Holzinvestment

Holzinvestment: Fünf Wege, Geld in Holz zu investieren

Ralf Kretzschmar, 17.09.2019

Anbieter für Holzinvestments werben mit attraktiven Renditen und beruhigen das ökologische Gewissen.
Das Investment in Holz ist aber nicht ohne Risiko.
Damit Sie dennoch den Wald vor lauter Bäumen sehen können, finden Sie hier fünf Wege,
in Holz zu investieren und außerdem Hinweise zu seriösen Anbietern von Holzinvestments.

Was ist Holzinvestment?

Bei einem Holzinvestment bzw. Waldinvestment kaufen Sie entweder direkt eine Waldparzelle oder werden Pächter einer solchen. Alternativ beteiligen Sie sich indirekt über Fonds, Holz-Zertifikate oder Aktien an Holzverkäufen.

Da Bäume in Mitteleuropa, wie Fichten und Kiefern, erst nach etwa 80 Jahren gefällt werden, eignen sie sich nicht zur Geldanlage. Die jeweiligen Plantagen der Anbieter für Direktinvestments und Fonds befinden sich deswegen in Mittel- und Südamerika sowie in Südostasien, etwa in Paraguay oder in Vietnam. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse erreichen die Bäume dort in kürzerer Zeit eine Größe, die eine Weiterverarbeitung erlaubt.

Online-Plattformen, die Holzinvestments anbieten, haben sich etwa für Teak als Baumart entschieden. Teakbäume sind schädlingsresistent, werden bereits nach etwa 20 Jahren gefällt und der Verkauf des Edelholzes verspricht hohe Gewinne.

Immobilien-Crowdinvesting als alternative Investmentform ausprobieren

Auf der Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST können Anleger bereits ab 10 € ein individuelles Immobilien-Portfolio aufbauen.

  • 5,0 - 7,5 % Zinsen pro Jahr
  • Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren
  • Kostenlose Registrierung

Fünf Wege, in Holz zu investieren

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Wege, in Holz zu investieren. Sie können entweder direkt über Online-Plattformen wie ForestFinance in Waldstücke investieren, oder indirekt über Beteiligungen wie offene und geschlossene Waldfonds, Holz-Zertifikate und Aktien Ihr Geld in Holz anlegen.

1 | Direktinvestment

Bei einer direkten Investition sind Sie als Käufer oder Pächter unmittelbar beteiligt an dem von Ihnen ausgewählten Waldstück und investieren eine hohe Anlagesumme. Meistens schließen Sie zwei Verträge ab: zum einen den Kauf- oder Pachtvertrag für das Grundstück und zum anderen einen Vertrag mit dem Forstdienstleister, der die Bewirtschaftung des Waldes übernimmt.

Wenn Sie direkt in Holz investieren, müssen Sie tatsächlich so alt wie ein Baum werden, um eine Rendite zu erhalten. Die vollständige Ausschüttung erfolgt nämlich erst dann, wenn die auf Ihrem Grundstück gewachsenen Bäume gefällt und verkauft sind. Sehr lange Laufzeiten von 15 bis 25 Jahren sind deswegen die Regel. Durch ein erstes und zweites Ausforsten nach 8 bis 10 bzw. 12 bis 15 Jahren erhalten Sie zuvor nur einen geringen Ertrag. Glückt das Investment, winken Ihnen allerdings auch hohe Renditen von über 10 %.

2 | Geschlossener Fonds

Auch wenn Sie sich mit einem geschlossenen Fonds an einem Baumgrundstück beteiligen, erhalten Sie den Großteil der Rendite erst nach dem Verkauf der Bäume, also nach etwa 20 Jahren. Da das Geld in einem geschlossenen Fonds zudem fest angelegt ist, haben Sie (ebenso wie bei einem Direktinvestment) während der Laufzeit keinen Zugriff auf Ihr angelegtes Kapital und können somit im Fall der Fälle Ihre Kastanien nicht aus dem Feuer holen. Geschlossene Holzfonds sind deswegen ein illiquides Investment. Wie bei einem Direktinvestment ermöglichen Ihnen diese Nachteile jedoch die Chance auf eine hohe Rendite von über 10 %.

3 | Offener Fonds

Im Gegensatz zu geschlossenen Holzfonds und Direktinvestments haben Sie mit offenen Fonds jederzeit die Möglichkeit, aus Ihrem Investment auszusteigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie nicht über Jahre hinweg auf eine Rendite warten, sondern gleich von Kurssteigerungen profitieren. Zumeist investieren Sie mit einem offenen Fonds in mehr Projekte als mit geschlossenen Fonds und profitieren somit von einer breiten Risikostreuung. Aufgrund dieser breiten und zumeist globalen Risikostreuung ist ein Totalverlust sehr unwahrscheinlich.

Der bekannteste Holz-Fonds ist der 2008 aufgelegte Pictet-Timber-Fonds der Pictet-Gruppe. Dieser konnte über die letzten 10 Jahre betrachtet ein Wachstum von 13,6 % p.a. verbuchen. Während der letzten 12 Monate brach der Fonds allerdings um 20 % ein (Stand: Mai 2019).

