Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen: Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen

Lana Iliev, 08.11.2017

Unternehmensanleihen sind Anleihen, bei denen der Emittent ein Unternehmen ist. Es handelt sich dabei um komplexe Geldanlagen, deren Wertentwicklung von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Hier werden die wichtigsten Fragen beantwortet, die sich ein Anleger zum Thema Unternehmensanleihen stellen sollte.

1 | Welche Kennzahlen muss ich beim Kauf von Unternehmens­anleihen beachten?

Der Wert von Unternehmensanleihen wird in festgelegten Kennzahlen wiedergegeben. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen, die beim Kauf einer Unternehmensanleihe zu beachten sind.

Kennzahl Bedeutung
Rendite Die Rendite enthält am meisten Aussagekraft über den Wert einer Unternehmensanleihe. Sie beschreibt die tatsächliche Verzinsung (Effektivverzinsung) über die gesamte Laufzeit der Anleihe. Auch wenn die Verzinsung meist im Vorfeld festgelegt wird, ist die Rendite einer Anleihe erst am Ende der Laufzeit bekannt und wird im Vorfeld lediglich geschätzt. Das liegt daran, dass sie neben Kupon, Laufzeit, Kaufkurs und Rückkaufkurs auch von exogenen Faktoren wie dem Marktzinsniveau, der Bonität des Emittenten und ggf. Währungskursen beeinflusst wird.
Nennwert, Nominalwert Der Nennwert bezeichnet den nominalen Geldbetrag, zu dem der Gläubiger die Anleihe erwirbt und die der Emittent nach Ablauf der Laufzeit zurückzahlt. Die Höhe des Nennwerts ergibt sich in der Regel aus dem Anleihevolumen.
Kupon, Zinszahlung Während der Laufzeit einer Anleihe zahlt der Emittent dem Gläubiger regelmäßig Zinsen aus. Diese Zahlungen werden als Kupon bezeichnet und ihre Höhe wird im Vorfeld festgelegt.
Restlaufzeit, Laufzeit Beschreibt den Zeitpunkt, zu dem der Emittent den Nennwert der Anleihe an den Gläubiger zurückzahlt. Je länger die Laufzeit angesetzt wird, desto höher ist die zu erwartende Rendite, da mit der Länge der Laufzeit das Risiko für den Gläubiger steigt.
Geldkurs (Kaufkurs) und Briefkurs (Rückkaufkurs) Der Geldkurs beschreibt den Wert, zu dem der Anleger bereit ist, eine Anleihe zu erwerben. Der Briefkurs beschreibt den Wert, zu dem ein Anleger bereit ist, eine Anleihe zu verkaufen. Beide Kennzahlen werden berücksichtigt, um den aktuellen Wert einer Anleihe zu ermitteln.
Kurswert Da Anleihen ebenso wie Aktien gehandelt werden, wird ihr aktueller Kurswert ermittelt. Dabei wird der Kurs einer Anleihe immer in Prozent angegeben. Liegt der Kurs einer Anleihe bei 100 %, entspricht ihr Wert exakt ihrem Nennwert. Liegt er bei 105 %, ist er um 5 % gestiegen, während er bei 95 % um 5 % gefallen ist.
Anleihevolumen, Volumen Als Anleihevolumen wird der Betrag bezeichnet, für den der Emittent insgesamt Anleihen herausgegeben hat. Das Anleihevolumen wird in einzelne Beträge gestückelt, welche den Nennwert der einzelnen Gläubiger ergeben. Das Volumen beeinflusst die Liquidität einer Anleihe und damit ihre Rendite.

2 | Wo kann ich Unternehmensanleihen kaufen?

Der Handel von Unternehmensanleihen ist dezentral und wird über unterschiedliche Marktplätze realisiert. Die Kaufabwicklung läuft sowohl in Form von OTC-Geschäften über Banken, als auch über die Börse.

Unternehmensanleihen sind für Anleger besonders interessant, da sie vor Ablauf ihrer Laufzeit weiterverkauft und gehandelt werden können. Dabei ergibt sich der Wert für ihren Wiederverkauf aus ihrem aktuellen Kurswert. Bei Unternehmensanleihen, die ein hohes Liquiditätsrisiko aufweisen, kann sich der Verkauf jedoch als schwierig gestalten.

3 | Welche Faktoren beeinflussen den Rendite einer Unternehmensanleihe?

Je risikoreicher eine Unternehmensanleihe ist, desto höher ist auch die Rendite, die ein Anleger erwarten kann. Um risikoreiche Anleihen attraktiver zu gestalten, gibt der Emittent Anleihen mit einer höheren Verzinsung aus. Dadurch dass die jährlichen Zinszahlungen ertragreicher ausfallen, werden dem Anleger hohe Renditen versprochen. Ob diese am Ende der Laufzeit jedoch wirklich zustande gekommen sind, hängt von einer Reihe von Faktoren ab.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die exogenen Faktoren, die das Risiko und somit auch die Rendite einer Unternehmensanleihe beeinflussen.

