Sicherheit gegen Flexibilität: Vor- und Nachteile von Termingeld

Von Mauritius Kloft – aktualisiert am 14.07.2023

Feste Zinsen, Sicherheit und Beständigkeit in der Finanzplanung über Jahre hinweg: Das verspricht
Termingeld. Doch wann
lohnt sich das wirklich für Sie als Anlegerin oder Anleger? Und was sollten Sie beim Termingeld beachten? In folgendem
Beitrag erfahren Sie es.

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Was ist Termingeld?

Termingeld ist der Oberbegriff für Festgeld oder Kündigungsgeld. Bei der Termingeldanlage handelt es sich also um eine
kurz- bis mittelfristige Geldanlage. Termingeld
ist nicht sonderlich liquide. Der Grund: Hier greift eine feste Laufzeit
– oder wenigstens eine Kündigungsfrist von einem Monat. Im Gegenzug bekommen Sie als Sparerin oder Sparer einen festen
Zinssatz
gezahlt, der oft höher liegt als für Tagesgeld oder Sparbücher.

Termingelder werden von Kreditinstituten ausgegeben. Dabei setzen die Banken und Sparkassen meist hohe
Mindestanlagebeträge für die Eröffnung eines Termingeldkontos fest, zwischen 500 und 2.500 €. Haben Sie das
Termingeldkonto eröffnet, wird es in der Regel jährlich zum Fälligkeitstag der Geldanlage verzinst. Die Zinszahlungen
werden entweder ausgeschüttet oder erneut angelegt, sodass Sie als Kontoinhaberin oder Kontoinhaber vom Zinseszinseffekt
profitieren können.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Einlagen zwischen drei verschiedenen Produkten: Termineinlagen,
Spareinlagen und Sichteinlagen, je nach Länge der Laufzeit.

  • Sichteinlagen sind täglich verfügbar, hierzu zählen etwa das Girokonto oder Tagesgeld.
  • Termineinlagen (wie Festgeldkonten) dagegen haben eine Kündigungsfrist – entsprechend auch eine Laufzeit
    – von mindestens einem Monat.
  • Spareinlagen gehen darüber hinaus: Hier liegt die maximale Kündigungsfrist bei drei Monaten. Das
    klassische Sparbuch fällt unter die Spareinlage. In der Praxis gehen die Begriffe bisweilen durcheinander oder sie vermischen sich.

Termingeld – zwei Varianten

Termingeld gibt es in zwei unterschiedlichen Anlagen: Als Festgeld oder als Kündigungsgeld. Eine Übersicht:

Was ist Festgeld?

Festgeldanlagen haben eine feste Laufzeit. Bis zur vorab vereinbarten Fälligkeit können Sie als Kontoinhaberin oder
Kontoinhaber nicht über das angelegte Geld verfügen. Dafür erhalten Sie als Gegenleistung einen unveränderlichen,
garantierten Zinssatz. Somit ist die Verzinsung über die Laufzeit hinweg „immun“ gegenüber Zinsschwankungen – ob positiv
oder negativ. Je länger die Laufzeit bei dieser Anlageform ist, desto höher fällt in der Regel die Verzinsung beim
Festgeld aus.

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Nach Ablauf der Fälligkeit können Sie das Festgeld zur Sichteinlage umschichten, damit es wieder verfügbar ist. In
manchen Fällen kann es jedoch prolongiert werden. Das bedeutet, die Festgeldanlage verlängert sich automatisch und wird
erneut für den gleichen Zeitraum angelegt. Somit haben Sie noch länger keinen Zugriff darauf.

Dabei kann sich der Zinssatz jedoch ändern und an das aktuelle Marktumfeld angepasst werden. Eine solche Prolongation
vereinbaren Sie im Vorfeld, achten Sie daher auf die Bedingungen der Festgeldanlage. Sie können diese durch eine
rechtzeitige Kündigung verhindern.

Was ist Kündigungsgeld?

Beim Kündigungsgeld vereinbaren Sie – im Gegensatz zum Festgeld – keine Laufzeit mit der Bank, sondern lediglich eine
Kündigungsfrist. Diese liegt in der Regel zwischen 30 Tagen und 18 Monaten. Wann diese beginnt, entscheiden Sie als
Kontoinhaber. Somit ist Kündigungsgeld grundsätzlich unbefristet.

Zunächst wird das als Kündigungsgeld angelegte Geld wie Tagesgeld variabel verzinst, abhängig vom aktuellen Zinsniveau.
Sobald Sie als Anlegerin oder Anleger die Kündigung aussprechen und die vereinbarte Karenzzeit einsetzt, wird der Zins
festgeschrieben und bleibt bis zum Ende der Frist auf dem gleichen Niveau.

Auch hier ist das investierte Geld erst mit dem Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist wieder verfügbar. Anders als bei
einer Festgeldanlage haben Sie beim Kündigungsgeld die Möglichkeit, von steigenden Zinsen zu profitieren und an der
allgemeinen Entwicklung des Zinsumfeldes teilzuhaben. Umgekehrt schmälern sinkende Zinsen die Rendite.

