Entnahmeplan

Entnahmeplan oder Sofortrente: Was ist besser?

Lana Iliev, 09.04.2019

Verfügen Sie zum Renteneintritt über Ersparnisse, dann lassen sich diese in eine Zusatzrente umwandeln. Der klassische Weg führt dabei über eine Sofortrente, die mit einem Versicherungsunternehmen abgeschlossen wird. Dabei sind die Renditeaussichten hier jedoch gering und warum sollte Ihr Geld nicht auch im Alter für Sie arbeiten? Lesen Sie hier mehr über Entnahmepläne als Alternative zur Sofortrente.

1 | Was ist ein Entnahmeplan?

Im Prinzip stellt ein Entnahmeplan (oder Auszahlplan) das Gegenstück zu einem Sparplan dar: Zu Beginn zahlt der Anleger einen hohen Einmalbetrag ein, der ihm in den folgenden Jahren regelmäßig in kleinen Beträgen ausgezahlt wird.

Das eingezahlte Kapital wird angelegt und erwirtschaftet bis zum Zeitpunkt der Auszahlung Rendite. So lassen sich Ersparnisse gerade im Rentenalter optimal nutzen.

Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalerhalt (oder ohne Kapitalverzehr) werden lediglich die erwirtschafteten Erträge ausgezahlt und nicht das Vermögen selbst. So bleibt das Ersparte unangetastet und es entsteht eine ewige Rente. Bei einem Entnahmeplan ohne Kapitalerhalt (mit Kapitalverzehr) wird das Vermögen hingegen ebenfalls ausgezahlt.

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2 | Was ist eine Sofortrente?

Bei der Sofortrente wird, wie bei einem Entnahmeplan, das ersparte Kapital auf einen Schlag eingezahlt. Dafür erhalten Sie eine Sofortrente in Form regelmäßiger Zahlungen – garantiert bis an Ihr Lebensende. Damit ist die Sofortrente sicher und einfach.

Drei Nachteile der Sofortrente

  • Mit einer Sofortrente müssen Sie sich um nichts mehr kümmern, erhalten aber im Gegenzug nur eine sehr geringe Rendite auf Ihre Ersparnisse. Denn Versicherungsunternehmen kalkulieren hier grundsätzlich eine lange Lebenserwartung ein und zahlen recht geringe Beiträge aus.
  • Ein weiterer Nachteil der Sofortrente ist, dass keine zusätzlichen Kapitalentnahmen möglich sind. Sollten Sie also mal eine höhere Geldsumme benötigen, können Sie nicht über Ihre Sofortrente darauf zugreifen.
  • Darüber hinaus ist das Vererben von Vermögen bei der Sofortrente meist nicht vorgesehen. Es besteht zwar die Möglichkeit einen Hinterbliebenenschutz zu vereinbaren, dadurch verringert sich die Monatsrente jedoch erneut.

3 | Welche Alternativen gibt es zur Sofortrente?

Angespartes Kapital muss zum Renteneintritt nicht zwangsläufig bei einem Versicherer hinterlegt und in eine Sofortrente umgewandelt werden. Verschiedene Formen von Entnahmeplänen bilden Alternativen:

Bankauszahlplan: fest verzinste Sicherheit

Bei einem Bankauszahlplan wird ein Einmalbetrag bei einer Bank hinterlegt. Das hinterlegte Vermögen wird in den folgenden Jahren regelmäßig in Form fester Beträge ausgezahlt bis es aufgebraucht ist.

Ein Bankauszahlplan bietet keine garantierte finanzielle Sicherheit bis ans Lebensende, dafür wird das Kapital, das noch nicht ausgezahlt wurde, jedoch verzinst und vermehrt sich somit.

Da der Zinssatz fest ist, entsteht Planungssicherheit: Sie können von vornherein errechnen, wie lange Sie Beträge aus dem Bankauszahlplan erhalten werden und wie hoch der Zinsertrag sein wird.

Ein Nachteil von Bankauszahlplänen ist jedoch, dass sie sich durch geringe Flexibilität auszeichnen. Anleger sind an die vorab vereinbarte Laufzeit gebunden, die in der Regel zwischen zehn und 25 Jahren beträgt. Zudem ist der auszuzahlende Betrag fix und kann im Nachhinein meist nicht verändert werden. Auch vorzeitige Kündigungen sind erfahrungsgemäß nicht vorgesehen.

Fondsentnahmeplan: Rendite gegen Risiko

Alternativ bietet sich die Möglichkeit das ersparte Kapital an der Börse anzulegen und mit einem Entnahmeplan zu versehen. Dabei werden regelmäßig Fondsanteile für einen bestimmten Betrag verkauft, um kontinuierliche Auszahlungen zu generieren.

