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Whitepaper: Crowdinvesting nach dem Kleinanlegerschutzgesetz

Dr. Guido Sandler 22.09.2016, 08:00

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes kristallisieren sich die Vor- und Nachteile der neuen Regelungen, die erstmals Schwarmfinanzierungen in Deutschland regulieren, heraus. Crowdinvesting-Plattformen und Verbände begrüßen die Bestrebungen des Gesetzgebers, den Anlegerschutz zu stärken, sehen auf der anderen Seite aber noch Handlungs­bedarf für die Politik. Die konkreten Forderungen zur Verbesserung des Kleinanlegerschutzgesetzes, die sowohl Anleger- als auch Unternehmensinteressen berücksichtigen, werden in diesem Whitepaper dargestellt.

Dabei sind vier zentrale Themen anzugehen:

  • 1

    Die Ausnahme nach § 2a VermAnlG muss auf alle Anlageformen des VermAnlG sowie Aktien und Anleihen erweitert werden.

    Damit würde der Anlegerschutz signifikant verbessert werden, da die Crowdinvesting-Plattformen endlich Produkte, die mit Sicherheiten ausgestattet sind, anbieten könnten.
  • 2

    Crowdinvesting-Plattformen müssen sich einer einheitlichen Selbstregulierung unterwerfen.

    Diese sollte bestimmte Informationspflichten zur Emission, Cybersecurity-Standards sowie die Selbstverpflichtung zur Abführung der Abgeltungssteuer umfassen.
  • 3

    Die absolute Höchstbeitragsgrenze von 10.000 € pro Anleger muss aufgehoben werden.

    Stattdessen sollten Anleger, die sich als „erfahren" qualifizieren können, Beträge in beliebiger Höhe investieren können.
  • 4

    Der Schwellenwert für Emissionsvolumina muss von 2,5 Mio. € auf 5 Mio. € angehoben werden.

    Dies würde auch im Gleichklang mit der Prospektrichtlinie der EU stehen sowie dem Standard anderer europäischer Länder entsprechen.

Durch diese Vorschläge können – im Gleichschritt mit den Zielen der Europäischen Kommission zur Schaffung einer Kapitalmarktunion – gleichzeitig der Anlegerschutz und die Entwicklung eines innovativen Finanzierungswegs gestärkt werden.

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