Corona Immobilien

Was bedeutet Corona für den Bereich Immobilien?

Lana Iliev, 25.09.2020

Die COVID-19 Pandemie und das Coronavirus sind dieser Tage zum festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Wirtschaftlich betrachtet schlagen sich die Corona-Auswirkungen vor allem in den schwankungsanfälligen Börsenkursen nieder. Doch wie wird sich das Coronavirus auf den Immobilienmarkt auswirken?

Derzeit erreichen uns zahlreiche Anfragen zu diesem Thema. Wie sich die momentan herrschende Sondersituation auf den Bereich Immobilien auswirken wird und wie die Zukunft aussieht, lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Um der Antwort etwas näher zu kommen, finden Sie an dieser Stelle jedoch eine Sammlung aktueller Informationen zu diesem Thema.

Lohnen sich Immobilien-Investments in der Coronakrise?

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+++ 24.09.20: Bundesamt für Statistik korrigiert Zahlen für das 2. Quartal 2020 nach oben +++

Nach der vorläufigen Schnelleinschätzung im August 2020 korrigiert das Statistische Bundesamt (Destatis)  den Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Deutschland nach oben.

Preisanstieg trotz Corona-Krise stärker als gedacht

Wie die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, stiegen die Preise für Wohnimmobilien mit plus 6,6 % im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 und plus 2,0 % im Vergleich zum Vorquartal stärker als zunächst angenommen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurden die Zahlen um einen Prozentpunkt nach oben korrigiert. Der Vergleich zum ersten Quartal fiel um 0,6 Prozentpunkte höher aus.

Doch nicht nur das zweite Quartal 2020 wurde von den Experten nach oben revidiert – auch im ersten Quartal 2020 stiegen die Preise für Wohnimmobilien stärker als zunächst angenommen. Statt um 0,3 % legten sie den neuesten Zahlen zufolge um 0,6 % zu – und das trotz dem Beginn der Corona-Krise und landesweiten Corona-Maßnahmen, die das öffentliche Leben für einige Wochen stillstehen ließen.

Weiterhin stellte das Statistische Bundesamt fest, dass die Preise für Wohnimmobilien landesweit steigen: Ob in den sieben großen Metropolen, wie beispielsweise Frankfurt am Main, in Großstädten ab 100.000 Einwohnern oder in dicht oder dünn besiedelten ländlichen Kreisen – überall stiegen die Immobilienpreise 2020 trotz Corona-Krise.

Häuserpreisindex in Deutschland (1. Quartal 2015 – 2. Quartal 2020)

Häuserpreisindex in Deutschland vom ersten Quartal 2015 bis zum zweiten Quartal 2020


Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 

Mit dem Häuserpreisindex werden die Preise für Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser erfasst.

+++ 26.08.2020: Preise für Wohnimmobilien stiegen im 2. Quartal deutschlandweit +++

Jetzt ist es amtlich: Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland stiegen trotz Corona-Krise um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal und um 1,4 % im Vergleich zum ersten Quartal 2020. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Häuserpreisindex’ hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) heute veröffentlichte .

+++ 06.08.20: Frankfurt am Main – Immobilienpreise und Mieten steigen trotz Corona-Krise +++

In Frankfurt am Main steigen die Kaufpreise und Mieten für Immobilien trotz Corona-Krise ungebrochen weiter – das zeigt ein aktueller Bericht  des Maklerhauses JLL.

Deutliches Plus bei Preisen für Eigentumswohnungen

Innerhalb eines Jahres legten die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt am Main bis zum Juli 2020 um 11,7 % zu – so stark war der Anstieg bei keiner der anderen sieben untersuchten Metropolen in Deutschland (Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig). Und das, obwohl die COVID-19 Pandemie im ersten Halbjahr 2020 deutliche Spuren im Marktgeschehen der deutschen Wirtschaft hinterließ.

Nominal gesehen sind Eigentumswohnungen mit durchschnittlich 8.390 € pro m² nur in München teurer als in Europas Finanzzentrum am Main (durchschnittlich 6.280 € pro m²). Damit ist Frankfurt am Main deutschlandweit die zweitteuerste Stadt, wenn es um den Wohnungskauf geht.

Dabei liegen die Preise im Segment für gehobene Wohnimmobilien noch weit über dem Frankfurter Durchschnitt: Bereits in der Vergangenheit erzielten beispielsweise Eigentumswohnungen im Frankfurter Westend über 10.000 € pro m² (Quelle: Wohnungsmarktbericht 2018|2019  der IHK Frankfurt am Main).

Auch die Mieten steigen weiter

Neben den Kaufpreisen stiegen auch die Mieten in Frankfurt am Main laut dem Bericht von JLL um 4,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei waren es vor allem die Mieten im Spitzensegment, die mit 9,3 % einen besonders rapiden Anstieg verzeichneten.

Auch hier ist nominal gesehen nur München mit durchschnittlich 20,55 € pro m² als einzige Stadt teurer als Frankfurt am Main mit 15,40 € pro m² im Durchschnitt. Dabei lagen auch die Mieten im gehobenen Segment in der Vergangenheit deutlich über dem Durchschnitt: Stadtweit wurden 18 € pro m² gezahlt und im Frankfurter Westend sogar 20 € pro m² (Quelle: Wohnungsmarktbericht 2018|2019  der IHK Frankfurt am Main).

Bei möblierten Apartments liegen die Mieten in Frankfurt am Main sogar noch höher: Während der Durchschnitt bei 34,40 € pro m² liegt, werden im gehobenen Segment auch bis zu 60,40 € pro m² aufgerufen (Quelle: Frankfurter Neue Presse ).

Urbanes Wohnen bleibe für viele Menschen nach wie vor die bevorzugte Wohnform.

Maklerhaus JLL

Gründe für den ungebrochenen Anstieg bei den Immobilienpreisen und Mieten in urbanen Ballungszentren sind laut JLL der anhaltende Zuzug in die untersuchten Städte sowie der sich fortsetzende Trend zum Single-Haushalt und die damit steigende Zahl der Gesamthaushalte. Hier zeichnet sich auch 2020 bisher keine Trendwende ab.

+++ 31.07.20: Immobilienpreise steigen im 2. Quartal 2020 kräftig an +++

Im zweiten Quartal 2020 wird das Ausmaß  der COVID-19-Pandemie auf die deutsche Wirtschaft greifbar: -10,1 % ging es bergab. Noch nie wurde ein so starker Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen. Und gleichzeitig zeigt eine Untersuchung der Online-Plattform Immowelt: Die Preise für Wohneigentum steigen.

