zurück zur Übersicht

Zwei Fliegen mit einer Rampe!

Inga Clausen 17.12.2012, 15:42

Die BERGFÜRST Spendenaktion „Tausendundeine Rampe für Deutschland” ist für Raúl Krauthausen und die SOZIALHELDEN weit mehr als nur der Versuch, möglichst viele Restaurants und Geschäfte für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Rollator-Nutzer zugänglich zu machen. Es geht um Aufmerksamkeit, damit immer mehr Menschen in Deutschland selbstbestimmt leben können. Ein Interview.

BERGFÜRST: Warum haben Sie sich für diese Aktion als Partner entschieden?

Krauthausen: Bei den SOZIALHELDEN und bei BERGFÜRST geht es um Selbstbestimmung. Bei uns für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung, etwa für Rollstuhlfahrer. Selbstbestimmung heißt, nicht um Hilfe bitten zu müssen. Das ist bei BERGFÜRST nicht anders. Hier bestimmt der Investor selbst, ob und in welches Unternehmen er investiert.

Und Crowdinvestment ist wie unsere Spendenaktion: Viele Menschen helfen mit einem kleinen Betrag, um 1000 Rampen für Deutschland zu schaffen. Und die BERGFÜRST Investoren helfen, kleine innovative Unternehmen schneller wachsen zu lassen. Im Mittelpunkt steht jeweils eine gute Idee. So verändern wir gemeinsam Dinge nachhaltig.

BERGFÜRST: Und was ist die Idee hinter „Tausendundeine Rampe für Deutschland”?

Krauthausen: Für den Bäcker um die Ecke ist es ein Aufwand, seinen Laden für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen. Er fürchtet, dass eine Baugenehmigung erforderlich ist, zusätzliche Kosten anfallen oder das Ordnungsamt etwa eine feste Rampe moniert. Hinzu kommt, dass die üblichen Hilfsmittel und Methoden für ihn mit hohen Kosten verbunden sind. Wenn er etwa das Wort „Rampe” googlet, schlägt ihm eine Lawine von unterschiedlichen Angeboten entgegen, die jeweils bis zu 1000 Euro kosten.

BERGFÜRST: Und was ändert Ihre Aktion daran?

Krauthausen: Wir nehmen dem Problem die Komplexität. Von uns bekommt der von Wheelmap-Nutzern vorgeschlagene Bäcker, der Einzelhändler, der Eckkneipenwirt oder der Restaurantbesitzer eine Rampe geschenkt. Nimmt er das Geschenk nicht an, ist das auch eine Botschaft – die uns zu denken geben sollte.

BERGFÜRST: Und worin unterscheidet sich die Rampe von den anderen Angeboten?

Krauthausen: Sie ist mobil und preiswert. Mit 100 Euro sind wir dabei. Ein Mitarbeiter klappt sie kurz auf. Der Rollstuhlfahrer, die Mutter mit dem Kinderwagen oder der gehbehinderte Mensch mit Rollator kann ein bis zwei Stufen leicht bezwingen. Bei vier Stufen braucht er dann doch Hilfe. Alles darüberhinaus gerät zum Stunt.



BERGFÜRST: Also ist der Nutzen begrenzt?

Krauthausen: Mit den Rampen retten wir natürlich nicht die Welt. Aber schon damit ist viel gewonnen. Unsere Aktion hat noch einen anderen Zweck. Es geht um Selbstbestimmung. Darum, dass wir im Rollstuhl uns in diesem Land, ohne um Hilfe bitten zu müssen, frei bewegen können. Und darum, dass die anderen Menschen, die ja eigentlich auch nur zeitweise nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sind, bei der Einrichtung ihres Geschäfts oder ihres Restaurants daran denken, uns willkommen zu heißen. So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Rampe.

Kommentar schreiben

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu schreiben

Jetzt registrieren

Registrieren Sie sich kostenlos und unverbindlich. Sie erhalten so Zugang zu aktuellen Informationen zu unseren Emittenten und Emissionen.

Jetzt registrieren

BERGFÜRST auf Facebook