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Ihre Frage an uns: Wann werden meine Orders ausgeführt?

Andrea Kummermehr 18.02.2014, 11:24

Uns erreichen immer wieder Anfragen zum Ordermatching bei BERGFÜRST. Unsere Investoren möchten verstehen, wie Kauf- und Verkaufsorders zusammen kommen, und wann welche Order ausgeführt wird. Aus diesem Grund haben wir diesen umfangreichen Artikel verfasst, der den Vorgang genauer beleuchtet.

Grundvoraussetzung für das Ordermatching ist zunächst einmal das Vorhandensein von preislich zueinander passenden Kauf- und Verkaufsorders. Das heißt, dass eine Kauforder mindestens zum gleichen Preis wie eine Verkaufsorder im Orderbuch vorhanden sein muss. Ist ein Käufer zum Beispiel bereit, maximal 10 Euro pro Aktie zu bezahlen und ein Verkäufer ist bereit, für mindestens 10 Euro pro Aktie zu verkaufen, kommt ein Handel zu Stande.

Alles unter einen Hut bringen: Unterschiedliche Orders – unterschiedliche Stückzahl – verschiedene Zeitpunkte

In der Praxis ist die Situation aber meist weitaus komplexer. Auf dem Handelsplatz muss eine große Anzahl unterschiedlicher Kauf- und Verkaufsorders, mit unterschiedlichen Stückzahlen pro Order, abgegeben zu unterschiedlichen Zeitpunkten berücksichtigt werden. Die Zusammenführung von Kauf- und Verkaufsorders machen wir selbstverständlich nicht händisch – das berechnet unser Handelsalgorithmus. Er beruht grundsätzlich auf den gleichen Prinzipien, die auch bei regulierten Wertpapierbörsen zum Tragen kommen.

Hier übernimmt unser Handelsalgorithmus

Im Wesentlichen muss der Handelsalgorithmus zwei Dinge leisten: Er muss Kauf- und Verkaufsorders so zusammen ausführen, dass den Grundsätzen „Meistausführungsprinzip“ und „Preis-Zeit-Priorisierung“ Rechnung getragen wird. Diese, an regulierten Wertpapierbörsen etablierten, Standards möchten wir im Folgenden erläutern.

Meistausführungsprinzip: Größtmögliches Handelsvolumen bei bestem Preis für Verkäufer und Käufer

Das Interesse eines Käufers ist es, einen möglichst geringen Preis zu zahlen. Das Interesse eines Verkäufers ist es, einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Der Handelsalgorithmus bei BERGFÜRST berücksichtigt diese Interessenlage der unterschiedlichen Parteien. Dies ist möglich, da die Investoren ihre Orders immer mit Limits einstellen müssen: Der Verkäufer erteilt bei BERGFÜRST seine Order mit dem Preislimit „nicht weniger als x Euro” und der Käufer erteilt seine Order mit dem Limit „nicht mehr als x Euro” bei uns. Orders können also nur innerhalb dieser Limits ausgeführt werden.

Gemäß dem Meistausführungsprinzip wird stets derjenige Preis ermittelt, zu dem die meisten Aktien gehandelt werden können. So schaffen wir, im Interesse unserer Nutzer, größtmögliche Liquidität auf dem Sekundärmarkt. Dadurch fallen bereits einige Orders weg: Liegt zum Beispiel das Limit einer Kauforder unter dem ermittelten Preis, so ist die Order zu diesem Preis nicht ausführbar, da die Vorgabe des Investors „nicht mehr als x Euro“ nicht erfüllt ist. Solche Orders verbleiben im Orderbuch und werden beim nächsten Matching erneut geprüft. Solange unsere Nutzer ihre Aufträge nicht streichen, versucht der Handelsalgorithmus also weiter, diese auszuführen.

