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Mehr als Kapital!

Dr. Guido Sandler 16.05.2012, 09:56

„Ihr schafft also eine neue Anlageklasse?“ Diese Frage habe ich in den Gesprächen auf der co:funding mehrfach gehört. Und ich habe durchaus bemerkt, dass da hier und da Skepsis durchklang. Wir müssen uns an dem Punkt genauer erklären!

Genau genommen schaffen wir keine neue Anlageklasse. Venture Capital für Startups in der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde gibt es ja schon. Das kommt von institutionellen Wagnisanlegern oder sehr wohlhabenden Privatleuten, die große Tranchen in Private Equity stecken. Als erste Plattform machen wir diese Anlageklasse – Investments in der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde – einer breiten Gruppe von Privatanlegern zugänglich. Und zwar so, dass die Kompetenz von klassischen Seed-Kapital-Gesellschaften gleich im Modell eingebaut ist.



Auf dem Bergfürst Marktplatz werden nur Unternehmen platziert werden, an denen bereits ein Venture-Unternehmen Anteile hält. Damit werden alle Unternehmen, in die Privatanleger bei uns investieren, auch schon professionelle Reporting- und Corporate-Governance-Strukturen eingezogen haben. Das wiederum heißt, dass die kreativen Gründer eben nicht nur kreativ sind, sondern ihr Business auch professionell führen, bzw. führen müssen. Im Klartext: Die Privatanleger können sicher sein, dass die Gründer von erfahrenen Venture-Kapitalisten begleitet und kontrolliert werden. Aus Anlegersicht ist das Engagement der bereits investierten Ventures ein enormer Gewinn. Zu viele Startups sind nicht an der Qualität ihrer Idee gescheitert, sondern an fehlender Professionalität. Dieses Risiko wird im Bergfürst Ansatz durch professionelle Risiko-Investoren in der Seed-Phase erheblich reduziert.

Wir haben an dieser Stelle hin und wieder den Einwand gehört: Warum legen dann die bereits investierten Venture-Kapitalisten nicht einfach nach? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens sagen uns die Seed-Finanzierer, mit denen wir gerade sprechen: Auch sie haben ein Interesse daran, ihre Risiken zu streuen. Es ist völlig normal, dass mit jeder neuen Finanzierungsrunde auch neue Investoren ins Boot kommen. Im Fall von Bergfürst wird es eben eine Crowd von Privatanlegern sein.

In der Crowd und ihren Fähigkeiten sehen die Seed-Leute den zweiten Grund. Wir reden über Unternehmen in der Skalierungsphase. Das Geschäftsmodell hat bewiesen, dass es funktioniert. Die Reporting-Strukturen sind etabliert. Eine andere Venture-Kapital-Firma oder einen klassischen Private-Equity-Investor für das Projekt zu gewinnen, bringt mehr Kapital. Fein! Es bringt aber keinen zusätzlichen Nutzen, keinen „Added Value“. Genau das leistet die Crowd, und eben besonders in Wachstumsphasen, in denen Social-Marketing-Themen oft auf die Agenda rücken. Das Netzwerk pusht das Wachstum. Darauf spekulieren auch die potenziellen Gründer, mit denen wir gerade reden.

Bezogen auf die Eingangsfrage bedeutet das: Wir machen Venture Capital nicht nur einer neuen Anlegergruppe zugänglich und vergrößern damit den Topf für Risiko-Kapital insgesamt. Wir werten Venture Capital mit einer zusätzlichen Funktion zum Geldwert auf. Auf Bergfürst gehandeltes Kapital ist Wagniskapital für Leute, die zu dieser Asset-Klasse bisher keinen Zugang hatten. Plus die Kraft der Crowd. Genau deshalb sind Dennis und ich von der Bergfürst Idee so überzeugt.

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