Preise für Wohneigentum im zweiten Quartal 2020 gestiegen

Immowelt hat die Kaufpreise der inserierten Eigentumswohnungen auf der eigenen Online-Plattform untersucht  und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Preise im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal kräftig gestiegen sind.

Untersucht hat Immowelt die Angebotspreise von 80 m² großen 3-Zimmer-Wohnungen im zweiten Stock in den 14 größten Städten Deutschlands.

Die stärkste Preissteigerung fand sich bei Neubau-Eigentumswohnungen, die seit 2016 gebaut wurden. In Stuttgart lag der Anstiege bei den Preisen für Wohnungen dieser Kategorie bei ganzen 31 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Preise verteuerten sich hier somit um mehr als ein Drittel. Doch die Preise für Neubauwohnungen stiegen auch in Frankfurt am Main (+21 %) und Leipzig (+17 %) rasant an.

Für Eigentumswohnungen im Bestand, erbaut zwischen 1945 und 2015, stiegen die Angebotspreise mit 24 % besonders rasant in Frankfurt am Main an. Doch auch in Leipzig (+22 %) und Dortmund (+17 %) stiegen die Preise für Immobilien dieser Kategorie kräftig.

Zudem stiegen in Frankfurt am Main mit 16 % auch die Preise für Altbauwohnungen, erbaut vor 1945, besonders stark an. Hier folgen die Städte Dresden (+19 %) und Leipzig (+17 %).

+++ 22.05.20: Betrieb auf deutschen Baustellen nimmt wieder Fahrt auf +++

Der Betrieb auf Baustellen von in Deutschland tätigen Projektentwicklern hat sich wieder normalisiert – das zeigt der Corona-Immobilien-Index von Baumonitoring , einem Netzwerk aus Unternehmen der Immobilienwirtschaft.

Bei den wöchentlichen Umfragen ermittelt das Netzwerk den Stand der Personalverfügbarkeit sowie der Materialversorgung von über 100 teilnehmende Experten, Unternehmen und Institutionen aus verschiedenen Immobiliensektoren. Inzwischen zeichnen sich hier lediglich leichte Engpässe ab.

Keiner der Befragten gab in dieser Woche an, starke Probleme bei Material- und Personalversorgung zu verzeichnen oder gar einen Stillstand auf den Baustellen hinnehmen zu müssen, wie es zu Beginn der COVID-19-Pandemie in Deutschland teilweise der Fall war. Während rund die eine Hälfte der Befragten angab, keine Probleme in den beiden Bereichen zu haben (Materialversorgung 57 %; Personalversorgung 43 %), gab die andere Hälfte leichte Probleme an (Materialversorgung 43 %; Personalversorgung 57 %).

Der Corona-Immobilien-Index gibt einen Gesamtwert für den Status auf den Baustellen der Projektentwickler anhand einer menschlichen Fieberkurve an. Die Werte reichen dabei von 36,5 Grad (keine Einschränkungen) bis hin zu 41,5 Grad (kompletter Baustopp). Für diese Woche liegt der ermittelte Wert bei 37,0 und fällt damit kontinuierlich weiter.

+++ 19.05.20: Immobilienpreise steigen auch 2020 weiter +++

Die Preise für Immobilien sind im ersten Quartal 2020 weiter angestiegen: Rund 6,4 % legten Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 zu. Damit schneiden sie laut dem aktuellen Vermögenspreisindex  des Flossbach von Storch Research Insitutes besser ab als andere Sachwerte: So verteuerten sich langlebige Verbrauchsgüter um 0,9 % und Sammel- sowie Spekulationsgüter um 1,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Einen Rückgang verzeichnete im ersten Quartal laut Vermögenspreisindex vor allem das Finanzvermögen deutscher Haushalte. Grund dafür dürfte vor allem der Einbruch am Aktienmarkt im Februar und März diesen Jahres sein. So verringerten sich die Preise für Aktien laut dem aktuellen Vermögenspreisindex um 14,0 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) stellt derweil eine positive Prognose für den Immobilienmarkt im Jahr 2020 auf: Für Mieten prognostiziert der Verband in seiner aktuellen Analyse  einen Anstieg um 2,5 % bis 3,0 % für 2020. Für die Kaufpreise von Eigentumswohnungen wird sogar mit einem Plus von 4,0 % bis 5,0 % gerechnet. Zwar vermutet der IVD einen Einbruch des Transaktionsvolumens im zweiten Quartal um 25 % bis 35 %, gleichzeitig geht der Präsident des Verbands, Michael Schick, von einer Normalisierung des Volumens im dritten und vierten Quartal 2020 aus.

Die Marktsituation in vielen Städten und allen Metropolen hat sich nicht geändert. Es ist ein deutlicher Nachfrageüberhang sowohl nach Miet- als auch nach Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Dieser Nachfrageüberhang ist kurzfristig nicht abbaubar. Wir rechnen daher mit einem weiteren moderaten Preisanstieg

IVD-Präsident Michael Schick

+++27.04.20: Immobilien & Corona – was sind die Neuigkeiten?+++

Nach wie vor ist das Ausmaß der Corona-Krise auf die Immobilienwirtschaft wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt in seiner Gänze ersichtlich. Allein schon, weil Immobilien eben kein aktueller Index inhärent ist, wie beispielsweise Aktien an der Börse.

Nun heißt es also, die Anzeichen zu erkennen und zu deuten – und hier gibt es einiges Positive zu beobachten.

IW-Gutachten: „Preiseffekte im Wohnungsmarkt aufgrund der Covid-19 Pandemie“

An erster Stelle ist dabei wohl die aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Deutschen Reihenhaus AG zu nennen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass der Wohnungsmarkt die Corona-Krise „glimpflich überstehen“ werde. Sie prognostizieren keine oder nur leichte Wertverluste bei Immobilienpreisen und beruhigen damit vor allem Eigentümer und Vermieter.

Die Gründe für sinkende Immobilienpreise

Die Corona-Krise lässt die Wirtschaft stillstehen. Die Folgen sind Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit – sprich es drohen sinkende Einkommen für Bundesbürger. Das sorgt für Verunsicherung und veranlasst zum Aufschub großer Investitionen, wie zum Beispiel dem Kauf der eigenen Immobilie.

Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und so kommt Immobilienexperte Michael Voigtländer in der IW-Studie zu folgendem Schluss:

Deshalb werden die Kaufpreise für Wohnimmobilien durch die Krise wahrscheinlich leicht sinken, aber nicht einbrechen. (…) Der Wohnimmobilienmarkt wird relativ gut durch die aktuelle Krise kommen.

Michael Voigtländer, Institut der Deutschen Wirtschaft (IW)

Entwicklung der Immobilienpreise von Wirtschafts- und Zinsniveau abhängig

Inwiefern die Preise sinken werden, macht die Studie dabei von einer bisher großen Unbekannten abhängig: „Je mehr die Wirtschaft einbricht, desto stärker dürften die Preise sinken.“

Doch auch das Zinsniveau dürfte (wie bereits in der Vergangenheit) die Immobilienpreise stark beeinflussen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Zinsen langfristig weiter fallen, was sich wiederum positiv auswirkt und sinkenden Immobilienpreise entgegenwirkt.

Immobilienblase: Keine Gefahr

Ein weiterer Grund für fallende Preise wäre das durch die Corona-Krise herbeigeführte Platzen einer Blase auf dem Immobilienmarkt. Für ein solches Szenario sehen die Forscher des IW derzeit aber absolut keinen Grund, da der in den letzten Jahren entstandene Wohnraum in Deutschland die Immobilien-Nachfrage nicht übersteigt. Zudem verweisen sie auf die moderate Kreditvergabe in Deutschland im internationalen Vergleich.

Gefährden Mietstundungen die Immobilienpreise?

Zu großer Verunsicherung führen vielerorts auch die Folgen der gesetzlich genehmigten Mietstundungen aufgrund der Corona-Krise. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass solche Mietausfälle auch Vermieter ins Straucheln kommen lassen und zum Worst-Case-Szenario mit Insolvenzen, Zwangsversteigerungen und letztlich Preisrückgängen bei Immobilien führen.

Denn die gestundeten Mieten müssen zu einem späteren Zeitpunkt in jedem Fall noch gezahlt werden. Eigentümer, die aufgrund der Krise nicht in der Lage sind Immobiliendarlehen zu bedienen, können zudem Annuitäten bei der jeweiligen Bank stunden. Krisenbedingte Zahlungsausfälle werden somit vermieden und beugen dem Rückgang von Immobilienpreisen vor.

Wie steht es um die Nachfrage am Immobilienmarkt?

Laut Immobilienscout 24, einem Online-Portal zur Wohnungs­vermittlung, gibt es bezüglich der Immobilien-Nachfrage trotz Corona keinen bedeutenden Rückgang:

Auch die Kennzahlen für den regulären Wohnmarkt haben sich weiter erholt. So liegen wir bei Nachfrage, Angebot und Preisentwicklung wieder auf dem Stand vor der Corona-Pandemie.

Immobilienscout 24, am 22 .04.2020

Diese Entwicklung überrascht wenig: Denn das Problem des Wohnraummangels in deutschen Metropolregionen und Städten bleibt – ob mit oder ohne Corona-Krise – bestehen.

Immobilienexperten mutmaßen sogar bereits, dass die verhängten Ausgangssperren aufgrund der Corona-Krise und die Umstellung auf das Homeoffice einen positiven Effekt auf den Immobilienmarkt haben könnten:

Vorstellbar ist, dass Wohnungen eher so ausgestattet werden, dass Home Office gut möglich ist, dass etwa eher ein halbes Zimmer mehr genommen wird und dass mehr Flexibilität in die Wohnräume kommt.

Frank Emrich, Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw)

Vor der Krise ist nach der Krise

Weitere Gründe sprechen für eine starke Immobilienwirtschaft, wie beispielsweise ein kompensierender Effekt durch die wirtschaftliche Boomphase vor der Corona-Pandemie oder der weiterhin bestehende Wohnraummangel.

Die branchenweit übliche, langfristige Planung könnte zudem einen positiven Effekt auf die Projektentwicklung haben. Dieser Vorteil kommt gerade beim Immobilien-Crowdinvesting zum Tragen:

So zeichnen sich die über BERGFÜRST vermittelten, digitalen Immobilien-Finanzierungen beispielsweise durch großzügige zeitliche Puffer aus, die den Immobiliengesellschaften Flexibilität ermöglichen und zum Ausgleich etwaiger Verzögerung genutzt werden.

Darüber hinaus bleiben die Rückzahlungsansprüche aus den fest verzinsten Crowddarlehen trotz Corona bestehen – im Gegensatz zu Aktien und Dividenden an der Börse, die von der wirtschaftlichen Performance der Unternehmen abhängen.

+++ 21.04.2020: Projektentwickler blicken optimistisch in die Zukunft (Umfrage) +++

BERGFÜRST hat anhand einer Umfrage das Stimmungsbild der Projektentwickler in der aktuellen Situation erhoben. Folgendes brachten die Interviews mit den insgesamt 19 befragten Projektgesellschaften zutage:

Rund zwei Drittel der Gesellschaften gaben an, dass die Immobilienbranche aus ihrer Sicht für die Corona-Krise besser gerüstet sei als andere Wirtschaftszweige. Ein Drittel konnte zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussage dazu treffen.

Die Hälfte der Projektgesellschaften gab zudem an, bisher keine Auswirkungen der Corona-Pandemie bei der Umsetzung ihrer Immobilienprojekte zu erkennen. Keine der 19 befragten Projektgesellschaften geht aktuell von einer Neuausrichtung des Projekts, aufgrund von möglicherweise langfristigen Auswirkungen durch Corona, aus.

Chancen durch die Corona-Krise

Die Hälfte der befragten Gesellschaften war der Meinung, dass die Corona-Krise sogar Chancen für ihre Projekte biete.

So beobachtet das Team von „Residenz Kubitzer Bodden“, dass die Nachfrage nach Ferienwohnungen an der Küste deutlich angestiegen ist und dass die neue Käuferklientel über erheblich mehr freies Kapital verfügt. Dank digitaler Technologie konnten auch die Besichtigungen via Video-Konferenz weiterhin durchgeführt und in den letzten Tagen 12 Wohnungen reserviert werden. Zudem sei generell der Wunsch gestiegen, “freies Privatkapital in ‘Steine’ anzulegen”.

