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Geld investieren: in 6 Schritten zum erfolgreichen Anleger

Valeria Nickel 08.03.2016, 12:00

So sollten Sie Ihr Geld investieren

Um's Sparen kommt man nicht herum – ob es für größere Anschaffungen, die Altersvorsorge oder allgemein zur Vermögensmehrung ist. Mittlerweile ist dabei allen deutschen Sparern klar, dass es dazu nicht ausreicht, das Geld auf dem Sparbuch oder Girokonto schlummern zu lassen. Nicht nur, dass einem durch die Niedrigzinsen attraktive Renditen entgehen. Wegen der Inflation, durch die das Geld allmählich immer weniger wert ist, verlieren Sie sogar praktisch Kapital, wenn Sie weder Zinsen dafür bekommen noch Anschaffungen oder Investitionen damit tätigen. Sein Geld einfach „liegen zu lassen", wirkt sich also in jedem Fall negativ aus. Deshalb muss jeder aus seiner Bequemlichkeitszone herausschlüpfen und sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Frage zu klären, wie Sie Ihr Geld intelligent und erfolgreich investieren können. Wenn Sie 6 einfache Schritte befolgen, kann es auch Ihnen gelingen.

1. Früh genug anfangen

Beim Sparen gilt die Devise „Besser jetzt als gleich”. Jeder Monat, in dem Sie bereits ein wenig zur Seite legen und möglicherweise auch schon Zinserträge erzielen, bringt Sie näher ans Ziel und entlastet für die Zukunft. Vor allem wenn es um die Altersvorsorge geht, unterschätzt man leicht, wie viel tatsächlich zusammengespart werden muss. Die besten Chancen, seine Ziele zu erreichen, hat derjenige, der bereits in jungen Jahren beginnt, seine individuelle Anlagestrategie diszipliniert umzusetzen.

2. Überblick verschaffen

Sobald Sie sich dazu aufgerafft haben, in einem ruhigen Moment das Thema Geldanlage zu bearbeiten, gilt es zunächst, sich einen Überblick zu verschaffen. Welches Sparziel steht im Vordergrund? Sie sollten nicht planlos „vor sich hin sparen”, sondern das Ziel definieren. Dadurch kennt man automatisch seine Risikotoleranz, die angestrebte Rendite und den Zeithorizont. Dies ist eine elementare Voraussetzung, damit Sie richtig investieren lernen. Welcher Betrag soll angelegt werden? Für viele Anlageklassen gibt es Mindesteinstiegssummen; manchmal hängen auch die Konditionen der Angebote davon ab. Besteht die Absicht, den Einmalbetrag durch monatliche Zahlungen aufzustocken? Wie viel Geld kann monatlich gespart werden und wird nicht für den Lebensunterhalt benötigt? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig, um die passende Anlageform auswählen zu können. Selbst wer sicher ist, eine Bank oder einen Finanzvermittler aufsuchen zu wollen, sollte sich vorab selbst Gedanken zur Strategie der Geldanlage machen. Dadurch lassen Sie sich in einem Beratungsgespräch nicht ohne weiteres von Ihren Zielen abbringen.

3. Sich selbst vertrauen

Viele Menschen sind unsicher, wenn es darum geht, wie man am besten sein Geld investieren kann. Sie kennen sich mit Finanzen nicht aus und vertrauen daher voll und ganz auf eine Beratung durch Banken, Versicherungen, Finanzberater, Vermögensverwalter oder diverse Finanz-Startups. Diese bieten eine erstaunliche Fülle von Sparprodukten an. Der Nachteil: Beratung kostet Geld und mindert so die angestrebte Rendite. Außerdem befinden Sie sich dabei weniger in einem Beratungs- als vielmehr in einem Verkaufsgespräch. Je nach verkauftem Sparprodukt gehen nämlich Provision und Gebühren an den Berater oder das beratende Institut. Anleger sollten die Angebote also skeptisch betrachten. Zu guter Letzt können sich auch Berater irren. Sie sind keine Garanten dafür, dass Rendite erzielt wird – und man ist machtlos, wenn einem ein unpassendes Produkt angeboten wird. Deshalb ist es von Vorteil, selbstbewusst an das Thema Geldanlage heranzugehen und ein wenig Zeit zu investieren, um sich selbst mit Sparprodukten auszukennen.

