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Mit Mut in die (Finanzierungs-)Lücke

Dr. Guido Sandler 31.05.2012, 14:29

Das Potenzial von Crowdinvestment ist sehr viel größer als die meisten Marktteilnehmer glauben. Wir freuen uns darüber, gerade als neuer, aktiver Player ein Teil der jungen deutschen Crowdinvestment-Szene zu werden. Mit einem klar definierten Profil, das es in der Form noch nicht gibt.


Unser Ziel ist es, ein Loch in der Finanzierungskette von innovativem Unternehmertum zu schließen. Im Bereich der Seed-Finanzierung haben einige Crowdinvestment-Pioniere in den letzten Jahren tolle Arbeit geleistet und in Deutschland ein Verständnis dafür geschaffen, warum Crowdinvesting eine gute Idee ist. Und wie es dem Neuen hilft, in die Welt zu kommen. Zusammen mit Business-Angels und klassischen Seed-Venture-Unternehmen haben sie die Basis geschaffen, dass es für einen kreativen Gründer mit einer wirklich guten Idee zurzeit relativ leicht ist, eine Erstrunden-Finanzierung hinzubekommen.

Wenn ein Unternehmen sein Geschäftsmodell bereits auf hohem Niveau skaliert hat, der Erfolg also immer berechenbarer wird, kommt es ebenfalls relativ leicht an Kapital. Aus vielen Gesprächen mit Gründern wissen wir allerdings: Bei der Wachstumsfinanzierung von jungen Startups mit ausgereiftem Prototypen oder Geschäftsmodell klafft eine große Lücke. Diese Lücke wollen wir helfen zu schließen.

In einem klassischen Startup-Finanzierungs-Plan reden wir hierbei über die zweite oder dritte Finanzierungsrunde. Das Unternehmen hat bewiesen, dass seine Idee im Markt funktioniert. Aber nun muss es wachsen, um Marktanteile zu sichern. Und zwar schnell, sonst kommen die Copycats. Dafür braucht es in der Regel zwischen zwei und vier Millionen Euro. Wie angedeutet: In dieser Phase haben es Gründer besonders schwer, und zwar auch die mit gutem Team und gutem Geschäftsmodell. Die Seed-Investoren streuen lieber früher, die Banken scheuen das Risiko. Bergfürst sieht sich genau an dieser Stelle als Ergänzung zum Angebot im Kapitalmarkt. Warum? Weil wir davon überzeugt sind, dass sich für risikoaffine Anleger genau in diesem Segment wunderbare Chancen auftun. Und weil eine Crowd von Anlegern Unternehmen in dieser Entwicklungs-Phase am besten unterstützen kann.

Im Hinterkopf haben Dennis und ich dabei übrigens ein Modell, das auf den ersten Blick historisch und altbacken aussieht: die Berliner Handelsgesellschaft. Das waren konservative Investoren mit Sinn und Verstand und gesunder Risiko-Abwägung, die ab 1856 von Berlin aus der deutschen Industrie dabei geholfen haben, ihr gigantisches Wachstum zu finanzieren. Und damit den finanziellen Grundstein für den Erfolg von Siemens, AEG, Borsig und vielen anderen kleinen Unternehmen gelegt haben, die irgendwann zu Weltkonzernen wurden.

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