Das Team von „Stuttgart Mitte“ geht davon aus, dass „die Zinsen (…) weiter niedrig bleiben“ und dass dadurch die „Finanzierbarkeit von Immobilien verbessert [wird]. Der Einzelne kann sich bei gleicher mtl. Rate mehr Immobilie leisten.“ Des Weiteren sehen sie durchaus den Trend, dass sich das Kapital „von unrentablen Anleihen und volatilen Aktienmärkten auf den Immobiliensektor (…) verlagern wird.“

Dr. Wolfgang Röhr, Geschäftsführer der Projektgesellschaft „Pflegezentrum Boizenburg“, erwartet durch die aktuelle Situation eine noch größere Nachfrage an einem sowieso schon angespannten Angebotsmarkt: „In unserer Sparte In­tensivpflege rechnen wir durch die Corona-Pandemie mit einem sprung­­haf­ten An­stieg der Nachfrage, wir alle wer­den da kaum nachkommen können.“ Die Pandemie zwingt darüber hinaus zu einer digitalen Arbeitsweise und sorgt dafür, dass „einige Dienstfahrten und Termine ent­fallen und das bringt zusätzliche Arbeitszeit.“

Erste Quartalsberichte für 2020

Neben den Interviews speziell zum Thema Corona-Krise werden auf BERGFÜRST dieser Tage die ersten Quartalsberichte der laufenden Projekte für 2020 veröffentlicht.

Auch hier spielt das Thema Corona natürlich eine Rolle. Im Einzelnen lässt sich erkennen, dass es durch COVID-19 zu temporären Unterbrechungen auf den Baustellen und Verzögerungen bei den Baumaterial-Lieferketten gekommen ist. Da die Initiatoren es jedoch gewohnt sind, mit unvorhersehbaren Verzögerungen auf den Baustellen umzugehen, haben sie bei der ursprünglichen Konzeption per se großzügige Zeitpuffer berücksichtigt. Aus diesem Grund gehen sie aktuell mehrheitlich davon aus, ihre Projekte wie geplant zu realisieren.

Zum nachlesen: Interviews und Quartalsberichte

Sie können sowohl die Interviews als auch die Quartalsberichte nach Login auf den jeweiligen Seiten der Anlagemöglichkeiten nachlesen.

+++ 09.04.20: Anleger setzen während der Corona-Pandemie auf Immobilien-Crowdinvesting (Umfrage) +++

BERGFÜRST hat am vergangenen Wochenende ein Stimmungsbild der aktuellen Situation speziell für den Bereich Immobilien-Crowdinvesting eingefangen. Das Ergebnis ist eindeutig: Anleger bleiben zuversichtlich und setzen weiterhin auf die spezifischen Vorteile dieses Immobilienmarktes.

Das geht aus einer Befragung unter aktiven Anlegern und Emittenten auf BERGFÜRST hervor. An dieser Erhebung haben mehr als 2.300 Personen teilgenommen.

Deutliche Mehrheit hält Immobilien für wertstabil

Knapp 90 % der Befragten stimmten folgender Aussage zu: „Immobilien sind wertstabil und werden gut durch schwierige Zeiten wie die COVID-19 Pandemie kommen.“

Deutliche Mehrheit hält Immobilien für wertstabil

Wohn- und Pflegeimmobilien am beliebtesten

Ebenfalls ergab die Umfrage, dass hierbei insbesondere die Immobilientypen „Wohnen“ (58 %) und „Pflege“ (26 %) bei den Anlegern hoch im Kurs stehen.

Wohn- und Pflegeimmobilien am beliebtesten

Immobilien-Crowdinvesting bleibt attraktive Anlageklasse

74 % der Anleger gaben zudem an, zukünftig entweder genauso viel oder mehr Geld in Immobilien-Crowdinvesting investieren zu wollen.

Immobilien-Crowdinvesting bleibt attraktive Anlageklasse

Wieso vertrauen Anleger trotz COVID-19 auf Immobilien-Crowdinvesting?

Anleger setzen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten seit jeher auf die vor Inflation schützende Wirkung von Immobilien-Investments. Immobilien-Crowdinvesting ermöglicht Ihnen zudem kurze Laufzeiten und geringe Mindestinvestments – beides ist beim Kauf einer Immobilie nicht möglich.

Hinzu kommt, dass manch eine durch die COVID-19 Pandemie bedingte Veränderung, der Anlageklasse Immobilien gar zugute kommen dürfte. So sind nicht nur staatliche Fördermittel geplant, auch Bauzinsen werden voraussichtlich erst einmal niedrig bleiben.

Staaten auf dem gesamten Globus haben Finanzhilfen in historisch ungekanntem Ausmaß bereitgestellt, um ihre Volkswirtschaften in der Coronakrise zu stützen. Wie sich diese Geldschwemme auf die Inflation auswirken wird, ist derzeit noch ungewiss. Die Zinsen werden weltweit auf niedrigem Niveau verharren. So überrascht es mich nicht, dass unsere Anleger weiterhin auf Immobilien als Sachwerte zur Geldanlage setzen.

Dr. Guido Sandler, CEO und Vorstand der BERGFÜRST AG

Zudem bleibt trotz Krise vieles so wie es auch vorher war. So besteht beispielsweise der Wohnraummangel in Städten weiterhin und verlangt nach neuen Konzepten und Projekten.

Immobilien-Investments trotz Corona?

Immobilieninvestments stehen bei den Anlegern nach wie vor hoch im Kurs. Dieser Nachfrage kommen die Immobiliengesellschaften auf BERGFÜRST auch aktuell nach und zeigen, dass sie selbst unter schwierigen Bedingungen gut aufgestellt sind. So startete in der vergangenen Woche eine neue Anlagemöglichkeit: die Pflegeimmobilie „Pflegezentrum Boizenburg“.

Zudem weisen alle emittierenden Immobiliengesellschaften auf BERGFÜRST eine umfangreiche Projekterfahrung auf und sind geübt darin, pragmatische und kosteneffiziente Lösungen in unvorhersehbaren Situationen zu finden. Sie sind regional gut vernetzt und können jederzeit auf zuverlässige und erfahrene Partner zurückgreifen.

+++ 06.04.20: Interview mit Projektentwickler Herr Dr. Wolfgang Röhr +++

Dr. Wolfgang Röhr ist derzeit mit der Bestandsimmobilie „Pflegezentrum Boizenburg“ auf BERGFÜRST vertreten.

Dr. Wolfgang Röhr


BERGFÜRST: Herr Röhr, Sie starten in diesen ungewissen Zeiten eine Finanzierung auf BERGFÜRST. Wie schätzen Sie die Auswirkung der Corona-Krise auf Ihr Geschäft ein?