4. Plan aufstellen

Es gibt einen einfachen Vier-Punkte-Plan, nach dem Sie Ihre persönlichen Finanzen aufbauen können. Zunächst müssen Sie finanzielle Brandherde einkalkulieren und existenzbedrohende Risiken absichern – das heißt, sofort verfügbares Geld (etwa drei bis vier Nettomonatsgehälter) bereit halten. Das können Sie am besten auf einem Tagesgeldkonto. Zwar bietet Tagesgeld keine hohen Zinsen, dafür ist das Geld direkt abrufbar, wenn es kriselt.
Anschließend sollten Sie für mittelfristig notwendige Anschaffungen anlegen, beispielsweise auf einem Festgeldkonto.

So stellen Sie einen erfolgreichen Investitionsplan auf

Viele Sparer wollen sich irgendwann den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Die Kosten eines Eigenheims sollten Sie jedoch nicht unterschätzen. Deshalb entscheiden sich mittlerweile viele gegen den direkten Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage und nutzen andere Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren. Eine mittelfristige Anlage muss also nicht immer das Eigenheim sein.

Zu guter letzt sollten Sie sich über eine ausreichende Altersvorsorge Gedanken machen. Wenn diese drei Aufgaben bewältigt sind, können Anleger daran denken, sich mit Renditechancen zu beschäftigen und ggf. zu spekulieren, um ihr Vermögen weiter auszubauen.

5. Richtiges Finanzprodukt finden

Die größte Schwierigkeit ist es, das richtige Geldanlageprodukt für sich zu finden. Auf Blogs, in Büchern und Broschüren kann – und muss – man sich über verschiedene Produkte informieren. Wichtig für den Vermögensaufbau ist jedenfalls ein guter Anlagemix aus Aktien, Anleihen und Immobilien, wodurch Sie unterschiedliche Chancen nutzen können. Aktien bringen die höchste Rendite, aber auch das höchste Risiko mit sich. Immobilien bieten als „Betongold” einen guten Schutz gegen Inflation. Ihre Wertentwicklung sowie die Höhe der Mieteinnahmen liegt langfristig gesehen auf selber Höhe wie die Teuerungsrate. Für fest verzinste Anlagen wie Anleihen sollte das Geld während der gesamten Vertragsdauer nicht benötigt werden.

Sie können aktiv und passiv investieren. Beim aktiven Investment versuchen Sie, Ihre Intelligenz dafür einzusetzen, dass Sie an den Finanzmärkten erfolgreiche Geschäfte tätigen. Sie suchen aktiv nach Investments, die eine hohe Rendite versprechen. Für einen Privatanleger allein ist es aber schwer, die besten Investments zu finden und die Rendite zu optimieren. Deshalb investieren viele Anleger in Investmentfonds, die von Managern geführt werden, die sich am Kapitalmarkt bestens auskennen. Dagegen eine passive Anlagestrategie zu verfolgen bedeutet, nicht „besser” als der Markt sein zu wollen, sondern sich mit der Marktrendite zufrieden zu geben. Dazu investieren Sie in Finanzprodukte, die den Markt so gut wie möglich abbilden. Da es sehr aufwendig ist, alle Aktien eines bestimmten Marktes zu kaufen, kauft man den Index, der diese Aktien enthält. Dies geht mit Indexfonds und ETFs (Exchange Traded Funds).
Der Nachteil an Fonds-Beteiligungen ist, dass sie den Anleger Geld kosten. Diese Verwaltungskosten vermeidet man nur, indem man sich sein eigenes Depot bei Direktbanken oder Onlinebrokern aufbaut. Hier bestehen jedoch Ordergebühren.

Alternative Anlagemöglichkeiten zu Fonds oder ETFs bieten Anlegern immer häufiger FinTech-Unternehmen, bei denen durch schlanke Online-Strukturen kaum oder gar keine Kosten anfallen. Ein neuer Trend ist dabei vor allem das Immobilien-Crowdinvesting. Dabei können Sie sich über das Internet mit anderen Investoren zusammenschließen und über Mezzanine-Kapital in Immobilienprojekte investieren. Anlegern, die gerne selbstbestimmt arbeiten, eröffnen sich damit neue Chancen.

6. Kurs halten

Sobald Sie sich eine Anlagestrategie ausgesucht haben, sollten Sie daran festhalten. Besonders an der Börse kann ein häufiges Umschichten von Aktienanlagen je nach Kurslage aufgrund der jeweiligen Ordergebühren teuer werden, sodass der Anleger seine ansgestrebte Rendite nicht erreicht. Außerdem kostet es Zeit, die Kurse täglich mitzuverfolgen. Deshalb lautet eine alte Börsenweisheit auch „Hin und her macht Taschen leer”. Insgesamt sollten Sie sich als Anleger nicht von (kleineren) Verlusten verschrecken lassen, genauso wenig wie bei hohen Gewinnen übermütig werden – es kommt auf die Durchschnittsrendite an.


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