Offene Immobilienfonds verkaufen

Offene Immobilienfonds: Fristen für die Rückgabe und den Verkauf

Lana Iliev, 17.09.2019

Anleger, die Anteile an offenen Immobilienfonds in ihrem Depot haben, haben theoretisch die Wahl: einerseits können die Anteile an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden, andererseits können sie an der Börse veräußert werden. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile.

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Rückgabe von offenen Immobilienfonds

Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG), die offene Immobilienfonds verwalten, sind im Gegensatz zu geschlossenen Investmentfonds dazu verpflichtet ausgegebene Fondsanteile vor Ablauf der Laufzeit zurückzunehmen und zu liquidieren. Unterschreitet ein offener Immobilienfonds jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Liquiditätsreserve von fünf Prozent, wird er geschlossen. Bis der Immobilienfonds wieder geöffnet wird, werden keine Anteile zurückgenommen. Prinzipiell wird der Fonds wieder geöffnet, sobald die Liquiditätsreserven wieder ausreichend vorhanden sind. Es kann aber auch sein, dass sich ein Immobilienfonds nicht erholt. Dies geschah nach der Lehman-Pleite 2008 und führte letztendlich zu der zwangsweisen Abwicklung einiger Immobilienfonds.

Aus diesem Grund wurde die Rückgabe dieser Wertpapiere 2013 gesetzlich stärker reglementiert. So unterliegen alle Neuanleger, die nach dem 22. Juli 2013 Fondsanteile erworbenen haben, einer Mindesthaltedauer von zwei Jahren sowie einer Kündigungsfrist von einem Jahr. Bei zuvor erworbenen Anteilen gelten diese Fristen nicht und es ist möglich bis zu 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr von der Fondsgesellschaft auszahlen zu lassen.

Die Fristen sollen den Fonds Planungssicherheit geben und gleichzeitig die Geldreserven, die zurückgehalten werden müssen, um Anleger auszuzahlen, möglichst gering halten. Denn eine hohe Liquidität schadet den Renditen der Fonds. Geld, das zurückgehalten und nicht in Immobilien investiert wird, wächst aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen kaum. Gleichzeitig werden die Anleger durch die langen Fristen jedoch eingeschränkt und können kaum auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren.

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Verkauf von offenen Immobilienfonds

Doch wer als Anleger nicht langfristig planen will oder kann, dem bleibt ein Ausweg: Anteile an offenen Immobilienfonds müssen nicht zwangsläufig an die ausgebende Fondsgesellschaft zurückgegeben werden, sie können auch über die Börse verkauft und gehandelt werden. Auf diesem Weg können sowohl Mindesthaltefrist als auch Kündigungsfrist für die Fondsanteile umgangen werden.

Fondsanteile zu verkaufen ist jedoch nur möglich, wenn der Anleger bereit ist, Abschläge in Kauf zu nehmen. Denn während die Fondsgesellschaften den Wert der Fondsanteile durch jährliche Gutachten ermitteln, wird er an der Börse durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Deshalb weicht der Börsenkurs oft ab und ist mithin niedriger als der eigentliche Wert der Anteile. Verkaufen ermöglicht dem Anleger somit einen schnellen Austritt, dieser lohnt sich jedoch nicht immer.

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