Zuwachssparen

Lohnt sich Zuwachssparen noch?

Lana Iliev, 05.09.2019

Banken belohnen Kunden beim Zuwachssparen für ihre Treue. Gleichzeitig handelt es sich um ein beliebtes Mittel, das eigene Vermögen zu vermehren oder ein beachtliches Geschenk für Kinder und Enkel anzusparen. Doch lohnen sich die Angebote wirklich und erfüllen sie Sparern all ihre Wünsche?

Was ist Zuwachssparen?

Mit Zuwachssparen (auch Wachstumssparen) sind fest verzinste Sparanlagen gemeint, die von Banken ausgegeben werden. Dabei sind sie mit einem vorab vereinbarten, zeitlichen Staffelzins (auch Stufenzins) versehen, der über die Laufzeit hinweg ansteigt.

Zuwachssparen eignet sich besonders gut für konservative und risikoaverse Anleger. Die Sicherheit dieser Geldanlage geht dabei jedoch auch mit einer recht kleinen Rendite einher.

Ein besonderer Anreiz am Zuwachssparen ist, dass es sicher ist. Ebenso wie andere Bankeinlagen, zum Beispiel Sparkonten, die von europäischen Banken angeboten werden, fällt der Anlagebetrag unter die gesetzliche Einlagensicherung. Somit haften Einlagensicherungsfonds für Spareinlagen bis zu 100.000 €. Angebote der Sparkassen sind zudem durch den Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe abgesichert.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Gibt es weitere Anlageformen, die mit einem Stufenzins ausgestattet sind?

Oft werden Bundesschatzbriefe als Vorläufer des Zuwachssparens genannt. Im Gegensatz zum Zuwachssparen wurden sie nicht von Banken, sondern von der Bundesfinanzagentur ausgegeben. Bundesschatzbriefe wurden jedoch am 31.12.2012 eingestellt. Weitere Beispiele für Geldanlagen mit gestaffeltem Zins sind Stufenzinsanleihen, Sparbriefe oder Zertifikate mit Stufenzins. Seltener werden auch Kreditverträge mit einem Staffelzins ausgestattet.

Neben dem zeitlich gestaffelten Zins gibt es auch in Abhängigkeit vom Anlagebetrag gestaffelte Zinsen. Ein solch betragsmäßiger Staffelzins kommt beispielsweise bei manchen Tagesgeldkonten zum Einsatz. Hier sinken die Zinssätze häufig mit steigenden Einlagesummen.

Wie funktioniert Zuwachssparen?

Zu Beginn des Zuwachssparens legen Anleger einen größeren Geldbetrag bei einer Bank an. Häufig werden Mindestanlagebeträge zwischen 500 € und 1.000 € verlangt. Von vornherein vereinbaren Anleger und Banken eine feste Laufzeit, die meist zwischen drei und fünf Jahren liegt.

Im Gegenzug garantiert die Bank steigende Zinsen auf den angelegten Geldbetrag über die gesamte Anlagedauer hinweg. Häufig steigen die Zinsen dabei in einem einjährigen Turnus. Zudem werden die Zinsen in der Regel jährlich ausgezahlt. Manche Angebote zum Zuwachssparen sind thesaurierend, sodass die ersparten Zinsen nach der Auszahlung dem Gesamtguthaben gutgeschrieben werden. So werden sie zukünftig ebenfalls verzinst und Sparer profitieren vom Zinseszinseffekt.

Das Zuwachssparen kann oft frühzeitig gekündigt werden. Einige Anbieter schreiben dabei Kündigungsfristen von beispielsweise drei Monaten vor und manche verlangen gar Vorfälligkeitsgebühren. Banken wollen mit Angeboten zum Zuwachssparen jedoch letztendlich einen Anreiz für Treue und langfristige Kundenbindung schaffen. Aus diesem Grund ist das letzte Jahr oft besonders hoch verzinst, weshalb vorzeitige Kündigungen meist nicht attraktiv sind.