4 | Holz-Zertifikate

Bei Holz-Zertifikaten handelt es sich zumeist um Index-Zertifikate. Diese setzen sich aus verschiedenen Aktien von Holzunternehmen zusammen. So versammelt der UBS-Timber-Index etwa die Aktien der 15 größten Holzunternehmen der Welt. Im Gegensatz zu Direktinvestments in Bäume unterliegen Zertifikate somit den üblichen Marktschwankungen. Nicht selten wird bei Zertifikaten die gesamte Wertschöpfungskette der Forstwirtschaft abgebildet und sogar darüber hinaus, wenn die Unternehmen auch noch auf anderen Geschäftsfeldern tätig sind.

Wie bei offenen Fonds können Sie bei Holz-Zertifikaten jederzeit aussteigen und profitieren nicht erst nach 20 Jahren, sondern sofort von Kurssteigerungen. Bei Zertifikaten tragen Sie jedoch als Anleger auch ein viel größeres Risiko als etwa bei offenen Fonds, bis hin zum Totalverlust. Hinsichtlich der Rendite konnte etwa der UBS-Timber-Index (ähnlich wie der Pictet-Timber-Fonds) über die letzten 10 Jahre betrachtet ein Wachstum von 14,1 % p.a. verbuchen. Auch er sank in den letzten 12 Monaten jedoch um 22 % (Stand: Mai 2019).

5 | Holzaktien

Selbstverständlich können Sie auch in einzelne Aktien von Firmen im Holzbereich investieren. Die größten Holzunternehmen sitzen in den Vereinigten Staaten und Kanada, etwa Weyerhaeuser, International Paper und West Fraser Timber. In Europa sitzen die größten Holzfirmen in Finnland, etwa Stora Enso und UPM-Kymmene Oyj. Stora Enso gilt einigen Historikern aufgrund eines erhaltenen Anteilsscheins von 1288 sogar als älteste Aktiengesellschaft der Welt. Trotz dieser langen Tradition sollten Sie, wie auch bei anderen Rohstoff-Aktien, vorsichtig sein. Der Markt ist nämlich riskant, anfällig für Wertschwankungen (volatil) und unübersichtlich – vor allem für Einsteiger.

Die Investitionsformen im Überblick


Feste


Laufzeit
Liquidität
Mögliche


Rendite
Risiko
Direktinvestment hoch

Totalverlust


möglich

Geschlossener


Fonds
hoch
Totalverlust


möglich
Offener Fonds mittel
Totalverlust


unwahrscheinlich
Holz-Zertifikate
stark


variierend

Totalverlust


möglich
Holzaktien
stark


variierend

Totalverlust


möglich

Welche Vor- und Nachteile haben Direktinvestments in Holz?

Anbieter von Direktinvestments werben mit hohen Renditen von über 12 %. Außerdem versprechen sie eine nachhaltige Geldanlage, da die von ihnen bestellten Plantagen der Rodung von natürlichen Regenwäldern entgegenwirken würden. Nicht zuletzt verweisen die Anbieter auf die weltweit steigende Holznachfrage. Tatsächlich ist von einer weiterhin steigenden Holznachfrage in Staaten wie China und Indien auszugehen. Direktinvestments in Holz haben zudem den Vorteil, krisenunabhängig von Entwicklungen des Börsenmarktes zu sein. Sie gelten außerdem als relativ inflationsgeschützt.

Nachteilig bei Direktinvestments und geschlossenen Fonds ist jedoch die sehr lange Laufzeit, sodass sich erst nach Jahrzehnten erweist, ob sich Ihre Rendite verwirklicht. In dieser Zeit haben Sie zudem keinen Zugriff auf Ihre Geldanlage. Zu diesen Nachteilen kommen die konkreten Risiken in der Forstwirtschaft hinzu: Stürme, Brände, Trockenheit, Überschwemmungen und Schädlinge können ganze Wälder und somit Ihr Investment zerstören.

Weitere Risikofaktoren sind Holzdiebstahl oder politische Krisen im Staat der Baumplantage. Es besteht somit immer das Risiko eines Totalverlusts. Unterschätzen Sie außerdem nicht den volatilen Holzpreis. So können zum Beispiel Stürme in anderen Weltregionen, wodurch große Holzvolumina auf den Markt kommen, die globalen Preise drücken. In der Folge werden dann die in Aussicht gestellten Renditen nicht erreicht.

Betrug und Pleiten: Unseriöse Anbieter

Nicht zuletzt haben viele Unternehmen im Bereich des Waldinvestments einiges auf dem Kerbholz. Betrugsfälle sowie hanebüchene Informationen für die Anleger sind eher die Regel als die Ausnahme. Stiftung Warentest hat 2018 in einem Test sieben verschiedene Wald-Direktinvestments untersucht. Selbst die Investments seriöser Anbieter wie Forest Finance und Miller Forest wurden als durchweg mangelhaft bewertet. Stiftung Warentest rät deswegen von Investments in Holz ab.


