Fünf wichtige Fragen zu Dividenden-ETFs

Artikel von Lana Iliev; aktualisiert am 14.04.2022

Eine Unterform von Exchange Traded Funds (ETFs) sind die sogenannten Strategie-ETFs oder Smart-ETFs. Bei diesen
ETF-Sonderformen wird für die Auswahl von Aktien nicht oder nicht ausschließlich die Marktkapitalisierung von
Unternehmen zu Grunde gelegt. Die Auslese wird gewissermaßen um weitere Faktoren erweitert und verfeinert. Zu
diesen ETF-Sonderformen zählen unter anderem Dividenden-ETFs.

Was sind Dividenden-ETFs?

Diese ETF-Sonderform orientiert sich bei der Auswahl von Aktientiteln an der Dividende, die von den Unternehmen
ausgeschüttet und an Aktionäre ausgezahlt werden. Damit wird die Dividendenstrategie verfolgt, welche
ursprünglich eine Strategie bei der Aktienauswahl („Stock-Picking“) ist.

Somit funktionieren Dividenden-ETFs ähnlich wie Dividendenfonds. Der Unterschied besteht darin, dass
ein ETF passiv gemanagt wird, während ein Fonds von einem aktiven Fondsmanagement betreut wird. Doch Dividenden-ETFs
konzentrieren sich nicht immer allein auf die ausgeschüttete Dividende. Denkbar ist beispielsweise auch eine Kombination
aus hoher Dividendenrendite und geringer Volatilität als Auswahlkriterium. Nach welchen Faktoren Aktientitel ausgewählt
werden, hängt davon ab, auf welchem Index der ETF basiert.

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Welche Risiken bergen Dividenden-ETFs?

Durch die Konzentration auf die Dividende, ergeben sich zunächst Nachteile im Hinblick auf die Auswahl der Aktientitel.
Denn durch das Kriterium ‚hohe Dividende‘ gibt es nur einen begrenzten Pool an potentiellen Aktientiteln, die in Frage
kommen. Aufgrund dieser Restriktion wird nicht selten die
Risikostreuung
minimiert.

Zudem führt der Verzicht auf ein aktives Fondsmanagement mit einem ETF zu lediglich zyklischen
Überprüfungen
der einzelnen Aktientitel. Wenn Dividenden sinken oder ihre Ausschüttung gar eingestellt
wird, reagiert der ETF erst zeitlich verzögert auf diese Entwicklung. Nicht selten sind zu diesem Zeitpunkt bereits
Verluste entstanden.

Ein weiteres Risiko ergibt sich daraus, dass viele Indizes relativ neu sind. So lässt sich ihre Entwicklung im Verlauf
der Jahre noch nicht wirklich nachvollziehen und es kann schwierig sein, verlässliche Vergleichswerte zu finden.

Wie finden Sie den besten Dividenden-ETF?

Entscheidet man sich als Anleger für die Investition in Dividenden-ETFs, hat man die Qual der Wahl. Auf Xetra, dem
elektronischen Handelssystem der Frankfurter Börse, wurden im Jahr 2017 über 40 Dividenden-ETFs gelistet und es kommen
regelmäßig neue Produkte hinzu. Zudem ist die Entscheidung für einen Index eine sehr persönliche. Um die richtige
Entscheidung zu treffen, sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

Dividenden­indizes Bevor man in einen ETF investiert, sollte der zugrunde liegende Index und dessen Funktionsweise
genau betrachtet werden. Indizes sind oft recht komplex und nicht selten intransparent. Dennoch ist
es substanziell, den Index zu verstehen, möchte man nicht die Katze im Sack kaufen. Detaillierte
Kriterien für die Beurteilung von Indizes finden Sie im Abschnitt nach dieser Tabelle.
Zusammen­setzung des ETF Welche Aktientitel enthält der ausgewählte ETF? Wie setzt er sich ausgehend vom Index zusammen? Und
nicht zuletzt: wie ist die Gewichtung der einzelnen Aktientitel? Liegt eine Überrepräsentation einer
bestimmten Branche oder Region vor?
Risikostreuung Wie die Risiko­streuung zu bewerten ist, hängt sowohl von der Zusammensetzung und Gewichtung der
Titel ab, als auch ganz generell davon, wie viele Aktientitel überhaupt in den ETF aufgenommen
werden können. Sprich, wie viele Aktientitel den Auswahlkriterien des Index’ standhalten.
Wertent­wicklung in der Vergangenheit Wie gestaltete sich die Wertentwicklung des ETFs in den vergangenen fünf Jahren? Da viele Indizes
noch recht jung sind und immer wieder neue Dividenden-ETFs aufgelegt werden, gibt es hier oft keine
Vergleichswerte. In solchen Fällen kann es ratsam sein, ältere Produkte vorzuziehen, da hier
Vergleichs- und Erfahrungswerte aus den vergangenen Jahren zur Orientierung vorliegen.
Kosten Die Verwaltungs­kosten für Dividenden-ETFs sind oft höher als die klassischer ETFs. Dennoch gibt es
hier auch gravierende Unterschiede. Bevor in einen ETF investiert wird, sollte ein intensiver
Vergleich diverser Angebote stattfinden. Zudem sollten Sie bedenken, dass Anteile unter Umständen
für einen gewissen Zeitraum gehalten werden sollten, um diese hohen Kosten wieder herauszubekommen.
ETF-Typ Wie bei klassischen ETFs gibt es auch bei Dividenden-ETFs die Unterscheidung in thesaurierend und
ausschüttend. Während ersterer die erhaltene Dividende unmittelbar reinvestiert, werden bei
ausschüttenden ETFs regelmäßig Dividenden ausgezahlt. Welche ETF-Form die richtige für Sie ist,
hängt davon ab, wie hoch Ihre Bereitschaft zur Kapitalbindung ist und ob Sie Auszahlungen
reinvestieren oder anderweitig nutzen wollen.