Sie können Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen, um den Ihnen zustehenden Sparerpauschbetrag unmittelbar geltend zu machen und zu verhindern, dass die Abgeltungsteuer automatisch an das Finanzamt abgeführt wird.

Wie wird die Rendite beim Zuwachssparen berechnet?

Beim Zuwachssparen muss zwischen der jährlichen Rendite und dem jährlichen Zinssatz unterschieden werden. Während die Zinssätze Jahr um Jahr steigen, bezieht sich die Rendite auf die gesamte Anlagedauer und ist für jedes Jahr dieselbe.

Banken werben in der Regel mit dem höchsten Zinssatz im letzten Jahr. Dieser ist jedoch weitaus höher als die Jahresrendite, die über die gesamte Dauer der Investition berechnet wird.

Rendite und nominaler Kapitalzuwachs lassen sich am einfachsten mit einem überschaubaren Zinsrechner errechnen.

Warum sind die Zinsen beim Zuwachssparen derzeit so gering?

Früher konnten Sparer beim Zuwachssparen mit Zinsen in Höhe von 2,5 % im ersten und 5 % im letzten Jahr rechnen. Inzwischen sind die Zinserträge beim Zuwachssparen um einiges geringer, wie dieser Vergleich zwischen drei aktuellen Angeboten zum Zuwachssparen zeigt.

Zuwachssparen im Vergleich


Sparkasse


Ostpriegnitz

Vereinigte Volksbank


Raiffeisenbank eG
DKB


Mindest-




anlagesumme

1.000 € 5.000 € 500 €

1. Jahr
0,001 % 0,10 % 0,10 %

2. Jahr
0,001 % 0,15 % 0,20 %

3. Jahr
0,01 % 0,25 % 0,30 %

4. Jahr
0,01 % 0,35 % 0,40 %

5. Jahr
0,05 % 0,50 % 0,50 %

Jahresrendite

0,014 %

0,27 %

0,30 %



Quellen:

Sparkasse Ostpriegnitz



,

Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG



und

DKB



, Stand: August 2019

Nullzinspolitik der EZB sorgt für niedrige Zinssätze beim Zuwachssparen

Die Höhe der Zinsen beim Zuwachssparen bewegt sich im Abhängigkeit vom allgemeinen Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt.

In den vergangenen Jahren hat die EZB (europäische Zentralbank) eine expansive Geldpolitik betrieben. Durch das Absenken des Leitzinses auf null Prozent will die EZB Kredite vergünstigen, um die Konjunktur anzukurbeln. Gleichzeitig sollen Sparanlagen für Anleger unattraktiv werden und die Beträge stattdessen in Investitionen fließen. Diese Ausgangslage lässt wenig Spielraum für hohe Zinsen beim Zuwachssparen.

Lohnt sich Zuwachssparen dennoch?

Durch die Nullzinspolitik der EZB sind die Zinsen für Sparanlagen wie Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder eben auch Zuwachssparen drastisch gesunken, während die Inflationsrate anstieg. Heute liegen die Zinsen, die Anleger auf diese Geldanlagen erhalten, meist unterhalb der Inflationsrate. Das hat zur Folge, dass Spareinlagen faktisch schrumpfen. Die niedrigen Zinsen gleichen die Inflation und damit den Wertverlust des Kapitals nicht mehr aus.

Inflationsrate gegenüber dem Vorjahr in der Eurozone von 2008 bis 2018§



Quelle:

Statista


Da die Zinsen beim Zuwachssparen vorab festgelegt werden, kann eine Marktsituation wie die jetzige gefährlich werden. Sollte die EZB innerhalb der nächsten fünf Jahre ihren Kurs ändern und den Leitzins anheben, würden die derzeitigen Angebote zum Zuwachssparen besonders unattraktiv. Zwar lassen sich Verträge zum Zuwachssparen kündigen und Konten auflösen, dabei sollten Sie jedoch Kündigungsfristen und etwaige Vorfälligkeitsgebühren bedenken, welche die Zinserträge weiterhin schmälern.

