Vermögens­verwaltende GmbH: Fünf Fehler, die Sie vermeiden sollten!

Artikel von Lana Iliev; aktualisiert am 19.04.2022

Die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH kann vor allem aus steuerlicher Sicht sinnvoll
sein. Doch die Steuerersparnisse, die hier ermöglicht werden, gleichen nicht immer die eingebüßte Flexibilität
und die Kosten aus, die durch die Gesellschaft entstehen. Lesen Sie hier, was eine vermögensverwaltende GmbH
ist, welche Vorteile sie bietet und welche Nachteile sich ergeben.

Sie wissen bereits, was eine vermögensverwaltende GmbH ist und welchem Zweck sie dient? Erfahren Sie mehr über
die fünf
Fehler, die es zu
vermeiden gilt!

Was ist eine vermögens­verwaltende GmbH?

Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, die zur Organisation von Vermögen und
Vermögensgegenständen
eingesetzt wird. Dabei sind auch andere Rechtsformen als die GmbH (Gesellschaft mit
beschränkter Haftung) denkbar, beispielsweise GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), UG (Unternehmensgesellschaft) oder
KG (Kommanditgesellschaft).

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Varianten der Nutzung einer vermögensverwaltenden GmbH:

Die vermögensverwaltende GmbH als Tochtergesellschaft einer Holding

Eine Holding (auch Muttergesellschaft) bündelt Beteiligungen an mehreren Gesellschaften und
Unternehmen. Dies ermöglicht und erleichtert in vielen Bereichen die ganzheitliche Verwaltung und bringt im Fall der
vermögensverwaltenden GmbH einen bedeutenden Vorteil mit sich: Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaft an die
Holding müssen nicht versteuert werden.

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Die vermögensverwaltende GmbH zur Verwahrung von Privatvermögen

Eine vermögensverwaltende GmbH kann von Privatpersonen genutzt werden. Die vollständige oder teilweise
Einbringung von Privatvermögen in eine vermögensverwaltende GmbH bringt in diesem Fall eine Reihe von Vorteilen mit sich
– vor allem steuerlicher Natur. Diese kommen zustande, wenn Vermögensgegenstände wie Immobilien, Aktien oder etwaige andere
Wertpapiere
an die vermögensverwaltende GmbH übertragen werden. Aus diesem Grund wird die
vermögensverwaltende GmbH auch salopp als Spardosen-GmbH bezeichnet.

Eine vermögensverwaltende GmbH kann als Steuervehikel genutzt werden, das eine
steuerreduzierende Wirkung hat und damit Gewinne nach Steuern aus Vermögensgegenständen steigern kann.
Dennoch amortisiert sich die Nutzung einer vermögensverwaltenden GmbH nicht in jedem Fall.

Der Fokus dieses Artikels liegt auf der Nutzung einer vermögensverwaltenden GmbH als Steuervehikel
zur Verwaltung von Privatvermögen.

Welchem Zweck dient eine vermögens­verwaltende GmbH?

Die vermögensverwaltende GmbH kann Steuerersparnisse mit sich bringen und ermöglicht die Konzentration sowie Absicherung
von Vermögen. Diese Umstände werden zunächst erläutert, bevor es um die fünf Fehler geht, die es zu vermeiden gilt.
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Steuerersparnis

Das wohl wichtigste Argument für die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH sind die Steuerersparnisse, die sich mit
ihr realisieren lassen. Je nach Vermögensgegenstand und zugehöriger Besteuerung gestalten sich Steuervorteile durch die
GmbH anders.

Immobilien in der vermögensverwaltenden GmbH

Außerordentlicher Beliebtheit erfreut sich dabei die Übertragung von Immobilien an die
vermögensverwaltende GmbH, denn hier kann es zu besonders hohen Steuerersparnissen kommen.

Einkünfte, die durch die Vermietung von Immobilien erzielt werden, unterliegen steuerlichen Abzügen. Zwar können
Aufwendungen wie Betriebskosten, Darlehenszins, AfA (Absetzung für Abnutzung) und Erhaltungsaufwendungen für die
Immobilie geltend gemacht werden. Die überschüssigen Mieteinnahmen unterliegen jedoch der
Einkommensteuer und damit auch dem persönlichen Steuersatz, der sich nach der Höhe des
individuellen jährlichen Einkommens richtet. Zumindest gilt dies für Privatinvestoren.

Werden Immobilien aus dem Privatvermögen in das einer vermögensverwaltenden GmbH übertragen, kommt nicht die
Einkommens-, sondern die Körperschaftsteuer zum Tragen, die sich wie folgt berechnet:

Steuer Steuerlast
Körperschaftssteuer 15 %
Solidaritätszuschlag 5,5 %
Effektive Steuerlast 15,825 %

Bedenkt man, dass der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer bei 45 % liegt, dann wird deutlich, dass
sich eine vermögensverwaltende GmbH gerade für Vielverdiener lohnen kann.

