecken sich oft sehr hohe Risiken. Während klassische Fonds mit traditionellen Wertpapierstrategien Gewinne erwirtschaften, wenn der Markt sich positiv entwickelt, sind Hedgefonds davon unabhängig, da sie auch auf fallende Kurse spekulieren. Somit können sie fortwährend Renditen einfahren, solange der Fondsmanager das richtige Gespür besitzt und mit seinen Spekulationen Recht behält.

Zudem nutzen Hedgefonds Leverage-Effekte, bzw. Hebelwirkungen, indem sie auf einen geringen Eigenkapitalanteil setzen und vorwiegend kreditfinanziert spekulieren. Diese Strategie führt zwar zu höheren Gewinnen, falsche Entscheidungen fallen jedoch umso schwerwiegender aus.

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4 Kann ich als Privatanleger in einen Hedgefonds investieren?

Kapitalanleger können in Deutschland nicht ohne weiteres ihr Geld investieren, da diese Finanzprodukte gewohnheitsgemäß nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Anlegerschutz bieten. Deshalb wurde vom Gesetzgeber festgelegt, dass nur spezielle Hedgefonds jedem offen stehen.

Was erlaubt ist:

Privatanleger dürfen in Deutschland lediglich in ‚Dach-Hedgefonds‘ investieren. Dabei handelt es sich um Fund Of Funds, also einen Fonds, der in andere Hedgefonds investiert. So kann ein gewisser Grad der Risikostreuung erreicht werden, denn fährt einer der Fonds Verluste ein, können diese durch die anderen Fonds abgefangen werden. Kapitalanleger, die in Dach-Hedgefonds investieren, müssen jedoch oft hohe Gebühren in Kauf nehmen.
Weiterhin besteht die Möglichkeit indirekter Investitionen in Aktien börsennotierter Hedgefonds.

Was nicht erlaubt ist:

‚Single-Manager-Hedgefonds‘, die von einem einzelnen Manager betreut werden, stehen Privatanlegern nicht offen. Das Risiko dieser Investition wird vom Gesetzgeber als zu hoch eingestuft.

5 Welche Risiken birgt die Investition?

Obgleich der Gesetzgeber spezifische Formen der Investition in Hedgefonds auch für private Kapitalanleger zulässt, handelt es sich nicht wirklich um eine sinnvolle Investition für Privatanleger. Die Risiken bleiben trotz gesetzlicher Reglementierungen immens. Damit sind diese Investitionen generell eher eine Investition für Groß- und institutionelle Anleger.

Die zugelassenen Multi-Manager-Hedgefonds gelten als weniger risikoreich, weil ihr Erfolg nicht von den Entscheidungen eines einzelnen Fondsmanagers abhängig ist und ein gewisser Grad der Risikostreuung erreicht werden kann. Dennoch bleiben weitere Gefahren wie beispielsweise der hohe Einsatz von Krediten bestehen.

Hinzu kommen die besonders hohen Kosten. Zunächst fällt regelmäßig eine Verwaltungsgebühr von zwei bis fünf Prozent an, auch wenn keine Gewinne eingefahren werden. Hinzu kommt eine Performancefee von 10 bis 20 Prozent, wenn Manager erfolgreich agieren. Manche Hedgefonds erheben sogar eine weitere Performancefee, wenn ein gewisser Höchststand oder „High-Watermark“ erreicht wird. Bei Dach-Hedgefonds sind die Gebühren meist noch höher.

6 Warum haben Hedgefonds so einen schlechten Ruf?

Der schlechte Ruf geht zunächst auf ihre riskanten Anlagestrategien zurück. Die durchschnittliche Lebensdauer von Hedgefonds liegt laut “Zeit Online” bei gerade einmal fünf Jahren. In der Vergangenheit kam es somit immer wieder zu spektakulären Pleiten.

Beispiel: Ein besonders plakatives Beispiel für eine solche Pleite war „FX Concepts“, der von John Taylor gemanagt wurde. Zu Hochzeiten war „FX Concepts“ zeitweise der größte und älteste Devisen-Hedgefonds im internationalen Vergleich und verwaltete bis zu 14 Milliarden Dollar. Doch 2013 meldete der Fonds Insolvenz an. Taylor hatte jahrelang gegen den Euro gewettet und sich verspekuliert, denn die europäischen Regierungen und die EZB handelten nicht seinen Erwartungen gemäß und setzten sich für den Erhalt der Währung ein.

Die riskanten Anlagestrategien sind jedoch nicht nur ein Problem für Anleger, die sich bewusst für die Investition in Hedgefonds entschieden haben. In manchen Fällen sind Hedgefonds und ihre Investitionsvolumen so groß, dass sie das gesamte Marktgeschehen beeinflussen. Aus diesem Grund werden sie von der Europäischen Union auch als Schattenbanken eingestuft, denn sie agieren wie Banken, unterliegen aber nicht deren Regulierungen.

Beispiel: Ein bekanntes Beispiel für eine Anlagestrategie, mit der Hedgefonds das Gesamtmarktgeschehen in der Vergangenheit beeinflusst haben, sind Leerverkäufe. Dabei werden eine immense Menge von Wertpapieren wie beispielsweise Aktien an der Börse verkauft, die zuvor geliehen wurden oder sich gar nicht erst im Besitz des Verkäufers befinden. Der Hedgefonds spekuliert mit den Verkäufen darauf, dass ein Überangebot entsteht und es zu Kursverlusten kommt. So können die bereits verkauften Papiere zu niedrigeren Preisen im Nachhinein wieder erstanden werden. Der Unterschied zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis macht dann den Gewinn aus.

Die dadurch herbeigeführten Kursverluste können sich jedoch verheerend für den Emittenten der Wertpapiere auswirken. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl Lehman Brothers. Als die Bank sich bereits aufgrund fauler Kredite in der Krise befand, drückten Leerverkäufe weiter ihren Wert. Lehman Brothers musste schließlich im Jahr 2008 Insolvenz anmelden.

Seit 2012 sind Leerverkäufe von Wertpapieren, die sich nicht in Besitz des Verkäufers befinden, in der EU verboten.

Bei Leerverkäufen handelt es sich jedoch nur um eine von vielen Strategien, die von Hedgefonds verfolgt werden. Es ist jedoch naheliegend, dass von Finanzprodukten, die auf sinkende Märkte setzen, um jederzeit hohe Renditen einfahren zu können, erwartet wird, dass sie dem Markt tendenziell schaden zufügen.

Ein weiterer Grund, warum Hedgefonds in der Kritik stehen, ist, das sie schonungslos und unethisch agieren. Es zählt eben nur die Rendite. Dementsprechend lassen sich die allgemeine Unbeliebtheit von Hedgefonds und die zahlreichen Negativschlagzeilen erklären.

7 Welche Alternativen gibt es?

Aufgrund der riskant-komplexen Anlagestrategien ist generell von einer Investition in Hedgefonds abzuraten. Eine naheliegende Alternative sind klassische Investmentfonds, die unter die OGAW-Richtlinie der EU fallen und durch die BaFin reguliert werden. Eine weitere Alternative bieten passiv gemanagte Indexfons (ETFs), bei denen in der Regel geringere Gebühren anfallen und somit höhere Renditen erreicht werden können.

Wer an hohen Zinsen interessiert ist, sollte sich zudem mit dem Immobilien Crowdinvesting beschäftigen, wie es BERGFÜRST anbietet. Hier gibt es einen fest vereinbarten Zinssatz, der zwischen 5,0 % und 7,5 % liegt. Zudem werden feste Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren vereinbart.

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