Sicherheiten verwerten

Was passiert bei einer verspäteten Zinszahlung?

Andrea Kummermehr, 10.03.2020

Bei BERGFÜRST erhalten Sie feste Zinsen zu festgelegten Terminen. Das Gleiche gilt für die Darlehensrückzahlung: Spätestens mit Ablauf der Maximallaufzeit muss das Darlehen an die Anleger zurückgeführt werden.

Die Verträge räumen den Emittenten jedoch einige Tage zeitlichen Spielraum ein für die Bereitstellung und administrative Verarbeitung der Zahlungen ein.

Diese Fristen sollten Sie kennen

Gemäß den Angebotsunterlagen darf die Immobiliengesellschaft als Emittent einen Fälligkeitstermin um wenige Tage überschreiten – um Berechnungs- und Auszahlungsprozesse abschließen und dennoch fristgerecht auszahlen zu können.


Wichtige Fristen
Darlehens­rückzahlungen 7 Tage nach Fälligkeitsdatum
Zinszahlungen 10 Tage nach Fälligkeitsdatum

BERGFÜRST befindet sich im kontinuierlichen Austausch mit den Emittenten und arbeitet stets auf die Einhaltung aller Auszahlungsfristen hin. Werden die zuvor ausgewiesenen Fristen dennoch überschritten, leitet BERGFÜRST umgehend die vom Gesetzgeber dafür vorgesehenen, kaufmännischen Prozesse ein – etwa die Übersendung von Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Ebenfalls fordert BERGFÜRST ein Statement zu den Gründen der Verzögerung von den Emittenten ein, das an die Anleger kommuniziert werden kann. In seiner Funktion als Vermittler der Vermögensanlage ist BERGFÜRST hierbei jedoch auf die Mitarbeit der Emittenten angewiesen und kann nicht selbst für das Projekt sprechen.

Ist eine Frist von 60 Tagen nach dem betreffenden Fälligkeitstag abgelaufen und sind die Zinsen oder Darlehensbeträge bis dahin nicht gezahlt, besteht die Möglichkeit der Einberufung einer außerordentlichen Gläubigerversammlung durch den Sicherheitentreuhänder. Auf dieser können die Anleger die außerordentliche Kündigung des Darlehensverhältnisses und eine entsprechende Verwertung der Sicherheiten beschließen.

Wie läuft eine Gläubigerversammlung ab?

Eine Gläubigerversammlung erfolgt rein online: Alle Anleger, die aktuell als Darlehensgeber geführt werden, erhalten Abstimmungslinks via Postfachnachricht und können per Klick ihre Entscheidung treffen.

Diese Voraussetzungen müssen für eine Verwertung gegeben sein

Neben der Überschreitung 60-Tage-Frist bei Darlehens- und Zinszahlungen besteht das Recht zur Verwertung der Sicherheiten unter anderem, wenn

  1. der Emittent seine Zahlungsunfähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung bekannt gibt.
  2. ein Insolvenzverfahren über das Vermögen des Emittenten eröffnet wurde oder ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nicht innerhalb von 90 Tagen zurückgenommen wurde.
  3. ein Dritter die Zwangsvollstreckung in das finanzierte Grundstück bzw. die finanzierte Immobilie oder die bestellte Sicherheit betreibt.
  4. der Emittent aufgelöst oder liquidiert wird.
  5. ein Kontrollwechsel vorliegt, sodass mehr als 50 % der Geschäftsanteile des Emittenten verkauft wurden und somit die Stellung der Anleger infolgedessen wesentlich berührt wird (etwa bei einem Strategiewechsel des Unternehmens).

Wie wird die Verwertung der Sicherheiten vorangetrieben?

Die BERGFÜRST Service GmbH ist regelmäßig Sicherheitentreuhänder für die Anleger und wird gemäß den Beschlüssen einer online durchzuführenden Gläubigerversammlung die Sicherheiten entsprechend verwerten.

Welche Sicherheiten bieten mir die Anlageprodukte von BERGFÜRST?

Bei BERGFÜRST verdienen Sie in der Regel Zinsen, indem Sie Teilbeträge aus der Forderung eines klassischen Bankdarlehens erwerben.

Dieses Darlehen wird im ersten Schritt von unserer Partnerbank an die Immobiliengesellschaft begeben. Im Rahmen einer Emission wird das gleiche Volumen über die BERGFÜRST Plattform von Anlegern erworben. So erwerben die Anleger über einen automatisierten Forderungskauf das Darlehen der Bank und treten an ihrer statt in den Darlehensvertrag ein.

Das heißt: Die BERGFÜRST Anleger übernehmen die Rangposition der Bank und profitieren in vollem Umfang von den Sicherheiten, mit denen das Bankdarlehen ursprünglich ausgestattet wurde.

Diese Sicherheiten bietet das klassische Bankdarlehen bei BERGFÜRST

Auf diese Art genießen Sie als BERGFÜRST Anleger einen deutlich besseren Anlegerschutz als beim Standardprodukt am Markt, dem qualifizierten Nachrangdarlehen – denn dieses bietet weder feste Fälligkeiten für Zins- und Darlehensauszahlungen noch verwertbare Sicherheiten.

Warum sind qualifizierte Nachrangdarlehen aus Anlegersicht von Nachteil?

Gerät der Schuldner eines qualifizierten Nachrangdarlehens mit seinem Projekt in eine wirtschaftliche Schieflage bzw. droht die Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz, muss er seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen aus dem qualifizierten Nachrangdarlehen bis auf Weiteres nicht (mehr) nachkommen.

Das heißt: Würden anstehende Kapitalausschüttungen an die Anleger seine Zahlungsunfähigkeit und damit einen Insolvenzantragsgrund auslösen, kann er einseitig und zeitlich unbegrenzt Zins- und Tilgungszahlungen aussetzen.

Den Anlegern sind in einem solchen Fall die Hände gebunden: Sie haben keine Möglichkeit, rechtlich gegen die ausbleibenden Zahlungen vorzugehen und müssen abwarten. So können lange und nicht absehbare Kapitalbindungsfristen entstehen.

Zudem: Im Rahmen eines qualifizierten Nachrangdarlehens können keine verwertbaren Sicherheiten begeben werden. Denn auch diese würden qualifiziert nachrangig bleiben. So könnten sie (wie die Forderung aus dem qualifizierten Nachrangdarlehen) nicht geltend gemacht werden.

Das heißt: Sofern Sicherheiten im Zusammenhang mit einem qualifizierten Nachrangdarlehen gewährt wurden, sind diese in der Praxis quasi nicht verwertbar – und damit für den Anleger wertlos.

Mehr zum Vergleich von unserem Anlageprodukt, dem klassischen Bankdarlehen, vs. einem qualifizierten Nachrangdarlehen.

Bild-Copyright: Maciej Czekajewski / Shutterstock.com

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