Wertpapiere in der vermögensverwaltenden GmbH

Anders als Immobilien unterliegen die Gewinne, die durch Privatpersonen mit dem Handel von Wertpapieren erwirtschaftet
werden, nicht der Einkommensteuer sondern der Abgeltungssteuer, die sich wie folgt zusammensetzt:

Steuer Steuerlast
Abgeltungssteuer 25 %
Solidaritätszuschlag 5 %
ggf. Kirchensteuer 8 % bis 9 %
Effektive Steuerlast 26,375 %
bis 27,99 %

Für realisierte Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften kommt bei der vermögensverwaltenden GmbH ebenfalls die
Körperschaftssteuer zum Tragen. Auch hier lassen sich Steuerersparnisse realisieren, da diese geringer
als die Abgeltungssteuer ausfällt.

Ein weiterer Vorteil, der sich durch eine vermögensverwaltende GmbH ergibt, ist, dass Sie auf BERGFÜRST Investitionen über
25.000 €
tätigen können. In diesem Fall tritt der Anleger als juristische Person in Form der
GmbH und nicht mehr als natürliche Person auf. So fällt er nicht unter das Kleinanlegerschutzgesetz und kann
auch größere Beträge auf BERGFÜRST investieren.

Konzentration von Vermögen

Neben den genannten Steuerersparnissen kann eine vermögensverwaltende GmbH auch genutzt werden, um Vermögensgegenstände
unter mehreren natürlichen Personen aufzuteilen. So kann der gemeinsame Erwerb von
Vermögensgegenständen durch mehrere Investoren erleichtert werden oder aber Vermögen innerhalb einer Familie gebündelt
und die Nachfolge bzw. die Aufteilung des Erbes gesichert werden.

Um die Verwaltung von Vermögensgegenständen im Falle einer Geschäftsunfähigkeit zu regeln, braucht es nicht
zwingend eine vermögensverwaltende GmbH. Hier kann auch eine Vorsorgevollmacht hilfreich sein.

Absicherung von Vermögen

Durch die Aufteilung in Privat- und Betriebsvermögen wird eine Unabhängigkeit der Vermögensgegenstände
erreicht. Erwirtschaftet die Gesellschaft Verluste, betrifft dies nicht das Privatvermögen der Gesellschafter.
Umgekehrt bleibt das Betriebsvermögen von Verlusten der einzelnen Gesellschafter unberührt.

Fünf Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH ist nicht in jedem Fall sinnvoll, denn den genannten Vorteilen steht eine
Reihe von Nachteilen gegenüber. Sollten Sie die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH in Betracht ziehen, sollten
Sie unbedingt die folgenden fünf Fehler vermeiden. Schlimmstenfalls kommt Sie die Gesellschaft teuer zu stehen und die
eingesparten Steuern gleichen Ihre Ausgaben nicht aus.

Eine vermögensverwaltende Gesellschaft ist ein äußerst komplexes Konstrukt, dass nicht ohne die
professionelle Beratung eines Steuerberaters realisiert werden sollte.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH gewerblich agieren

Ein heikler Punkt bei der vermögensverwaltenden GmbH ist die Gewerbesteuer. Jede Kapitalgesellschaft
ist zunächst gewerbesteuerpflichtig. Die Gewerbesteuerlast kann jedoch gemindert werden. Eine solche Minderung der
Gewerbesteuer erfolgt für Gesellschaften, die nicht gewerblich agieren. Eine vermögensverwaltende GmbH
darf also keine Dienstleistungen anbieten. Werden hier Fehler gemacht, muss die Gewerbesteuer
entrichtet werden und die erhofften Steuerersparnisse werden mit hoher Wahrscheinlichkeit
zunichte gemacht.

Bezüglich einer Minderung der Gewerbesteuer und Rahmen, in welchem eine vermögensverwaltende GmbH nicht
gewerblich agiert, sollten Sie sich unbedingt mit einem Steuerberater abstimmen.

Betriebs- und Privatvermögen nicht ausreichend separieren

Eine weitere Schwierigkeit in der vermögensverwaltenden GmbH liegt in der Gewinnausschüttung. Denn die
GmbH tritt als eigenständige juristische Person auf und von ihr erwirtschaftete Gewinne sowie
Vermögensgegenstände gehören zum Betriebsvermögen. Die Gesellschafter besitzen lediglich Anteile an der
vermögensverwaltenden GmbH und nicht das sich in ihr befindliche Kapital, Immobilien oder Wertpapiere.

Aus diesem Grund lassen sich Gewinne nicht ohne weiteres in das Privatvermögen der Gesellschafter überführen, denn sie
müssen von jedem Gesellschafter persönlich versteuert werden. Dabei kommt das
Teileinkünfteverfahren zur Anwendung, wenn der entsprechende Gesellschafter mit mindestens einem
Prozent an der GmbH beteiligt ist.