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Nutzen Sie einfach unseren Kündigungsgeld-Vergleich, um die besten Tagesgeldzinsen zu finden. Hier können Sie ein Mindest-Rating auswählen. Dann werden Ihnen nur Banken aus Ländern mit einer ausreichenden Bonität angezeigt. Außerdem können Sie
Staaten ausschließen, die neben der fälligen Abgeltungsteuer nochmals Quellensteuer erheben.
Die Angebote können Sie durch einen Klick auf die jeweilige Kategorie sortieren, etwa nach Kündigungsfrist. Bei den mit * markierten Links
handelt es sich um Werbung.


Was sind die Vorteile von Termingeld?

Termingelder gelten allgemein als sehr risikoarme Geldanlagen mit einer guten Planbarkeit. Sie wissen genau, wie hoch
der Zinssatz ist, den Sie erhalten. Das gilt bei Festgeld einmal mehr als bei Kündigungsgeld.

Aufgrund der festen Zinsen über Monate oder gar Jahre hinweg lässt sich die zu erwartende Rendite von Termingeld genau
kalkulieren. Denn diese richtet sich nicht nach den Entwicklungen am Kapitalmarkt – anders als es bei Aktien
oder Fonds der Fall ist. Im Vergleich zu Sparbüchern oder
Tagesgeldkonten liegen die Festgeldzinsen für Sie als Sparerin
oder Sparer indes höher.

Zudem fällt Termingeld unter die gesetzliche Einlagensicherung. So ist Termingeld in Deutschland
bis zu einer Höhe von
100.000 € staatlich abgesichert[1]. Damit gilt es als besonders
risikoarm.

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Was sind die Nachteile von Termingeld?

Der kalkulierbare Charakter von Termingeld birgt einen entscheidenden Nachteil: Unflexibilität. Denn während der
Laufzeit können Sie nicht auf das Geld zugreifen. Eine vorzeitige Kündigung ist oft nur in Sonderfällen möglich,
beispielsweise wenn Sie als Kontoinhaberin oder Kontoinhaber Ihren Job verlieren.

Das gebundene Kapital kann somit für Sie zum Ärgernis werden. Und das nicht nur, wenn Sie das angelegte Geld für eine
dringende Anschaffung benötigen. Sie sollten daher nur Kapital fest anlegen, das Sie tatsächlich entbehren können – und
einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto parken.

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Nominalzinsen vs. Realzinsen beim Termingeld

Die Zinsen auf Termingeld mögen zwar fix sein, das gilt jedoch nur für die nominale Verzinsung. Viel wichtiger ist hier
der sogenannte Realzins. Um diesen zu errechnen, müssen Sie die aktuelle Inflationsrate vom nominalen Zinssatz abziehen.
Ist die Inflationsrate höher als die nominalen Zinsen, die Sie erhalten, machen Sie Verluste – selbst wenn die
Zinszahlungen auf Ihrem Konto das Gegenteil suggerieren.

Steigen die Zinsen während der Laufzeit einer Geldanlage, schmälert das Ihre Rendite. Denn der vorab festgelegte Zins
entspricht nicht mehr dem allgemeinen Marktniveau. Die Illiquidität des Termingeldes kann dazu führen, dass Ihr angelegtes
Geld mit einer schlechten Rendite auf Ihrem Termingeldkonto dahinschmilzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jahrelang eine Nullzinspolitik betrieben, im Jahr 2022 hob sie die Leitzinsen jedoch im Zuge der stark gestiegenen Inflation an. Entsprechend erhielten Sie auf Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren Ende 2022 wieder rund 2 % Zinsen p.a. Doch die Inflation von knapp 7 % im Jahr 2022 können die Nominalzinsen kaum ausgleichen. Die Verzinsung dürfte künftig jedoch weiter steigen.

Was
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Tipp „Treppenstrategie“

Um Ihren Zinsertrag zu optimieren und das Risiko eines geänderten Zinsniveaus zu minimieren, sollten Sie Ihr Kapital
nicht auf einmal anlegen. Stattdessen können Sie es aufteilen und in mehreren Teilbeträgen investieren, indem Sie sie
jeweils in Festgeld mit unterschiedlicher Laufzeiten anlegen.

Sobald eine Festgeldanlage ausläuft, können Sie das Geld erneut für eine längere Laufzeit investieren, zum Beispiel für
fünf Jahre. So können Sie eine Treppe aus Festgeldanlagen aufbauen. Der Vorteil dabei ist, dass Sie sich jeweils die
besten Zinsen sichern und nicht das Nachsehen haben, falls die Festgeldzinsen steigen.

Treppenstrategie beim Festgeld
Quellen: Zinspilot , Eigene Bearbeitung

Was sollte ich bei Termingeld beachten?

Bevor Sie ein Termingeldkonto eröffnen, prüfen und vergleichen Sie genau die Bedingungen der Bank, um das optimale
Angebot zu finden. Auf folgende Faktoren sollten Sie achten:

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Quellenangaben

  1. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Schieflage einer Bank oder eines Versicherers
  2. Richtlinie 2014/49/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Einlagensicherungssysteme