Investment in REITs

8 Gründe für ein Investment in REITs

Valeria Nickel, 22.08.2017

REITs (Real Estate Investment Trusts, „Riets“ ausgesprochen) sind börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaften. Diese Gesellschaften investieren zum überwiegenden Teil in Immobilien und Grundstücke und generieren so Erträge aus Vermietung, Verpachtung und dem Immobilienverkauf. In Deutschland sind REITs ein neues Konstrukt, das erst seit dem Jahr 2007 zugelassen ist. In den USA dagegen gab es sie bereits in den 60er Jahren.

Die Besonderheit bei einem REIT ist, dass er steuerlich günstig behandelt wird: Der Gewinn der Gesellschaft wird nicht auf Unternehmensebene, sondern nur beim Anleger mit der Abgeltungssteuer besteuert. Das heißt, dass ein REIT von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit ist.

Dafür unterliegt ein REIT strengen Voraussetzungen:

  • Die Erträge der Gesellschaft müssen fast vollständig (je nach Land 80 % bis 95 %) an die Anleger ausgeschüttet werden.
  • REITs müssen zwingend am organisierten Markt notiert sein.
  • Sie müssen zum überwiegenden Teil (mindestens 75 %) in Immobilien und Grundstücke investieren. Der Rest des Vermögens kann in Bankguthaben oder sonstigen Forderungen liegen.
  • Deutsche REITs dürfen nicht in Wohnobjekte investieren. Stattdessen stehen ihnen nur Kategorien wie Einkaufszentren, Bürohäuser, Hotels oder Krankenhäuser zur Verfügung.

Diese Vorteile bieten REITs

Für Investoren bieten die speziellen Immobilien-AGs verschiedene Vorteile:

  1. Dank der Befreiung von der Körperschaft- und Gewerbesteuer, gibt es bei REITs im Endeffekt eine höhere Rendite als bei klassischen Aktiengesellschaften.
  2. Anleger sind besonders gut informiert und die Unternehmen sehr vertrauenswürdig, da für sie strenge Corporate-Governance-Vorschriften (IFRS, Publizitätspflichten) gelten.
  3. REITs ähneln offenen Immobilienfonds, aber sie haben den Vorteil, dass sie so schnell und einfach wie Aktien gehandelt werden können.
  4. Es gibt keinen Ausgabeaufschlag wie beim Kauf von Fondsanteilen, nur die üblichen Gebühren beim Aktienhandel – so profitieren REITs zusätzlich von einer günstigen Kostenstruktur.
  5. Da REITs vorrangig in Immobilien investieren, bieten sie einen besseren Inflationsschutz, denn Immobilien stellen einen Sachwert dar.
  6. Außerdem weisen REITs eine geringe Korrelation zum Anleihen– und Aktienmarkt auf und sind deswegen eine Absicherungsmöglichkeit gegen Kursschwankungen auf diesen Märkten.
  7. Die Gesellschaften investieren in eine Vielzahl an Objekten und diversifizieren so das Kapitalverlust-Risiko für den Anleger.

    Tipp: Es gibt sogar ETFs für REITs, die REIT-Indizes abbilden und so noch mehr Immobilien ins Portfolio aufnehmen.

  8. Der REIT-Markt bietet gute Aussichten: Aufgrund der sich erholenden Weltwirtschaft, der moderat anziehenden Inflation und der steigenden Preise für Häuser und Eigentumswohnungen erwartet die Studie „Global Real Estate Securities – 2017 Market Outlook“ der Investmentgesellschaft Timbercreek Asset Management höhere Gesamterträge für REITs, zwischen 8,5 % bis 10,5 %. Auf diese Investments wirkt sich positiv aus, wenn mehr Menschen (in Bürogebäuden) arbeiten und es deshalb mehr Haushalte mit gehobenen Einkommen gibt, die für Reisen und Hotels verwendet werden.

Insgesamt sind REITs ein interessantes „Hybridprodukt“: Sie kombinieren die Vorteile von Aktieninvestments (gute Handelbarkeit, Liquidität, geringe Transaktionskosten) mit den Eigenschaften der Anlageklasse offene Immobilienfonds. Der Nachteil an der Nähe zu Aktieninvestments ist, dass die Kurse der REITs schwankungsanfällig sind und empfindlich auf Zinsanstiege reagieren. Um sich vor bösen Überraschungen abzusichern, sollten Investoren besonders auf die Auswahl von guten Werten achten, die vor allem ein erfahrenes Management, das die Besonderheiten des Marktes vor Ort gut kennt, gewährleisten kann.

Bild-Copyright: ScandinavianStock / Shutterstock.com