Dr. Wolfgang Röhr: Unser Geschäftsschwerpunkt liegt ja im Bereich Gesundheit und Pflege und hier sind die kurz- sowie auch die langfristigen Perspek­tiven unverändert sehr positiv. Der Bedarf für Pflege und Pflegewoh­nen wird in den nächsten Jahrzehnten weiterhin über­proportional wachsen, daran wird auch Corona überhaupt nichts ändern. In unserer Sparte In­tensivpflege rechnen wir durch die Corona-Pandemie mit einem sprung­­haf­ten An­stieg der Nachfrage, wir alle wer­den da kaum nachkommen können. Wir stellen uns der aktuellen Corona Herausforderung und blicken optimistisch in die Zukunft!

Homeoffice haben wir mittlerweile für alle Mitarbeiter eingeführt, für die das möglich ist. Unsere Er­fahrungen damit sind sehr positiv, denn Dank der Digitalisierung funktioniert auch die Kommuni­ka­ti­on fast reibungslos. Ich per­sön­lich bin dadurch sogar noch ein Stück weit produktiver geworden, denn einige Dienstfahrten und Termine ent­fallen und das bringt zusätzliche Arbeitszeit.


BERGFÜRST: Sehen Sie Beeinträchtigungen beim Bauvorhaben selbst, also aufgrund einer mangelhaften Mate­rial-Versorgungskette oder fehlender Handwerker und Baufachkräfte?

Dr. Wolfgang Röhr: Noch laufen unsere Baustellen und ich sehe zurzeit auch für unser Bauvorhaben in Boizenburg keine Probleme oder Beeinträchtigungen. Wir sind in der Region sehr gut vernetzt und haben sehr zuver­lässige und erfahrene Partnerunternehmen. Zudem sind wir es als mittelständisches Familien­unter­neh­men gewohnt, auch mal schnell zu entscheiden, pragmatisch zu organisieren und Probleme, die plötzlich aufkommen, auch mal unkonventionell zu lösen.

Zudem sind wir es als mittelständisches Familien­unter­neh­men gewohnt, auch mal schnell zu entscheiden, pragmatisch zu organisieren und Probleme, die plötzlich aufkommen, auch mal unkonventionell zu lösen.

Dr. Wolfgang Röhr


BERGFÜRST: Interessant ist Ihr Konzept: Sie planen den Umbau und die Modernisierung eines Pflegezentrums für ältere Menschen. Dieses haben Sie ja schon weit vor Beginn der Krise ausgearbeitet. Wie sehen Sie Ihr Vorhaben nun im Lichte der aktuellen Situation bzw. planen Sie konkrete Anpassungen?

Dr. Wolfgang Röhr: Nach wie vor sind Projekte, die zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen, dringend notwendig. Wie ich schon sagte, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird die Zahl der Pflege­bedürftigen noch gra­vie­rend zunehmen. Unsere Aufgabe ist es heute, die adäquate Versorgung für diese Menschen auch für die Zukunft sicherstellen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn entsprechende Pflegeimmobilien gebaut und die bisherigen Einrichtungen modernisiert werden. Vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-Krise prüfen wir gerade, ob und inwieweit nicht noch eine zusätzliche Inten­siv­pflege-Wohngemeinschaft im Pflegezentrum realisiert werden kann. Diese Form der Nutzung würde dann natürlich auch ein Raumkonzept erfordern, das den Bewohnern großzügigere Wohneinheiten ermöglicht. Beim Umbau des Pflegezentrums Boizenburg haben wir diese Anforderung bereits mitgedacht.

Vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-Krise prüfen wir gerade, ob und inwieweit nicht noch eine zusätzliche Inten­siv­pflege-Wohngemeinschaft im Pflegezentrum realisiert werden kann.

Dr. Wolfgang Röhr


BERGFÜRST: Erwarten Sie Änderungen im Gesundheitssystem und in den Anforderungen an ein Pflegezentrum, damit chronisch kranke und ältere Menschen zukünftig besser vor einer Infektion geschützt wer­den können?

Dr. Wolfgang Röhr: Zunächst einmal halte ich es für enorm wichtig, über mögliche Infektionen zu informieren. Ich denke, dass der Schlüssel zum Erfolg im Pflegepersonal liegt. Nur wenn das Pflegepersonal ausreichend in­for­miert ist, kann es entsprechende Maßnahmen zum Schutz der älteren Menschen einleiten. Um dies zu gewährleisten, müssen entsprechende zeitliche Kapazitäten für Weiterbildungen und Infor­mationsaustausch geschaffen werden. Aufgabe der Politik muss es sein, den Pflegeberuf in der Zu­kunft wieder attraktiver zu gestalten, damit wir den demografischen Wandel, aber auch Ausnahme­situa­tionen wie zum Beispiel Corona in Zukunft noch besser bewerkstelligen können.

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels gehört dies zu den wichtigsten poli­ti­sch­en Aufgaben unserer Zeit. Natürlich muss man jetzt auch den Standard der bestehenden Hy­giene- und Infektionsschutzmaßnahmen einer generellen Überprüfung unterziehen, denn es ist zu erwar­ten, dass das Problem Corona, aber auch anderer viraler Infektionskrankheiten, nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich wieder verschwindet. So werden sich gerade auch Pflegeeinrichtungen an den neuen Maßstäben messen lassen müssen, die uns die aktuelle Corona-Pandemie auferlegt hat. Auch diese Themen werden wir bei der Modernisierung und dem Umbau unseres Pflegezentrums von Anfang an im Blick behalten und die dazu notwendigen baulichen Voraussetzungen umsetzen.


BERGFÜRST: Vorgesehen ist, dass das dann modernisierte Zentrum an einen Investor veräußert wird. Gibt es bereits Interessenten? Führen Sie hier bereits erste Gespräche?

Dr. Wolfgang Röhr: Der Gesundheits- und Pflegesektor ist ein enorm wachsender Markt. Besonders für Investoren bietet der Markt ein Höchstmaß an Sicherheit bei gleichzeitig attraktiven Renditen. Natürlich haben wir schon Gespräche geführt und stehen zu einigen Interessenten in engem Kontakt.


BERGFÜRST: Wagen Sie bitte eine Prognose: Wie beurteilen Sie die Auswirkung der Corona-Krise generell auf die Immobilienbranche?

