Crowdfunding: Rendite & Risiko

Crowdfunding für Unternehmen & Startups

Valeria Nickel, 13.07.2017

Für wen ist Crowdfunding geeignet?

Auf der Seite der Unternehmen eignet sich Crowdinvesting vor allem für Startups, kleine und mittelständische Unternehmen. Sie benötigen im Gegensatz zu Großunternehmen meist keine allzu große Summen, die relativ leicht über das Crowdfunding eingesammelt werden können. Außerdem können große Unternehmen alternativ auch an die Börse gehen. Je nach Branche gibt es mittlerweile aber sogar beim Crowdfunding Mindestbeträge, damit ein Projekt auf der Plattform platziert wird. Vor allem im Immobilien-Crowdinvesting sollte der Finanzierungsbedarf mindestens bei 300.000 € liegen, da sich sonst der Aufbereitungsaufwand für die Plattformen nicht lohnt.

Auf der Investorenseite kann sich eigentlich jeder beteiligen, der mit seinem Geld gerne bestimmte Projekte unterstützen will oder nach einer alternativen Geldanlage sucht, die er selbst in die Hand nehmen kann. Auch juristische Personen können sich als Investoren beteiligen. In jedem Fall muss man voll geschäftsfähig sein, also als natürliche Person das 18. Lebensjahr vollendet haben. Sie brauchen keine besonderen Kenntnisse oder Qualifikationen. Trotzdem sollten Sie sich vor allem beim Crowdinvesting, bei dem es sich um eine Geldanlage mit hohen Renditeaussichten, aber auch mit Totalverlustrisiko handelt, ein wenig mit der Branche auskennen. Nur so können Sie beurteilen, ob die jeweiligen Projekte erfolgversprechend sind.

Welche Mehrwerte bietet Crowdfunding den Unternehmen?

Das wichtigste Ziel für mittelständische Unternehmen oder Projektinitiatoren, die sich für Crowdfunding entscheiden, ist die Kapitalbeschaffung. Sie haben hier die Möglichkeit, eine günstige Finanzierung zu ergattern, ohne ausschließlich von klassischen Anbietern wie Banken abhängig zu sein.

Daneben ist eine Crowdfunding-Kampagne auch immer kostenlose Werbung für ein Projekt. Es verbreitet sich über verschiedene Kanäle wie E-Mail-Newsletter, Social Media, Freunde und Kollegen. Zudem kann der Projektinitiator darüber Marktforschung betreiben. Denn je nach dem, wie gut die Crowdfunding-Kampagne läuft, spiegelt das die Reaktion des Marktes auf das Produkt wider. Bei mangelnder finanzieller Unterstützung profitiert der Unternehmer wenigstens von dem Wissen, dass seine Idee noch nicht ausgereift ist für den Markt.

Bei erfolgreicher Finanzierung weiß der Initiator, dass sein Projekt funktioniert und am Markt Resonanz findet. Zu guter Letzt eignet sich eine Kampagne auch dafür, neue Kontakte über die Community zu knüpfen. Möglicherweise findet man sogar neue Mitstreiter – zumindest aber wertvolles Feedback und Tipps zur Weiterentwicklung.

Welche Form haben Crowdfunding-Beteiligungen an Startups?

Wer sich via Crowdfunding an Startups beteiligen möchte, wird einen Investmentvertrag schließen, den er sich aufmerksam durchlesen muss. Darin wird unter anderem die Beteiligungsform beschrieben, die bei Startups meist das partiarische Nachrangdarlehen ist. Partiarisch bedeutet erfolgsabhängig und drückt aus, dass die Verzinsung vom erwirtschafteten Gewinn des Startups abhängt.

Hinweis

Der Einfachheit halber wird immer der Oberbegriff Crowdfunding verwendet. Alternative Bezeichnungen wären Crowdinvesting, Crowdlending, Crowdfinancing oder Schwarmfinanzierung.

Dies ist bei Startups die vorteilhafteste Methode, da man so etwaige Gewinne gut an die Investoren weitergeben kann und bei Verlusten keine Zinsen auf die Kredite zahlen muss.

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