Geldanlage 3 Jahre

Geldanlage 3 Jahre – Top Alternativen für mittelfristige Investitionen

Valeria Nickel, 03.07.2017

Die Geldanlage mit einem Anlagehorizont von 3 Jahren ist ein schwieriges Unterfangen. Sie gilt als „mittelfristig“ – nicht wirklich lang, aber auch nicht kurz. Für diesen Zeitraum ist es besonders schwer, Kapital sicher oder mit hoher Rendite anzulegen. In dem derzeitigen Marktumfeld, das von extrem niedrigen Zinsen dominiert wird, ist die Anzahl an geeigneten Anlagen eingeschränkt: Früher hätte man vielleicht das klassische Sparbuch empfohlen. Aktuell liegen die Zinsen hier jedoch weit unter der Inflationsrate, sodass das Geld dadurch eher weniger als mehr wird. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten:

Alternative 1:

Wer bei einer Geldanlage für 3 Jahre eine hohe Rendite erzielen will, stößt schnell auf Aktienfonds. Dabei investiert der Anleger gleichzeitig in mehrere Aktien, die von einem Fondsmanager ausgewählt werden. Aktienfonds weisen allerdings schwankende Kurse auf. Deshalb ist es nicht sicher, wie gut die Geldanlage nach 3 Jahren dasteht – der Kurs könnte genau in dieser Periode stark fallen, sodass man mit Verlusten herausgeht.

Alternative 2:

Wer schwache Marktphasen nicht einfach aussitzen kann, sollte mittelfristig nur Anlagen auswählen, die im Wert nicht schwanken. Dazu gehören beispielsweise Festgeld und Tagesgeld. Wenn man für ganze 3 Jahre auf sein Geld verzichten kann, dann schlagen Festgeldkonten die Tagesgeldkonten. Denn bei Festgeld sind die Zinsen festgeschrieben, während sie beim Tagesgeld im Laufe der Zeit kleiner werden können.

Im Internet existieren zahlreiche Vergleichsrechner und darüber hinaus sogar Portale, die deutschen Sparern den Zugang zu Festgeldkonten bei ausländischen Banken eröffnen, vor allem in Osteuropa. Diese bieten oft etwas höhere Zinssätze als inländische Banken. Theoretisch macht es keinen Unterschied, ob man bei einer deutschen oder estnischen Bank ein Festgeldkonto besitzt, denn innerhalb der EU gilt eine einheitliche Sicherung von Einlagen bis zur Höhe von 100.000 € pro Anleger. Es bleibt jedoch das Risiko, dass diese staatliche Einlagensicherung bei einer großen Wirtschaftskrise überhaupt nichts nützt, wenn alle systemrelevanten Banken pleite gehen und der Staat nicht jeden Sparer auszahlen kann.

Gerade ausländische Anleger werden dann möglicherweise Probleme haben, ihr Geld zurück zu bekommen. Deshalb sollten auch bei – auf den ersten Blick – sicheren Anlagen die Risiken genau abgewägt werden. Überhaupt lohnt sich die Suche nach hohen Zinssätzen erst bei größeren Unterschieden: Ob man für 5.000 angelegte Euro 1,0 % oder 1,5 % Zinsen bekommt, macht in 3 Jahren einen Unterschied von gerade einmal 75 €.

Wichtiger Hinweis

Achtung: Vergessen Sie bei den Angeboten nicht die Details. Zusätzliche Infos wie die automatische Neuanlage bzw. Prolongation bei Fälligkeit des Festgeldes verstecken sich oft im Kleingedruckten.

Alternative 3:

Mit dem Aufkommen der FinTech-Unternehmen bieten sich für Anleger, die sich für selbstbestimmte Anlagealternativen interessieren, immer mehr Möglichkeiten. Wer sein Geld über einen Zeitraum von 3 Jahren nicht nur „parken” sondern auch eine Rendite erzielen möchte, könnte sich für das Immobilien-Crowdinvesting interessieren. Hier sind Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren die Regel. Beim Immobilien-Crowdinvesting schließen sich viele private Investoren über eine Internetplattform zusammen. Sie bringen dann gemeinsam das nötige Kapital für ein Immobilienprojekt auf, das oftmals sehr hohe Zinsen bietet. Den Privatinvestoren eröffnen sich so deutlich mehr und bessere Investitionsmöglichkeiten.

Der klare Vorteil des Immobilien-Crowdinvesting gegenüber dem Crowdlending, also dem Geld verleihen an Privatpersonen (siehe Alternative 4), ist die Expertise und der Beweggrund der Darlehensnehmer. Während beim Crowdlending häufig Personen mit finanziellen Engpässen um Geld werben, sind es beim Immobilien-Crowdinvesting professionelle Investoren, die ihre Finanzierungsstruktur optimieren wollen und gewinnorientiert handeln.

Alternative 4:

Die vierte Alternative für die Geldanlage über 3 Jahre ist die private Kreditvergabe, auch Crowdlending genannt. Der Prozess wird dabei auch über eine Internetplattform abgewickelt, die Kreditgeber und Suchende zusammenbringt. Die Crowdlending-Plattform prüft die Kreditanträge und schätzt die Bonität der Antragsteller ein. Daraus errechnet sie den entsprechenden Kreditzins. Die Projekte werden daraufhin auf der Plattform vorgestellt und Privatanleger können – bereits mit sehr kleinen Beträgen – in die einzelnen Kredite einsteigen. Wenn sich genügend Anleger gefunden haben, die den Kredit mitfinanzieren möchten, wird er an den Kreditnehmer ausgezahlt. Da die Laufzeiten der Kredite ganz verschieden sein können, ist hier eine Geldanlage für 3 Jahre problemlos möglich. Dabei gibt es allerdings das Risiko, dass der Kreditnehmer in die Privatinsolvenz gerät. Auf der anderen Seite bietet das Crowdlending oft eine hohe Rendite. Hier gilt es eine vernünftige Risikostreuung durch die Investition in verschiedene Kredite umzusetzen.

Wer weniger auf die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen vertraut, sondern auf die Wertbeständigkeit von Immobilien setzt, ohne aber sein Kapital lange in diesen binden zu wollen, ist beim Immobilien-Crowdinvesting richtig.

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