Dr. Wolfgang Röhr: Mit den Corona-Hilfsprogrammen und damit dem Öffnen der Geldschleusen sinkt automatisch der Realwert des Geldes und gleichzeitig steigt der Wert einer Immobilie. Ich denke deshalb, dass auch zukünftig die Immobilienbranche weiter wächst. Es wird allerdings strukturelle Unter­schiede geben. Rückschläge sind zumindest temporär für Immobilienprojekte in Bereichen, die jetzt beson­ders stark von Corona betroffen sind, wie zum Beispiel dem Einzelhandel und der Tourismusbranche, zu er­warten. Wir im Gesund­heits- und Pflegebereich werden davon zum Glück weitgehend verschont bleiben.

+++ 03.04.20: Umfrage „Was bedeutet Corona für den Bereich Immobilien?“ +++

Nachdem wir von BERGFÜRST wie auch unsere Emittenten an dieser Stelle erste Einschätzungen zur Auswirkung der Corona-Krise auf den Immobilienmarkt gegeben haben, möchten wir gerne Ihre Meinung hören. Wir freuen uns, wenn Sie sich Zeit nehmen, um unsere kurze, anonymisierte Umfrage zu beantworten.

Die Umfrage ist bereits abgeschlossen. Ergebnisse zu Umfrage finden Sie an dieser Stelle.

+++ 26.03.20: Immobilien & Corona – Eine erste Einschätzung +++

Inwieweit die Bauwirtschaft betroffen, nur leicht tangiert oder gar immun gegen das Coronavirus ist – wer kann das zu diesem frühen Zeitpunkt mit Bestimmtheit beantworten? Dennoch lohnt es sich ein paar Überlegungen anzustellen und manch eine Unsicherheit bezüglich der Assetklasse Immobilien in Zeiten von Corona auszuräumen.

So haben Immobilien wichtige Vorzüge gegenüber anderen Wirtschaftszweigen:

1 | Es lief gut – bis Corona kam?

Die Immobilienbranche wurde, anders als etwa die Autoindustrie, mitten in einer wirtschaftlichen Boomphase mit der Corona-Krise konfrontiert. Damit hat die Bauwirtschaft ein solides Polster – sowohl an Umsätzen als auch an Auftragsreserven. Ein kompensierender Effekt ist hier absolut denkbar.

2 | Der Immobilienmarkt ist keine Exportbranche

Die heimische Baubranche ist nicht ganz so stark exportfixiert. Somit führt eine zurückgehende Nachfrage aus dem Ausland nicht zwingend zu sinkenden Absätzen bei Immobilien.

3 | Die Zukunft mitgedacht…

Der Neubaumarkt ist ein Investitionsmarkt, der von langfristigen Projektplanungen geprägt ist. Damit ist dieser Markt nicht ganz so schnell zu verunsichern wie beispielsweise klassische, kurzfristige Konsummärkte.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wohnungsinvestments und wohnungswirtschaftliche Projektentwicklungen werden im Vergleich zu anderen Assetklassen vergleichsweise gering sein.

4 | …und langfristig geplant

Nicht zuletzt wegen der Verpflichtung zur langfristigen Planung, müssen Immobiliengesellschaften im Tagesgeschäft flexibel denken und handeln. Plötzliche, witterungsbedingte Verzögerungen auf der Baustelle oder amtliche Verfahren, die sich in die Länge ziehen, fordern immer wieder die Anpassungsfähigkeit der Initiatoren heraus. So müssen Projektplanungen seit jeher mit hinreichenden zeitlichen Puffern arbeiten. Diese Fähigkeit erweist sich jetzt in der Corona-Krise als besonders vorteilhaft.

5 | Die Politik unterstützt

Auch die Immobilienbranche wird von staatlichen Fördermitteln profitieren – etwa vom Kurzarbeitergeld . Die Bundesregierung erlässt dieser Tage zahlreiche Beschlüsse und stellt Gelder in Milliardenhöhe für Konjunkturpakete zur Verfügung. Ziel ist es, einen wirtschaftlichen Abschwung zu mindern und eine Rezession zu vermeiden. Die dabei gewählten Mittel kamen auch schon bei vorherigen wirtschaftlichen Krisen zum Einsatz und staatliche Hilfspakete konnten eine langfristige Rezession abwenden.

6 | Bauzinsen bleiben voraussichtlich niedrig

Eine weitere geldpolitische Maßnahme dürfte hier insbesondere der Baubranche zugute kommen: Die EZB (Europäische Zentralbank) wird den Leitzins aller Voraussicht nach nicht anheben. Es ist sogar gut möglich, dass sie ihn noch weiter senkt. Das kommt nicht nur Unternehmen im Allgemeinen, sondern auch vor allem der Immobilienwirtschaft zugute: Zinsen bleiben niedrig und Baufinanzierungen günstig.

7 | Wohnraummangel bleibt trotz Corona bestehen

Wenn die Auswirkungen des Coronavirus zurückgehen und wieder Normalität einkehrt, wird eine Tatsache wieder in den Vordergrund treten, an der sich auch durch die Krise wohl nichts ändern wird: Neuer Wohnraum ist rar und dringend erforderlich! Vor allem in und um Städte muss weiterhin viel gebaut werden, um der immensen Nachfrage Herr zu werden. Dafür wird auch nach Corona eine starke Bauindustrie dringend gebraucht.

Jan Wedemeier vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) verweist gegenüber dem Weser Kurier auf eine weitere Besonderheit: Der Trend zur Individualisierung bleibe weiterhin Treiber am Wohnungsmarkt und halte die Nachfrage konstant hoch. Das Institut erwartet durch die Corona-Krise insgesamt lediglich „kleinere Korrekturen“ für die Immobilienbranche.

Was bedeutet Corona für das Immobilien-Crowdinvesting?

Betrachtet man die Auswirkungen von Corona auf das Immobilien-Crowdinvesting, bleibt eines festzuhalten: Rückzahlungsansprüche aus Crowddarlehen bleiben bestehen. Im Gegensatz zu Aktienkursen und Dividenden sind sie in Unabhängigkeit von der wirtschaftlichen Performance zu betrachten.

Zudem sind die branchenüblichen, großzügigen zeitlichen Puffer fester Bestandteil einer jeden von BERGFÜRST vermittelten Anlagemöglichkeit. Diese Puffer werden beim Immobilien-Crowdinvesting, ebenso wie in der gesamten Branche, zeitliche Verzögerungen durch die Corona-Pandemie abfedern können.

