Dividenden-Aktien

Dividenden-Aktien: Sind Dividenden die „neuen Zinsen“?

Ralf Kretzschmar, 05.11.2020

2019 war ein neues Rekordjahr für Dividenden: Insgesamt betrugen die Ausschüttungen 57 Mrd. €. Lesen Sie hier, was Dividenden-Aktien sind, warum Dividenden ausgeschüttet werden und ob sie tatsächlich als die „neuen Zinsen“ bezeichnet werden können.

Was sind Dividenden-Aktien?

Als Dividenden-Aktien werden die Aktien von jenen Unternehmen bezeichnet, die jährlich einen Teil ihres Gewinns an Aktionärinnen und Aktionäre auszahlen.

Eben diese Gewinnausschüttung wird „Dividende“ genannt. Die Höhe der Dividende setzt in jedem Jahr aufs Neue die Hauptversammlung des Unternehmens fest. Ausgezahlt wird sie dann spätestens bis zum dritten Geschäftstag nach dem Hauptversammlungsbeschluss. Die Dividende also ist neben dem Kursgewinn der Aktie eine von zwei Möglichkeiten, Geld mit Aktien zu verdienen. Der Vorteil der Dividende ist, dass der Aktionär diese jährlich automatisch erhält, wohingegen der Anleger den Gewinn durch den Aktienkurs nur realisieren kann, wenn er die Aktie verkauft.

Allerdings geht die Dividende stets zulasten des Kursgewinns, da Kapital das Unternehmen verlässt. Am sogenannten „Ex Dividenden Tag“ nach der Hauptversammlung korrigiert sich an der Börse deswegen auch der Aktienkurs des Unternehmens um den ausgeschütteten Betrag nach unten. Dieser Kursverlust wird als Dividendenabschlag bezeichnet. Mit Blick auf den gesamten Ertrag des Investors fällt die Dividendenauszahlung deswegen nicht wirklich ins Gewicht.

Investiert ein Aktionär in einzelne Wertpapiere, die er vorher sorgfältig ausgewählt hat, betreibt er „Stock-Picking“.

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Warum schütten Unternehmen überhaupt Dividenden aus?

Gemeinhin werden Dividenden von sogenannten Substanzaktien (Value stocks) ausgeschüttet, also Aktien von großen, bereits lange erfolgreichen und bestehenden Unternehmen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Wachstumsaktien (Growth values) zumeist um die Aktien von jungen Unternehmen, die ihre Gewinne intensiv in neue Pläne investieren und deswegen keine Mittel zur Ausschüttung einer Dividende besitzen.

Bei Substanzaktien hingegen bestehen oft keine großen Wachstumsmöglichkeiten mehr. Diese Unternehmen können deswegen eine Dividende an Anleger auszahlen, da der erwirtschaftete Gewinn nicht mehr sinnvoll in das eigene Geschäft reinvestiert werden kann. Es handelt sich bei diesen Substanzaktien um – wie bereits erwähnt – sehr große Konzerne mit einer hohen Marktkapitalisierung, etwa Apple oder McDonalds. Diese Unternehmen werden auch als Blue Chips bezeichnet.

Gelingt es solchen Unternehmen über 10 Jahre (Deutschland) oder 25 Jahre (USA) hinweg ihre Dividendenausschüttungen jährlich zu erhöhen, so dürfen sie sich Dividenden-Aristokraten nennen.

Bei einigen Großunternehmen, etwa im Energiebereich und bei Versicherungen, gehören Dividenden zum guten Ton und tragen zum Prestige des Unternehmens bei. Die Ausschüttung findet deswegen häufig auch dann statt, wenn das Unternehmen einen Verlust einfährt. Eine kontinuierliche Dividendenausschüttung beruhigt nämlich die Anleger. Das hängt auch mit der Beliebtheit von Dividenden bei privaten als auch institutionellen Anlegern wie Stiftungen zusammen, die gerne regelmäßige Einkünfte sehen und die Planbarkeit sowie Sicherheit von Dividenden schätzen.

Steigende Dividendenzahlungen seit 2009

Die Dividendenauszahlungen sind in Deutschland während der letzten Jahre deutlich gestiegen. Im Jahr 2019 haben deutsche Aktiengesellschaften insgesamt 57 Mrd. € an ihre Aktionäre ausgeschüttet, was einen neuen Rekord darstellt. Auch die Ausschüttungen der 30 DAX-Unternehmen haben sich in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppelt.

Dividendenentwicklung von DAX-Unternehmen in Mrd. Euro über 10 Jahre

Grafik Dividendenentwicklung bei DAX-Unternehmen über 10 Jahre


Quelle: Statista , Stand: Juli 2020

Dividendenstrategie: Vor- und Nachteile

Die gezielte Investition in Aktien mit hohen Dividenden wird als Dividendenstrategie bezeichnet. Ob man eher auf Kursgewinne bei Aktien oder dividendenstarke Aktien setzen sollte, ist eine nicht enden wollende Debatte unter Investoren. Ob Sie eine Dividendenstrategie verfolgen möchten, hängt letztendlich maßgeblich von Ihren persönlichen Voraussetzungen, Vorlieben und Zielen ab.

An der Dividendenstrategie ist positiv hervorzuheben, dass Sie auch ohne Aktienverkauf bequem laufende Einkünfte erhalten. Sie sparen sich also Stress und Zeit. Da Sie zudem in Großunternehmen Geld investieren, tätigen Sie eine zumeist solide und risikoarme Investition.

Nachteilig ist, dass Sie sich auf einige wenige Aktien beschränken, da eben nur Substanzaktien eine Dividende auszahlen. Sie vermeiden also Wachstumsaktien und mit ihnen potenziell auch viel größere Kursgewinne, als sie die soliden Substanzaktien einbringen können.

Erfahren Sie hier mehr über die Dividendenstrategie, ihre Erfinder und den wichtigen Wert der Dividendenrendite. Die Dividendenrendite ist eine der bekanntesten Kennzahlen zur Bewertung einer Aktie. Weiterhin sollten Sie wissen, dass es auch Finanzinstrumente gibt, die eine Dividendenstrategie verfolgen, nämlich Dividenden-ETFs und Dividenden-Fonds.

Sind Dividenden die „neuen Zinsen“?

Aufgrund der Negativzinsen war letzthin immer häufiger zu lesen, dass Dividenden die „neuen Zinsen“ sind, da diese in den letzten Jahren regelmäßig eine gute Rendite brachten. Allerdings ist der Vergleich mit Zinsen nicht wirklich korrekt.

Das zugrundeliegende Produkt der Dividende bleibt die Aktie und hier besteht die Gefahr von Kursrückschlägen (auch bei weiterhin gezahlten Dividenden). So ist etwa die Aktie von Daimler im Börsenjahr 2018 deutlich gefallen und auch die Dividendenzahlung sank von 3,65 € auf 3,25 € pro Aktie. Da die Gewinnerwartungen vieler DAX-Unternehmen zuletzt zurückgegangen sind und mit der Digitalisierung zudem größere Investitionen anstehen, ist es außerdem zumindest fraglich, ob sich die Rekordausschüttungen von Dividenden weiter fortsetzen werden.

Wenn Ihnen also das Risiko eines Investments in Aktien zu hoch erscheint, können Sie auch das Immobilien-Crowdinvesting über BERGFÜRST probieren. Im Gegensatz zu den jährlich schwankenden Dividenden erhalten Sie über die Plattform Zugang zu Anlagemöglichkeiten mit einer festen Verzinsung, die zwischen 5,0 % und 7,0 % liegt. Zusätzlich fallen keine Kosten wie für ein Depot an.

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