Immobilien ETF – Passiv in Immobilien investieren

Valeria Nickel, 13.07.2017

Immobilien gehören zu den beliebtesten alternativen Anlageklassen von europäischen Anlegern. Sicherheit und Wertbeständigkeit sind die beiden Attribute, die einem dabei als Erstes durch den Kopf schießen. Außerdem entwickeln sich die Immobilienpreise durch die hohe Nachfrage hinsichtlich Wohnraum derzeit dauerhaft nach oben. Vor allem in Großstädten bleibt der Bedarf ununterbrochen groß. Investitionen in Immobilien haben zurzeit also gute Aussichten.

Allerdings benötigt man Unmengen an Kapital, um sich durch Direktinvestitionen ein diversifiziertes Immobilienportfolio aufzubauen. Kaum ein Privatanleger kann sich schließlich gleich mehrere Häuser auf einmal kaufen. Es gibt aber viele verschiedene Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen, und zwar durch eine indirekte Immobilienanlage, die vor allem an der Börse möglich ist:

Anleger können einen Teil ihres Kapitals in Immobilienaktien investieren. Dies sind Anteile an Unternehmen, die in der Immobilienbranche tätig sind. Sie entwickeln, produzieren, bewirtschaften und vermarkten Objekte. Es handelt sich also meist um große Bauingenieurfirmen, Immobilienmakler, Wohnungsbaugesellschaften oder professionelle Hausverwaltungen. Der Nachteil an Immobilienaktien ist, dass sie genauso wie gewöhnliche Aktien sehr schwankungsanfällig sind und erst mit dem Erwerb mehrerer verschiedener Immobilienaktien eine Risikostreuung innerhalb des Marktsegments erreicht wird.

Eine Sonderform von Immobilienaktien sind REITs (Real Estate Investment Trusts). Auch dies sind börsennotierte, in der Immobilienbranche tätige Aktiengesellschaften. Die Besonderheit ist, dass REITs bestimmte „Qualitätsmerkmale“ wie eine Mindestausschüttungsquote von 90 % und eine maximale Fremdkapitalquote von 55 % erfüllen müssen.

Immobilien-ETFs: Das beste aus zwei Welten

Eine dritte Möglichkeit sind Immobilien-ETFs. Die Abkürzung steht für „Exchange Traded Funds“, übersetzt bedeutet dies „börsengehandelte Fonds“. Der Unterschied zu „klassischen“ Fonds ist, dass sie nicht aktiv durch Einschätzungen von Fondsmanagern gesteuert werden, sondern passiv die Entwicklung eines bestimmten Index nachbilden.

Diesen Vorgang nennt man auch Replikation. Indizes stellen eine Gruppe von Aktien dar und fassen deren Kursentwicklung zusammen. Der Unterschied zu Aktien ist, dass der Anleger in diesem Fall nicht in einen Einzelwert, sondern in eine Vielzahl von Gesellschaften auf einmal investiert und so das Risiko automatisch verringert wird.

Bekannte Anbieter

Bekannte Anbieter von ETFs sind iShares (von Blackrock), Comstage, Lyxor und db x-trackers.

Dabei können sich ETFs auf alle möglichen Anlageklassen beziehen, wie Aktien, Rohstoffe, Währungen – oder eben Immobilien. Bei Immobilien-ETFs besteht der zugrunde liegende Index aus Aktien von Immobilienunternehmen. Diese ETFs halten also nicht unmittelbar Immobilien, sondern nur die ausgewählten Unternehmensanteile. Die zugrunde liegenden Immobilienindizes können nach verschiedenen Kriterien zusammengestellt werden: Meist funktioniert dies abhängig von der Branche und der Region. Bei der Branche unterscheidet man grob zwischen Gewerbe- und Wohnimmobilien.

Regional gesehen gibt es 5 verschiedene Kategorien: Global, USA, Europa, Eurozone und Asien. Die bekanntesten Indizes für Immobilienaktien und REITs werden von der European Public Real Estate Association (EPRA) in Zusammenarbeit mit dem Indexanbieter FTSE in Großbritannien und der National Association of Real Estate Investment Trusts (NAREIT) in den USA berechnet und veröffentlicht.

Zusammensetzung von ETF-Bezeichnungen

  • Fondsgesellschaft („Lyxor“)
  • Indexname („FTSE EPRA/NAREIT Global Developed“)
  • Ergänzende Angaben („UCITS ETF D-EUR“)

Welche Vorteile bietet ein Immobilien-ETF?

  1. Alle Arten von Immobilien-ETFs sind sehr kostengünstig im Vergleich zu aktiv gemanagten Immobilienfonds, da hier die Verwaltungsgebühren für die Fondsmanager wegfallen.
  2. Außerdem sind sie einfach zu handhaben. Denn eine persönliche Auswahl an Einzelwerten ist schwierig und aufwendig.
  3. Einer der wichtigsten Vorteile gegenüber direkten Investments ist, dass Anleger durch diese Anlageklasse mit relativ geringen Mitteln wunderbar diversifizieren können, weil ein Immobilien-ETF direkt einen ganzen Korb an verschiedenen Immobilienaktien enthält.
  4. Zudem bleibt der Investor flexibel, da er durch das Börsenlisting jederzeit ein- oder aussteigen kann und nicht jahrelang an seine Anlage gebunden ist.

Wovor muss man sich in Acht nehmen?

Wer sich für eine Investition in Immobilien-ETFs interessiert, muss bedenken, dass es hier trotz allem um Aktien geht – daher muss mit größeren Kursschwankungen gerechnet werden. Diese sind bei den Immobilien-ETFs immer noch weitaus höher als beim direkten Investment oder bei offenen Immobilienfonds.

Möchte man lieber mit festen Laufzeiten und festen Zinssätze planen, gibt es eine Alternative zu Immobilien-ETFs: Immobilien Crowdinvesting. Auch hier ist es für Anleger mit weniger Vermögen möglich, am Geschehen am Immobilienmarkt teilzunehmen. Beim Crowdinvesting bringen viele private Investoren gemeinsam über eine Plattform das nötige Kapital für ein Immobilienprojekt auf, das eine Privatperson alleine nicht aufbringen könnte. Dieses Kapital ergänzt das Darlehen, das eine Immobiliengesellschaft üblicherweise von einer Bank für ihr Projekt erhält. Denn Banken finanzieren Bauprojekte nie vollständig, sondern verlangen aufgrund rechtlicher- und Ratingvorgaben bestimmte Eigenkapitalquoten. Diese können durch die sogenannten Mezzanine-Darlehen erfüllt werden. Investoren erhalten dafür hohe Zinsen von bis zu 7,00 % pro Jahr. Bisher blieben Privatanleger bei diesen Direktinvestments aber außen vor, da sie nicht über die Einstiegsbeträge in der geforderten Höhe verfügten. Deshalb profitieren vor allem institutionelle Anleger von den attraktiven Renditen. Über Crowdinvesting-Plattformen können nun auch Privatpersonen mit kleineren Beträgen auf diese Weise in Immobilien investieren.

Hinweis: BERGFÜRST bietet Ihnen die Möglichkeit, bereits mit kleinen Beträgen in attraktive Immobilienprojekte zu investieren und so hohe Zinsen zu erzielen!

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