Der Fondsentnahmeplan ist dabei um einiges flexibler als der Bankauszahlplan: Sie haben die Möglichkeit jederzeit weitere Summen einzuzahlen, die Höhe des auszuzahlenden Betrages zu variieren und können das Investmentdepot gegebenenfalls auflösen und liquidieren.

Langfristig bestehen an der Börse auch höhere Renditemöglichkeiten. Diese gehen jedoch mit einem erhöhten Risiko einher, denn durch fallende Aktienkurse schrumpft das ersparte Kapital. Die aktuelle Entwicklung der Börsenkurse sollte dabei stets beachtet werden. In Abschwungphasen sollten Sie sich einschränken und aktiv eingreifen, indem Sie weniger Fondsanteile verkaufen.

Der beste Weg, um Verlusten an der Börse vorzubeugen, ist dabei eine durchdachte Risikostreuung. So lässt sich das Vermögen auf Fonds verteilen, die in unterschiedliche Anlageklassen investieren wie Aktienfonds, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds.

Zudem ist es sinnvoll in passiv gemanagte Fonds, sogenannte ETF, zu investieren. Da es hier kein aktives Fondsmanagement gibt, fallen die Gebühren geringer aus. Das wirkt sich positiv auf die Renditeerwartungen aus. Gleiches gilt für die Depotkosten: Sie sollten so gering wie möglich sein.

Bei Fondsentnahmeplänen gibt es jedoch keine Planungssicherheit: Aufgrund der schwankenden Börsenkurse lässt sich nicht voraussagen, wie lange das angelegte Kapital reichen wird und wie hoch die erwirtschafteten Erlöse ausfallen werden.

4 | Kombinieren und das Beste herausholen

Die vorgestellten Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Am sinnvollsten erscheint eine Kombination aus verschiedenen Entnahmeplänen und weiteren Geldanlagen, die optimal auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist. Um Ihre individuelle Situation einschätzen und Ihre Zusatzrente planen zu können, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wie viel Rente soll verfügbar sein und wie groß ist der Spielraum?
  • Wie viel Zeit und Arbeit möchten Sie investieren?
  • Wie sicher soll ihr Investment sein?
  • Wie hoch ist ihre Risikobereitschaft?

Rechnen Sie zudem hoch wieviel Geld Sie wann brauchen werden. Dabei kann ein Online-Entnahmeplanrechner helfen.

Beispiel 1: Fondsentnahmeplan und Bankauszahlplan kombinieren

Indem Sie einen Teil ihres Vermögens in einem Fondsentnahmeplan anlegen und einen weiteren Teil bei einer Bank deponieren, können Sie von den Vorteilen (höhere Renditemöglichkeiten und sichere Rücklagen) beider Entnahmepläne profitieren. Gleichzeitig lassen sich die Nachteile (Anlegerrisiko und magere Renditeaussichten) zwar nicht vollkommen umgehen, die Auswirkungen können jedoch reduziert werden.

Beispiel 2: ETF-Entnahmeplan, Sparkonto & Immobilien-Crowdinvesting

Statt einem Bankauszahlplan können Sie Ihr Kapital auch auf Sparkonten verteilen, zum Beispiel Festgeldkonten mit unterschiedlich langen Laufzeiten. Das bedeutet zwar einen größeren Arbeitsaufwand, am Ende erhalten Sie jedoch ein höheres Maß an Selbstbestimmung und eventuell auch höhere Zinsen.

Darüber hinaus lassen sich ETF-Entnahmepläne auch durch weitere Geldanlagen ergänzen. Durch Immobilien-Crowdinvesting kann ein Portfolio beispielsweise um die Anlageklasse Immobilien erweitert werden. Bei BERGFÜRST können Sie in Immobilienprojekte investieren und erhalten zwischen 5,0 % und 7,5 % p.a. feste Zinsen bei mittelfristigen Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren. Aufgrund der geringen Mindestanlagevolumen ab 10 € lässt sich die Geldanlage zudem besonders gut diversifizieren. Zudem sind Sie flexibel, denn Anteile an Immobilieninvestments lassen sich über den BERGFÜRST Handelsplatz veräußern.

5 | Alle Geldanlagemöglichkeiten auf einen Blick

Hier noch einmal alle in diesem Beitrag erwähnten Möglichkeiten in der Schnellübersicht:

Renditechancen Risiko Aufwand vorzeitige Kapitalentnahme
Sofortrente sehr gering sehr gering sehr gering nein
Bankauszahlplan gering gering gering nein
Fondsentnahmeplan hoch mittel bis hoch hoch ja
Festgeld gering gering mittel nein
Immobilien-Crowdinvesting mit BERGFÜRST hoch mittel bis hoch mittel bis hoch ja

Bild-Copyright: Khongtham / Shutterstock.com

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