Wie unsere Emittenten die derzeitige Lage rund um Corona einschätzen, erfahren Sie in den folgenden Interviews aus den vergangenen Tagen.

+++ 25.03.20: Interview mit Projektentwickler Philipp Gödecke +++

Projektentwickler Philipp Gödecke ist zurzeit mit der Anlagemöglichkeit „Jena – Dornburger Straße“ auf der BERGFÜRST Plattform vertreten.


BERGFÜRST: Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf alle Bereiche und jeden Einzelnen. Wie schätzen Sie, Herr Gödecke, die Situation hinsichtlich Ihrer Arbeit ein?

Philipp Gödecke: Bei „Jena – Dornburger Straße“ befinden wir uns derzeit in der Planungsphase. In dieser Phase ist das Arbeiten aus dem Homeoffice kein Problem, da alle notwendigen Arbeitsschritte digital erledigt werden können.


BERGFÜRST: Wie beurteilen Sie generell die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Immobilienbranche? Ist sie gegebenenfalls besser gerüstet als andere Wirtschaftszweige?

Philipp Gödecke: Die Corona-Krise wird sicher Auswirkungen auf die Immobilienbranche haben. Die Frage ist, wie stark und nachhaltig diese sein werden und welche Immobilientypen besonders betroffen sind. Aus Sicht der Nachfrage würde ich Wohngebäude, insbesondere Mehrfamilienhäuser, als Immobilien-Anlageklasse mit dem geringsten Risiko bezeichnen.

Aus Sicht der Nachfrage würde ich Wohngebäude, insbesondere Mehrfamilienhäuser, als Immobilien-Anlageklasse mit dem geringsten Risiko bezeichnen.

Philipp Gödecke


BERGFÜRST: Inwieweit ist Ihr Projekt „Jena – Dornburger Straße“ von den aktuellen Entwicklungen betroffen bzw. ergeben sich eventuell sogar neue Perspektiven?

Philipp Gödecke: Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase. Die Architekten können und werden die Planung auch im Homeoffice bearbeiten. Die Planungsleistungen bis zum Bauantrag werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Hier sind derzeit keine Verzögerungen zu erwarten, da (…) sämtliche Abstimmungen via Videokonferenz erledigt werden.

Bautätigkeiten sind frühestens zum Jahresende 2020, jedoch eher zu Beginn 2021 geplant und daher durch die aktuelle Situation nicht betroffen. Nach Rücksprache mit der Baubehörde Jena am 25.03.2020 ist diese nach wie vor mit Personal besetzt und bearbeitet entsprechend auch alle Anliegen.

Die Bauträgerfinanzierung ist aufgrund der Corona-Krise zu diesem Zeitpunkt nicht in Gefahr. Insbesondere durch den Verzicht auf Gewerbeflächen im Projekt, kann das Vermarktungsrisiko deutlich reduziert werden.

+++ 24.03.20: Interview mit Projektentwickler Michael Kuenburg +++

Projektentwickler Michael Kuenburg aus Wien ist zurzeit mit der Anlagemöglichkeit „Wien – Manner Villa“ auf der BERGFÜRST Plattform vertreten.


BERGFÜRST: Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf alle Bereiche und jeden Einzelnen. Wie schätzen Sie, Hr. Kuenburg, die Situation hinsichtlich Ihrer Arbeit ein?

Michael Kuenburg: Erfreulicherweise haben die Interessenten für unsere Bauvorhaben schon länger nach dieser Maxime gehandelt. Unsere Geschäftspartner treffen ihre Entscheidungen nicht ad hoc, sondern mit einer in die Zukunft gerichteten Perspektive, sodass sie auch Monate später Bestand haben.

Wenn ich auf unser aktuelles Projekt auf BERGFÜRST zu sprechen kommen darf, so leben in der Umgebung der „Manner Villa“ Familien, deren Häuser, wie auch unser Objekt, um 1900 herum errichtet wurden. Immobilien also, die auf eine Tradition von 100 Jahren und mehr zurückblicken können. Viele dieser Familien schätzen die Umgebung und den Bezirk und einige haben uns auch bereits kontaktiert, da sie auf der Suche nach Wohnraum für ihre Kinder und Enkel sind und sie gerne in ihrer Nachbarschaft wissen möchten.


BERGFÜRST: Wie schätzen Sie generell die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Baubranche ein? Ist sie gegebenenfalls besser gerüstet als andere Wirtschaftszweige?

Michael Kuenburg: Die Bauwirtschaft ist vielleicht nicht besser als andere Branchen gerüstet, aber sie ist auf jeden Fall flexibler – was in dieser außergewöhnlichen Zeit schon ein erheblicher Vorteil sein kann. Die Baubranche muss Jahr für Jahr zeigen, dass sie mit plötzlich auftretenden Unwägbarkeiten fertig werden kann – etwa, wenn widrige Witterungsumstände Baustopps erzwingen.

Die Baubranche muss Jahr für Jahr zeigen, dass sie mit plötzlich auftretenden Unwägbarkeiten fertig werden kann

Michael Kuenburg

Aktuell greift der Immobilienwirtschaft zudem die österreichische Bundesregierung unter die Arme: Das Kurzarbeitsmodell, das in den letzten Tagen beschlossen wurde, ist beispielgebend und wird hier sehr hilfreich sein.

Hinweis: Deutschlands Bundesregierung hat ähnliche Maßnahmen beschlossen: Dazu zählt auch Kurzarbeit. Maßnahmen wie diese sollen Branchen, die von den Entwicklungen rund um Corona besonders betroffen sind, vor einer langfristigen Rezession schützen.

Wohnimmobilien-Preisindex für Österreich und Wien (2001 – 2019)

Wohnimmobilienpreisindex für Österreich und Wien (2001 - 2019)


Quelle: Österreichische Nationalbank , Stand: März 2020

Die Erfahrung aus vergangenen Krisen hat gezeigt (siehe Grafik oben), dass gerade die Immobilienbranche sogar eher gestärkt aus vergleichbaren Situationen hervorgegangen ist. Meiner Meinung nach weisen auch aktuell viele Indizien darauf hin.


BERGFÜRST: Wo stehen Sie gerade beim Vorhaben „Manner Villa“? Was sind die „next steps“ und inwiefern sind diese von den aktuellen Einschränkungen betroffen?