Wie lassen sich Dividendenindizes beurteilen?

Jedem ETF liegt ein Index zugrunde, der die Auswahl der Aktientitel festlegt. Dabei gibt es fünf Kriterien, die man beim
Vergleich von Indizes beachten sollte, um den vorliegenden Index richtig beurteilen zu können:

  1. Region: Welche regionale Beschränkungen gibt der Index vor? Je beschränkter, desto weniger
    Aktientitel stehen für den ETF zur Auswahl und desto geringer könnte die Risikostreuung ausfallen.
  2. Anzahl möglicher Aktientitel: Aus wie vielen potentiellen Titeln kann anhand des Index’
    ausgewählt werden? Je kleiner die Anzahl der möglichen Titel, desto geringer die Risikostreuung.
  3. Auswahlkriterien: Nach welchen Kriterien werden die Aktientitel ausgewählt? Berücksichtigt der
    Index allein die Dividendenrendite oder wird beispielsweise auch die Volatilität einbezogen
  4. Gewichtung: Wie werden die einzelnen Titel innerhalb des ETFs gewichtet? Auch dieser Punkt
    wirkt sich auf die Risikostreuung aus.
  5. Überprüfungszyklus: Wie oft werden die einzelnen Aktientitel überprüft und nachjustiert? Je
    seltener eine Überprüfung stattfindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF erst spät an
    sinkende Ausschüttungen angepasst wird und es zu Verlusten kommt.

Welche Alternativen zu Dividenden-ETFs gibt es?

Wem Dividenden-ETFs als Kapitalanlage zu komplex oder riskant erscheinen, der sollte sich folgende Alternativen genauer
anschauen:

1. Alternative: Klassische ETFs

Ein klarer Vorteil klassischer ETFs gegenüber Dividenden-ETFs ist, dass sie oft niedrigere Verwaltungsgebühren
aufweisen. Eine Studie der Rating Agentur Morningstar zeigte zudem, dass Dividenden-ETFs im Schnitt hinter klassischen,
nach Marktkapitalisierung gewichteten ETFs zurückbleiben. Der Grund für dieses Ergebnis ist die vergleichsweise große
Dispersion der Ergebnisse bei Dividenden-ETFs. Während einige überdurchschnittlich gut abschnitten, zeigten andere
überdurchschnittlich schlechte Ergebnisse. Klassische ETFs scheinen somit im Schnitt zu verlässlicheren Ergebnissen zu
führen.

2. Alternative: Dividendenfonds

Dividendenfonds bieten den Vorteil eines aktiven Managements, dass neben einer gewissen Expertise auch die Möglichkeit
aufweist, zeitnah auf Marktentwicklungen zu reagieren. Somit sind die Chancen, Verluste zu vermeiden, höher. Als
nachteilig erweisen sich jedoch die Verwaltungsgebühren von Dividendenfonds, denn diese sind in der Regel höher.

3. Alternative: Immobilien-Crowdinvesting

Eine weitere Alternative bietet das Crowdinvesting. Hier
gibt es keine hohen Anschaffungskosten oder kostenpflichtige Depots. Zudem wird hier eine feste Verzinsung zwischen
5,0 % und 7,0 % p.a. vereinbart – ein weiterer Vorteil im Vergleich zu schwankenden
Dividendenausschüttungen.

Auch die intensive Auseinandersetzung mit komplexen und intransparenten Indizes wird überflüssig, denn die Investments
werden über transparente Crowdinvesting-Plattformen gehandelt. BERGFÜRST ist eine der führenden
Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland, die sich auf Immobilieninvestments spezialisiert hat.

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