Faktor Einfluss
Bonität

Die Bonität des Emittenten spielt eine wichtige Rolle für den Gläubiger. Kann ein Unternehmen die ausgegebenen Unternehmensanleihen nach Ablauf der Laufzeit nicht zurückzahlen, verliert die Anleihe massiv an Wert.

Anleger haben zwei Möglichkeiten, um sich ein Bild von der Bonität eines Emittenten zu machen:

  1. Ratings: Ratingagenturen schätzen die Bonität von Unternehmen und vergeben Noten, an denen diese abgelesen werden kann.
  2. Spreads (Risikoaufschlag): Ausgehend von einem Vergleichswert wird die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens errechnet. Je höher der Spread ist, desto risikoreicher ist die Anleihe.
Marktzinsniveau

Einer der größten exogenen Einflussfaktoren auf die Rendite einer Unternehmensanleihe ist das Marktzinsniveau. Schwankungen des allgemeinen Zinsniveaus verändern das Verhältnis zwischen Nominal- und Effektivverzinsung und haben somit direkte Auswirkungen auf die Rendite und den Kurswert von Unternehmensanleihen. Fällt das Zinsniveau, steigt der Kurs von Unternehmensanleihen, da die Verzinsung relativ (nicht nominal) betrachtet steigt. Steigt das Zinsniveau hingegen, fällt der Wert von Unternehmensanleihen.

Das Marktzinsniveau ergibt sich aus einer Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Faktoren. Darunter fallen beispielsweise die allgemeine Entwicklung des Wirtschaftswachstums oder das Agieren der Notenbanken.

Währung Unternehmensanleihen werden in einer Währung erworben und in selbiger wieder ausgezahlt. Damit unterliegt ihre Wertentwicklung den Schwankungen der Währung, in der sie ausgeben werden. Wird eine Unternehmensanleihe in einer schwachen Währung ausgegeben, gilt sie als besonders risikoreich.
Liquidität Weist eine Anleihe ein geringes Maß an Liquidität auf, gilt sie ebenfalls als besonders risikoreich. Die Liquidität ergibt sich aus der Häufigkeit, mit der eine Anleihe an der Börse gehandelt wird. Anleihen mit einem hohen Volumen ab ca. 1 Milliarde Euro werden öfter gehandelt, als Anleihen mit einem Volumen von beispielsweise 100 Millionen Euro.

4 | Wie sicher sind Unternehmensanleihen?

Gemeinhin gelten Anleihen und damit auch Unternehmensanleihen als sichere Geldanlagen. Dennoch ist hier aufgrund der komplexen Faktoren, die den Wert einer Unternehmensanleihe beeinflussen, Vorsicht geboten!

Entscheidet sich der Anleger trotz der beschriebenen Risiken in Unternehmensanleihen zu investieren, empfiehlt es sich auf Einzelkäufe zu verzichten. Fonds oder ETFs ermöglichen eine Risikostreuung, indem direkt in eine Reihe von Unternehmen investiert wird und so die Bonitätsrisiken einzelner Unternehmensanleihen minimiert werden.

Dennoch sollten die Risiken von Unternehmensanleihen aufgrund ihrer komplexen Funktionsweise nicht unterschätzt und leichtfertig in Kauf genommen werden.

5 | Welche Alternative gibt es zu Unternehmens­anleihen?

Eine sinnvolle Alternative zu Unternehmensanleihen bietet das Crowdinvesting. Wie bei Anleihen können Unternehmen mithilfe von Crowdinvestments Projekte finanzieren. Dabei wird eine feste Verzinsung vereinbart, die in der Regel zwischen 3,0 % und 7,0 % liegt. Aufgrund eines erweiterten Anlegerkreises, sind sehr geringe Stückelungen möglich, wodurch Crowdinvesting gerade für Kleinanleger äußerst attraktiv ist.

Die Crowdinvesting-Projekte werden auf eigenen Internetseiten oder professionellen Crowdinvesting-Plattformen angeboten. Eine dieser professionellen Plattformen ist BERGFÜRST, die sich auf den Bereich Immobilien spezialisiert hat.

Für den Anleger entstehen bei BERGFÜRST keine Anschaffungskosten und es ist auch kein kostenpflichtiges Depot erforderlich. Darüber hinaus kann sich der Investor umfassend über das Immobilienprojekt informieren und seine Anteile nach Erreichen des Investitionsvolumens auf dem BERGFÜRST-Handelsplatz wieder zum Verkauf anbieten.

BERGFÜRST auf einen Blick:

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