Welche Alternativen zum Zuwachssparen gibt es?

Möchten Sie Ihr Vermögen vermehren oder für Ihre Kinder sparen, spricht inzwischen einiges gegen das Zuwachssparen. Eine sichere Alternative bietet das Festgeldkonto. Hohe Zinsen hingegen versprechen neue Investitionsformen wie das Crowdinvesting.

Festgeld

Einlagen auf Festgeldkonten sind ebenso wie das Zuwachssparen durch die europäische Einlagensicherung gesichert. Auch beim Festgeld sind die Zinsen aufgrund der Nullzinspolitik derzeit sehr gering. Dennoch übersteigen sie häufig die jährliche Rendite beim Zuwachssparen. Die Mindestanlagebeträge belaufen sich je nach Angebot auf 500 € oder mehr.

Vergleichen Sie die Zinsen anderer Angebote immer mit der Jahresrendite beim Zuwachssparen und nicht mit dem höchsten garantierten Zinssatz am Ende des Angebots.

Der Nachteil beim Festgeld ist, dass die vorzeitige Kündigung nicht möglich ist. Das angelegte Kapital ist erst nach Ablauf des Investments wieder verfügbar. Sie sollten also für die Zeit der Anlage auf ihr Geld verzichten können. Zwar können Festgeld-Angebote auch über eine kurzfristige Anlagedauer wie sechs oder zwölf Monate verfügen, hier sind die Zinssätze jedoch besonders gering.

Immobilien-Crowdinvesting

Möchten Sie feste Zinsen erwirtschaften, die oberhalb der Inflationsrate liegen, spricht aufgrund der niedrigen Zinsen auf Spareinlagen einiges dafür, alternative Investitionsmöglichkeiten zu nutzen.

Crowdinvesting ist ein relativ neuer Weg, Geld anzulegen. Dabei findet sich eine große Gruppe von Anlegern über eine Online-Plattform zusammen, um mit kleinen Beträgen gemeinsam in Projekte zu investieren. Durch die große Anzahl der Anleger kommen hohe Anlagesummen zusammen, die Crowdinvestoren den Zugang zu Anlageklassen ermöglichen, die bisher lediglich Großanlegern zur Verfügung standen.

So können Sie bei BERGFÜRST in den Sachwert Immobilien investieren und erhalten dafür einen fest vereinbarten, jährlichen Zinssatz zwischen 5,0 % und 7,5 % bei halbjährlicher Auszahlung. Zwar gibt es beim Immobilien-Crowdinvesting keine Einlagensicherheit, dafür liegen die Zinsen weit über der derzeitigen Inflationsrate und durch eine durchdachte Risikostreuung lassen sich Risiken minimieren und ausgleichen.

Bei BERGFÜRST können Sie bereits ab 10 € investieren. Die Laufzeiten liegen je nach Immobilien-Investment zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Einen frühzeitigen Ausstieg aus einer Investition ermöglicht der Handelsplatz. Auf diesem Sekundärmarkt können erworbene Anteile jederzeit ge- und verkauft werden. Zudem können Sie bei BERGFÜRST nicht nur mit einer Einmalanlage investieren, sondern auch monatlich automatisch über einen Sparplan in Projekte investieren.

Sie können zudem einen Freistellungsauftrag bei BERGFÜRST erteilen, um zu verhindern, dass die Abgeltungsteuer und Ihr Sparerpauschbetrag direkt an das Finanzamt abgeführt werden.

Zuwachssparen und Alternativen im Überblick


Zuwachssparen

Festgeld

BERGFÜRST


Mindest-




anlagesumme

500 € 500 € 10 €

Anlagedauer
mittelfristig
mittel- bis


langfristig
mittelfristig


Laufzeit




(in Jahren)

3-5 0,5-10 1-5

Zinsen
gering gering hoch


Frühzeitiger




Ausstieg






Einlagen-




sicherung




Bild-Copyright: Izf / Shutterstock.com

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