Preis-Zeit-Priorität

Da wir es mit einer großen Anzahl von Käufern und Verkäufern zu tun haben, die zudem keine deckungsgleiche Stückzahl an Aktien handeln möchten, tritt häufig der Fall auf, dass zu einem gegebenen Preis mehr Kauf- als Verkaufsangebote vorliegen oder umgekehrt. Natürlich können Käufer nur so viele Aktien erhalten wie auch von Verkäufern angeboten werden, bzw. Verkäufer können nur so viele Aktien verkaufen, wie auch Nachfrage zum jeweiligen Preis besteht. Dies bedeutet, dass von den zuvor als prinzipiell ausführbar ermittelten Orders wiederum nicht alle Orders vollständig ausgeführt werden können. Somit fallen erneut einige Orders weg, obwohl der Preis innerhalb des Limits dieser Orders liegt.

- Priorisierung nach: Wer ist am kompromissbereitesten?

Damit es bei dieser Auswahl an Orders gerecht zugeht, erfolgt diese nicht willkürlich oder zufällig, sondern folgt stets dem auch an regulierten Wertpapierbörsen etablierten Prinzip der Preis-Zeit-Priorität. Sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite werden dabei die kompromissbereitesten Investoren zuerst berücksichtigt. Bietet ein Käufer also einen höheren Preis pro Aktie als ein anderer, so hat seine Order immer Vorrang vor der Order des anderen Käufers mit niedrigerem Preislimit – auch wenn beide Orders oberhalb des Ausführungspreises liegen.

- Priorisierung nach: Wer hat seine Order zuerst abgegeben?

Bieten mehrere Investoren den gleichen Preis, so entscheidet der Zeitpunkt der Ordererteilung, wobei jeweils die zuerst erteilten Orders Vorrang haben.

Zusammenfassend heißt das: Der Handelsalgorithmus stellt sicher, dass bei jedem Handel die größtmögliche Anzahl an Aktien zum bestmöglichen Preis für Käufer und Verkäufer gehandelt werden kann. Unausgeführte (und teilausgeführte) Orders verbleiben in der „Warteschleife” und haben aufgrund ihres älteren Zeitstempels eine größere Chance auf Ausführung beim nächsten Handel, als neu eingestellte Orders mit dem gleichen Preisetikett.

Zu beachten ist auch: Sollte es einmal am Markt eine geringere Liquidität geben, kann es zu einer größeren Volatilität in der Kursentwicklung kommen.

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Tel.:  030 – 60 98 95 228

E-Mail: service@bergfuerst.com

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1 Kommentare

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Wolfgang Seiler

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01.04.2014, 16:15

In der Praxis funktioniert die Sache so:

Ich habe am 15.01.14 eine Verkaufsorder über 2.500 Stück zu 10,00€ aufgegeben (vgl. Beitrag 46.233.763)

Ausgeführt wurden bisher

Abrechnungsdatum Stück Preis
20.01. 002 10,25
22.01. 025 10,25
27.01. 152 10,25
28.01. 003 10,30
29.01. 028 10,30
31.01. 050 10,30
05.02. 008 10,35
05.02. 020 10,30
05.02. 049 10,30
21.02. 020 10,30
07.03. 285 10,38
18.03. 010 10,29

sodass noch 1.848 Aktien zum Verkauf stehen.

Bei den auf dem Kurschart auf der Internetseite von Bergfürst aufgeführten Trades zu 10,37€ am 31.01., zu 10,49€ am 27.03. und 10,41€ am 31.03. sind wohl Verkäufer zum Zuge gekommen, deren Verkaufslimit unter 10,00€ lag.

Mein Fazit: Die Umsätze tröpfeln nur und wirkliche Liquidität ist nicht vorhanden. Der Handelsalgorithmus suggeriert über die Preisfeststellungen Aktienkurse von zur Zeit um die 10,40€, die für andere Handelsteilnehmer aber wegen meiner Order bis auf weiteres nur bei Verkaufslimits unterhalb von 10,00€ zu realisieren sind. Meine Vorstellung von einem gut funktionierenden Handel sieht anders aus.

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