Das Fallbeispiel Green Planet AG

Das Unternehmen Green Planet AG versprach seinen über 750 Anlegern, ihr Geld in den Anbau von Teak- und Kautschukbäumen in Costa Rica mit Renditen von bis zu 13 % zu investieren. Die Anleger vertrauten der Green Planet AG insgesamt über 15 Mio. € an. Nach zahlreichen Strafanzeigen verschiedener Kunden und einem Ermittlungsverfahren meldete das Unternehmen im Jahr 2014 Insolvenz an.

Das Landgericht Frankfurt am Main stellte fest, dass der Vorstand von Green Planet bereits im Vorhinein plante, mit den Geldern der Anleger keine Bäume anzubauen, sondern diese zweckfremd zu verwenden. Der verantwortliche Unternehmer wurde deshalb wegen Betruges in zwei Fällen rechtskräftig zu sechs Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.


Ein zweites Beispiel: Die Lignum Sach­wert Edel­holz AG

Im Jahr 2016 kam es zu einer weiteren Pleite. Die Lignum Sach­wert Edel­holz AG meldete Insolvenz an. 5.000 Anleger hatten zu diesem Zeitpunkt bereits über 65 Mio. € in bulgarische Holzplantagen investiert.

Wie erkennen Sie einen seriösen Anbieter?

Ein seriöser Anbieter von Holzinvestments macht Ihnen keine unrealistischen Versprechungen und informiert Sie stattdessen umfassend über mögliche Risiken. Sie sollten zudem besonders darauf achten, wie seriös die jeweiligen Unterlagen Ihrer geplanten Holz-Investition sind.

Worauf Sie achten sollten

  • Der Standort der Plantage sollte nicht anfällig für Stürme, Waldbrände und Überschwemmungen sein.
  • Es sollte sich um eine widerstandsfähige Holzart handeln, damit zumindest die Gefahr eines Schädlingsbefalls reduziert wird.
  • Die Investition sollte in einem Land mit stabilen politischen Verhältnissen getätigt werden.
  • Der einzige einigermaßen glaubwürdiger Garant dafür, dass ökologischer Mindeststandards eingehalten werden, ist das nicht unumstrittene FSC-Siegel.
  • Überprüfen Sie, ob die Kosten und die Zusammensetzung Ihrer Rendite plausibel hergeleitet werden können.
  • Vergleichen Sie die Gebühren verschiedener Anbieter und hinterfragen Sie, wie sich diese zusammensetzen.
  • Überprüfen Sie die vom Anbieter angegebenen Sicherheiten, etwa im Fall der Insolvenz des Unternehmens und der zugehörigen Firmen.
  • Achten Sie darauf, ob sich der Grund und Boden im Besitz des Anbieters befindet. Dies können sie mit dem Grundbucheintrag der Gesellschaft überprüfen. Ist der Bodenbesitz gegeben, so besteht eine gewisse Absicherung des Firmenvermögens.
  • Sitzt der Anbieter in der EU oder in Deutschland, bietet dies Ihnen im Fall einer Insolvenz des Unternehmens oder weiterer Rechtsstreitigkeiten eine bessere Absicherung.

Die bekanntesten deutschsprachigen Unternehmen für Holz-Direktinvestments

Im deutschsprachigen Raum ist das 1995 gegründete Unternehmen ForestFinance der Marktführer für Holz-Direktinvestments.

ForestFinance Miller Forest Life Forestry
Anleger über 20.000 keine Angabe keine Angabe
Anlagevolumen etwa 90 Mio. € keine Angabe keine Angabe

Betreute


Waldfläche

etwa 17.500


Hektar

etwa 12.00


Hektar

etwa 5.400


Hektar
Mindestanlage
ab 59 €


(„Geschenkbaum“)
ab 3.870 € ab 4.100 €
Land Deutschland Deutschland Schweiz

Stand: Mai 2019

Fazit: Wann und wieviel in Holz investieren?

Aufgrund des hohen Risikos von direkten Holzinvestments ist es ratsam, das Risiko zu streuen und nicht mehr als 10 % des gesamten Vermögens in Holz zu investieren. Sie sollten sich zudem umfassend über Ihren Anbieter und das von Ihnen anvisierte Projekt informieren. Aufgrund der langen Laufzeiten von über 20 Jahren eignen sich Direktinvestments in Holz außerdem nur für langfristige und nicht für kurzfristige Geldanlagen.

Eine Alternative zum Holzinvestment stellt das Immobilien-Crowdinvesting dar. Auch hier investieren Sie in einen reellen Sachwert, nämlich Immobilien. Sie können allerdings beim Crowdinvesting Ihr Risiko deutlich besser streuen als dies bei Holz-Direktinvestments der Falls ist.

BERGFÜRST ist eine Online-Plattform, die sich auf Crowdinvesting-Projekte im Immobilienbereich spezialisiert hat. BERGFÜRST bietet Ihnen im Gegensatz zu Direktinvestments in Holz mittlere Laufzeiten bis zu fünf Jahren mit festen Zinsen von 5,0 % bis 7,5 % p.a. bei halbjährlicher Auszahlung.

Bildcopyright: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com

Besucherbewertung
Gesamt 3, Durchschnitt 5