Sicherheit gegen Flexibilität: Vor- und Nachteile von Termingeld

Artikel von Lana Iliev; aktualisiert am 22.04.2022

Feste Zinsen, Sicherheit und Beständigkeit in der Finanzplanung über Jahre hinweg: Das verspricht Termingeld. Doch
wann profitieren Anleger wirklich von der kalkulierbaren Geldanlage und wann sind andere Kapitalanlagen vorzuziehen?

Was ist Termingeld?

Bei der Termingeldanlage, kurz Termingeld, handelt es sich um eine kurz- bis mittelfristige Geldanlage, die einem Sparkonto ähnelt. Anders als bei einem solchen ist
Termingeld jedoch nicht liquide und beinhaltet eine feste Laufzeit oder Kündigungsfrist von einem Monat bis hin zu
mehreren Jahren.

Die Bereitschaft des Sparers sein Kapital zu binden wird im Gegenzug durch einen festen Zinssatz belohnt. Zudem sind die
Zinssätze zu Beginn der Laufzeit höher als für Tagesgeld oder Sparbücher.

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Termingelder werden von Kreditinstituten ausgegeben. Da es sich hier um ein Bankgeschäft handelt, ist in Deutschland
eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von Nöten.

Dabei setzen die Kreditinstitute meist hohe Mindestanlagebeträge für die Eröffnung eines Termingeldkontos fest. So ist
eine Mindesteinlage von 2.500 € oder mehr keine Seltenheit.

Ist das Termingeldkonto eröffnet, wird es in der Regel jährlich zum Fälligkeitstag der Geldanlage verzinst. Die
Zinszahlungen werden entweder ausgeschüttet oder erneut angelegt, sodass der Kontoinhaber vom Zinseszins-Effekt profitieren kann.

Termingeld – Die zwei Varianten

Termingeld gibt es in zwei unterschiedlichen Variationen: Als Festgeld oder als Kündigungsgeld.

Was ist Festgeld?

Festgeldanlagen haben eine feste Laufzeit. Bis zur vorab vereinbarten Fälligkeit kann der Kontoinhaber nicht über das
angelegte Geld verfügen, belohnt wird er dafür mit einem unveränderlichen, garantierten Zinssatz. Somit ist die
Verzinsung über die Laufzeit hinweg immun gegenüber Marktschwankungen – ob positiv oder negativ.

Je länger die Laufzeit einer Festgeldanlage ist, desto höher fällt in der Regel die Verzinsung aus.

Nach Ablauf der Fälligkeit wird Festgeld meist zur Sichteinlage umgeschichtet und ist wieder verfügbar. In manchen
Fällen kann es jedoch auch prolongiert werden. Das bedeutet, die Festgeldanlage verlängert sich automatisch und wird
erneut für den gleichen Zeitraum angelegt. Dabei kann sich der Zinssatz jedoch ändern und an das aktuelle Marktumfeld
angepasst werden. Eine solche Prolongation wird im Vorfeld vereinbart und ist den Bedingungen der Festgeldanlage zu
entnehmen. Sie kann jedoch stets durch eine rechtzeitige Kündigung verhindert werden.

Was ist Kündigungsgeld?

Beim Kündigungsgeld wird im Gegensatz zum Festgeld keine Laufzeit vereinbart, sondern lediglich eine Kündigungsfrist –
wann diese beginnt, entscheidet der Kontoinhaber. Somit ist Kündigungsgeld grundsätzlich unbefristet.

Zunächst wird das als Kündigungsgeld angelegte Geld in Abhängigkeit vom allgemeinen Marktzins variabel verzinst. Sobald
der Anleger die Kündigung ausspricht und die vereinbarte Karenzzeit einsetzt, wird der Zins festgeschrieben und bleibt
bis zum Ende der Frist auf dem gleichen Niveau.

Auch hier ist das investierte Geld erst mit dem Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist wieder verfügbar.
Anders als bei einer Festgeldanlage besteht beim Kündigungsgeld jedoch die Möglichkeit von steigenden Zinsen zu
profitieren und an der allgemeinen Entwicklung des Zinsumfeldes zu partizipieren. Umgekehrt schmälern sinkende Zinsen
jedoch auch die Rendite.

Sicherheit und Planbarkeit – Die Vorteile von Termingeld

Vor allem ist der Zinssatz ein Vorteil von Termingeld: Sparer erhalten höhere Zinsen als auf Sparbücher oder
Tagesgeldkonten, da sie bereit sind ihr Kapital zu binden.

Zudem fällt Termingeld unter die gesetzliche Einlagensicherung. Somit ist Termingeld in
Deutschland bis zu einer Höhe von 100.000 € staatlich abgesichert. Damit ist es besonders risikoarm.

Aufgrund der festen Zinsen über Monate oder gar Jahre hinweg lässt sich die zu erwartende Rendite von Termingeld
außerdem besonders gut kalkulieren und planen. Denn die vorhandenen, fest verzinsten Einlagen richten sich nicht nach
den Entwicklungen am Kapitalmarkt.

