Was bedeutet Private Placement?

Ralf Kretzschmar, 10.12.2019

Wohlhabende, professionelle Anleger haben die Möglichkeit auch abseits des öffentlichen Marktes zu investieren. Diese exklusiven Anlagen werden auch Private Placements genannt. Erfahren Sie hier, was unter einem Private Placement genau zu verstehen ist und welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren.

Was ist ein Private Placement?

Inhalte

Ein Private Placement oder eine Privatplatzierung bezeichnet eine Finanzierung, die nicht über den öffentlichen Kapitalmarkt gehandelt wird. Stattdessen werden bei einem Private Placement nur wenige, ausgewählte Anleger beteiligt. Genutzt werden Private Placements etwa zur Kapitalbeschaffung bei Unternehmen. Die Investitionssummen sind dabei üblicherweise sehr hoch, meist über 100.000 €. Deshalb kommen Private Placements nur für institutionelle Anleger, Family Offices, vermögensverwaltende Gesellschaften und sehr wohlhabende Privatanleger infrage.

Warum möchten Sie Geld anlegen?

Im Prinzip lassen sich ganz verschiedene Finanzinstrumente abseits von der Börse platzieren, zum Beispiel Aktien, Anleihen, Schuldscheindarlehen, Genussscheine und Alternative Investmentfonds (AIF Fonds) wie etwa Hedgefonds. Oft unterliegen die Emittenten dabei weniger strikten Auflagen als bei einem öffentlichen Vertrieb. Emittenten können deswegen für ein Private Placement nicht selten höhere Renditen versprechen.

Prospektfreiheit bei Private Placements

Für Emittenten sind besonders jene Private Placements attraktiv, die nicht unter die umfangreiche Prospektpflicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fallen.

Je nachdem, ob es sich um Vermögensanlagen oder Wertpapiere handelt, existieren hier verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen. Bei Vermögensanlagen, wie Direktinvestments oder partiarischen Darlehen, sind diese im Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) geregelt. Demnach sind Private Placements von Vermögensanlagen prospektfrei, wenn:

  • nicht mehr als 20 Anteile angeboten werden,
  • der Preis jeder Vermögensanlage mindestens 200.000 € je Anleger beträgt.

Auch bei Wertpapieren existieren Ausnahmen von der Prospektpflicht für Private Placements. Diese sind im Wertpapierprospektgesetz (WpPG) und der EU-Prospektverordnung geregelt. Demnach können Wertpapiere prospektfrei angeboten werden, wenn:

  • sie an „qualifizierte Anleger“, also professionelle Investoren, adressiert werden,
  • sich das Angebot an weniger als 150 nicht qualifizierte Anleger richtet,
  • die Mindestzeichnungssumme der Wertpapiere 100.000 € beträgt.

Da Investoren in diesem Fall nicht auf den Verkaufsprospekt bzw. Wertpapierprospekt zurückgreifen können, sollten sie anderweitig sicherstellen, dass sie genügend Informationen besitzen, um ein sicheres Investment zu treffen. Private Placements richten sich deshalb nur an erfahrene und professionelle Anleger.

Fazit

Das Private Placement ist eine Kapitalanlage, die sich nicht für Kleinanleger eignet. Es handel sich um ein nicht-öffentliches Angebot für einen exklusiven Kreis von institutionellen und privaten Investoren. Emittenten können dabei – je nach Finanzinstrument – von verschiedenen Ausnahmen der Prospektpflicht profitieren.

Dank Crowdinvesting können mittlerweile aber auch Kleinanleger von Kapitalanlagen profitieren, die bisher nur großen privaten und institutionellen Anlegern offen stand. Bei BERGFÜRST haben Anleger die Möglichkeit, bereits ab 10 € in Immobilien zu investieren. Sie erhalten dabei eine feste Verzinsung von 5,0 % bis 7,5 % bei Laufzeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Dank des geringen Mindestinvestmentbetrags können Sie in mehrere Immobilien investieren und somit eine vernünftige Risikostreuung erreichen.

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