Somit müssen sich Gesellschafter gegenüber der GmbH wie unbeteiligte natürliche Personen verhalten. Das bedeutet, dass
Vermögensgegenstände, die aus der Gesellschaft in Privatvermögen überführt werden, rechtmäßig versteuert werden müssen.
Wird dies unterlassen, kann der Verdacht verdeckter Gewinnausschüttungen und
Steuerbetrugs entstehen.

Unter dem Gesichtspunkt des langfristigen Vermögensaufbaus führt die zusätzliche Besteuerung
bei Gewinnausschüttungen dazu, dass sich eine vermögensverwaltende GmbH erst durch die Thesaurierung von
Gewinnen innerhalb der Gesellschaft
wirklich auszahlt.

Thesaurierung beschreibt das Unterlassen von Gewinnausschüttungen. Gewinne werden dabei meist einbehalten, um
sie erneut anzulegen.

Die Komplikationen, die mit Gewinnausschüttungen aus der Gesellschaft einhergehen, tragen dazu bei, dass eine
vermögensverwaltende GmbH in ihrer Flexibilität im Vergleich zu Privatvermögen besonders
eingeschränkt ist.

Die Gründungskosten der vermögensverwaltenden GmbH unterschätzen

Bei der Gründung einer GmbH entstehen Kosten, denn es wird ein Notar benötigt. Zudem sind eine Satzung
bzw. ein Gesellschaftsvertrag nötig. Zusätzlich muss eine Stammeinlage mit einer
Mindesthöhe von 25.000 € geleistet werden. Außerdem fallen mit der Übertragung von Immobilien aus
Privatvermögen an die GmbH erneut Grunderwerbssteuer und weitere Notarkosten an.

Laufende Verwaltungskosten der vermögensverwaltenden GmbH unterschätzen

Auch über die Gründung hinaus fallen für die Verwaltung einer vermögensverwaltenden GmbH laufende Kosten an, die stets
bedacht werden sollten. So muss jährlich statt einer simplen Überschussrechnung, wie es bei Privatanlegern verlangt
wird, eine Bilanzierung erstellt werden. Zudem müssen zum Jahresabschluss eine Körperschaftssteuer-
sowie eine Gewerbesteuererklärung eingereicht werden. Für diesen buchhalterischen Mehraufwand lohnt sich die
Zusammenarbeit mit einem Steuerberater – doch dieser muss ebenfalls bezahlt werden.

Darüber hinaus gibt es für Unternehmen im Gegensatz zu Privatpersonen keine kostenlosen Depots. Auch
hier gehen also zusätzliche Kosten mit der vermögensverwaltenden GmbH einher.

Auf steuerfreie Immobilienverkäufe verzichten

Ein weiterer Nachteil der vermögensverwaltenden GmbH kommt beim Verkauf von Immobilien zum Tragen, denn die
Spekulationsfrist gilt nicht für Unternehmen. Die Veräußerung einer Immobilie durch eine
Kapitalgesellschaft wird somit stets besteuert, während Privatpersonen nach dem Ablauf der Frist von
zehn Jahren keine Spekulationssteuer auf den
Immobilienerlös entrichten müssen.

Die Übertragung von Immobilien in eine vermögensverwaltende GmbH rentiert sich also nur, wenn es sich
dabei um ein Objekt handelt, das eine hohe Mietrendite
abwirft und dessen Verkauf nicht sobald geplant ist.

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Für wen lohnt sich die vermögens­verwaltende GmbH?

Letztlich lässt sich festhalten, dass eine vermögensverwaltende GmbH nicht für jeden und in jedem Szenario sinnvoll ist.
Die Gründung der GmbH lohnt sich erst, wenn der zu erzielende Steuervorteil die Kosten für die Gesellschaft
ausgleicht
. Dies ist erst der Fall, wenn das persönliche Einkommen der Gesellschafter in spe deutlich über
dem Bundesdurchschnitt liegt.

Doch der persönliche Steuersatz ist nicht das einzige Kriterium, dass über die Sinnhaftigkeit einer
vermögensverwaltenden GmbH entscheidet. Auch die Zusammensetzung des Vermögens und die Frequenz, in der
das Vermögen umgeschichtet werden soll, spielen eine Rolle. Zudem lohnt sich die Gründung einer
Gesellschaft nur, wenn die dauerhafte Thesaurierung der Erträge geplant ist. Sind Sie auf regelmäßige
Gewinnausschüttungen aus Ihrem Vermögen angewiesen, rentiert sich eine vermögensverwaltende GmbH meist nicht.

Sinn und Unsinn einer vermögensverwaltenden GmbH hängen von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher
individueller Kriterien ab und sollten deshalb immer von einem Steuerberater beurteilt werden.

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