Michael Kuenburg: Wir selbst als Unternehmen sind in der vorteilhaften Lage, dass wir die meisten Leistungen zukaufen können, wenn sie auch tatsächlich benötigt werden. So sind wir an dieser Stelle wenig krisenanfällig. In den nächsten drei Monaten steht für die „Manner Villa“ die Planoptimierung und Detailplanung durch den Architekten an. Ebenso werden die Kosten für die zu beteiligenden Gewerke ermittelt und die Leistungen entsprechend ausgeschrieben. Alles übrigens wichtige, vorbereitende Tätigkeiten, die auch ideal aus dem Homeoffice erledigt werden können! Der Baubeginn war ohnehin erst ab dem Sommer bzw. Frühherbst geplant. Nach derzeitiger Einschätzung der Lage, gehe ich davon aus, dass der Baubeginn wie geplant stattfinden kann.

Unser Zeitplan sieht derzeit eine Bauphase von ca. 16-18 Monaten vor – also bis Ende 2021 bzw. Anfang 2022 und eine Vermarktung bis Ende 2022. Die Finanzierung über BERGFÜRST ist auf 36 Monate ausgelegt. So besteht aus unserer Sicht eine ausreichende zeitliche Reserve. Nach wie vor schätze ich unseren Zeitplan als erfüllbar ein bzw. erwarte durch die jetzige Situation lediglich eine Verzögerung, die wir mit unserem zeitlichen Puffer auffangen können.


BERGFÜRST: Wie stellen Sie sich die Vermarktung der „Manner Villa“ unter Berücksichtigung der aktuellen Situation vor?

Michael Kuenburg: Erfreulicherweise haben wir schon jetzt drei Reservierungen der geplanten zehn Wohnungen vorliegen. Darüber hinaus führen wir Gespräche mit vier Ländern, die in Wien eine Botschaftsresidenz suchen. Die Lage der Villa, ihr sie umschließender Park von ca. 3.600 m² und auch die Tiefgarage bieten zusammen ideale Voraussetzungen für die speziellen Sicherheitsanforderungen einer Botschaft. Ein weiterer Pluspunkt: Das Objekt bzw. die Grundstücksgröße würde auch die Erweiterung um eine Remise ermöglichen, in der zum Beispiel Wohnungen für Mitarbeiter der Botschaft und deren Familien integriert werden könnten. So hätten wir dann auch nur einen Käufer für die gesamte Liegenschaft.

Darüber hinaus wird die Vermarktung der „Manner Villa“ wie geplant anlaufen und sich in die folgenden drei Phasen aufteilen:


Phase 1
Laufende Gespräche mit den in der Umgebung wohnenden Familien.

Phase 2
Austausch mit unseren Vertriebspartnern zu Kunden, die grundsätzlich Interesse an diesem speziellen Wohnungstyp bekundet haben.

Phase 3
Ansprache von Interessenten über die bekannten Immobilienplattformen.

Flankierend läuft bereits eine Infokampagne im TV vor und nach einer täglichen Wirtschaftssendung.

Wir sind fest davon überzeugt, dass das Projekt die Anforderungen dieses gehobenen Marktsegmentes abdeckt, in dem wir hier tätig sind, und es für unsere Investoren und für uns selbst einen erfolgreichen Abschluss geben wird.

+++ 19.03.20: Nachricht des BERGFÜRST-Vorstands +++

Sehr geehrte Anleger,

Wir nehmen bei BERGFÜRST die Entwicklungen rund um COVID-19 sehr ernst und verhalten uns verantwortungsbewusst. Entsprechend arbeitet unser komplettes Team seit Montag dieser Woche im Homeoffice um unseren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und die Übertragungsketten so gut wie möglich zu unterbrechen.

Als digitales FinTech-Unternehmen haben wir es hier sicher viel leichter als die meisten andere Unternehmen: Das Arbeiten im Homeoffice ist für uns schon lange selbstverständlich und gelernt. Wir können unsere ohnehin vorhandenen Infrastrukturen optimal nutzen und unsere Arbeit ohne Produktivitätsverlust aufrechterhalten. Natürlich fehlt uns das direkte Miteinander im Büro: Der gemeinsame Kaffee in der Küche, das Mittagessen im Team und der wunderbare Blick aus unserem gerade frisch renovierten Büro.

Selbstverständlich stehen Ihnen Andrea Kummermehr und Markus Torggler aus unserem Service wie gewohnt per Telefon und E-Mail zur Verfügung. Dabei kann es durchaus sein, dass auch einmal ein Kind oder ein Hund im Hintergrund zu hören ist – wie gesagt: Wir arbeiten von Zuhause!

Die erfolgreiche Platzierung der Emission „Jena – Dornburger Straße“ am vergangenen Wochenende bestärkt uns darin, die Vorbereitungen für weitere Emissionen wie gewohnt abzuschließen und Ihnen auch weiterhin attraktive Anlagemöglichkeiten zu vermitteln.

Die Frage, die uns genau wie Sie im Moment umtreibt, ist, wie sich die aktuelle Situation weiter entwickelt und welche Auswirkungen sie auf unser aller Leben und Handeln haben wird. Ich bin mir sicher, dass wir auch diese Krise überwinden werden. Unklar ist im Moment nur, wie lange der gegenwärtige Zustand andauert und wie gravierend die Schäden sein werden. Auf jeden Fall wird es wieder bergauf gehen für uns als Gesellschaft.

Zum jetzigen Zeitpunkt geht es erst einmal darum, die Kräfte zu bündeln und diese Notlage zu meistern. Dazu sind wir alle aufgefordert, solidarisch zu handeln, Ruhe zu bewahren und optimistisch zu bleiben.

Im Anschluss werden wir als Unternehmen die Zukunft aktiv und positiv mitgestalten. Und das trifft natürlich genauso auch auf unsere Emittenten zu: Alles gestandene Unternehmer, die Herausforderungen immer auch als Chance verstehen.

Für heute gilt es für einen Jeden von uns seinen persönlichen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, um die Infektionskette wirksam zu unterbrechen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben Kraft sowie die notwendige Ruhe und Gelassenheit die Krise gut zu überstehen. Bleiben Sie gesund!

Guido Sandler

Herzliche Grüße


Dr. Guido Sandler

Vorstand

BERGFÜRST AG

P.S.: Ich empfehle Ihnen als anregende und aufbauende Lektüre den Text des Zukunftsforschers Matthias Horx , der den Blick zurück auf die aktuelle Krise wagt.

Bild-Copyright: CDC / unsplash.com

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