Gebundenes Kapital und unsicherer Realzins – Die Nachteile von Termingeld

Der kalkulierbare Charakter von Termingeld birgt jedoch auch einen entscheidenden Nachteil: Unflexibilität.
So lange die Laufzeit oder Kündigungsfrist währt, gibt es keine Möglichkeit auf das Geld zurückzugreifen. Eine
vorzeitige Kündigung wird nur in Sonderfällen genehmigt, beispielsweise wenn der Kontoinhaber keine Arbeit hat und
gezwungen ist Arbeitslosenhilfe in Anspruch zu nehmen.

Das gebundene Kapital kann zum Ärgernis werden – und das nicht nur, wenn das angelegte Geld für eine dringende
Anschaffung benötigt wird. Denn die Zinsen auf Termingeld mögen zwar fix sein, die Rendite ist es jedoch gerade deshalb
nicht.

Um die Rendite zu berechnen muss stets die Inflationsrate einbezogen werden. Erst wenn diese von dem nominalen Zinssatz
abgezogen wird, erhält man den Realzins. Ist die Inflationsrate höher als die nominalen Zinsen, die Sie erhalten, machen
Sie Verluste – auch, wenn die Zinszahlungen auf Ihrem Konto das Gegenteil suggerieren.

Steigt die Inflationsrate, passt sich der Marktzins meist an. Steigen Inflation und Zinsen nun während der Laufzeit
einer Geldanlage, schmälert das die Rendite der Anleger, denn der vorab festgelegte Zins entspricht nicht mehr dem
allgemeinen Marktniveau. Die Illiquidität des Termingeldes führt dann dazu, dass das angelegte Geld mit einer schlechten
oder gar negativen Rendite auf einem Termingeldkonto dahinschmilzt.

Aufgrund der Nullzinspolitik der Europäischen
Zentralbank (EZB) sind die Zinsen für Spareinlagen wie Termingeld derzeit in einem Rekordtief. So erhielten Anleger im
Jahr 2020 auf Festgeld mit einer Laufzeit zwischen einem und zwei Jahren durchschnittlich zwischen 0,40 % und
0,52 % Zinsen. Damit sind die Festgeld-Zinsen im Vorjahr meist niedriger gewesen als die durchschnittliche
Inflationsrate von 0,51 % (2020).

Aufgrund der derzeitig besonders niedrigen Zinsen, sollten Sie von Termingeld mit einem Anlagezeitraum von mehr
als 12 Monaten in jedem Fall absehen. Wenn die Zinswende der EZB kommt und die Zinsen wieder steigen, werden
derzeitige Termingelder viel zu niedrig verzinst sein.

In der Praxis – Die richtige Geldanlage finden

Hohe Zinsen

Der wichtigste Aspekt von Termingeld ist selbstredend ein möglichst hoher Zinssatz. Um diesen zu ermitteln, lassen sich
online unterschiedliche Fest- und Kündigungsgeldangebote problemlos vergleichen.

Zudem sollten Sie möglichst eine Hochzinsphase abpassen. Rechnen Sie mit sinkenden Zinsen, lohnen sich Termingelder.
Gehen Sie hingegen von steigenden Zinsen aus, sollten Sie keine Verpflichtungen eingehen. Sie können Ihr Geld auf einem
Tagesgeldkonto anlegen und mit der Eröffnung eines Fest- oder Kündigungsgeldkontos warten, bis sich die Marktsituation
bessert.

Alternativ können Sie auch anderweitige Wege Geld
anzulegen
in Betracht ziehen. So können Sie beispielsweise mit Crowdinvesting in Immobilienprojekte investieren. Auf
Anlagemöglichkeiten, die BERGFÜRST vermittelt, erhalten Anleger zwischen 5,0 % und 7,0 % p.a. feste
Zinsen. Dank der niedrigen Mindestanlage von nur 10 € lassen sich hier Risiken durch eine breite Diversifikation
begrenzen.

Ausländische Banken locken mit höher verzinsten Festgeldangeboten. Doch hier ist Vorsicht
geboten: Informieren Sie sich, welchen Schutz die staatliche Einlagensicherung in dem Land der jeweiligen Bank
vorsieht bzw. ob es überhaupt etwas vergleichbares gibt.

Konditionen prüfen

Bevor Sie ein Termingeldkonto eröffnen, prüfen und vergleichen sie genau die Bedingungen der Bank, um das optimale
Angebot zu finden. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen:

  • Gibt es einen Mindestanlagebetrag?
  • Wie lange ist die Laufzeit (Festgeld) oder Kündigungsfrist (Kündigungsgeld)?
  • Verlängert sich die Geldanlage automatisch nach der Fälligkeit (Prolongation)?
  • Was passiert, wenn Sie die Kündigungsfrist für die Verlängerung verpassen?
  • Werden die Zinsen ausgezahlt oder automatisch wieder investiert (Zinseszins)?

Halten Sie zudem Ausschau nach Neukundenaktionen und Bonusprogrammen. Viele Banken haben interessante Angebote, wenn Sie
zum ersten Mal ein Konto eröffnen.

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