Geschlossene Immobilienfonds Kündigung

Geschlossene Immobilienfonds: Vorteile und Nachteile einer Kündigung

Lana Iliev, 17.09.2019

Anteile an geschlossenen Immobilienfonds lassen sich oft nur erwerben, indem einer langen Laufzeit von 10 Jahren oder mehr zugestimmt wird. Prinzipiell gibt es für Anleger keine Möglichkeit die Anteile vor Ablauf der festgelegten Laufzeit an die Fondsgesellschaft zurückzugeben. In Sonderfällen besteht jedoch die Möglichkeit der Rückabwicklung oder Kündigung einer Beteiligung.

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Ein solcher Sonderfall ist gegeben, wenn der Anleger seine Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds nachweislich aufgrund einer fehlerhaften Beratung erworben hat und der gesetzlich vorgeschriebene Anlegerschutz nicht gegeben war. Als Kündigungsgrund gelten falsche Widerrufsbelehrungen, mangelnde Aufklärung über die Risiken der Kapitalanlage oder eine fehlerhafte Broschüre des Immobilienfonds.

Ob eine Klage oder eine Kündigung möglich ist, hängt vor allem von der Verjährungsfrist ab. In der folgenden Tabelle sind die Vor- und Nachteile der beiden Verfahren kurz aufgelistet:

Rückabwicklung Kündigung
Vorteil: Schadensersatz, wenn fehlerhafte Anlageberatung nachweisbar

Vorteil: Es gibt keine Verjährungsfrist. Der Wert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Kündigung wird ausgezahlt (Abfindungs­guthaben) Ggf. kommt es zur Aussetzung weiterer Ratenzahlungen

Nachteil: Schadensersatz nur möglich, wenn Angeklagter leistungsfähig ist. Außerdem gibt es kurze Verjährungsfristen von drei bis zehn Jahren.

Nachteil: Haftungspflichten können weiter bestehen. Dies kann in manchen Fällen sogar dazu führen, dass durch die Kündigung Zahlungs­verpflichtungen für den Anleger entstehen.

Selbst wenn eine fehlerhafte Beratung vorliegt, ist eine Klage auf Rückabwicklung oder eine Kündigung nicht immer sinnvoll. Eine Kündigung macht beispielsweise Sinn, wenn eine Fondsgesellschaft gescheitert ist, der Anleger jedoch immer noch zur Zahlung von Raten verpflichtet ist. Wenig sinnvoll ist sie hingegen, wenn sie zu weiteren Zahlungsverpflichtungen führt.

Es kann also sinnvoll sein, Fondsanteile bis zum Ende der Laufzeit zu halten, auch wenn der Anlegerschutz nicht ausreichend gewährleistet wurde. Welche Nachteile sich für den Anleger ergeben könnten und wie gut die Aussichten auf Schadensersatz sind, sollte individuell durch Rechtsanwälte geprüft werden, bevor erste Schritte eingeleitet werden.

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